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Wort der Woche «liefern»

Als Lieferant von Übersetzungen und Texten erkunden wir in unserer Rubrik «Wort der Woche» das Verb «liefern»: Woher kommt es? Wie ist sein heutiger Gebrauch? Und wie verhält es sich dabei mit der Freiheit?

Laut Duden blickt unser Wort der Woche auf eine lange Geschichte zurück: Ursprünglich stammt «liefern» vom lateinischen «liber» für «frei» bzw. «liberare» für «befreien». Im Mittellateinischen änderte das Verb «liberare» seine Bedeutung Richtung «freilassen/ausliefern». Während in der Antike bzw. im Mittelalter Herren ihre Sklaven und Knechte in die Freiheit entliessen, fand unser Wort der Woche Einzug in die Welt der niederdeutschen Kaufmannssprache: Aus dem französischen «livrer» entwickelte sich das mittelniederdeutsche und mittelniederländische «lēveren», das wir heute als «liefern» kennen.

«Quod erat lieferandum»

«Quod erat lieferandum»: Eine Lieferung zum Schreien

Wer liefert was?
Im Zeitalter der Logistik lassen wir uns heutzutage alles – vom Wocheneinkauf über die Pizza Quattro Formaggi bis hin zu Kleidern und Schuhen – ins Haus liefern, bis wir vor Glück schreien. Doch wir lassen uns nicht nur Güter liefern, sondern liefern uns auch schon mal eine wüste Tomatenschlacht. Sofern wir in Pamplona zu Hause sind. Und plötzlich bekommt die Lieferung eine andere Bedeutung als den reinen Warentransfer von A nach B.

Was meinen wir eigentlich, wenn unser King Roger eine brillante Partie abgeliefert hat? Hat er uns dann kistenweise Tennisbälle serviert? Oder einfach hervorragend gespielt und uns damit gut unterhalten?

Wenn die Menschheit mal wieder ins nächste Verderben stürzt, dann liefert die Geschichte genügend Beispiele dafür, warum sie das tut, und verdeutlicht uns damit, warum wir nicht in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen. Quod erat lieferandum. Oder so. Zumindest vor Gericht kommt die korrekte Redewendung «quod erat demonstrandum» zur Anwendung, wenn Anwälte Beweise liefern, die einen Täter überführen, der dann ans Gefängnis ausgeliefert wird. Oder im Fall der FIFA an die USA.

«Liefere statt lafere»
Eine berühmt-berüchtigte Redewendung, die während der aktuellen Wahlen Hochkonjunktur hat. Nach dem Prinzip «Reden ist Silber, Machen ist Gold» sehen wir es lieber, wenn uns die Politiker nicht mit irgendwelchen Worthülsen volllabern, sondern etwas für die Bevölkerung unternehmen. Auch im Sport kommt diese Redensart häufig vor – besonders dann, wenn sich längere Zeit kein Erfolg mehr eingestellt hat. Wenn sich Manager ihrer grossen Tatkraft rühmen, dann bedienen sie sich genau dieses Spruchs. Doch meistens bleibt es beim Labern und Delegieren, weil es eben auch nur alter Wein in neuen Schläuchen ist.

Wir liefern auch express
So schnell wie die Dönerbude um die Ecke sind wir nicht. Aber auch wir verstehen unter «liefern» zum einen die Übermittlung von Texten und Übersetzungen; zum anderen verstehen wir darunter auch den Anspruch, Aufträge nicht nur express, sondern auch mit Qualitätsgarantie abzuwickeln. Und wenn Ihnen dieser Text etwas laferig vorkommt, hat er Ihnen trotzdem einen Einblick in die Welt des Lieferns geliefert. Ich zumindest bin nun bereit, mich ins Wochenende einliefern zu lassen.

Wenn Sie mehr über unseren Lieferservice von Texten und Übersetzungen erfahren wollen: 0840 123 456 / info@translation-probst.com. Alles andere gibt’s bei der Post.

Unser mit grossem Augenzwinkern geschriebenes Wort der Woche von unserem Texter und PR-Berater Predrag Jurisic.

Was war Ihr bestes Liefererlebnis? Kommen Sie nun bloss nicht mit einem Päckchen von Zalando. Bis nächste Woche − garantiert ohne Schleichwerbung.

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