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Wort der Woche «Tourismus»

Wussten Sie, dass der Begriff «Tourismus» erst seit den 1980er Jahren offiziell im deutschsprachigen Gebrauch ist? Vorher hiess der Ausdruck noch Fremdenverkehr, bei dem immer eine leichte Fremdenfeindlichkeit mitschwang. Um die Gäste aus dem Ausland nicht zu vergraulen, stellte der deutsche Sprachraum auf Tourismus um – unser Wort der Woche.

Von Massen- bis Ökotourismus – zu welcher Touristengattung gehören Sie?

Von Massen- bis Ökotourismus – zu welcher Touristengattung gehören Sie?

Bald sind Sommerferien, bald zieht es wieder Millionen von Menschen in den Süden. Und jedes Jahr aufs Neue bescheren Reiselustige der Tourismusbranche weltweit einen Umsatz von über 620 Mrd. US-Dollar und sind somit unbewusst Arbeitgeber für rund 100 Mio. Menschen. Damit die Touristen auch fassbar werden, hat die Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) eigens dafür eine Definition kreiert:

«Touristen sind Personen, die zu Orten ausserhalb ihres gewöhnlichen Umfeldes reisen und sich dort für nicht mehr als ein Jahr aufhalten aus Freizeit- oder geschäftlichen Motiven, die nicht mit der Ausübung einer bezahlten Aktivität am besuchten Ort verbunden sind.»

Doch Tourist ist nicht gleich Tourist, wie ein näherer Blick in die Touristengattungen zeigt.

Touristen und ihre Untergattungen
Fast schon wie in der Tierwelt gibt es für die Gattung «Tourist» verschiedene Untergattungen. Da ist zum Beispiel der altbekannte mallorquinische Massentourist, der seinen Urlaub all inclusive zelebriert: Dabei okkupiert er jede Sonnenliege, schon bevor der Hahn kräht, und stürmt das Hotelbuffet, als gäbe es keinen Morgen mehr. Oder das gegenteilige Pendant dazu – der Individualtourist, der als Globetrotter noch unentdeckte Flecken der Erde aufspürt und sie in seinem persönlichen Blog mit konfuzianischen Zitaten gekonnt in Szene setzt.

Dazwischen gibt es die Kultur- und Bildungstouristen, die alle Museen und Sehenswürdigkeiten unsicher machen und sich jeweils im Hotel händeringend mit Ausflugstipps und Prospekten eindecken – denn die Zeit ist knapp, und es gibt noch so viel zu sehen. Eine noch nicht allzu alte Gattung sind die aktiven Sport- und Naturtouristen, die es mit jedem Berg aufnehmen, als würden sie gegen Tyson kämpfen. Zu den neueren Touristen-Gattungen zählen die Öko- und Agrotouristen, die gerne im Stroh schlafen, Weintrauben stampfen oder ihren selbst gemachten Ziegenkäse ihren Freunden zum Apéro reichen.


Turbulenzen am Tourismushimmel
Die Sonne scheint längst nicht mehr am Tourismushimmel: Die Branche sieht sich seit ein paar Jahren starken Turbulenzen ausgesetzt. Das Internet hat die Branche massgeblich verändert: Reisende suchen und buchen online, umgehen die Reisebüros und seit Neuestem auch die Hotels – dank Couchsurfing-Plattformen. Hinzu kommen Bewertungsplattformen, auf denen Touristen den «Credibility Gap»* zwischen inszenierter Hotel-Homepage und dem realen Ferienerlebnis gnadenlos enthüllen.

Neben dem neuen Buchungsverhalten über die Onlineportale spielen auch Währungsschwankungen eine grosse Rolle, wie das wegen der Frankenstärke in der Schweiz der Fall ist. Aber auch Streiks, Naturkatastrophen oder Gewaltkonflikte bringen die Branche ins Wanken. Und nicht zuletzt das Überangebot des ewig Gleichen: Die Gastronomie- und Hotelbetriebe sind sich in Angebot und Service zu ähnlich, was die ohnehin schon dünnen Margen zwangsläufig auffrisst.

*Glaubwürdigkeitslücke zwischen der Selbstdarstellung der Anbieter und der subjektiven Wahrnehmung der Touristen

Mögliche Trends
Die jetzige Form des Tourismus befindet sich in einem Strukturwandel: Couchsurfing, Vermietung von privaten Wohnungen und Häusern oder günstige Mitfahrgelegenheiten auf kürzeren Strecken haben Zukunft – Airbnb und Uber lassen grüssen. Dies wiederum bedeutet, dass die Hotel-, Gastronomie- und Transportbetriebe samt Anbietern von Sehenswürdigkeiten viel enger zusammenarbeiten und kombinierbare Pakete anbieten müssen, damit die Gäste mit einer Buchung gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen können.

Ein weiterer Trend liegt im sanften und naturnahen Tourismus, der weg von den überbelegten Stränden hin in Naturreservate führt und das Lokale betont, wo sich Touristen und Ansässige vermehrt austauschen und gegenseitig kennenlernen können. Auch die Bedeutung von Gesundheit und Erholung wird zunehmen, da es immer mehr Menschen gibt, die im Urlaub Energie tanken wollen und teils aus gesundheitlichen Gründen sogar müssen.

Eine verwegene, aber eventuell demnächst mögliche Tourismusvariante liegt im Weltraum verborgen: Projekte wie das SpaceShipTwo werden derzeit getestet und entwickelt, sodass es einen Weltraumflug bald für ein Schnäppchen von EUR 150‘000.– zu erstehen gibt.

Wir wünschen Ihnen sternenklare Nächte und sonnige Ferientage – egal, welcher Touristengattung Sie angehören. Erholen Sie sich gut und kommen Sie wieder munter zurück.

Ihr Team der TRANSLATION-PROBST AG.

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