Archiv

Archiv für Dezember, 2013

Wort der Woche – Silvester

27. Dezember 2013

silvesterIm Jahr 2013 gab es viele schöne, spannende und schreckliche Geschichten: Zum Beispiel die Jahrhundertflut in Deutschland, das «Royal Baby» von Kate und William, den Taifun auf den Philippinen oder den Tod von Nelson Mandela. Nun neigt sich ein aufregendes Jahr dem Ende zu, und viele fiebern dem Silvesterabend entgegen. Wir fragen uns deshalb, woher das Wort «Silvester» stammt, und erküren es zum letzten Wort der Woche des Jahres 2013.

Die Assoziation des Jahresendes mit dem Namen Silvester geht auf das Jahr 1582 zurück. Damals verlegte die Gregorianische Kalenderreform den letzten Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember, den Todestag des Papstes Silvester I im Jahr 335. (www.wikipedia.org) Dieser Papst prägte die Geschichte und Entwicklung der Kirche im 4. Jahrhundert massgeblich, indem er sie neu organisierte. Unter seinem Pontifikat vollzog sich die Einführung des Christentums als Staatsreligion und die Errichtung grosser römischer Kirchen, wie die Basilika St. Peter. Seit dem 5. Jahrhundert wird er als Heiliger verehrt und gilt als Tagesheiliger des 31. Dezembers.

Auf Deutsch: Waldmensch

Der Begriff Silvester gilt als Feiertag, Gedenktag und Vorname und ist lateinischer Herkunft. Silvester geht auf den Wortstamm «silva» zurück, was «Wald» bedeutet. Ins Deutsche übersetzt heisst der Name Silvester somit «Waldbewohner», «der zum Wald Gehörende» oder «Waldmensch».

Wenn vom Tag vor Neujahr gesprochen wird, gilt die Schreibweise mit i (Silvester). Wenn es hingegen um die Schreibweise des Vornamens geht, ist auch Sylvester mit y anerkannt. Die bekanntesten Beispiele für den Vornamen Sylvester sind der amerikanische Actionstar Sylvester Stallone und die glücklose Cartoon-Katze.

Komplexe Kommunikation: Der Lauteste ist nicht unbedingt der Beste

23. Dezember 2013

kommunikationSobald Produkte oder Dienstleistungen austauschbar werden, steigt der Preis- und Werbedruck: Das gnadenlose Buhlen um Kunden setzt ein. Doch der Preis allein ist nicht ausschlaggebend. Warum sich ein Kunde für ein bestimmtes Produkt entscheidet, hängt hauptsächlich von Werten und von der individuellen Ansprache ab, weniger von Äusserlichkeiten oder mächtigem Werbegehabe.

Gängige Premium-Produkte grosser Detaillisten verkaufen sich einem gerne mit einem vermeintlich neuen, noch nie dagewesenen Geschmackserlebnis, das sich dann jedoch grossenteils auf die Verpackung des jeweiligen Produkts beschränkt. Wofür der Konsument letztlich viel bezahlt, aber nicht viel bekommt: Was übrig bleibt, ist kein aussergewöhnliches Erlebnis, sondern der fahle Nachgeschmack, hinters Licht geführt worden zu sein.

Die Verpackung fliegt früher oder später auf

Die Enttäuschung ist gross – wie bei einem Flirt, der von aussen zwar nett ausschaut, sich später in irgendeiner Form dann aber doch als Niete entpuppt. Die Verpackung fliegt früher oder später auf. In der Beziehung zum Kunden ist es nicht anders: Es geht um Einfühlungsvermögen, Ehrlichkeit und Echtheit. Unternehmen müssen ihre Kunden verstehen, um sie erfolgreich und langfristig für sich zu gewinnen. Denn Werte wie Transparenz und persönliche Ansprache sind die einzigen Orientierungspfeiler in der Informations- und Angebotsüberflutung des Wettbewerbs.

Von der Zielgruppe zur Zielperson

Wenn wir schon dabei sind und die Beziehung zu Kunden mit derjenigen eines Flirts vergleichen, so leuchtet es ohne Weiteres ein: Die individuelle Ansprache führt zu mehr Erfolg, als wenn ein Unternehmen pauschal alle erreichen will. Beim Flirten zeigt man sich nicht nur von seiner besten Seite, sondern versucht das Gegenüber auch zu verstehen.

In Zeiten der Medienvielfalt, der Online-Vergleichsmöglichkeiten und der selektiven Wahrnehmung der Konsumenten reicht es nicht mehr, der Lauteste auf dem Markt zu sein. Aufmerksamkeit heisst noch lange nicht Werbewirksamkeit. Und darauf muss sich die klassische Werbung künftig einstellen: Die Zielgruppe ist nämlich längst geschrumpft –auf einzelne Zielpersonen. Die personalisierte Werbung wird dank Big Data zunehmen.

Werbung als Türöffner – Data Mining als Kundenbinder

Will ein Unternehmen der Schnelllebigkeit, dem Hyperwettbewerb und der steigenden Medienvielfalt trotzen, muss es den Fokus auf das richten, was ein Kunde möchte – ob mit persönlichen Gesprächen, Loyalitätsprogrammen oder personalisierter Werbung, die dank eines professionellen Datenmanagements aufbereitet wird. Die Massenwerbung wird der individuellen weichen. Dass personalisierte Werbung erfolgreich ist, hat Amazon schon früh erkannt und auf die Karte des Data Minings gesetzt, um den Kunden gezielt Produktevorschläge zu unterbreiten. Viele Unternehmen verschlafen noch immer den Umstand, dass die eigene Kundendatenbank den grössten Schatz für ein Unternehmen birgt: Wer die Informationen der Kundendatenbank geschickt nutzt, kann auch in gesättigten Märkten überleben. Gekoppelt mit cleveren Strategien und kreativen Ideen kann die klassische Werbung als Türöffner zum Neukunden dienen, das Data Mining jedoch den Kunden für lange Zeit binden.

Wort der Woche – Weihnachten

20. Dezember 2013

weihnachtenWeihnachten ist das Fest der Liebe; es sind die Tage, an denen die Geburt Jesu Christi gefeiert wird. Im Zentrum von Weihnachten stehen heute aber auch: Zeit mit der Familie, köstliches Essen, Geschenke auspacken und Weihnachtslieder singen. Doch woher stammt das Wort «Weihnachten»? Kurz vor dem grossen Ereignis gehen wir der Wortherkunft auf den Grund.

Die ersten Belege für das Wort «Weihnachten» stammen aus dem 12. Jahrhundert. In der Predigtsammlung Speculum ecclesiae von 1170 kommt der Begriff «Weihnachten» zum ersten Mal vor. Darin heisst es: «Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser Nacht: Deshalb heisst diese nunmehr Weihnacht.» («Diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.») Zusammengesetzt wird «Weihnachten» aus den Teilen der adjektivischen Wendung «ze wihen nahten». «Wîhen naht» wird dabei als Übertragung des lateinischen «nox sancta» im Sinne von «heilige, geweihte Nacht» verstanden. In den romanischen Sprachen entwickelte sich daraus natale, navidad oder noël.

Das erste Wortglied «weih» wird von germanisch wīʒja, wīha ‹heilig›, aus der Grundform des Verbs *wīʒjan ‹weihen›, und des Weiteren aus der indogermanischen Wortwurzel *ueik ‹aus-, absondern, weihen› abgeleitet. Das zweite Wortglied «-naht» setzt hier an die alte Zeiteinteilung vom Tag mit Beginn der Nacht an. Der Ausdruck kann also mit «heilige Nacht» bzw. «heilige Nächte» übersetzt werden. Der Plural weist auf die altkirchliche Tradition der zwölf Weihnachtstage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar hin.

Christlicher oder heidnischer Ursprung?

Aufgrund der beschriebenen Wortherkunft nehmen viele Forscher an, dass der Begriff christlichen Ursprungs ist. Selbstverständlich gibt es auch hier Quellen, die das bestreiten. Sebastian Franck zum Beispiel schreibt in seiner Germaniae chronicon von 1538 über den heidnischen Ursprung: «Das dieser heydnisch nam [Ostern] und standt nicht von Petro, sonder von den heyden in das christenthumb ist kommen, wie auch die fasznacht, weinnacht etc. » Martin Luther hingegen dachte an den Ausdruck «wiegen» (das Kind wiegen) und bildete daraus Wygenachten. Des Weiteren bildete Theodor Strom aus dem Substantiv ein Verb. In seinem Gedicht von Knecht Ruprecht heisst es in den Anfangs- und Schlusszeilen: «Von drauss’ vom Walde komm ich her; ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.»

300 Jahre Verspätung

Generell wird im Christentum der Tod bemerkenswerter Personen statt deren Geburt gefeiert. Deshalb etablierte sich das Fest zur Erinnerung an die Geburt Christi auch erst im vierten Jahrhundert. Die Römische Kirche feierte erst 300 Jahre nach Christus das heilige Fest. Im fünften Jahrhundert wurde dann befohlen, dass Weihnachten im ganzen Reich als offizielle Festlichkeit zur Ehre Christi einzuhalten sei.

Wort der Woche – Webübersetzung

13. Dezember 2013

uebersetzungDas Internet bietet alles, was das Herz begehrt, und natürlich auch Webübersetzungen. Webübersetzungen sind einerseits Übersetzungsservices, die online und meist kostenlos angeboten werden, und andererseits Unternehmen, die sich auf das Übersetzen von Webseiten spezialisiert haben. Diese Woche fragen wir uns deshalb, woher das Wort «Webübersetzung» stammt? Allerdings gestaltet sich die Beantwortung dieser Frage etwas schwieriger als erwartet.

Bei der Google-Suche nach der Wortherkunft von «Webübersetzung» gibt es zwar 487‘000 Ergebnisse, aber keine, die direkt beantwortet, woher der Begriff «Webübersetzung» stammt. Deshalb teilen wir den Ausdruck «Webübersetzungen» in die zwei Worte «Web» und «Übersetzungen» auf. Wir gehen davon aus, dass daraus das moderne Wort entstanden ist.

Web gleich Internet

Der englische Begriff «Web» bedeutet ursprünglich Netz, Gespinst oder Spinnwebe, wobei Letzteres auch etymologisch mit den anderen verwandt ist. Web ist oftmals nur ein abgekürztes Synonym für Internet bzw. für das World Wide Web. Das World Wide Web (www) ist das weltweit verbreitete Computernetzwerk sowie Informations- und Nachrichtenübermittlungssystem im Internet und ein Anglizismus, der sich aus dem Englischen world wide (deutsch: weltweit) und web (Netz) zusammensetzt.

Übersetzung gleich hinübertragen

Übersetzungen sind Überführungen einer syntaktischen Kategorie in die syntaktische Position/Funktion einer anderen Sprache oder eine gradlinige Bewegung. Das Wort «Übersetzung» stammt vom Lateinischen trānslātiō bzw. von trānsferre, was so viel wie übertragen bedeutet. Trānsferre setzt sich wiederum aus trāns (=hinüber) und ferre (=tragen) zusammen. (Wiktionary: Translation)

Aufgrund der doppelten Wortherkunft lässt sich bestätigen, dass das Wort der Woche «Webübersetzung» sich aus diesen zwei erforschten Begriffen zusammensetzt. Schliesslich dient das weltweite Netz zum Hinübertragen verschiedener Texte.

Mit Kommunikation zum Erfolg

10. Dezember 2013

daniel_meierWas verbindet einen Ultratriathlet mit einem Unternehmen? Kommunikation. Wie Watzlawick sagte: Man kann nicht nicht kommunizieren − ob als Unternehmen oder als Person. Lesen Sie, worin sich die Kommunikation unterscheidet.

Können Sie sich vorstellen, 3,8 km zu schwimmen, 180 km Velo zu fahren und 42,2 km zu laufen? Das sind «nur» die Distanzen eines Ironmans. Daniel Meier ist ein Schweizer Ultratriathlet und bewältigte während 21 Tage 21 Ironmans – ein neuer Schweizerrekord. Während seiner Ruhephase in Winterthur erzählt er uns, wie er mit viel Training diese Strapazen durchgehalten hat und wie es ihm gelingt, mit Selbstgesprächen seinem Körper Energie zuzuführen.

Weltweit ist es nur ein kleiner Kreis von verrückten Ultratriathleten, die den Körper und den Kopf so wie Dani Meier herausfordern. Am diesjährigen 21-fachen Ultratriathlon in Italien schwamm er 79,8 km in einem 25-Meter-Becken, fuhr 3780 km mit dem Velo und lief 886,2 km, beides in einer Schlaufe. Von den 22 Athleten, die an den Start gingen, waren am Schluss noch neun dabei. Dies beweist, wie hart dieser Wettkampf ist.

Sprachbarrieren verhindern den Smalltalk

An diesen Wettbewerben sind jeweils die gleichen Gesichter anzutreffen, man spricht in der Szene vom «Mythos der Ultratriathlonfamily». In Italien war Daniel Meier beispielsweise der einzige Schweizer Teilnehmer. Wegen dieser Internationalität wird normalerweise in Englisch sowie in der jeweiligen Landessprache des Veranstalters kommuniziert. Dank seines Tessiner Betreuers wurden ihm der organisatorische Aufwand in Italien abgenommen.

Doch gegen die Monotonie wünscht sich Dani Meier, zwischendurch mit seinen Mitstreitern etwas Smalltalk führen zu können – für jeden durchschnittlichen Menschen ist dies unter solchen Bedingungen unvorstellbar. Allerdings ist es für Meier weniger die körperliche Anstrengung als das weniger gute Englisch, das ihn vom Diskutieren abhält. Denn um in einer anderen Sprache zu kommunizieren, benötigt er in der Müdigkeit viel Konzentration und verbraucht somit wertvolle Energie für die kommenden Kilometer. So kommunizieren die Ultratriathlet-Freunde eher mit einem flotten Spruch wie «good job», einem Lächeln oder einem Handzeichen. Meier fokussiert mental vermehrt auf seine Selbstgespräche.

«Meier konzentrier dich!»

Um solche körperlichen Herausforderungen zu meistern, muss die Konzentration während Stunden und Tagen aufrechterhalten werden. Dafür trainiert der Mentaltrainer und Medizinische Masseur Daniel Meier als Vorbereitung auf den 21-fach-Ultratriathlon oftmals nachts am Rheindamm, damit er mit seinen Gedanken noch «einsamer» ist. Seine Themen für Selbstgespräche ordnet er in mentale Schubladen. Zum Beispiel befinden sich in der Schublade «Schmerzbekämpfung» Sätze wie «Meier konzentrier dich! » oder «ganz ruhig!».

In der Schublade «Energie» hingegen werden Diskussionen mit Personen rekonstruiert und je nach Energiebedarf angriffiger gestaltet. Allerdings müssen negative Gedanken verhindert werden: Diese können sonst zu einer negativen Energiespirale führen, was Meier aus dem Rhythmus bringen könnte. Dass ihm nach drei Wochen der Gesprächsstoff ausgehen kann, ist verständlich. Dani Meier kann aber aus einer einzigen SMS drei Energiequellen ziehen – den Absender, die Nachricht und die Antwort. Zu jedem dieser Themen fallen ihm viele Fragen ein, woraus er wieder positive Energie schöpfen und erfolgreich mit sich selber kommunizieren kann.

Wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg sowie viel mentale und körperliche Kraft!