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Wort der Woche «Jahresbericht»

Der Jahresbericht wird nicht nur für Aktionäre, Investoren und die Medien verfasst. Auch für die interne Kommunikation ist er ein wichtiges Instrument. Daniel L. Ambühl, der Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation (SVIK), erläutert im Interview, wozu der Jahresbericht in der internen Kommunikation dient.

Herr Ambühl, was unterscheidet Ihrer Meinung nach einen guten von einem schlechten Jahresbericht?
Der Unterschied besteht darin, dass der gute Jahresbericht rechtlich einwandfrei, kurz und sprachlich verständlich auf das Geschäftsjahr eingeht, die Finanzzahlen korrekt enthält und wesentliche Elemente mit Grafiken und Bildern sowie besonderen Textpassagen verdeutlicht. Schlechte Jahresberichte enthalten hingegen langfädige, verwässerte Aussagen sowie Fotos und Grafiken, die nichts zum Verständnis beitragen.

Warum ist der Jahresbericht so wichtig?
Er ist vor allem rechtlich wichtig für die Aufsichtsorgane, wie Bund, Kantone, Steuerbehörden, Kontrollstellen, sowie für den Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung und die Stakeholder. Die Aktionäre informiert er über die Strategie, Tätigkeit und den Erfolg des Unternehmens und dient Investoren so als Entscheidungsgrundlage. Vereinfacht gesagt ist der Jahresbericht die Visitenkarte des Unternehmens; er prägt das Image massgeblich mit und ist daher für ein Unternehmen essenziell.

Wer liest Jahresberichte?
Natürlich liest kaum jemand einen Jahresbericht von der ersten bis zur letzten Seite. Dennoch holen sich Zielgruppen wie Aktionäre, Analysten, Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter die für sie relevanten Informationen aus dem Jahresbericht. Daher ist es wichtig, dass der Aufbau ein selektives Lesen ermöglicht und eine gute Orientierung über die Themen bietet. Der Jahresbericht ist auch bei Auseinandersetzungen von Bedeutung, weil er den Geschäftsverlauf sowie die finanzielle Situation und rechtliche Angaben zum Unternehmen enthält.

Daniel L. Ambühl, Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation

Daniel L. Ambühl, Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation

Was hat der Jahresbericht mit der internen Kommunikation zu tun?
Der Jahresbericht spielt für die interne Kommunikation insofern eine Rolle, als dessen Aussagen sich mit den Handlungen im Geschäftsleben decken sollten. Ist dem nicht so, erscheint das Unternehmen gegenüber den Mitarbeitern unglaubwürdig. Zudem dient er den Mitarbeitern als Orientierung und den neuen Mitarbeitern als Informationsgrundlage über das Unternehmen.

Welches Fazit ziehen Sie für die Jahresberichte?
Der Jahresbericht ist rechtlich wichtig und dementsprechend für diese Funktionsträger relevant. Mit textuellem Firlefanz und fotografisch-farblichen Orgien wird nur vom Wesentlichen abgelenkt. Wer die Kosten für den Jahresbericht im Griff hat, greift auf einfache Lösungen zurück und schränkt den Seitenumfang entsprechend ein. Interessant: Sogar Grossfirmen bewegen sich seit einiger Zeit auf der Effizienzschiene, weil der zeitliche und finanzielle Aufwand über die Jahre stark zugenommen hat. Dennoch ist der Jahresbericht eines der wichtigsten Dokumente überhaupt.

Aus dem Interview mit Daniel L. Ambühl wird deutlich, dass der Jahresbericht bei den Mitarbeitenden für Orientierung sorgt und nach wie vor eines der wichtigsten Dokumente für Unternehmen ist. Auch die Übersetzung in andere Sprachen ist bei Jahresberichten ein grosses Thema. Die TRANSLATION-PROBST AG unterstützt Sie bei dieser Aufgabe gerne.

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