Wort der Woche «Texten»

Texte sind im beruflichen Alltag ausschlaggebend, um in der Geschäftswelt erfolgreich zu sein. Geht Ihnen diese Arbeit nicht so leicht von der Hand? Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur, hat für Sie einige Tipps zum Texten.

Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur.

Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur

TRANSLATION-PROBST AG: Weshalb sind treffsichere Texte im Berufsleben wichtig?
Prof. Dr. Daniel Perrin: Weil leichter ans Ziel kommen kann, wer ins Schwarze trifft. Das heisst, wenn Sie Ihre Zielgruppe erreichen und aus der Masse herausstechen wollen, müssen Sie deren Geschmack und Sprache genau treffen. Dies gelingt durch treffsichere Texte.

Im Alltag muss man oftmals unter Druck schreiben. Wie geht man am besten damit um?
Wichtig ist, dass man sich voll und ganz auf den Schreibauftrag konzentriert und nicht noch an fünf anderen Pendenzen rumstudiert. Das verursacht nur zusätzlichen Stress und hilft nicht weiter. Räumen Sie sich ein Zeitfenster ein, während dessen Sie ungestört schreiben können. Kurz gesagt: Die Zeit gut einteilen – und gelassen bleiben.

Wie weiss man, ob der eigene Text gut ist?
Gut ist ein Text, wenn er Testleser der Zielgruppe in die gewünschte Richtung bewegt. Dies können Sie ausprobieren, indem Sie den Text einer Person zu lesen geben, die die Zielgruppe vertritt oder ihr sehr nahe kommt. Ist dies nicht möglich, geben Sie ihn einer Person, die sich gut in die Zielgruppe hineinversetzen kann. Vier Augen sehen auf jeden Fall immer mehr als zwei.

Welche Tricks helfen beim Texten?
Wissen, was man will, und sich vor dem Schreiben mit einer kurzen Lektüre guter Sprache einstimmen. Das steckt an. Was gute Sprache ist? Für mich: mit gewöhnlichen Wörtern ungewöhnliche Dinge sagen.

Wie überwindet man eine Schreibblockade?
Bei Schreibblockaden lesen viele immer und immer wieder, was sie schon geschrieben haben. Das hilft nichts. Ein Tapetenwechsel hingegen kann sehr wirkungsvoll sein. Wie dieser genau aussieht, muss jeder für sich selber entscheiden. Meiner zum Beispiel: Apfel essen, dann zurück an den Computer gehen, abdecken, was ich schon geschrieben habe, und genau dort weiterschreiben, wo ich war.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Etwas klar und einfach schreiben zu können, heisst, es verstanden zu haben. Schreiben ist also ein Werkzeug nicht nur des Mitteilens, sondern auch des Denkens. Das macht Schreibforschung und Schreibberatung so spannend für mich – und bedeutsam für alle, die gut und gern schreiben wollen.

Ein klarer Fokus und ein Apfel können beim Schreiben also wahre Wunder bewirken. Fühlen Sie sich doch noch nicht ganz sicher, erhalten Sie bei der Lektüre des Buches „Schreiben im Beruf“ von Prof. Dr. Daniel Perrin (www.danielperrin.net) viele weitere hilfreiche Tipps.

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