Alle Blogbeiträge > Kommunikation, Unkategorisiert > Komplexe Kommunikation: Der Lauteste ist nicht unbedingt der Beste

Komplexe Kommunikation: Der Lauteste ist nicht unbedingt der Beste

kommunikationSobald Produkte oder Dienstleistungen austauschbar werden, steigt der Preis- und Werbedruck: Das gnadenlose Buhlen um Kunden setzt ein. Doch der Preis allein ist nicht ausschlaggebend. Warum sich ein Kunde für ein bestimmtes Produkt entscheidet, hängt hauptsächlich von Werten und von der individuellen Ansprache ab, weniger von Äusserlichkeiten oder mächtigem Werbegehabe.

Gängige Premium-Produkte grosser Detaillisten verkaufen sich einem gerne mit einem vermeintlich neuen, noch nie dagewesenen Geschmackserlebnis, das sich dann jedoch grossenteils auf die Verpackung des jeweiligen Produkts beschränkt. Wofür der Konsument letztlich viel bezahlt, aber nicht viel bekommt: Was übrig bleibt, ist kein aussergewöhnliches Erlebnis, sondern der fahle Nachgeschmack, hinters Licht geführt worden zu sein.

Die Verpackung fliegt früher oder später auf

Die Enttäuschung ist gross – wie bei einem Flirt, der von aussen zwar nett ausschaut, sich später in irgendeiner Form dann aber doch als Niete entpuppt. Die Verpackung fliegt früher oder später auf. In der Beziehung zum Kunden ist es nicht anders: Es geht um Einfühlungsvermögen, Ehrlichkeit und Echtheit. Unternehmen müssen ihre Kunden verstehen, um sie erfolgreich und langfristig für sich zu gewinnen. Denn Werte wie Transparenz und persönliche Ansprache sind die einzigen Orientierungspfeiler in der Informations- und Angebotsüberflutung des Wettbewerbs.

Von der Zielgruppe zur Zielperson

Wenn wir schon dabei sind und die Beziehung zu Kunden mit derjenigen eines Flirts vergleichen, so leuchtet es ohne Weiteres ein: Die individuelle Ansprache führt zu mehr Erfolg, als wenn ein Unternehmen pauschal alle erreichen will. Beim Flirten zeigt man sich nicht nur von seiner besten Seite, sondern versucht das Gegenüber auch zu verstehen.

In Zeiten der Medienvielfalt, der Online-Vergleichsmöglichkeiten und der selektiven Wahrnehmung der Konsumenten reicht es nicht mehr, der Lauteste auf dem Markt zu sein. Aufmerksamkeit heisst noch lange nicht Werbewirksamkeit. Und darauf muss sich die klassische Werbung künftig einstellen: Die Zielgruppe ist nämlich längst geschrumpft –auf einzelne Zielpersonen. Die personalisierte Werbung wird dank Big Data zunehmen.

Werbung als Türöffner – Data Mining als Kundenbinder

Will ein Unternehmen der Schnelllebigkeit, dem Hyperwettbewerb und der steigenden Medienvielfalt trotzen, muss es den Fokus auf das richten, was ein Kunde möchte – ob mit persönlichen Gesprächen, Loyalitätsprogrammen oder personalisierter Werbung, die dank eines professionellen Datenmanagements aufbereitet wird. Die Massenwerbung wird der individuellen weichen. Dass personalisierte Werbung erfolgreich ist, hat Amazon schon früh erkannt und auf die Karte des Data Minings gesetzt, um den Kunden gezielt Produktevorschläge zu unterbreiten. Viele Unternehmen verschlafen noch immer den Umstand, dass die eigene Kundendatenbank den grössten Schatz für ein Unternehmen birgt: Wer die Informationen der Kundendatenbank geschickt nutzt, kann auch in gesättigten Märkten überleben. Gekoppelt mit cleveren Strategien und kreativen Ideen kann die klassische Werbung als Türöffner zum Neukunden dienen, das Data Mining jedoch den Kunden für lange Zeit binden.

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks