Wort der Woche «Geld»

Ohne Moos nix los? Von wegen! Rück schon raus mit dem Zaster. Wenn es um Geld geht, sprechen nicht alle die gleiche Sprache.

Zunder, Eier, Piepen, Schotter, Kies, Steine, Mammon, Pinkepinke, Zechinen – bei Ihnen ist der Groschen noch nicht gefallen? Nun, wie übrigens auch bei «Groschen» selbst handelt es sich bei all diesen Begriffen um umgangssprachliche Bezeichnungen für etwas, das Nationen spaltet und Gemüter erhitzt: Geld.

Die vielen verschiedenen Ausdrücke rühren wohl daher, dass man über Geld nicht spricht. Dabei haben die genannten Alternativbezeichnungen durchaus ihre Bedeutung. So stammt der abwertend gemeinte Begriff «Mammon» aus der Bibel, während «Zechinen» frühere venezianische Goldmünzen und «Groschen» sowie «Taler» alte deutsche Währungen bezeichnen. «Pinkepinke» kennen Karnevalsbegeisterte aus Jopp Schmitz‘ Lied «Wer soll das bezahlen?», das auf die durch die Währungsreform ausgelösten Preissteigerungen im Jahre 1948 anspielt. Das Wort leitet sich wohl vom Verb «pinken» ab, das aus dem Rotwelschen, der Gaunersprache, stammt. Vereinfacht gesagt ist es ein lautmalendes Wort für das Klimpern der Münzen.

Ein bunter Haufen: genau so vielfältig sind auch die Ausdrücke für «Geld».

Ein bunter Haufen: genau so vielfältig sind auch die Ausdrücke für «Geld».

Geld, Geld, Geld
«Money, money, money must be funny in the rich man’s world» sang schon die schwedische Popgruppe ABBA. Nun, ob mit oder ohne Geld – es existieren zahlreiche, meist umgangssprachliche Redensarten, in denen Geld vorkommt. «Am Geld kleben» und «auf dem Geld sitzen» bedeutet nichts anderes als geizig sein. «Im Geld schwimmen» ist keine exquisite Sportart, sondern meint wie «Geld wie Heu haben» zu den Reichen zu gehören. Wer «Geld auf den Kopf haut» oder «Geld aus dem Fenster wirft», führt einen sehr verschwenderischen Haushalt. Letztere Redewendung soll übrigens im Mittelalter in Regensburg entstanden sein: Der Kaiser zeigte sich am Fenster des alten Rathauses dem Volk, das ihm auf dem heutigen Rathausplatz huldigte. Von dort aus warf er Münzen zu den Armen im Volk. Da es sich dabei um die Steuergelder der Bürger handelte, sagten diese, der Kaiser werfe ihr Geld zum Fenster raus. Es gibt natürlich auch Sachen, die «mit Geld nicht zu bezahlen sind», oder andere, die «ins Geld laufen», das heisst, teurer werden als gedacht. Ungünstig, wenn jemandem genau dann «der Geldhahn zugedreht wird».

Die vielen Talente des Geldes
Als Oberbegriff vereint Geld Zahlungsmittel, die gegen Güter und Dienstleistungen getauscht werden – es findet also immer noch ein Tauschhandel in modernisierter Form statt. Ausser als Zahlungsmittel dient Geld auch als Wertaufbewahrungsmittel – heutzutage jedoch nur noch für die einzelnen Wirtschaftsteilnehmer und nicht für die gesamte Volkswirtschaft, da Geld hauptsächlich kreditär geschöpft wird. Will heissen, dass es immer eine Forderung auf der Seite der Gläubiger bzw. eine Verbindlichkeit auf der Seite der Schuldner gibt. Geld kann durchaus noch mehr: Als Wertmassstab bzw. Recheneinheit ist es aus unserem Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken. Lohn, Waren und Dienstleistungen können dank ihm im Wert verglichen und so entlöhnt oder erworben werden. Der deutsche Soziologe und Gesellschaftskritiker Niklas Luhmann schrieb Geld sogar eine soziale Funktion zu. Innerhalb des Wirtschaftssystems könne nur mittels Geld kommuniziert werden.

Nun, wenn Sie «Geld auf der hohen Kante haben» und das nächste Mal am Stammtisch «einen springen lassen», können Sie gleich eine Geschichte zu dieser Redensart zum Besten geben: Früher war es bei der Bezahlung einer Zeche oder Ware üblich, das Geldstück kräftig auf den Tisch zu werfen, um durch den Klang seine Echtheit zu beweisen.

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