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Archiv für März, 2015

Wort der Woche «Osterbrauch»

30. März 2015

Sie können sich Ostern ohne Schokoladeosterhasen und Eier nicht vorstellen? Nun, andere Länder, andere Sitten. Um mehr über die verschiedenen Osterbräuche herauszufinden, reicht im Falle der TRANSLATION-PROBST AG eine Umfrage im Team – denn dieses ist nicht nur treffsicher, sondern auch international.

Ich kenne Ostern ja vor allem so: Am Ostersonntag versteckt der Osterhase Eier und/oder Schokolade, die von den Kindern (oder Erwachsenen) gesucht und gefunden werden müssen. Beim anschliessenden «Eiertütschen» heisst es Treffsicherheit beweisen: Je zwei Spieler schlagen mit der Spitze eines hartgekochten Eis auf die Eispitze des Gegenspielers – mit der Absicht, dessen Schale zu zerbrechen. In meiner Familie wird dies jeweils reihum am Tisch gespielt, als Sieger geht derjenige mit dem am Schluss einzigen unversehrten Ei hervor. Diesen alten Osterbrauch gibt es übrigens nicht nur in der deutschsprachigen Schweiz, sondern vor allem auch in der bayerischen Oberpfalz, im Südtirol, in vielen österreichischen Regionen über den Balkan bis nach Russland. Dabei variieren auch die Ausdrücke dafür, z. B. «Oarhiartn» (Eierhüten) in Bayern, «Aalan tuatschn» in Kärnten oder «Ostereier kippe» in Köln.

Text über Osterbräuche

Kein Ei gleicht dem anderen. So ist es auch mit den Osterbräuchen.

Ostereier geworfen und gerollt
Mein deutscher Arbeitskollege, der viele Jahre in München gelebt hat, erzählt mir von einer etwas unsanfteren Methode. So haben sie die Eier nicht etwa «getütscht», sondern im Garten geworfen. Dieses Ostereierwerfen wird eigentlich vor allem im Norden Deutschlands zelebriert. Derjenige mit dem besten «Eierwerfgefühl», sprich: wer das hart gekochte Ei am höchsten und weitesten wirft, ohne es zu zerbrechen, gewinnt. Auch hier gibt es regionale Unterschiede, manche werfen die Ostereier über das eigene Hausdach.

Auch in den USA geht es bunt zu und her, wie die traditionelle «Easter Parade» auf der 5th Avenue in New York City zeigt. Verkleidete Personen ziehen mit farbig geschmückten Wagen durch die Strassen. Auch Barack Obama kommt um Ostern nicht herum: Im Weissen Haus findet «The White House Easter Eggs Roll» (Eierrollen) statt, bei dem am Schluss jeder Teilnehmer ein vom Präsidenten und seiner Gattin signiertes Holzei erhält.

In Bulgarien hingegen werden Ostereier nicht bemalt, sondern die Bewohner der Städte bewerfen sich mit rohen Eiern. Sieger ist wiederum der, dessen Ei nicht zerbricht. Dieser soll das erfolgreichste Familienmitglied im kommenden Jahr werden. Hartgekochte Eier werden, wie übrigens auch in Griechenland, Russland, Serbien und Schweden, rot bemalt als Symbol für das neue Leben, das durch das Opfer Christi erworben wurde. Ältere Hausfrauen werden traditionellerweise mit dem ersten rot gefärbten Ei eingestrichen, dies soll ihnen Gesundheit und Stärke verleihen.

Kindheitserinnerung aus Italien
Etwas weiter im Süden kennt man zum Teil ganz andere Ostertraditionen. Ein Arbeitskollege lässt mich an einer seiner Kindheitserinnerungen von Ferien in Italien teilhaben (Angaben ohne Gewähr): «Zwei grosse Menschentrauben gingen vor der Kirche in der Stadt Notto aufeinander zu. Jede Gruppe hatte eine mindestens drei Meter hohe Holzstatue dabei – getragen von ca. 20 Mann auf einer Art Sänfte. Eine Statue stellte Maria dar, die andere Jesus. Als sie beieinander angekommen waren, kippten sie die schweren Statuen so, dass sie sich küssen konnten. Dies sah nach einem brutalen Kraftakt für die Träger aus. Danach stürmten die Statuenträger Seite an Seite mitsamt den Statuen absolut halsbrecherisch die Kirchentreppe hinauf. Was danach geschah, weiss ich nicht mehr genau. Die Statuen wurden wohl besungen und gefeiert.» So findet am Karfreitag in vielen Orten Italiens eine Prozession statt, bei der jedoch meistens das Kreuz schweigend durch die Strassen getragen wird. Die Auferstehung Christi wird am zweiten Feiertag im Kreise der Familie und Freunde gefeiert.

Schön finde ich folgende Geschichte aus Australien. An Ostern schöpfen verliebte Paare Wasser aus einem Bach, das sie bis zu ihrem Hochzeitstag aufbewahren. Bevor sie in die Kirche treten, bespritzen sie sich gegenseitig damit. Dies soll Glück bringen.

Ungewohnte Stille in Frankreich
Und während in so ziemlich allen christlichen Ländern die Kirchenglocken zu Ostern kräftig geläutet werden, um die Gläubigen in die Kirche zu bitten, bleiben die französischen Glocken merkwürdig still, wie ich von unserer französischen Leiterin des Dolmetschermanagements erfahre. Tatsächlich, von Karfreitag bis Ostersonntag hört man in Frankreich keine einzige Kirchenglocke. Den Kindern erklärt man diese Stille wie folgt: Nach dem Gründonnerstag flögen die Kirchenglocken nach Rom, um sich dort vom Papst segnen zu lassen. In Rom bekämen sie auch Süssigkeiten, die sie auf dem Rückflug in die Glockentürme hie und da verlieren würden. Es sei die Aufgabe der Kinder, diese dann aufzuspüren. Erst beim Auffinden aller Süssigkeiten erklingen die Glocken am Ostersonntag wieder und läuten den ganzen Vormittag lang. Typische Süssigkeiten sind kleine Zuckereier und Schokolade in Form von Meeresfrüchten, Muscheln und Fischen. Ein weiterer Unterschied zur Schweiz: Der Karfreitag ist kein gesetzlicher Feiertag.

Hot cross buns

Das Kreuz auf den Buns hat einen religiösen Ursprung.

Das Kreuz auf den Buns hat einen religiösen Ursprung.

Zu Ostern gehört auch Essen. In deutschsprachigen Ländern und den Niederlanden gibt es als Ostergebäck traditionellerweise einen Kuchen in Hasen- oder Lammform. In Neuseeland, wo eine Mitarbeiterin aus dem Projektmanagement ihr Studium absolviert hat, isst man während der Osterzeit «hot cross buns», die «mit Butter bestrichen und noch warm gegessen besonders lecker sind». Nun, bevor ich meine eigene Treffsicherheit an Ostern unter Beweis stellen werde, möchte ich Ihnen noch einen Tipp für Ihr erfolgreiches «Eiertütschen» auf den Weg geben: Suchen Sie sich ein Ei von einem möglichst jungen Huhn aus. Diese Eier verfügen über eine Extraportion Proteine in der Schale und sind dadurch stabiler als andere. In diesem Sinne – viel Erfolg und ein egg-cellentes Osterfest!

Wort der Woche «Fünfräppler»

23. März 2015

Man könnte den Fünfräppler auch als Stehaufmännchen betiteln. Schon mehrmals wollte man ihn aus der Schweizer Währung verbannen, aber immer wieder hat er sich durchgesetzt. Wir erläutern Ihnen einige Fakten zu dieser kleinen, charismatischen Münze.

Die Sammler lieben ihn, die Automaten akzeptieren ihn nicht, und im Portemonnaie erscheint er uns auch eher lästig. Früher noch silbern, unterschied er sich auf den ersten Blick nur durch die Grösse von den anderen Schweizer Münzen. Heute glänzt er goldig im Portemonnaie und zieht so die ganze Aufmerksamkeit auf sich.

Sieht fast aus wie Gold, ist aber weniger Wert: Fünfräppler auf dem Bundesplatz.

Sieht fast aus wie Gold, ist aber weniger Wert: Fünfräppler auf dem Bundesplatz.

Wortherkunft
Für die Herkunft des Wortes Rappen gibt es verschiedene Versionen. Keine davon kann jedoch belegt werden. Die einen vermuten, dass die Bezeichnung Rappen auf einen Pfennig aus Freiburg im Breisgau zurückgeht. Im 13. Jahrhundert wurde dort eine Münze mit einem Adler geprägt. Man vermutet, dass dieser Adler als Rabe verspottet wurde. Im Laufe der Zeit wurde der Adler tatsächlich durch einen Raben ersetzt.

Eine andere Vermutung besteht darin, dass die Bezeichnung Rappen ursprünglich Schwarzpfennig bedeutete. Denn der Pfennig hatte nur einen geringen Silberanteil und wurde daher schneller schwarz.

Geschichte des Fünfräpplers
Der Fünfräppler wurde erstmals 1850 aus Billon, einer Legierung aus Kupfer und Silber, mit 5 Prozent Silberanteil geprägt. In diesem Jahr wurde übrigens das erste Geld der Schweizerischen Eidgenossenschaft geprägt. Der Fünfräppler war also von Anfang an mit dabei. Erst seit 1981 glänzt der Fünfräppler in einem gelb-goldenen Ton, was auf die Kupfer-Aluminium-Nickel-Legierung zurückzuführen ist. Für diesen Wechsel gibt es zwei Gründe: Einerseits wollte man ihn stärker von dem fast gleich grossen Fünfzigrappenstück unterscheiden, andererseits überstiegen die Produktionskosten den Nennwert des Fünfräpplers.

Im politischen Kreuzfeuer
Aus dem gleichen Grund haben Politiker schon mehrmals versucht, den Fünfräppler aus dem Zahlungsverkehr zu ziehen. Damals kostete der Zwerg unter den Münzen in der Herstellung ca. 6 Rappen, heute sind es noch deren 4. Der Bundesrat hat sich jedoch gegen diesen Schritt ausgesprochen, unter anderem weil der Fünfräppler neben dem Nennwert auch einen kulturellen Wert besitzt.

Vielleicht sehen Sie den Fünfräppler beim nächsten Blick in Ihr Portemonnaie ja auch mit anderen Augen. Und denken Sie immer daran: Wer den Rappen nicht ehrt, ist den Franken nicht wert.

«Dolmetscher sind nicht nur als Sprachtalent im Einsatz, sondern auch als Fachexperte»

17. März 2015

Nach dem Geschäftsbericht kommt die Generalversammlung. Die vielen Fachbegriffe und die Komplexität des Themas machen dabei vielen Teilnehmenden das Leben schwer. Isabelle Busch, Leiterin Dolmetschermanagement der TRANSLATION-PROBST AG, erzählt Ihnen im Interview, wie sie eine Generalversammlung zum mehrsprachigen Erlebnis macht.

Was gehört alles zur Organisation eines Dolmetschereinsatzes an einer Generalversammlung?
Ein Dolmetschereinsatz an einer Generalversammlung ist ein grosser Aufwand, bei dem verschiedene Komponenten aufeinander abgestimmt werden müssen. Viele Unternehmen möchten das nicht auf sich nehmen und überlassen deshalb die Organisation einer professionellen Dolmetscheragentur. Bei der TRANSLATON-PROBST AG sorgt das Dolmetschermanagement laufend dafür, dass zwischen Dolmetscher, Techniklieferanten und Kunden ein makelloser Informationsfluss besteht. Die Dolmetscher bereiten sich anhand der Präsentationen und der Anlassdokumentation akribisch vor, sodass jeder Fachbegriff sitzt. Zudem muss bis zur Generalversammlung jede Frage geklärt und jedes Detail geregelt sein – sei es technisch, preislich oder sprachlich.

Isabelle Busch, Leiterin Dolmetschermanagement

Isabelle Busch, Leiterin Dolmetschermanagement

Welchen Mehrwert bringen Dolmetscher an einer Generalversammlung?
Gezwungenermassen werden an einer Generalversammlung viele Fachbegriffe benutzt, und die Zusammenhänge sind sehr komplex. Will man Aktionäre und Investoren treffsicher erreichen, müssen alle Informationen klar und verständlich kommuniziert werden. Mit Dolmetschern wird die Generalversammlung zum mehrsprachigen Erlebnis, das nicht nur gelingt, sondern auch positiv in Erinnerung bleibt. Zudem profitiert der Veranstalter vom Know-how der auf eine Branche spezialisierten Simultandolmetscher: Fachausdrücke werden präzis im Sekundentakt übersetzt, sodass wirklich jeder Teilnehmer die Inhalte verstehen kann. Ein zufriedenes Publikum ist schliesslich das A und O.

Wie bereiten sich Dolmetscher auf ihren Einsatz vor?
Sie lesen eine ganze Menge zum gewünschten Thema, um sich nochmals die spezifische Terminologie und vor allem die firmeneigenen Begriffe einzuprägen, denn diese sind zu einem grossen Teil in keinem Wörterbuch zu finden. Auch die Namen der Teilnehmenden und Sprecher prüfen die Dolmetscher vorab, damit sie sie richtig aussprechen. Viele Dolmetscher recherchieren ausserdem proaktiv, um sich ein ganzheitliches Bild vom Thema zu verschaffen. Deshalb ist ein Dolmetscher nicht nur als Sprachtalent im Einsatz, sondern schlechthin auch als Fachexperte.

Weshalb ist es sinnvoll, Dolmetscher bei einer Agentur wie der TRANSLATION-PROBST AG zu buchen?
Viele Unternehmen vertrauen uns aufgrund unserer langjährigen Erfahrung und engagieren uns langfristig als ihre externe Dolmetscheragentur. Wir können auf einen Pool von über 300 Fachdolmetschern zurückgreifen, weshalb die hohe Qualität auch bei kurzfristigen Einsätzen gewährleistet ist. Unseren Kunden stellen wir genau den Dolmetscher zur Verfügung, der mit der entsprechenden Branche am besten vertraut ist und zum Unternehmen passt. Zudem definieren wir, welche Technik unsere Kunden für einen Event benötigen und sorgen dafür, dass unsere Technik-Partnerfirmen unsere Kunden optimal betreuen. Unser Qualitätsmanagement ist eine Garantie für diejenigen, die sichergehen wollen, dass ihr Anlass nach Plan verläuft. Wie sagt man doch: «Do what you do best, outsource the rest.»

Aus dem Interview mit Isabelle Busch wird klar, dass treffsichere Dolmetscher für eine erfolgreiche Generalversammlung unabdingbar sind. Werden die Dolmetscher über eine professionelle Agentur gebucht, kann man sowohl auf die Dolmetscher als auch auf die Technik zählen und entspannt zuhören.

Wort der Woche: «Gebärdensprache»

16. März 2015

Nach der Begegnung mit einem gehörlosen Mädchen wusste Gabriela Hauswirth schon mit zwölf Jahren, dass sie Gebärdensprachdolmetscherin werden wollte. Inzwischen übersetzt sie nicht nur die SRF-Tagesschau in die Gebärdensprache, sondern auch ganze Konzerte. Im Interview erklärt die Hörende unter anderem, ob es in der Gebärdensprache auch Dialekte gibt und was unter einem Bilingual Slam zu verstehen ist. 

Gabriela Hauswirth in Ihrem Element: Bei der Gebärdensprache spielt die Mimik eine grosse Rolle.

Gabriela Hauswirth in Ihrem Element: Bei der Gebärdensprache spielt die Mimik eine grosse Rolle.

Welches ist für Sie die grösste Herausforderung beim Dolmetschen der Tagesschau?
Die Tagesschau zu dolmetschen, bedeutet, während 25 Minuten komplexe Inhalte in die Gebärdensprache zu übersetzen – und das live und in einem sehr hohen Tempo. Die Gebärdensprache besitzt eine andere Grammatik als die deutsche Sprache, und der Satzaufbau wird visuell im Raum dargestellt. Meine Arbeit ist keine Wort-für-Wort-Übersetzung, sondern eine kulturelle Verdolmetschung des Inhalts, der Intention und der Ausdrucksweise des Gesagten. Wird zum Beispiel jemand interviewt, der gerade seine Familienmitglieder und sein Hab und Gut in einer Umweltkatastrophe verloren hat, besitzt dieser Beitrag eine andere Energie, als wenn vom Neubau eines Pharmariesen berichtet wird. Die Sprachstruktur vorverfasster und abgelesener Moderationen und Beiträge ist ausserdem komplexer als die spontaner Aussagen.

Sie waren mit Patent Ochsner unterwegs und haben das ganze Konzert in Gebärdensprache übersetzt. Wie gebärdet man Musik?
Das Fachgebiet der Musikübersetzung bedeutet eine intensive Auseinandersetzung mit den Musikern, dem Musikstil, den Texten und dem Rhythmus. Denn all dies wird übersetzt. «Man muss es sehen, um es zu verstehen», ist eine der Erkenntnisse dieser Sparte, die immer öfter zur Arbeit einer ausgebildeten Dolmetscherin für Gebärdensprache gehört. Der Verein für Musik und Gebärdensprache (MUX) organisiert den Gehörlosen Zugang zu fünf bis sechs Musikveranstaltungen pro Jahr. Wer darüber informiert sein will, kann sich über www.mux3.ch für den Newsletter anmelden.

Neben Musikkonzerten dolmetschen Sie auch an Bilingual Slams. Was muss man sich darunter vorstellen?
Bilingual Slams sind Slams, bei denen sowohl Gebärdensprachbenutzer als auch Sprechende antreten, deren Storys live übersetzt werden. Alle haben Zugang zu dieser Form der Sprachkunst, da die Dolmetscher/innen entweder direkt auf der Bühne die Darbietung eines Slam-Poeten dolmetschen oder einen gehörlosen Slam-Poeten via Mikrophon in die Lautsprache übersetzen. Wie bei Konzerten auch, sieht man dem Publikum nicht an, wer die Gebärdensprache und wer die Lautsprache benutzt.

Gibt es in der Gebärdensprache auch Dialekte oder verschiedene Sprachen?
Ja natürlich – Sprache entsteht dort, wo Menschen zusammentreffen und miteinander kommunizieren. In der deutschschweizerischen Gebärdensprache gibt es fünf Dialekte. Heute unfassbar: In der Schweiz war die Gebärdensprache bis in die 80er-Jahre in der Schule verboten, weshalb die gehörlosen Schüler heimlich und in der Pause gebärdeten. Auf diesem Weg und durch ein sehr lebendiges Vereinswesen der Gehörlosen wurde die Sprache trotz Unterdrückung weitergegeben.

Und was ist mit der Grammatik?
Nun, es gibt eine; sie ist aber grundverschieden von der Grammatik der deutschen Sprache. Dabei spielen die Bewegung der Hand und der Ort der Gebärde eine zentrale Rolle. Auch die Mimik, die von Nicht-Sprachkundigen als lebhaft empfunden wird, beinhaltet viele grammatikalische Funktionen.

Was haben Ihrer Meinung nach Gebärdensprachdolmetscher/innen und «normale» Dolmetscher/innen gemeinsam?
Beide sind Hirn- und Herzarbeitende, die versuchen, Menschen zu verstehen und Inhalte, Gefühle und Ideen des Sprechers dem Gegenüber zugänglich zu machen. Sie bauen täglich Brücken, die mehr Verständnis schaffen. Als ich einmal ein Gespräch zwischen einer blinden und einer gehörlosen Person übersetzen durfte, war das für mich das Sinnbild, wozu Dolmetscher/innen beitragen – egal, mit welchen Sprachen sie arbeiten. Menschen, die sich sonst nicht verstehen können, bekommen dank den Dolmetschern/Dolmetscherinnen die Möglichkeit, voneinander zu lernen, sowie einen Einblick in eine ihnen fremde Welt.

Wort der Woche «Pi-Tag»

9. März 2015

«Pi» ist ein Buchstabe und eine Zahl zugleich. Es braucht sie, um den Umfang eines Kreises zu berechnen, und am 14. März lassen wir ihn/sie am internationalen Jahrestag hochleben.

Unsere Kernkompetenzen sind zwar Texte und Übersetzungen und nicht Zahlen. Bei Pi machen wir aber eine Ausnahme, denn er/sie steht sogar im Duden.

Pi hat unendlich viele Kommastellen.

Pi hat unendlich viele Kommastellen.

Rückblick
Pi ist der 16. Buchstabe des griechischen Alphabets (π) und steht gleichzeitig für die Zahl, die das Verhältnis zwischen Kreisumfang und Kreisdurchmesser darstellt. Kluge Köpfe waren Pi schon lange auf den Fersen und wussten, dass die gesuchte Zahl eine Konstante, das heisst eine reelle, nicht-ganzzahlige Zahl ist. Doch weder die alten Ägypter noch die Babylonier kamen des Rätsels Lösung näher. Erst Archimedes berechnete Pi annähernd genau.

Wie feiert man den Pi-Tag?
Pi hat unendlich viele Kommastellen. Der Weltrekordhalter, ein Franzose, hat sie auf 12,1 Billionen Dezimalen genau berechnet und brauchte dafür nicht weniger als 82 Tage. Heute wird sie meistens auf zwei Stellen gerundet: 3,14. Es ist also kein Zufall, dass der Pi-Tag am 14.03. gefeiert wird. Besondere Bewunderer der Zahl feiern Pi gar um 1 Uhr 59 und 26 Sekunden, da sie so die Kreiszahl bis zur siebten Nachkommastelle erreichen (3,1415926). Jetzt ist auch klar, woher die Redewendung Pi mal Daumen rührt: Umgangssprachlich bedeutet sie «grob geschätzt», denn die Zahl Pi kann nicht genau bestimmt werden. Zudem wurde der Daumen der ausgestreckten Hand früher als Hilfsmittel zur ungefähren Entfernungsbestimmung genutzt.

Auch beim traditionellen Festmahl des Pi-Tages wird mit dem Wort Pi gespielt. Im Englischen wird der griechische Buchstabe π lautgleich wie das englische Wort «pie» (Kuchen) ausgesprochen. Am 14. März wird deshalb ein ansehnlicher, grosser Kuchen verschlungen. Dass er rund ist, erklärt sich von selbst.

Der Pi-Tag wurde übrigens vom US-Kongress zum offiziellen Nationaltag ernannt. Und schliesslich muss man die Feste feiern, wie sie fallen. Der Pi-Tag ist also die ideale Gelegenheit, eine kleine Feier mit Kuchen zu veranstalten. Wir wünschen Ihnen viel Spass und «e Guete»!