Wer korrigiert unsere Texte in Deutsch?

Heinz Hug, Korrektor Deutsch bei TRANSLATION-PROBST

Heinz Hug

Mit dem Korrigieren/Redigieren für TRANSLATION-PROBST habe ich noch während meiner Zeit als Dozent für Deutsche Sprache und Kulturgeschichte an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften begonnen. Nun bin ich pensioniert und habe reichlich Zeit für diese interessante Arbeit. Ich bin weiterhin mit Sprache beschäftigt, nicht mehr mit Theorien und Modellen, wie das während meiner Zeit als Dozent eher der Fall war. Nun arbeite ich ausschliesslich in der Praxis, und zwar mit unterschiedlichen Texten aus noch unterschiedlicheren Bereichen. Manchmal bin ich darüber erstaunt, wie praxisfern wir mitunter an der Fachhochschule gearbeitet haben. Doch dieser Widerspruch von Theorie und Praxis ist im Bildungsbereich wohl nie aufzulösen.

Nun sehe ich beim Korrigieren/Redigieren stets konkrete Menschen vor mir – jene, die die Texte verfasst haben, und jene, die sie lesen werden. Deren Wünsche und Ansprüche kenne ich einigermassen: Texte müssen korrekt und verständlich sein und sie müssen auf ihre Adressaten wirken. Selbstverständlich helfen mir dabei die Kenntnisse aus der Linguistik, die ich früher meinen Studierenden vermittelt habe – ich kann etwa die Erkenntnisse der funktionalen oder pragmatischen Stilistik sehr wohl gebrauchen. Doch ich betrachte die Sprache vielmehr in ihrer Anwendung.

Ich habe mich immer intensiv mit Literatur beschäftigt – das mache ich auch heute. Allerdings muss ich diese Art der Sprache bei meiner Arbeit als Korrektor/Redaktor beiseite lassen – nicht ganz: Auch Korrigieren/Redigieren von Sachtexten hat manchmal etwas Spielerisches. Ich spiele mit den verschiedenen Möglichkeiten des Ausdrucks, und ich achte auf den Klang der Sprache. Selbstverständlich habe ich in dieser Hinsicht mehr Freiheiten, wenn ich meine eigenen Texte schreibe. Ich bin wohl eher ein konservativer Korrektor/Redaktor. Ich mag diese flapsige Sprache, die man heute vielerorts lesen kann und die partout keine geraden Sätze macht, nicht. Lebendigkeit, Anschaulichkeit, Verständlichkeit kann man auch mit einer Sprache erreichen, die sich in einer bestimmten Tradition versteht und die die grundsätzlichen Elemente der deutschen Sprache beibehält.

Freundliche Grüsse
Heinz Hug

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