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Archiv für Mai, 2014

Treffende Headlines texten und übersetzen

25. Mai 2014

Ob im Journalismus, in der Werbung oder im Suchmaschinenmarketing − treffende Headlines zu schreiben, ist nicht einfach. Die folgenden Tipps und Beispiele helfen Ihnen dabei, Ihre Anspruchs- und Zielgruppen zu erreichen, ebenso Google und Co.

Treffende Headlines erhöhen die User- und Suchmaschinen-Relevanz

Es-gilt-mit-dem-Text-jede-Zielgruppe-spezifisch-anzusprechenSpricht Ihre Headline relevante Inhalte an, die sowohl Ihre Zielgruppe als auch die Suchmaschinen interessieren? Denken Sie bei der Beantwortung dieser Frage an die folgende Situation: Wenn Sie selbst im Netz nach etwas suchen, dann sind Sie froh, wenn Sie die Inhalte rasch, übersichtlich und klar antreffen – ohne Umwege und ohne falsche Versprechen. Die Headline muss also den relevanten Inhalt in Form von Reizbegriffen oder Keywords bereits enthalten. Im Weiteren sind relevante Begriffe im Website-Titel, Lead- und Fliesstext integriert. Damit schaffen Sie echte User- wie Suchmaschinen-Relevanz, weil Ihr Seiteninhalt das Thema eingehend erfasst.

Consumer Insight und Sprachkultur kennen = Relevanz schaffen

Ein Seiteninhalt wird dann relevant, wenn er einen Consumer Insight (= ein Bedürfnis, eine Sehnsucht, ein Motiv eines Kunden) anspricht, aber auch dessen Sprache spricht. Überlegen Sie sich, welche Probleme des Kunden Sie mit Ihren Produkten bzw. Dienstleistungen lösen, und sprechen Sie diese Lösungen in Ihren Headlines und Texten an. Adaptieren Sie bei Übersetzungen die Zielsprache an das kulturelle Umfeld Ihres Kunden: In welchem Land arbeitet er? In welchen Verhältnissen lebt er? Welche kulturellen Werte vertritt er?

Denken Sie dabei nur an eine Person – einen Kunden, den Sie gerne für sich gewinnen möchten: Was macht ihm das Leben angenehmer? Wie kann er einfacher arbeiten? Womit können Sie ihm den Alltag erleichtern? Braucht er eine Sicherheit? Sucht er nach Anerkennung und Bestätigung? Wie fühlt er sich angesprochen, durch welche Reiz-, Slang- oder Fachbegriffe?

Hier ein Beispiel für die gezielte Ansprache eines Consumer Insights:

Erfolgreich abnehmen mit dem 7-Minuten-Training

In dieser Headline sind gleich drei Consumer Insights angesprochen – nämlich (1) die Absicht, abnehmen zu wollen, (2) die Bequemlichkeit, dafür nicht viel investieren zu wollen, und (3) die Sicherheit, mit Erfolg abnehmen zu können.

Eine Headline spricht starke Emotionen an

Haben Sie die Lösung für das Problem Ihres Kunden gefunden, gilt es, diese mit starken Emotionen aufzuladen. Lassen Sie mit Ihrer Headline bzw. Ihrer Botschaft Bildwelten im Kopf entstehen, indem Sie Geschichten erzählen – zum Beispiel, wie Sie auf eine brillante Geschäftsidee gekommen sind oder welcher Promi Ihnen den Tipp des Lebens gab. Sprechen Sie bewusst Ängste und Bedrohungen an oder verraten Sie ein paar Geheimrezepte von Berühmtheiten und Branchenplayern. Oder geben Sie Tipps, wie Ihre Kunden Fehler verhindern können.

Hier ein paar Beispiele, wie Headlines Emotionen ansprechen:

  • Schützen Sie Ihre Geldanlagen
  • So gelingt Ihnen die nächste Lohnverhandlung
  • 5 Erfolgsfaktoren, die auch Richard Branson beherzigt
  • 7 Textfehler, die Sie vermeiden sollten

Fazit: kurz, relevant und authentisch

Neben dem relevanten Inhalt gilt es, Headlines wie Fliesstexte kurz und prägnant zu formulieren. Wiederholen Sie relevante Keywords, sowohl im Fliesstext als auch in Zwischentiteln. Das verbessert Ihr Suchmaschinen-Ranking und die Anziehungskraft für Ihre Kunden. Bleiben Sie bei all dem authentisch und versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können. Denn das würde Ihrer Reputation schaden.

Interview zu Texten und Headlines

Oliver Brunschwiler, Head of Brand Communication bei FREITAG

Oliver Brunschwiler, Head of Brand Communication bei FREITAG

Die TRANSLATION-PROBST AG übersetzt und korrigiert seit fünf Jahren Texte für FREITAG. Dass sich FREITAG damals für die TRANSLATION-PROBST AG entschieden hat, liegt in deren Qualitätsführerschaft. Roman Probst hat Oliver Brunschwiler, Head of Brand Communication bei FREITAG, gefragt, worauf es ihm beim Texten und Übersetzen von Headlines ankommt.

Wie hoch ist der Stellenwert von treffenden Texten/Headlines bei FREITAG?

Absolut zentral. Von der Bestellbestätigung bis zum Produkt-Inlay ziehen wir unsere F-Sprache durch. Sie ist Teil unserer FREITAG-DNA und beeinflusst die Wahrnehmung der Marke auf allen Kanälen nachhaltig.

Was ist für FREITAG wichtig, wenn es um Texte geht?

Zum einen der Spielwitz. Wir nehmen uns nicht zu ernst, dafür nehmen wir unsere Leser umso ernster. Zum andern achten wir darauf, unsere verschiedenen Kundentypen mit unseren Texten spezifisch anzusprechen. Studenten sprechen wir anders an als DINKs, das Wording ist immer auf die Zielgruppe ausgerichtet, und dies in allen Sprachen. Hier hat uns TRANSLATION-PROBST weitergebracht.

Wann haben Sie für Texte die besten Ideen?

Beim Schreiben. Aber die besten Ideen habe ich unter der Dusche.

Welche Herausforderung sehen Sie beim Übersetzen von Headlines?

Kulturunterschiede. Eine pointierte Headline ist dann gelungen, wenn man damit bei seinem Zielpublikum im wahrsten Sinne des Wortes den Nagel auf den Kopf trifft.

Wann ist für Sie eine Headline Weltklasse?

Wenn sie hängen bleibt.

Wer in der Schweiz Kunden «absahnen» will, muss den «Rahm» kennen. Und die «Cervelatprominenz». Oder in der Romandie die «Cheffe»

12. Mai 2014

In der Deutschschweiz, der Romandie oder im Tessin unterscheiden sich die Schweizer Sprachgewohnheiten von jenen unserer Nachbarländer. Es sind diese kleinen sprachlichen Unterschiede, die darüber entscheiden, ob Sie Kunden für Ihr Unternehmen gewinnen oder nicht.

Um Ihren Umsatz mithilfe von Marketingtexten in fremden Märkten zu erhöhen, müssen die übersetzten Texte die potenziellen Kunden ansprechen, indem sie die lokalen und kulturellen Gegebenheiten berücksichtigen. Aber wie ist das innerhalb der gleichen Sprache? Die deutsche Sprache wird beispielsweise in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien, Südtirol, Elsass und Lothringen sowie von Minderheiten in weiteren mitteleuropäischen Ländern gesprochen. Die französische Sprache in der Schweiz (über 20 %), in Frankreich, Belgien, Luxemburg, Kanada, West- und Zentralafrika und anderen Regionen. So vielfältig die Länder und Regionen sind, so unterschiedlich ist auch die jeweilige Sprache – auch die geschriebene. Nicht anders verhält es sich mit dem italienischen Sprachgebrauch.

Globalisierung verstärkt Swissness

Im Zuge der Globalisierung hat sich das Schweizer Selbstbewusstsein (Stichwort: Swissness) verstärkt, was sich auch in der geschriebenen Sprache niederschlägt: Man spricht nun von Schweizer Hochdeutsch bzw. von der Schweizer Standardsprache − in der Kurzform: Deutsch (CH). Gleiches gilt fürs Französische und Italienische. Die im Rahmen der Globalisierung auftretenden Migrationsbewegungen, in unserem Fall insbesondere die Einwanderung gut ausgebildeter deutscher und französischer Fachkräfte in die Schweiz, haben zu einer kulturellen Gegenreaktion geführt – in Form einer vermehrten Verwendung der Schweizer Dialekte im gesprochenen Wort und auf der Ebene der Schriftlichkeit in der Verwendung des Schweizer Hochdeutschen, Französischen und Italienischen.

Cervelatprominenz, Rahm und Cheffe

Wenn Schweizer von Cervelatprominenz, Rahm und Spital sprechen, meinen die Deutschen Lokalprominenz, Sahne und Krankenhaus. Dieses Beispiel zeigt den Anspruch, dem Ihr Sprachdienstleister gerecht werden muss. Er darf fremdsprachige Texte nicht einfach ins Deutsche, Französische oder Italienische übersetzen, sondern muss die jeweiligen Sprachvariante des entsprechenden Landes bzw. der entsprechenden Region, in unserem Fall der Schweiz, beachten – etwa in der Orthografie des Schweizer Hochdeutschen: z.B. die grundsätzliche Verwendung des Kommas als Dezimalzeichen (ausser bei Geldbeträgen) oder den erhöhten Gebrauch des Fugen-S und des Doppel-S anstatt ß. Im Französischen weicht der Wortschatz im Bereich der politischen, wirtschaftlichen, institutionellen, gesundheitlichen Organisationen deutlich ab. In der Schweiz wird nach dem Bachelor eine Vielfalt von formations postgrades angeboten, während in Frankreich die Rede von Master oder 3e cycle ist. Und bei der Personalsuche achtet die Romandie bei der Chefin darauf, diese auch in der weiblichen Form anzusprechen: Cheffe statt Chef (=Frankreich-Französisch). Ohne extra-textuelles Wissen über die Schweiz (sprich Kultur, organisatorisches System usw.) kann sich der Übersetzer in diesem Dschungel schnell einmal verlieren.

Wenn der Geldbeutel das Schweizer Portemonnaie kalt lässt

Um Kosten zu sparen, wenden sich Schweizer oder ausländische Unternehmen für ihre deutschsprachigen bzw. französischen Übersetzungen für die Schweiz an deutsche bzw. französische Übersetzungsagenturen. Die Folgen daraus können für Ihr Unternehmen aber grössere Umsatzeinbussen bedeuten – denn liest ein Deutschschweizer in einem Marketingtext «Geldbeutel» lässt ihn das kalt. Er wird kaum für Ihr Produkt in sein «Portemonnaie» greifen. Gefühle sind an kulturelle und sprachliche Begebenheiten gekoppelt und spielen im Marketing eine entscheidende Rolle, da sie nur über die Sprache vermittelt werden können. Damit der Schweizer sein Portemonnaie für Ihr Unternehmen lockert, brauchen Sie einen Sprachdienstleister, der die lokalen und regionalen Eigenheiten kennt und mit Muttersprachlern aus der jeweiligen Region arbeitet. Wie sind da Ihre Erfahrungen?

In einem weiteren Blogartikel erklärt Ihnen unser Korrektor Christian Treffort Besonderheiten des Westschweizer Französisch.

Übersetzungs-Stolpersteine beim Export

7. Mai 2014

Examining graphs with other people on backgroundBringen Sie jeweils auch Ihre alte Batterie zurück für die «Sauberwelt in deutscher Wald»? Oder geniessen Sie mit dem anderen «Geschleckt» «teutonische Gemutlichkeit» samt «Weihnachtsganz»? Wenn Sie gerade nur Bahnhof verstehen, dann hängt das damit zusammen, dass der Hersteller der elektrischen Weihnachtskerzen GWK 9091 aus Japan an der Übersetzung seiner Bedienungsanleitung gespart hat. Welche weiteren Übersetzungs-Stolpersteine Ihnen beim Export im Weg stehen könnten, zeigen wir Ihnen im aktuellen Blogartikel.

Quelle: Bedienungsanleitung GWK 9091: Süddeutsche.de

Übersetzen kann ich doch auch selbst

Um Übersetzungsresultate wie im obigen Beispiel aus Japan zu vermeiden, lassen Sie die Finger von Übersetzungsmaschinen oder Wort-für-Wort-Übersetzungen Ihrer Mitarbeiter oder Lieferanten. Denn damit schreiten Sie geradewegs ins Desaster. Nehmen Sie sich stattdessen lieber etwas Zeit, um eine Übersetzungsagentur zu finden, die Ihr Unternehmen mit Ihren Produkten und Dienstleistungen fachlich, sprachlich und menschlich am besten repräsentiert.

Bedienungsanleitungen sind eh für die Tonne

Falsch! Gerade Bedienungsanleitungen sind Imageträger und bestätigen den Kunden, mit dem Kauf des Produkts richtig gewählt zu haben. Denn selbst ein «Wegwerf-Dokument» wie eine Bedienungsanleitung wird unbewusst mit der Qualität und Servicedienstleistung des Produkts bzw. des Unternehmens gleichgesetzt und bildet so die Grundlage für das Vertrauen in das Produkt. Oder trauen Sie etwa der «Gluckseligkeit unter finstrem Tann» des japanischen Herstellers von elektrischen Kerzen?

Englisch reicht doch für alle

Von wegen! Wenn Sie als Unternehmen in Länder expandieren, deren Muttersprache vom Englischen abweicht, sind Sie gut beraten, die Landessprache in Ihre Kommunikation aufzunehmen. Denn erstens ist nicht jeder auf der Welt des Englischen mächtig. Und zweitens sprechen Sie mit einer allgemeinen Übersetzung die regionalen und kulturellen Eigenheiten eines Landes nicht an, geschweige denn dessen Werte, Sprachwitz oder Humor. Auch wird es schwierig, Ihr Unternehmen samt Philosophie und Angebot dem Zielpublikum näherzubringen. Dadurch verpassen Sie die Eroberung neuer Märkte und die Steigerung Ihres Marktanteils, was letztlich zu einem höheren Aufwand führt, als wenn Sie von Beginn an in Qualitätsübersetzungen investieren.

Was riskiere ich schon mit nicht ganz korrekten Übersetzungen?

Unter Umständen ein Gerichtsverfahren, das Ihr Unternehmen in den Bankrott zieht. Beispielsweise bei hochwertigen Technologien und deren industrieller Handhabung. Stellen Sie sich vor: Sie entwickeln eine Maschine, die bei einer falschen Handhabung aufgrund falscher Übersetzungen Verletzte oder gar Tote zur Folge hat. Das kostet Sie nicht nur ein teures Gerichts- und Haftpflichtverfahren, sondern im schlimmsten Fall Ihre Existenz. Von Ihrem Image und Gewissen ganz zu schweigen.