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Wort der Woche – Fussball

fussball-schweizer-natiDass wir für diese Woche «Fussball» zum Wort der Woche auserkoren haben, liegt auf der Hand: Hat es doch die Schweizer Nati geschafft, sich endgültig für die WM 2014 in Brasilien zu qualifizieren! Trotz des Wermuttropfens, dass Ottmar Hitzfeld nach der WM nächstes Jahr als Nati-Coach aufhört, widmen wir uns diese Woche ganz und gar den mannigfaltigen Begriffen, die Fussballer aus dem deutschsprachigen Raum rund um das runde Leder gebrauchen.

Warum «tschutten» Schweizer eigentlich?

Jeder kennt ihn, jeder braucht ihn – den schweizerischen Begriff für Fussballspielen: «Tschutten». Doch wie schweizerisch ist das Wort wirklich und woher stammt es? Das Variantenwörterbuch des Deutschen nennt das englische Wort «shoot» als Ursprung, das dann als «Schutten» den Weg in die deutsche Sprache fand und sich schliesslich zum breit getretenen «Tschutten» mauserte, so dass es kaum ein Schweizer Tschütteler für ein Fremdwort hält.

Das Fach Germanistik an der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg verortet die Begriffe «tschutten» und «schutten» in der Schweiz in zwei Regionen: Während die Berner hauptsächlich den Begriff «schutten» verwenden, sagen alle anderen Deutschschweizer «tschutten». Aber auch die Süddeutschen scheinen ab und zu Gefallen am «Tschutten» zu haben.

Es wird auch «gepöhlt» und «gebäbbelt»

Der Fussball ist ein Sport voller Emotionen. Möglicherweise liegt hierin auch die Ursache für die vielfältigen Verben, die sich die Kicker und Tschütteler der deutschsprachigen Welt für ihre Leidenschaft ausgedacht haben. Im Ruhrpott wird nicht «gekickt», sondern «gepöhlt». Ja, Sie haben richtig gelesen: «gepöhlt». Der Begriff hat einen engen Zusammenhang mit «pfählen». Es wird angenommen, dass die Geschwindigkeit beim Schiessen mit dem Fussball mit der Kraft des Einschlagens von Pfählen verglichen wird.

Ganz reizend ist auch das Wort «Bäbbeln» aus Sachsen: Stellen Sie sich nun grad den Sächsischen Dialekt vor – niedlich, nicht wahr? Nicht umsonst wurde das «Bäbbeln» 2010 zum schönsten sächsischen Wort gekürt.

Der am meisten gebrauchte Begriff in Deutschland ist jedoch das «Bolzen», das eine ähnliche Herleitung hat wie das «Pöhlen». Die Österreicher dagegen bevorzugen es hauptsächlich zu «kicken». Und die St. Galler pflegen das Motto: «Hopp, Sanggalle – ine mit em Balle!» In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spass beim nächsten Anpfiff.

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