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Wort der Woche «Haut»

Sie ist sich vieler Talente sicher: die Haut, das grösste Sinnesorgan des Menschen. Wir gehen mit der Haut auf Tuchfühlung und erklären Ihnen, wieso Sie nicht ohne Ihre Haut können. 

«In jemandes Haut schlüpfen», «mit Haut und Haaren», «nicht aus seiner Haut können», «mit heiler Haut davonkommen» – die Liste der Redensarten, in denen das Wort «Haut» vorkommt, ist unendlich. Auch funktionell ist die Haut das vielseitigste aller Organe des menschlichen oder tierischen Organismus.

Die Haut ist so wertvoll, dass sie so gut wie möglich geschützt werden muss.

Die Haut ist so wertvoll, dass sie so gut wie möglich geschützt werden muss.

Das Multitalent Haut
Stellen Sie sich vor, Sie hätten keine Haut. Was würde passieren? Das Hüllorgan, das das Innen vom Aussen abgrenzt, würde fehlen, und Sie hätten keinerlei Schutz vor Umwelteinflüssen. Auch wenn Sie Ihre Haut nicht immer genügend gegen die Sonne schützen, schützt sie Sie trotzdem vor der UV-Strahlung. Sogar der Schweiss, der von den zur Haut gehörenden Schweissdrüsen produziert wird, enthält die UV-absorbierende Urocaninsäure. Weiter würden im Bereich des Stoffwechsels und der Immunologie wichtige Funktionen einfach wegfallen. In anderen Worten: Sie wären viel anfälliger für Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilzen sowie andere körperfremde Stoffe. Geht Ihnen das unter die Haut? Nun, das ist noch nicht alles. Dank der Haut gelingt es Ihrem Körper auch, seinen Wärmehaushalt zu regulieren. Gerade bei grosser Hitze ein wichtiges Stichwort. Einer Überhitzung entgegnen die bereits angesprochenen Schweissdrüsen. Die durch die Schweissproduktion ermöglichte Verdunstung transportiert Wärme von den dicht unter der Haut verlaufenden Kapillargefässen ab. Bei Kälte hingegen passiert Folgendes: Die Haut und das Unterhautfettgewebe, das Wärme zurückhalten kann, werden nur noch gering durchblutet und wirken so als Isolierschicht.

Die kommunikative Haut
Haut und Kommunikation in einem Atemzug? Ja, denn die Haut als sichtbarer Teil des menschlichen Körpers ist mit den verschiedensten Rezeptoren ausgestattet, die der Reizaufnahme und damit der Wahrnehmung von Reizen dienen:

  • In der Unterhaut befinden sich die «Druckrezeptoren», die dafür sorgen, dass Druckempfindungen nicht spurlos an Ihnen vorbeigehen.
  • Ein Indianer kennt keinen Schmerz? Vielleicht fehlen ihm ja die «Schmerzrezeptoren», die in der Lederhaut liegen.
  • Die «Dehnungsrezeptoren», die sich ebenfalls in der Lederhaut befinden, registrieren Dehnungen der Haut.
  • Ohne die besonders dicht an Kinn, Nase, Ohrmuschel, Ohrläppchen und Lippen angesiedelten «Thermorezeptoren» würden Sie Temperaturschwankungen kalt lassen.
  • Die «Tastrezeptoren» sind besonders dicht in den Fingerspitzen, den Lippen, der Zunge, den Brustwarzen, den äusseren Geschlechtsorganen sowie der Afterregion.
  • Last but not least: Auch die Haarstellung will registriert werden, dies übernehmen die «Haarfollikelrezeptoren».

Mit Haut und Haaren
Zurück zu den Redewendungen, und zwar zu der, die etwas haarig ist: Wissen Sie, woher der Ausdruck «mit Haut und Haaren» stammt? Aus dem Mittelalter – auf diese Herkunft deutet der Stabreim der Zwillingsformel. Genauer gesagt handelt es sich einerseits um eine alte Rechtsformel, die bereits im Sachsenspiegel, dem ältesten Rechtsbuch des Mittelalters, mehrfach gebraucht wurde. Sie kennzeichnet die äusserlichsten Teile des menschlichen Körpers und spiegelt dadurch das Extreme und die Vollständigkeit. Andererseits bezeichnet «mit Haut und Haaren» eine körperliche Züchtigungsstrafe zur Abschreckung und Entehrung des Übeltäters. Die Strafe bestand aus dem Scheren des Haars und dem Schlagen der Körperhaut mit Ruten und wurde vor allem bei kleineren Vergehen angewendet. Wenn Sie den Ausdruck heute verwenden und z. B. «jemanden mit Haut und Haaren zum Fressen gerne haben» (was ja eigentlich ungeniessbar wäre, nur schon wegen der Haare), ist sie oder er sich Ihrer vollständigen Zuneigung sicher.

Wie Sie sehen, sollten Sie Ihre Haut nicht unterschätzen. In heissen Tagen ist ein ausreichender Sonnenschutz deshalb – Sie haben es sicher schon gehört – extrem wichtig. So oder so, wir wünschen Ihnen eine entspannte und wunderschöne Sommerzeit!

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