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Wort der Woche «Rumänien»

Was wissen Sie über Rumänien? Dass deren Nationalmannschaft an der EM in der Schweizer Gruppe spielt. Und dass Taschendiebe und Kommunisten von dort kommen. Und sonst nichts? Wir finden, dass es an der Zeit ist, diese Wissenslücke zu schliessen und Rumänien die Ehre zu erweisen.

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Mehr Wissen über Rumänien dank der Euro2016

Kaum bekanntes Juwel der Tourismusbranche
Rumänien liegt im Grenzraum zwischen Okzident und Orient – eingebettet zwischen fünf Ländern, am Fusse der Karpaten und an den Ufern des Schwarzen Meeres. Die Tourismusbranche nennt den Küstenabschnitt der «Perle des Ostens» mit seinen traumhaften Sandstränden die rumänische Riviera. Auch sonst wartet Rumänien mit unzähligen Sehenswürdigkeiten auf: einem eigenen Mount Rushmore, Draculas Schloss, dem «kleinen Wien», dem «kleinen Paris» und dem Donaudelta.

Lebendige Kultur und Sprachenvielfalt
Bedingt durch seine Geschichte, die von der antiken Besetzung durch die Römer über den Einfall der Osmanen bis zum Niedergang der sozialistischen Diktatur reicht, verfügt Rumänien über eine reichhaltige und lebendige Kultur. Von den knapp 21 Millionen Rumänen spricht die deutliche Mehrzahl Rumänisch (Limba Românǎ), gefolgt von Ungarisch und – je nach Region – Englisch und Französisch. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts machten die deutschsprachigen Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben einen hohen Anteil an der Bevölkerung aus; ihre Zahl sank aber stetig bis auf heute 2,2 Prozent. Zu Unrecht berüchtigt ist das Land auch der Roma wegen – denn diese machen lediglich 3,3 Prozent der Bevölkerung aus.

Sichere Züge und andere Verkehrsteilnehmer
Wegen der ineffizienten Verwaltung verursacht die Infrastruktur gewisse Probleme, obwohl Rumänien als Mitglied der EU Gelder zum Ausbau und zur Verbesserung beantragen könnte. Einzig die Bahn- und Autobahnnetze wurden renoviert und ausgebaut. Der Zustand der Haupt- und Nebenstrassen sei mit westeuropäischen Verhältnissen in keiner Weise vergleichbar, berichten Reisende. Gewarnt wird aber nicht nur vor maroden Strassen, sondern auch vor der beherzten Fahrweise der Einheimischen – und vor langsamen und unbeleuchteten Pferdefuhrwerken.

Politisch verkannt
Politisch ist Rumänien im Wandel begriffen: einst ambitionsloses Schlusslicht der Reformstaaten Ostmitteleuropas, heute stabiles Vorbild in Sachen Strukturwandel. In einer gewaltlosen Bürgerrevolution, die von allen Generationen, vor allem aber von den Jungen, getragen wurde, stürzten die Rumänen ihre äusserst korrupte Regierung. Heute ist Rumänien eine Bürgergesellschaft und ein Rechtsstaat mit einer schlagkräftigen Justiz und einer gefürchteten Antikorruptionsbehörde.

Fussballerisch ambitioniert
Im Sport sind die Rumänen nicht zu unterschätzen. Sie durften im Tennis, Rugby und vor allem im Turnen grosse Erfolge feiern. Und im Fussball? Bisher kämpfte die rumänische Nationalmannschaft an sieben Welt- und an vier Europameisterschaften, wobei sie je einmal den Viertelfinal erreichten. Bestimmt erinnern Sie sich an Gheorghe Hagi? Er wurde kürzlich zum besten rumänischen Spieler der letzten fünfzig Jahre gekürt.
Der Schweizer Janco Pascar, der einen Teil seiner Karriere im Land Draculas bestritt, berichtet: «In Rumänien wird etwas härter gespielt als in der Schweiz. Doch die Mannschaften sind auf dem Platz weniger gut organisiert; als Spieler fühlt man sich manchmal ziemlich auf sich alleine gestellt.»

Trotz des gewonnenen Wissens über diese Perle des Ostens und des daraus wachsenden Respekts wünschen wir uns am Mittwoch ein spannendes Spiel – das am Ende die Schweiz für sich entscheiden möge.

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