Alle Blogbeiträge > Marketing, Redigieren, Terminologie, Texter, Wort der Woche > Wort der Woche – Das Schwarze Brett

Wort der Woche – Das Schwarze Brett

schwarzebrettSeit Kurzem geht die folgende Geschichte im Internet um: Ein 71-jähriger Mann suchte seit vielen Jahren seine Tochter, die er fast 30 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Er hängte dazu einen handgeschriebenen Brief ins Fenster eines Ladens – direkt neben Inseraten für Putzhilfen und Gärtnerarbeiten. Ein Passant machte davon ein Foto und stellte es ins Internet. Dank den Social Media Communities verbreitete sich das Bild sehr schnell. Das Foto wurde 100’000 Mal geteilt und selbst Promis halfen, das Bild weiterzuverbreiten. Kurze Zeit später wurde die Tochter tatsächlich gefunden, und der alte Mann konnte seine Tochter endlich in die Arme schliessen. Mithilfe des kleinen Schwarzen Brettes fand also ein Vater seine verloren geglaubte Tochter wieder.

Weil uns die Geschichte so gut gefällt, ernennen wir das «Schwarze Brett» zu unserem Wort der Woche.

Die Erfindung des Schwarzen Bretts ist schon viele Jahrhunderte alt. Früher liessen sich die gewünschten Informationen noch nicht wie heute ganz einfach aus dem Internet kitzeln. Vielmehr musste man sich auf Händler und Reisende verlassen, die Neuigkeiten in die Dörfer und Städte brachten. Und wenn man was suchte oder der Staat eine wichtige Mitteilung zu machen hatte, wurden die Informationen an einen Baum genagelt, so dass möglichst viele Leute informiert werden konnten.

Der Begriff «Schwarzes Brett» stammt vermutlich aus dem Spätmittelalter bzw. aus der Frühen Neuzeit. Der Einzug des Wortes „schwarz“ fand wahrscheinlich über seine mittelalterliche Bedeutung «swartz (schmutzfarbig)» statt. Schon im 16. Jahrhundert wurden Verbrechen in «schwarze Bücher» bzw. «schwarze Register» aufgenommen. 1606 wurde im Lübecker Annenkloster eine «Straf- und Schimpf-Tafel» angebracht, auf der Übeltäter und Verbrecher aufgeschrieben wurden.

Die erste Verwendung des «Schwarzen Brettes» im Bereich der Wissenschaft geht vermutlich auf den deutschen Juristen und Philosophen Christian Thomasius zurück, der 1687 eine Mitteilung über den Einfluss der französischen Sprache an das Schwarze Brett einer deutschen Universität heftete.

[Quelle: Wikipedia.org]

Auch heute wird das Schwarze Brett noch immer gerne an Universitäten verwendet. Dort findet man Anzeigen für WG-Zimmer oder diverse Aktionen. Genauso hat das Schwarze Brett auch Einzug ins Internet gehalten – in Form von Kleinanzeigen oder Foren.

Es ist doch schön zu sehen, wie so eine kleine Erfindung es geschafft hat, die Jahrhunderte zu überstehen und sich an die neuen Möglichkeiten anzupassen.

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks