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Archiv für Mai, 2015

Wort der Woche «Phobie»

18. Mai 2015

Helleno… was? Hellenologophobie! Bedeutet nichts weniger als die Angst vor der griechischen Sprache und vor griechischen Fachausdrücken. Nun, witziger- oder für die Betroffenen vielmehr tragischerweise sind alle Phobienamen griechisch. Der Hellenologophobiker meidet also selbst den Fachausdruck für seine eigene Angststörung. Mit dieser ist er wenigstens nicht alleine, denn die Liste der Phobien ist lang.

Das Wort «Phobie», das aus dem Altgriechischen stammt, bedeutet Furcht. So besteht bei den Angststörungen, die man als Phobie bezeichnet, eine konkrete, übermässige Furcht vor bestimmten Objekten oder einer Situation. Umgangssprachlich wird der Begriff «Phobie» jedoch auch allgemeiner als Bezeichnung für eine Abneigung verwendet.

Phobie im Dreierpack

Bei der Störung Phobie unterscheidet man wiederum drei verschiedene Formen: Zum einen die Agoraphobie, bei der die Ängste beispielsweise auf öffentlichen Plätzen, in Menschenmengen oder beim alleinigen Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auftreten. Typisch ist hier, dass die Betroffenen gar nicht so viel Angst verspüren, da sie die genannten Situationen komplett vermeiden. Eine weitere Form ist die soziale Phobie. Bei dieser fürchten sich die Betroffenen vor Situationen, in denen sie im Mittelpunkt stehen, zum Beispiel beim Halten eines Vortrags. Händezittern, Erröten oder Harndrang sind häufige Symptome. Meistens spielt ein geringes Selbstbewusstsein und die Furcht vor Kritik eine unterschwellige Rolle. Und dann wären da noch die spezifischen Phobien – denken Sie an den Hellenologophobiker vom Anfang.

Angst vor Erdnussbutter am Gaumen

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: die Erdnussbutter.

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: die Erdnussbutter.

Zugegebenermassen: Gewisse spezifische Phobien mögen absurd klingen. Anatidaephobie – Angst vor der Beobachtung durch Enten – oder Arachibutyrophobie – Angst vor Erdnussbutter am Gaumen – sind zwei Paradebeispiele. Bei der Dextrophobie haben die Betroffenen Angst vor Dingen, die sich an der rechten Körperhälfte befinden. Tatsächlich gibt es auch eine Angst vor der Angst, die sogenannte «Phobophobie». Wie man sieht: Eine phobische Reaktion kann sich gegen alles und jeden richten. Auf YouTube existiert ein Video mit dem Titel «100 witzige Phobien und Ängste in 170 Sekunden».

Nicht-Betroffene vermag die Liste mit manchmal unfassbaren Phobien aufzuheitern; gleichzeitig werden diese bei ihnen zu Unverständnis führen. Wie kann man Angst davor haben, sich hinzusetzen? Oder vor dem Himmel? Für die Betroffenen jedoch sind sie sicher alles andere als lustig. Und sie sind sich meistens ihrer übertriebenen Ängste bewusst.

Ursachen der Phobie

Woher kommen diese Phobien? Meistens gibt es nicht eine einzige Ursache. Erziehung, Erfahrungen, Erlebnisse – all diese Faktoren spielen bei der Entstehung mit. Leidet zum Beispiel ein Elternteil an einer Spinnenphobie, ist es denkbar, dass ein Kind diese Furcht übernimmt. Dass Angsterkrankungen manchmal in einer Familie mehrmals auftreten, deutet auf eine bestimmte Vererbbarkeit. Dies ist aber nicht in jedem Fall so. Auch schlechte Erfahrungen oder ungünstige Umstände können zu einer Phobie beitragen. So kann es reichen, in einer harmlosen Situation von etwas zu hören, um fortan diese Situation zu meiden.

Ungelöster Konflikt im Unbewussten

Eine Phobie kann auf einen unbewältigten Konflikt deuten.

Eine Phobie kann auf einen unbewältigten Konflikt deuten.

Einen anderen Ansatz vertritt die Tiefenpsychologie. Laut ihr steckt hinter einer krankhaften Furcht ein innerer Konflikt– sprich unbewusste, verdrängte Gefühle. Wächst ein Mädchen zum Beispiel aufgrund der gescheiterten Ehe ihrer Eltern allein bei der Mutter auf, kann sich eine starke Angst entwickeln, dass es seine Mutter «auch noch verliert». Da es mit dieser Angst aber gar nicht umgehen kann, sprich überfordert ist, weicht es auf eine «einfachere» Phobie aus und fürchtet sich beispielsweise vor Menschenmengen. Diesen kann sie nämlich aus dem Weg gehen. Zugleich bindet sie unbewusst die Mutter an sich, die sie vermehrt begleiten muss.

Es gibt verschiedene Wege, eine Phobie zu überwinden. Schwierig wird es durch den Umstand, dass wir Menschen eine Angst normalerweise mit einer Gefahr verknüpfen. Bei einer Phobie täuscht uns die Angst jedoch. Je nachdem, wie einschränkend sich die Phobie auf den Alltag auswirkt, ist das Aufsuchen eines Fachexperten wie so oft sicher nicht der verkehrteste Weg.

Wort der Woche «Dr. Google»

11. Mai 2015

Mit dem Web 2.0 verloren die Ärzte ihre Vormachtstellung. Viele Internetuser googeln selbst nach ihren Symptomen. Eine korrekte Diagnose ist jedoch mindestens so wichtig wie eine fehlerlose Übersetzung in der Pharma- und Medizinalbranche.

Bestimmt suchten auch Sie schon im Internet nach den Symptomen und Ursachen einer Krankheit. Damit sind Sie nicht allein: Jede zwanzigste Suchanfrage auf Google steht in Zusammenhang mit Gesundheit.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Dr. Google

Ein Ziehen in der Bauchgegend, häufige Kopfschmerzen oder Übelkeit – in Zeiten von Beschwerden wird häufig nicht zuerst der reale Arzt konsultiert, sondern Dr. Google. Denn der weiss immer und auf alles eine Antwort. Nur bleibt es meistens nicht bei einer Antwort, sondern der Internetuser wird mit einer Fülle an Informationen überschüttet, etwa in Krankheitsforen oder Gesundheitsblogs. Dies kann einerseits zu «Cyberchondrie» führen (ein Wort, das sich aus «Cyber» und «Hypochondrie» zusammensetzt). Hypochonder sind der festen Überzeugung, dass sie krank sind. Obwohl ihr Körper an und für sich gesund ist, leiden sie an Ängsten, die krank machen. Im spannenden Beitrag des Beobachters erfahren Sie mehr über die krankhafte Angst vor der Erkrankung.

Wer wissen will, woher seine Kopfschmerzen kommen, kann schnell Panik bekommen.

Wer wissen will, woher seine Kopfschmerzen kommen, kann schnell Panik bekommen.

Mit Cyberchondrie ist somit gemeint, dass Informationen aus dem Internet hypochondrische Tendenzen auslösen oder verstärken können. Wird z. B. nach dem relativ unspezifischen Symptom «Kopfschmerzen» gegoogelt, können die medizinischen Informationen aus dem Web die Angst schüren, an einem Gehirntumor zu leiden – obwohl Kopfweh bei einer Unmenge an Erkrankungen auftreten kann. Meist hilft die Beruhigung eines Arztes nur kurzfristig; die Betroffenen müssen sich immer wieder selbst im Internet rückversichern, dass sie wirklich nicht krank sind.

Andererseits ist der frei zugänglichen Information im Internet auch durchaus Positives abzugewinnen: Weil die Patienten so gut informiert sind wie nie zuvor, ist das Gespräch zwischen Arzt und Patient ausgeglichener. Der Arzt wird so unter Umständen sogar als glaubwürdiger betrachtet. Informierte Patienten sind also nicht das Problem, jedoch falsch informierte. Auch Google ist sich dessen bewusst und lässt die Resultate von einem Ärzteteam überprüfen. So soll sichergestellt werden, dass die User auf relevante Informationen stossen, wie Google auf seinem offiziellen Blog im Februar verkündete.

Falsche Behandlungen durch Übersetzungsfehler

Genauso wichtig wie eine korrekte Diagnose ist jedoch auch eine fehlerlose Übersetzung in der Medizin und Pharmazeutik. Egal ob es um Packungsbeilagen, Studien oder Gebrauchsanleitungen geht – die Fachbegriffe müssen einwandfrei übersetzt sein. Ansonsten sind Missverständnisse oder gar schwerwiegende Fehler vorprogrammiert. So ergab eine amerikanische Untersuchung, dass 1‘500 von 30‘000 falschen Behandlungen missverständliche Abkürzungen als Ursache haben.

Nur mit einer korrekten Übersetzung kriegen Sie auch die richtigen Tabletten verschrieben.

Nur mit einer korrekten Übersetzung kriegen Sie auch die richtigen Tabletten verschrieben.

In der Schweiz erlebte in den vergangenen zwei Jahren jeder neunte Patient einen Behandlungsfehler – die zum Teil auch auf fehlerhafte Übersetzungen zurückzuführen sind. In der Studie der Linguistin Dr. Anna-Katharina Hüging sticht folgender Fall als Beispiel heraus: Für «medullary thyroid cancer» wählte einer der Probanden die Übersetzung «Rückenmarkkrebs». Korrekt wäre aber «medulärer Schilddrüsenkrebs» gewesen. Ein Fall wie dieser ist zwar selten, macht jedoch deutlich, wie wichtig die Wahl der Übersetzer ist. Diese müssen im Bereich Medizin zu Hause sein und die verschiedenen Fachbegriffe sowie Abkürzungen kennen.

Falls Sie im Medizin- oder Pharmabereich tätig sind, zögern Sie nicht, das Team der TRANSLATION-PROBST AG zu kontaktieren. Wir stehen Ihnen gerne mit unseren professionellen Übersetzungsdienstleistungen zur Seite und verschreiben Ihnen den für Sie passenden Fachübersetzer – ohne Risiken und Nebenwirkungen.