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Archiv für September, 2013

Wort der Woche – Koalition

27. September 2013

politikNach dem letzten Wahlsonntag in Deutschland steht erst einmal fest, dass Angela Merkel die strahlende Siegerin ist. Jetzt beginnt allerdings die Suche nach einer neuen deutschen Regierung, und das Wort «Koalition» fällt wieder unzählige Male am Tag. Deshalb wurde es zum Wort der Woche erkürt.

Zuerst einmal: Was bedeutet eigentlich das Wort «Koalition»? Abgeleitet wurde das Wort aus dem lateinischen Verb „coalescere“, das «zusammenwachsen», «verschmelzen» oder «sich einigen» bedeutet. Ins Deutsche kam der Begriff im 18. Jahrhundert, und zwar übers französische „coalition“. Eine Koalition − das Wort kann auch «Bündnis» oder «Verbindung» heissen − ist im heutigen politischen Sprachgebrauch als «Parteibündnis zum Zweck der Regierungsbildung» bekannt. Wobei diese Bedeutung zum ersten Mal im England des 18. Jahrhunderts verwendet wurde. Dies ist erstaunlich, da damals oft Folgendes zitiert wurde: „England does not love coalitions.“

Perfekte Positionierung
Es mag ein linguistisches Spiel des Zufalls sein, dass das Wort «Koalition» im «Etymologischen Wörterbuch des Deutschen» zwischen «knutschen» und «Knüttel» sowie «Kobald» und «Koben» eingebettet ist. Knutschen wird als «liebkosend an sich drückend, heftig küssen, drücken, pressen oder quetschen» bezeichnet. Im Gegensatz dazu wird ein Knüttel auch «Stock mit verdicktem Ende, Knüppel oder Keule» genannt. Allerdings scheinen die Bedeutungen im Vergleich zu den heutigen politischen Koalitionen weniger zufällig als realistisch zu sein. Zwar drücken sich die Parteien nicht liebkosend an sich oder schlagen sich gegenseitig mit dem Knüppel, dennoch werden sie oft zusammengepresst und vor Neuwahlen mit einer imaginären Keule leicht bedroht.
Des Weiteren wird «Kobald» als «wertlos gehaltenes Metall» definiert, das nicht das erwartete Produkt ergab, und «Koben» wird heute als «Stall, Käfig oder Höhlung» verstanden. Bezüglich der heutigen politischen Koalitionen führen manchmal sogar die besten Bündnisse nicht zum erwarteten oder gewünschten Resultat. Zudem fühlt sich der eine oder andere Partner einer Koalition oftmals auch in einem Käfig eingesperrt.
Quelle: von Münch, I. (1992). Rechtliche und politische Probleme von Koalitionsregierungen. Berlin/New York: Walter de Gruyter.

Wort der Woche – Das Schwarze Brett

13. September 2013

schwarzebrettSeit Kurzem geht die folgende Geschichte im Internet um: Ein 71-jähriger Mann suchte seit vielen Jahren seine Tochter, die er fast 30 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Er hängte dazu einen handgeschriebenen Brief ins Fenster eines Ladens – direkt neben Inseraten für Putzhilfen und Gärtnerarbeiten. Ein Passant machte davon ein Foto und stellte es ins Internet. Dank den Social Media Communities verbreitete sich das Bild sehr schnell. Das Foto wurde 100’000 Mal geteilt und selbst Promis halfen, das Bild weiterzuverbreiten. Kurze Zeit später wurde die Tochter tatsächlich gefunden, und der alte Mann konnte seine Tochter endlich in die Arme schliessen. Mithilfe des kleinen Schwarzen Brettes fand also ein Vater seine verloren geglaubte Tochter wieder.

Weil uns die Geschichte so gut gefällt, ernennen wir das «Schwarze Brett» zu unserem Wort der Woche.

Die Erfindung des Schwarzen Bretts ist schon viele Jahrhunderte alt. Früher liessen sich die gewünschten Informationen noch nicht wie heute ganz einfach aus dem Internet kitzeln. Vielmehr musste man sich auf Händler und Reisende verlassen, die Neuigkeiten in die Dörfer und Städte brachten. Und wenn man was suchte oder der Staat eine wichtige Mitteilung zu machen hatte, wurden die Informationen an einen Baum genagelt, so dass möglichst viele Leute informiert werden konnten.

Der Begriff «Schwarzes Brett» stammt vermutlich aus dem Spätmittelalter bzw. aus der Frühen Neuzeit. Der Einzug des Wortes „schwarz“ fand wahrscheinlich über seine mittelalterliche Bedeutung «swartz (schmutzfarbig)» statt. Schon im 16. Jahrhundert wurden Verbrechen in «schwarze Bücher» bzw. «schwarze Register» aufgenommen. 1606 wurde im Lübecker Annenkloster eine «Straf- und Schimpf-Tafel» angebracht, auf der Übeltäter und Verbrecher aufgeschrieben wurden.

Die erste Verwendung des «Schwarzen Brettes» im Bereich der Wissenschaft geht vermutlich auf den deutschen Juristen und Philosophen Christian Thomasius zurück, der 1687 eine Mitteilung über den Einfluss der französischen Sprache an das Schwarze Brett einer deutschen Universität heftete.

[Quelle: Wikipedia.org]

Auch heute wird das Schwarze Brett noch immer gerne an Universitäten verwendet. Dort findet man Anzeigen für WG-Zimmer oder diverse Aktionen. Genauso hat das Schwarze Brett auch Einzug ins Internet gehalten – in Form von Kleinanzeigen oder Foren.

Es ist doch schön zu sehen, wie so eine kleine Erfindung es geschafft hat, die Jahrhunderte zu überstehen und sich an die neuen Möglichkeiten anzupassen.

Geschäftsberichte übersetzen: Die Visitenkarte Ihres Unternehmens

10. September 2013

tippenDer Geschäftsbericht eines Unternehmens ist eine der wichtigsten Informationsquellen für Aktionäre, Kunden und Geschäftspartner. Um Glaubwürdigkeit und Reputation des Unternehmens auch beim fremdsprachigen Zielpublikum zu wahren, sind deren professionelle Übersetzungen das A und O des Erfolgs.

Dabei ist besonders wichtig, dass die Übersetzer nicht nur Sprachprofis sind, sondern sich auch auf dem Finanzmarkt bestens auskennen. Denn Fachbegriffe aus dem finanztechnischen Bereich müssen korrekt und fachspezifische Inhalte verständlich übersetzt werden. Auch wenn es um den Stil und die formale Gestaltung eines Geschäftsberichtes geht, gibt es in unterschiedlichen Kulturen und Sprachen verschiedene Konventionen. Deshalb sollten bei Übersetzungen dieser Art ausschliesslich muttersprachliche Fachübersetzer zum Einsatz kommen, die in der Sprache und Kultur Ihrer Zielgruppe zu Hause sind.

Natürlich spielt darüberhinaus eine konsistente Terminologie und ein einheitliches Wording eine zentrale Rolle. Konkret heisst das: Fachbegriffe und für das Unternehmen typische Redewendungen sowie die Corporate Language müssen immer gleich übersetzt werden. Um dies zu gewährleisten arbeiten Übersetzer mit zuvor aufwendig erstellten Glossaren und Terminologie-Listen, die wichtige Fachbegriffe enthalten. Zudem arbeiten bereits viele Übersetzer bzw. Übersetzungsbüros mit der neuesten Übersetzungssoftware, die eine einheitliche Übersetzung der Corporate Language erleichtert.

Auch orthographisch und grammatikalisch muss ein Geschäftsbericht einwandfrei sein. Denn als Visitenkarte eines Unternehmens darf der Geschäftsbericht keine Fehler enthalten. Auch hier gilt «Doppelt genäht, hält besser!»: Vergewissern Sie sich als Unternehmer, dass die Übersetzung Ihres Geschäftsbericht nochmals von einem Experten korrekturgelesen wird.

Eine Investition in professionelle Übersetzungen für Ihren Geschäftsbericht lohnt sich auf jeden Fall! Denn nur so erreichen Sie Ihr Zielpublikum auf direktem Wege und Ihre Botschaft kommt an.

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Wort der Woche – das Telefon

6. September 2013

telefon_altWir sind die Generation Telefon, genauer gesagt die Generation Smartphone. Egal, wohin man schaut alle haben ihr Telefon ständig in den Händen: telefonieren, whatsappen oder hören Musik. Noch vor wenigen Jahren waren Mobiltelefone eine seltene Besonderheit. Mittlerweile ist ein Leben ohne den ständigen Begleiter Telefon nicht mehr vorstellbar. Aber auch bei mir im daily business drehte sich in den vergangenen zwei Wochen alles ums Telefon. Wieso das?

Die TRANSLATION-PROBST AG war vorletzte Woche während dreier Tage an der SuisseEMEX und stellte dort an einem Aussen- und Innenstand aus (wir haben darüber gebloggt). Die drei Tage gingen ruckzuck vorbei, aber nach der Messe fühlt sich wie vor der Messe an. Unmengen an Arbeit! Denn nun müssen alle gemachten Kontakte auch genutzt werden bzw. das grosse Nachfassen beginnt. Das heisst von morgens bis abends nichts anderes als telefonieren. Während der vergangenen zwei Wochen waren nicht Diamanten meine besten Freunde, nein, während der vergangenen zwei Wochen war das Telefon mein bester Freund. Meiner Meinung nach Grund genug, das Telefon zum Wort dieser Woche zu küren. Doch seit wann gibt es diesen Apparat und woher kommt die sprachliche Bedeutung?

Das Telefon entstand während des 19. Jahrhunderts, und bei der Entwicklung des ersten Telefonapparates waren mehrere Personen beteiligt. 1877 erlangte Alexander Graham Bell, einer der Mitgründer, das amerikanische Patent für sein Telefon und gründete die Bell Telephone Company. Im Anschluss an die Gründung dieser Firma fanden die Apparate langsam ihren Weg über den Atlantik in die Schweiz.

Etwas Lustiges rund ums Telefon möchte ich Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat!“ – Wer kennt diese Aussage? Niemand. Okay, das ist der Hintergrund dieser kuriosen Aussage: Um die Übertragungsqualität des Telefonapparates zu testen, nahm Philipp Reis, ebenfalls ein Mitgründer des Telefons, Verbindung mit einem Freund auf. Die Worte sollten für den Fall, dass sie unvollständig ankämen, unmöglich zu erraten sein. Die Geschichte besagt, dass Reis’ Schwager am Telefon im Garten ein Buch vorlas und Reis dem Publikum laut den Text wiederholte, den er dem Empfänger abgelauscht hatte: Deshalb ging ich selbst in den Raum, in dem das Telefon stand, und sprach einige Sätze wie „Die Sonne ist von Kupfer“ oder „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“. Reis verstand zwar nicht genau, was das Pferd frisst, und dachte, die Sonne sei aus Zucker, aber dennoch überzeugte dieser Test des Telefonapparates alle Beteiligten.

Die sprachliche Bedeutung von «Telefon» und deren Herkunft ist laut Duden die folgende: Ein Telefon, früher auch Telephon (von altgriechisch τῆλε tēle «fern» und φωνή phōnē «Laut, Ton, Stimme, Sprache»; auch Fernsprechapparat FeAp) ist einerseits «ein Apparat (mit Handapparat und Wählscheibe oder Drucktasten), der über eine Drahtleitung oder über eine Funkverbindung Gespräche über beliebig grosse Entfernungen möglich macht». Andererseits wird auch ein Telefonanschluss Telefon genannt.

Für mich war das Telefon während der letzten zwei Wochen neben dem bestem Freund manchmal auch ein Störenfried, Nervtöter oder Zeiträuber. Dennoch war das Nachfassen der Messekontakte eine spannende Erfahrung, und das Telefon wird bis zur nächsten Messe wieder von den Diamanten abgelöst. Allerseits ein schönes Wochenende und bis zum nächsten Wort der Woche.

Aufbau eines starken Textes

2. September 2013

Ein starker Text beinhaltet viel mehr als Superlative, Werbung oder Informationen. Ein starker Text muss von allem etwas haben, aber von nichts zu viel. Und eine ganz klare Absicht: das Entstehen von Bildern in den Köpfen der Leser.

Superlative

tippenFür einen starken Text genügt es nicht, Superlative zu addieren. Ein starker Text führt den Kunden zu einem eigenen Urteil oder zu einer inneren Entscheidung für IHR Produkt oder IHRE Dienstleistung. Zu viele Superlative wirken für den Kunden unglaubwürdig und aufdringlich.

Ausserdem ist es wichtig, dass der Text zielgruppengerecht verfasst wird. Ein Leser, der den Text nicht versteht, wird sicher nicht Ihr Kunde. Sie vergeuden seine Zeit, was er Ihnen übel nimmt.
Starke Texte, die das Ziel haben, Kunden zu gewinnen, müssen seriös und verständlich sein. Da helfen Zahlen, einfach erklärte Sinnzusammenhänge – auch für komplexe Themenbereiche – sowie sachliche Faktenschilderungen.

Mehr Kunden gewinnen Sie durch Aussagen, die in die Lebenswirklichkeit der Kunden passen. Starke Texte holen den Leser und damit potenzielle Interessenten da ab, wo diese stehen. Starke Texte machen einen deutlichen Unterschied zwischen einem launig geschriebenem Content, beispielsweise über einen Urlaub in einem Hotel in den Alpen, und einem fundierten Artikel über treffende Texte bei Messeauftritten (Download: Treffende Messetexte).

Starke Texte sind keine Reklame

Es ist ein schmaler Grat zwischen den Texten, die eine werbende oder eine informative Funktion haben. Beim Content Marketing werden die Texte genau auf die Positionierung zwischen diesen Funktion hin abgeklopft.

Ein starker Text ist immer auf die Zielgruppe und das Thema abgestimmt. Werbende Texte, die Kunden gewinnen sollen, sind nicht grundsätzlich schlecht, aber auch nicht immer das vielversprechendste Mittel. Starke Texte, die klare Werbebotschaften transportieren, nutzen häufig stärkere Bilder als informative Texte. Der Anteil an emotionalen Reaktionen soll möglichst gross sein und im Extremfall sachliche und rationale Bedenken überdecken. Natürlich sollten Texte, die den Zweck haben, mehr Kunden zu gewinnen, immer Bilder im Kopf des Lesers erzeugen. Wenn Sie beispielsweise schreiben, dass der Kunde bei Ihnen im Mittelpunkt steht, erwähnen Sie eine Selbstverständlichkeit. Das ist überflüssig; die Leser müssen durch starke Texte selbst realisieren, dass sie im Mittelpunkt stehen. Die Kriterien für starke Texte müssen allerdings je nach Zielgruppe, Produkt und Branche andere sein.

Starke Texte auf einer sachlichen Ebene argumentieren hingegen mehr in Richtung Verstand und erzeugen beim Kunden das Gefühl, gut beraten worden zu sein.