Wort der Woche «Ferien»

Dolce far niente – auf die Ferien freuen sich heute (fast) alle. Noch vor 100 Jahren konnten sich weder Kinder von der Schule noch Berufstätige von der schweren körperlichen oder geistigen Arbeit erholen. Lesen Sie in diesem Artikel, wozu Ferien früher dienten.

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Süsses Nichtstun – Ferien sind heute selbstverständlich, doch dem war nicht immer so.

Das Wort Ferien wurde im 15. Jahrhundert aus dem lateinischen «feriae», dem Wort für Feier, entlehnt. Das Wort «Ferien» ist ein Pluraletantum, das heisst, es hat kein grammatikalisches Geschlecht, sondern kommt ausschliesslich im Plural vor.

Büroangestellte vor Handwerkern
Ferien in der Mehrzahl – daran sind wir uns alle gewöhnt. Unsere Vorfahren hingegen mussten sich lange gedulden, bis ihnen offiziell Ferien zustanden. Vor 1900 durften nämlich nur diejenigen verreisen, die zu einer Kur fahren mussten. Die Regelung über Kuraufenthalte des Bundes im Jahr 1879 war die erste Ferienregelung in der Schweiz. Der Grund? Sauerstoffmangel machte den Bundesangestellten in ihren stickigen Schreibstuben schwer zu schaffen. Um einer geistigen Ermüdung vorzubeugen, wurden deshalb Ferien eingeführt. Allerdings längst nicht für alle: Schliesslich hatten die Arbeiter, die sich draussen körperlich abrackerten, genügend frische Luft, um sich stetig zu erholen. Sie erhielten deshalb erst 1920 ein Anrecht auf Ferien.

Stadtkinder vor Landkindern
Auch in den Schulen bekamen nicht alle gleichzeitig Ferien zugesprochen. Auf dem Land gab es ohnehin nur die Winterschule – während des Sommers hatten die Kinder dann «frei», damit sie auf Feld und Hof mit anpacken konnten. Aber auch Stadtkinder mussten anfangs ganz auf Ferien verzichten. Da die Schulen jedoch gelegentlich geputzt und instandgehalten werden mussten, finden sich ab 1830/1835 Ferienregelungen in den Schulgesetzen. Von mehr als einer Woche Urlaub am Stück konnten aber auch Stadtkinder nur träumen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gingen immer mehr Kinder das ganze Jahr über zur Schule. Da sich die Arbeit auf Feld und Hof aber nicht von selbst erledigte, wurden die Schulferien an die bäuerlichen Bedürfnisse angepasst: Bis heute haben einige ländliche Gemeinden «Heuferien». Während diese früher dazu dienten, dass die Kinder bei der Heu- und Wintergerstenernte mithelfen konnten, sind sie heute vor allem dafür beliebt, dass man zu dieser Zeit noch zum Vorsaison-Tarif verreisen kann.

Übersetzungen für die Tourismusbranche
Apropos verreisen: Damit ausländische Touristen den Weg in die Schweiz finden, sollten Websites, Ferienkataloge und andere Marketingmittel treffsicher übersetzt sein. Natürlich freut sich die Tourismusbranche aber auch, wenn die Schweizerinnen und Schweizer die Ferien im eigenen Land verbringen – schliesslich hat das Land der Berge und Schoggi einiges zu bieten. Was das genau ist, erfahren Sie am Schweizer Ferientag am 11. und 12. Mai in Lugano, an dem natürlich auch die TRANSLATION-PROBST AG anwesend sein wird.

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