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Wort der Woche – Weihnachten

weihnachtenWeihnachten ist das Fest der Liebe; es sind die Tage, an denen die Geburt Jesu Christi gefeiert wird. Im Zentrum von Weihnachten stehen heute aber auch: Zeit mit der Familie, köstliches Essen, Geschenke auspacken und Weihnachtslieder singen. Doch woher stammt das Wort «Weihnachten»? Kurz vor dem grossen Ereignis gehen wir der Wortherkunft auf den Grund.

Die ersten Belege für das Wort «Weihnachten» stammen aus dem 12. Jahrhundert. In der Predigtsammlung Speculum ecclesiae von 1170 kommt der Begriff «Weihnachten» zum ersten Mal vor. Darin heisst es: «Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser Nacht: Deshalb heisst diese nunmehr Weihnacht.» («Diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.») Zusammengesetzt wird «Weihnachten» aus den Teilen der adjektivischen Wendung «ze wihen nahten». «Wîhen naht» wird dabei als Übertragung des lateinischen «nox sancta» im Sinne von «heilige, geweihte Nacht» verstanden. In den romanischen Sprachen entwickelte sich daraus natale, navidad oder noël.

Das erste Wortglied «weih» wird von germanisch wīʒja, wīha ‹heilig›, aus der Grundform des Verbs *wīʒjan ‹weihen›, und des Weiteren aus der indogermanischen Wortwurzel *ueik ‹aus-, absondern, weihen› abgeleitet. Das zweite Wortglied «-naht» setzt hier an die alte Zeiteinteilung vom Tag mit Beginn der Nacht an. Der Ausdruck kann also mit «heilige Nacht» bzw. «heilige Nächte» übersetzt werden. Der Plural weist auf die altkirchliche Tradition der zwölf Weihnachtstage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar hin.

Christlicher oder heidnischer Ursprung?

Aufgrund der beschriebenen Wortherkunft nehmen viele Forscher an, dass der Begriff christlichen Ursprungs ist. Selbstverständlich gibt es auch hier Quellen, die das bestreiten. Sebastian Franck zum Beispiel schreibt in seiner Germaniae chronicon von 1538 über den heidnischen Ursprung: «Das dieser heydnisch nam [Ostern] und standt nicht von Petro, sonder von den heyden in das christenthumb ist kommen, wie auch die fasznacht, weinnacht etc. » Martin Luther hingegen dachte an den Ausdruck «wiegen» (das Kind wiegen) und bildete daraus Wygenachten. Des Weiteren bildete Theodor Strom aus dem Substantiv ein Verb. In seinem Gedicht von Knecht Ruprecht heisst es in den Anfangs- und Schlusszeilen: «Von drauss’ vom Walde komm ich her; ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.»

300 Jahre Verspätung

Generell wird im Christentum der Tod bemerkenswerter Personen statt deren Geburt gefeiert. Deshalb etablierte sich das Fest zur Erinnerung an die Geburt Christi auch erst im vierten Jahrhundert. Die Römische Kirche feierte erst 300 Jahre nach Christus das heilige Fest. Im fünften Jahrhundert wurde dann befohlen, dass Weihnachten im ganzen Reich als offizielle Festlichkeit zur Ehre Christi einzuhalten sei.

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