Wort der Woche «Unternehmenspublikationen»

Der Wettbewerb wird immer härter, die eigene Markenpositionierung immer schwieriger. Abhilfe dabei schafft die Unternehmenskommunikation − und zwar mit guten Geschichten in einem schön aufgemachten Mitarbeiter- oder Kundenmagazin. Darum widmen wir unser Wort der Woche den Unternehmenspublikationen. Natürlich nur den gedruckten. Alles andere ist ja schon digital.

Um dem Wert und der Wirkung von Unternehmenspublikationen auf den Grund zu gehen, haben wir einen mehrfach ausgezeichneten Experten und Magazinmacher aufgesucht: Michael Haller, den Leiter Unternehmenskommunikation bei Brüggli.

TRANSLATION-PROBST AG: Welchen Stellenwert nimmt die Unternehmenskommunikation in der modernen Unternehmensführung ein?

Michael Haller: Einen immer wichtigeren: Unternehmen dürfen sich nicht mehr mit leeren Marketingphrasen verkaufen, sondern sollten im Dialog Vertrauen zu ihren Bezugsgruppen aufbauen. Denn Vertrauen bildet die Basis für den Markterfolg. Dazu braucht es transparente Informationen nach innen wie aussen sowie den Einbezug von Mitarbeitenden und Kunden. Dadurch fühlen sich Mitarbeitende wie Kunden wertgeschätzt, was sie mit ihrer langfristigen Loyalität gegenüber dem Unternehmen honorieren. Wesentlich auch: Produkte und Leistungen sind austauschbar, vergleichbar. Die Unternehmenskultur macht den Unterschied. Es ist eine zentrale Aufgabe der Unternehmenskommunikation, diese Werte erlebbar und nachvollziehbar zu machen. Die Unternehmenskommunikation wird so zum Reputationstreiber und Motor der Unternehmensentwicklung.

Ein Mittel der Unternehmenskommunikation sind Unternehmenspublikationen wie ein Mitarbeiter- und Kundenmagazin. Controller würden an dieser Stelle fragen: «Was bringt das finanziell?»

Eine ganze Menge, auch wenn sich die monetäre Auswirkung eines Mitarbeiter- und Kundenmagazins erst auf lange Sicht zeigt. Währenddessen neigen Controller dazu, den Ist-Zustand zu bewerten, was kurzfristig sicher wichtig ist. Doch mit Zahlen allein können sie die Zukunft auch nicht vorhersagen. Sonst bräuchte es die Unternehmenskommunikation ja gar nicht.

Fakt ist: Unternehmenspublikationen machen eine Marke erst richtig erlebbar − ungeachtet der Form und des Kanals. Wichtig ist es, die Kultur und den Hintergrund eines Unternehmens zu vermitteln. Ob das nun als gedrucktes Magazin, im Social-Media-Auftritt oder in Form des Intranets geschieht, ist zweitrangig. Die Themen und Geschichten sind entscheidend, nicht die Medien.

Apropos Themensetzung: Wie lassen sich gute Geschichten finden, die intern wie extern begeistern?

Indem man die üblichen Verdächtigen ignoriert − also weg von der Teppichetage hin zur Basis: Es ist viel interessanter, einen Produktionsmitarbeiter zu einem Produkt zu befragen oder dazu, was es ihm bedeutet, an diesem Produkt zu arbeiten, als den Produktmanager, der dann mit rundgeschliffenen Marketingfloskeln ins Leere plappert.

Neben dem Perspektivenwechsel ist auch der journalistische Anspruch zentral: Transparenz, Hintergrundgeschichten und Analysen mit Tiefgang sind gefragt. Dabei ist es wichtig, authentische Geschichten zu erzählen. Und diese hat jedes Unternehmen: Man braucht nur die Augen aufzumachen − auch im Alltag. Denn Geschichten, die ausserhalb des Unternehmens stattfinden, können in irgendeiner Form auch einen direkten Bezug zum Unternehmen haben − ob das nun Umweltthemen sind, ein Abstimmungsresultat, das unmittelbaren Einfluss auf die eigene Branche hat, oder ein interessantes Engagement einer Mitarbeiterin in ihrer Freizeit.

Wo gibt es Hindernisse oder gar Tabus, wenn du Geschichten entdeckst und darüber berichten möchtest?

Zunächst muss die betroffene Person, die in der Geschichte die Hauptrolle einnimmt, auch ein gutes Gefühl dabei haben, wenn sie etwas von sich preisgibt und sich einem breiteren Publikum zeigt. Falls das nicht der Fall ist, lieber die Geschichte ganz bleiben lassen. Manchmal gibt es auch den umgekehrten Fall, in dem ich jemanden schützen muss, sich nicht unvorteilhaft zu exponieren.

Ein wesentliches Hindernis beim Aufspüren und Niederschreiben von Geschichten entsteht dann, wenn zu viele Interessen und Meinungen von mehreren Personen plötzlich Einfluss darauf nehmen und das Ganze dann rundschleifen, bis alles an Aussagekraft verliert. Hier rate ich: Mehr Mut zu Akzenten, zum Ungehobelten und Kantigen.

Was sind die Vorteile einer gedruckten Unternehmenspublikation? Schliesslich könnte der Inhalt auch digital schön aufbereitet und günstig online erstellt sein.

Die Vorteile eines gedruckten Mitarbeiter- und Kundenmagazins im Vergleich zu digitalen Kommunikationsmitteln liegen einerseits in der Haptik: Die Leserinnen und Leser haben etwas in der Hand, was physisch und emotional spürbar ist. Andererseits kann ein gedrucktes Magazin im eigenen Umfeld technologieunabhängig weitergereicht werden, was einen zusätzlichen Multiplikationseffekt erzeugt: Plötzlich ist das Unternehmen nicht nur bei den Kunden und Mitarbeitenden zuhause, sondern besucht auch gleich deren grösseres Umfeld. Und weil gute Geschichten darin stehen, werden sie auch gelesen.

Womit lässt sich ein Mitarbeiter- und Kundenmagazin ergänzen?

Prinzipiell kommt es darauf an, wie der Themen-Mix aussieht und welche Kanäle sich dann zur Publikation am besten eignen: Während zeitlose Themen, Hintergrundgeschichten und eine eingehende Analyse von Herausforderungen eines Unternehmens ideal in einem Mitarbeiter- und Kundenmagazin aufgehoben sind, sind aktuelle News und Fakten über die digitalen Kanäle zu kommunizieren – ob via Intranet, Website oder Social-Media-Kanal.

Interessant wird das Wechselspiel dann, wenn aus einem aktuellen Thema, das getwittert wurde, eine Hintergrundreportage für das Unternehmensmagazin wird. Oder wenn die Printversion des Magazins plötzlich auf ein Video mit einem Mitarbeitenden verweist, das im Intranet oder der elektronischen Magazinversion geschaltet ist. So können sich verschiedene Medien ergänzen und inhaltlich gegenseitig befruchten.

Wort der Woche «Unternehmenspublikationen»

Michael Haller: «Unternehmenskommunikation wird zum Motor der Organisationsentwicklung.»

Michael Haller leitet die Unternehmenskommunikation des Ausbildungs- und Integrationsunternehmens Brüggli in Romanshorn. Mit einem Team, das kleiner nicht sein könnte, verwirklicht er das Mitarbeiter- und Kundenmagazin «unterwegs» – jedes Mal unter Einbezug von Lernenden mit körperlichen und psychischen Schwierigkeiten. «unterwegs» hat mehrere Auszeichnungen für den gestalterischen und journalistischen Anspruch verliehen bekommen – darunter eine Goldene Feder und eine Silberne Feder des Schweizerischen Verbandes für Interne Kommunikation SVIK sowie einen internationalen Sonderpreis der European Association for Internal Communication FEIEA.

Michael Haller verfügt über einen Master in Communication Management & Leadership, ist ausgebildeter Typograf, Absolvent der Kreativschule des Art Directors Club und arbeitete unter anderem als Journalist und Texter/Konzepter. Bei Brüggli leitet er seit 2008 die Unternehmenskommunikation und betreut daneben – im Namen von Brüggli Medien – auch externe Kunden, die zu Brügglis Mission passen.

Wort der Woche «Messen und Messemarketing»

Messen als zeitlich begrenzte Marketing- und Verkaufsveranstaltungen gibt es seit dem frühen Mittelalter. Auch heute noch sind Messen beliebte Anlässe, um neue Produkte und Dienstleistungen kennenzulernen oder schlicht den eigenen Markt samt Mitbewerbern zu beobachten. Weil wir selbst an der Marketing- und Eventfachmesse SuisseEMEX teilnehmen, haben wir die ‹Messe› zum Wort der Woche erklärt.

Messen und Messemarketing - TRANSLATION-PROBST AG

Richtig vorbereitet können Messeauftritte zum Kundenmagneten werden.

Ob Weltausstellung, Publikums- oder Fachmesse – das Messemarketing ist gerade im digitalen Zeitalter ein beliebtes Instrument, um Kunden mit allen Sinnen zu erreichen. Für unser Wort der Woche haben wir darum die Messe-Expertin und Geschäftsführerin der SuisseEMEX interviewt und mit ihr über Messen und erfolgreiche Messeauftritte gesprochen.

TRANSLATION-PROBST: Ewa, du fühlst dich an Messen pudelwohl: Kannst du dich noch an deine erste Messe erinnern, die du besucht hast? Was waren deine Eindrücke?

Ewa Ming: Meine erste Messe war die Züspa in Zürich, die ich mit Freundinnen besuchte. Dabei ist mir in starker Erinnerung geblieben, wie unterschiedlich sich die Stände präsentierten und wie die Verkäufer am Stand verschieden reagierten und uns «bedienten»: Als junge Person empfand ich es als sehr hochnäsig, wie mich manche Standmitarbeiter ignorierten. Solche negativen Erfahrungen mit einer Marke oder Firma bleiben lange haften. Seither versuche ich, meinen Ausstellern einzuschärfen, dass sie jeden Besucher so beraten, als wäre er ihr bester Kunde.

Was fasziniert dich heute noch an Messen?

Messen erschaffen Märkte und lassen temporäre Erlebniswelten entstehen, die in ihrer Konzentration von Anbietern und Käufern einzigartig sind. Zudem bieten sie ein faszinierendes 360°-Gesamterlebnis – sei es wie bei uns an der SuisseEMEX als Fachmesse, wo das ganze Marketing-Spektrum präsentiert wird, oder an einer Publikumsmesse, wo man sich von A bis Z über nahezu alles mit allen Sinnen informieren kann. Obendrauf ist der direkte Austausch mit dem potenziellen Kunden immer noch die beste Art und Weise, neue Geschäfte zu generieren und dauerhafte Beziehungen aufzubauen.

Die Marketing- und Kommunikationsfachmesse SuisseEMEX steht bald vor der Tür: Worauf dürfen sich Besucher und Aussteller freuen? Was ist dieses Jahr besonders?

Unter dem Motto «meet the future» zeigen wir die brandheissen Lösungen und Trends aus der Marketing-, Kommunikations-, Event- und Digital-Branche von morgen. Viele Themen widmen sich den Herausforderungen der Digitalisierung. Ein hochkarätiges Referenten- und Event-Programm und ein spannender Ausstellermix werden die Besucher begeistern. Konzepte, die den Dialog mit den Besuchern fördern, wurden neu lanciert oder ausgebaut. Hierzu zählen der Digital Competence Park, das EventLab, das FutureLab, die Querdenker-Welt und die Crossmedia Kitchen.

Welchen Stellenwert im Marketing haben Messen und Events?

Einen immer höheren: Messen sind heute grosse Begegnungsplattformen von Communitys und erzeugen durch den direkten Dialog starke Emotionen, die beim Zielpublikum dauerhaft nachwirken. Darüber hinaus ist das Emotionalisierungspotenzial der Live Communication sehr viel höher als bei der Printwerbung oder in einem Werbespot. Events sind immer noch ein zentrales Element im Marketing – wenn sie gut gemacht sind.

Was sind die drei wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Messeauftritt, den Unternehmen berücksichtigen sollten?

Erstens professionelle Vorbereitung mit klarer Zielsetzung; zweitens ein relevantes Inhaltsangebot mit emotionalen Interaktionsmöglichkeiten am Stand und drittens die direkte Nachbearbeitung der Messekontakte.

Was gilt es, ferner zu beachten?

Es ist wichtig, auch bereits bestehende Kunden an die Messe einzuladen – das fördert die Kundenbindung. Ausserdem dürfen die Unternehmen nicht nur an neue Kunden denken, sondern sollten während der Messe auch ihr Netzwerk aktiv ausbauen. Dazu müssen sie mit den Besuchern am Stand kommunizieren und wissen, wovon sie reden. Denn die Inhalte sind wichtiger denn je und bilden zusammen mit einem anhaltenden, crossmedialen Dialog das i-Tüpfelchen des Messeerfolgs.

Welches war der kurioseste Messestand, den du je gesehen hast?

An einen ganz speziellen kann ich mich nicht erinnern. Vielmehr sind es viele unterschiedliche Stände, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind. Weil sie entweder innerhalb der jeweiligen Messe aufgefallen sind oder das Zielpublik verblüfft haben – ob mit einem coolen Design, einer zündenden Idee oder einer treffenden Botschaft.

Ewa Ming (*1967) ist Inhaberin der ming agentur ag und Celebrationpoint AG. Sie ist Initiantin der Swiss Handicap, einer Messe für Menschen mit und ohne Behinderung, sowie Geschäftsführerin der SuisseEmex, der grössten Schweizer Marketing- und Eventfachmesse. Ihr Kerngeschäft liegt im Bereich der erlebbaren Kommunikation, dem Meeting Business MICE und im Messemarketing. Darüber hinaus ist sie Verwaltungsrätin der GDZ Druckerei Zürich und der Eulachhallen Winterthur sowie Präsidentin des Swiss Handicap Fördervereins.

Wort der Woche «Content Kontamination»

Content Shock, Information Overload oder auch Content Kontamination: Egal wie Sie es auch nennen möchten, heute reden wir Tacheles mit Ihnen. Und Sie mit uns. Unser Wort der Woche widmet sich der allgemeinen Informationsüberflutung durch Content Marketing und der Frage, was wir gemeinsam gegen die virtuelle Umweltverschmutzung tun können.

Content Kontamination – TRANSLATION-PROBST AG

Welcher Content ist kein Müll für Sie?

Mittlerweile betreiben bereits über 60 Prozent der deutschen Unternehmen einen Corporate Blog. Im deutschsprachigen Gebiet (DACH-Raum) investieren Unternehmen rund sieben Milliarden Euro ins Content Marketing, wie die CMF Basisstudie 2016 zeigt. Uns hat diese gewaltige Summe dazu veranlasst, unser eigenes Content Marketing auf die Probe zu stellen und Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu fragen, ob wir mit unserem Content bei Ihnen landen oder Sie bloss zumüllen, schockieren oder verpesten.

Was wünschen Sie sich von uns?

Jetzt sind Sie dran: Schreiben Sie uns, was Sie sich für Themen von uns wünschen. Als kleine Hilfestellung haben wir ein paar Fragen formuliert, die Sie einzeln oder alle zusammen beantworten können. Aber am liebsten wäre uns Ihre schonungslose Ehrlichkeit:

  • Was gefällt Ihnen an unserem Corporate Blog? Was gehört in den Content-Kontaminations-Container?
  • Wie häufig mögen Sie von uns hören? Wöchentlich, monatlich, quartalsweise?
  • Was spricht Sie mehr an – Newsletter, Corporate Blog oder die neu eingeführte TRANSLATION-POST?
  • Von welchen Inhalten und Kanälen würden Sie uns abraten, weil Sie sowieso wegklicken?

Toben Sie sich aus – wir sind gespannt auf Ihre Kommentare und Hinweise. Denn wir möchten Ihnen künftig Content liefern, der Sie anspricht. Und bestimmt haben wir in der Vergangenheit den einen oder anderen Artikel für die Katz im Sack geschrieben. Das wollen wir künftig vermeiden – darum sind Sie gefragt. Jetzt lostippen!

Ihr TRANSLATION-PROBST Team

Wort der Woche «IoT – Internet of Things»

Ob selbstfahrende Autos, intelligente Brillen oder die Pokémon-Jagd durch die Stadt – das Internet der Dinge (IdD, englisch IoT für Internet of Things) ist der nächste Entwicklungsschritt der Computertechnologie. Es schliesst Informationslücken zwischen der realen und der virtuellen Welt. Welche Zukunftsszenarien uns bevorstehen, erfahren Sie in unserem Wort der Woche zum Internet der Dinge.

Wort der Woche: Internet of Things

Werden wir bald zu Cyborgs?

Google ist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, das Internet mit unseren täglichen Dingen zu verbinden – sei es mit der smarten Brille, mit der Sie surfen, fotografieren oder die nächste Metrostation suchen können; das selbstfahrende Auto, das als rollendes Büro dient, oder die Kontaktlinse für Diabetiker, die konstant den Blutzuckerspiegel in der Tränenflüssigkeit ermittelt und den Patienten vor einer Unter- oder Überzuckerung warnt.

Mensch und Maschine verschmelzen

Ist der Mensch auf dem besten Weg, ein Cyborg zu werden? Kriegen wir irgendwann einen Chip implantiert, auf dem unser ganzes Leben abgespeichert ist – von der Cumulus-Karte über die Krankenakte bis hin zum Konsumverhalten, sodass uns jedes Geschäft beim Vorbeigehen eine Nachricht über unsere interaktive Kontaktlinse übermittelt und uns ein personalisiertes Angebot unterbreitet?

Was nach Science-Fiction klingt, hat uns schon längst erreicht: Vorreiter der Vereinigung von Körper und Technik sind Herzschrittmacher, Gehörimplantate oder Prothesen, die mittlerweile amputierte Gliedmassen wieder funktionsfähig machen. Weit zum Chip im Körper ist es nicht: Im Prinzip könnte die intelligente Kontaktlinse von Google um zusätzliche Messfunktionen erweitert werden – wie Blutdruckmessung, Alarm für Infektionen oder Messung von Nährstoffen mit dem idealen Menüvorschlag für die nächsten Mahlzeiten, den Sie dann gleich im Lebensmittelladen online bestellen und nach Hause liefern lassen können. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – wie auch der aktuelle Hype rund um Pokémon zeigt: Scharenweise stolpern Pokémon-Fans durch die reale Welt, um die virtuellen Pokémon-Figuren in ihrem realen Versteck zu finden.

Gute Technologie, schlechte Technologie

Die Wearables – also die tragbaren, miniaturisierten Computer – könnten unser Leben erheblich erleichtern. Doch Datenschützer sehen auch die Kehrseite der Medaille: An den gesammelten Daten über die Nutzer könnten auch Unternehmen und Behörden interessiert sein, die nicht unbedingt dasselbe Interesse verfolgen wie die Nutzer selbst. Zum Beispiel könnten Krankenkassen an den Daten über den Lebenswandel ihrer Versicherten interessiert sein, um damit die Prämie aufgrund der ermittelten Risiken mit Zuschlägen zu verteuern. Oder Geheimdienste könnten jeden Schritt, den wir in der Realität mit einer smarten Brille zurückgelegt haben, nachvollziehen – gut für die Prävention von potenziellen Gewaltverbrechen, schlecht für die Privatsphäre der Bürger.

Kommerzielle Unternehmen könnten anhand des Konsumverhaltens personalisierte Werbung auf Schritt und Tritt schalten, um so die Umsätze zu steigern und die Marketingkosten zu senken. Damit könnten wir zwar ungewollter Werbung entkommen. Aber wollen wir wirklich, dass die Unternehmen uns so gut kennen, nur damit sie ihren Umsatz in die Höhe treiben können? Fakt ist: Jede neue Technologie ist per se weder gut noch schlecht. Es kommt immer darauf an, in wessen Händen sie liegt.

2030 – Ihr Start in den Tag

Stellen Sie sich vor, Sie wachen an einem Montag im Jahr 2030 auf, weil die Fenster ihre eingebaute Verdunkelung automatisch aufheben und dafür den Sonnenschein hereinlassen, während Sie sich aus dem Bett räkeln und zum Badezimmer schlurfen. Kaum haben Sie das Bad betreten, wird es hell und Ihr Spiegelschrank begrüsst Sie mit den Nachrichten des Tages sowie den bevorstehenden Terminen und teilt Ihnen mit, genügend Sonnenschutz mitzunehmen, da es heute 33 °C heiss wird.

Noch während Sie sich zurechtmachen, läuft in der Küche bereits die Kaffeemaschine heiss und zaubert Ihren täglichen Cappuccino hervor, den Sie in der Küche geniessen, bevor Sie die interaktive Einkaufsliste am Kühlschrank mit den Menüvorschlägen aus Ihrem Body Chip an den Lebensmittelladen übermitteln.

Kaum haben Sie die Haustür abgeschlossen, wirft das Auto in der Garage die Klimaanlage an und stellt Ihren Lieblingsradiosender ein. Beim Einsteigen ertönt ein freundliches «Guten Morgen», gefolgt von der Frage: «Fahren wir direkt ins Büro? Wenn ja, nehmen wir lieber die Landstrasse, weil derzeit ein hohes Verkehrsaufkommen auf der Stadtautobahn herrscht.» Sie sagen natürlich «Ja», schnallen sich an und öffnen Ihren Mail Account, um die Mails per Sprachsteuerung während der Autofahrt zu beantworten.

Das wäre doch ein entspannter Start in den Tag – ohne Stau und ohne Stress. Dafür mit mehr Zeit und Musse. Sind Sie bereit für die Zukunft?

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Cognitive Computing»

Braucht es bald keine Werber mehr? Oder Texter und Übersetzer? Wird uns die künstliche Intelligenz der selbstlernenden IT-Systeme bald in der Arbeitswelt ersetzen? Oder befreit uns «Cognitive Computing» von lästigen Aufgaben, damit wir unsere Intelligenz gezielter nutzen können? Unser Wort der Woche aus unserer Serie zu Trends.

Wort der Woche «Cognitive Computing»

Cognitive Computing – wenn Maschinen wie Menschen denken

Geht es nach Persado – einer kognitiven Content-Plattform aus den USA – soll die künstliche Intelligenz von Computern lediglich Marketingbotschaften und Nachrichten optimieren, jedoch nicht die Kreativen und die Redaktoren ersetzen. Mithilfe von Cognitive Computing lassen sich grosse Datenmengen analysieren, um daraus emotionalere und effektivere Werbebotschaften zu erzeugen. Anhand der Algorithmen erkennt Persado, auf welche Reizbegriffe, Sätze oder Bilder Konsumenten besonders stark reagieren. Die gewonnene Erkenntnis daraus bildet den Turbo für die Call-to-Action.

Mensch und Maschine lernen voneinander

Cognitive Computing verfolgt den Ansatz, Computertechnik wie ein menschliches Gehirn funktionieren zu lassen. Dabei geht es nicht um das Kopieren unseres Gehirns, sondern um die kognitiven Prozesse wie Wahrnehmen, Denken, Verstehen, Lernen und Sich-Erinnern. Die IT-Systeme sind somit nicht für alle Problemlösungen vorprogrammiert, sondern lernen einerseits aus der permanenten Sammlung, Auswertung und Interpretation von Daten dazu, andererseits aber auch durch den Austausch mit uns Menschen – wie bei Watson von IBM.

Dr. Watson bitte in den OP

Ein Assistenzarzt der besonderen Art ist das selbstlernende System Watson von IBM: Es wertet beispielsweise die gewaltigen Datenmengen aus den Akten von Krebspatienten aus und verknüpft diese mit Forschungsdatenbanken, um so eine individuelle Therapiegrundlage für Krebspatienten zu entwickeln. Die behandelnden Ärzte können Watson in der natürlichen Sprache Fragen stellen und so Behandlungsmöglichkeiten evaluieren. Watson zeigt dann auf, welche Methode zu wie viel Prozent zum Patienten passt – inklusive Argumentation und Quellenangabe.

Doch Watson kann noch mehr: Es analysiert beispielsweise auch Social-Media-Daten von Unternehmen und bietet so eine Entscheidungsgrundlage für künftige Kommunikationsstrategien. Lernende Computersysteme werden uns in Zukunft anhand der raschen Verarbeitung grosser Datenmengen helfen, treffendere Entscheidungen zu treffen – ob für medizinische Belange oder betriebswirtschaftliche Bedürfnisse.

«All you need is Übersetzungen»

«Big Data» lautet das Gebot der Stunde. Doch nur der Datensammelwahn allein macht noch keine klugen Handlungen. Die lernenden Roboter und Maschinen können zwar bereits aus der Auswertung von Daten und deren Zusammenhängen zuverlässige Prognosen abgeben – wie die deutsche Polizei-Software «precobs», die aufgrund der geografischen Fallanalysen von Kriminalfällen Muster erkennt, um daraus Ort und Zeitpunkt von künftigen Delikten vorauszusagen. Allerdings funktioniert das nicht immer – wie wir aus den Newslettern und Werbeangeboten von Online-Händlern wissen: Da werden mir Bowlingkugeln und Windeln schmackhaft gemacht, obwohl ich weder Kind noch Kegel zu Hause habe.

Ähnlich verhält es sich bei der Sloganmaker-Maschine, die zwar so ziemlich alle berühmt-berüchtigten Werbeslogans aus dem Netz zusammengetragen hat, dann aber willkürlich eigens eingegebene Begriffe in die bestehenden Slogans integriert. Ich habe einen Versuch mit dem Wort «Übersetzung» gewagt und dabei lustige Kreationen ausgespuckt bekommen:

  • «All you need is Übersetzungen»
  • «Aussen Übersetzung – innen Geschmack»
  • «If Jesus was here, he would go for Übersetzungen»
  • «Warnung: Übersetzung kann süchtig machen»
  • «There’s no life without Übersetzungen»

An dieser Stelle können Texter, Journalisten und Übersetzer durchatmen: Denn an einer Knacknuss werden die kognitiven Computersysteme noch lange zu knabbern haben – der Kreativität. Aber das freut uns – denn somit können wir Sie und Ihre Übersetzungsaufträge auch in Zukunft mit Herz und Hirn betreuen.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG