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Wort der Woche – Final

Das wär ein Ding: Zwei Schweizer spielen um den Sieg in einem Grand Slam, einem der vier grossen Turniere des Welttennis. Das wär ein Final! Und so machen wir eben «Final» zu unserem Wort der Woche.

Swiss flagStan the Man hat seinen Teil schon geleistet, jetzt (Freitagmorgen, 9 Uhr) muss es nur noch King Roger tun. Dann heisst es am Sonntag mit Sicherheit: Game, Set und Match für einen Schweizer! Das wär ein Final! Dafür, dass beim Tennis so oft englische Begriffe verwendet werden, liegt für einmal weder an der Globalisierung noch am Internet. Diesmal ist es ganz einfach die Herkunft des Sports (die Sprachgeschichte geht eben verschlungene Wege!): Mit der Sache werden auch die Begriffe übernommen. Das machten schon die alten Germanen: Sie sahen, dass es in den römischen Behausungen hell war, machten auch ein Loch in die Wand und nannten es wie die Römer «fenestra», woraus später «Fenster» wurde. Auch beim «Final» haben die alten Römer die Hand im Spiel; das Wort ist eine Weiterentwicklung des lateinischen «finis» (Ende, Grenze, Ziel). Und das passt beim Tennis ausgezeichnet: Nach fünf Sätzen, wenn dann dem einen Spieler beim Stand von 30 zu 29 nach Deuce und Advantage endlich ein Break gelingt (bei einem Grand Slam gibt es ja im fünften Satz kein Tie-Break), dann sind die beiden wirklich am Ende!

Übrigens zeigt sich beim Tennis deutlich, dass Deutsch eben nicht Deutsch ist. Die Deutschen sagen nicht «der Final», sondern «das Finale» (eher in der Musik als beim Tennis), häufiger aber «Endspiel» («Endspiel» gibt es in der Schweiz nur auf dem Theater, doch Samuel Beckett hat sein Theaterstück auch nicht «Final», sondern «Fin de partie» bzw. «Endgame» genannt). Auch sonst verwenden die Deutschen häufiger deutschsprachige Begriffe: «Aufschlag», «Einstand», «Vorteil» usw. Die Schweizer, die sich sonst eher am Französischen orientieren, fahren beim Tennis ganz aufs Englische ab – ausser bei «Satz», ausgerechnet bei dem Wort, das wir in erster Linie nicht mit Tennis, sondern mit Sprache assoziieren (die Sprache ist zuweilen auch nicht besonders logisch).

Wie werden übrigens die beiden Schweizer, der Romand und der Basler, bei der Feier zum Final miteinander sprechen? Brauchen Sie einen Dolmetscher? Die TRANSLATION-PROBST AG hat ihre Dienste bereits angeboten. Allerdings wird das wohl kein Geschäft − die beiden werden sich problemlos unterhalten können: auf Englisch!

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