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Wort der Woche «Cognitive Computing»

Braucht es bald keine Werber mehr? Oder Texter und Übersetzer? Wird uns die künstliche Intelligenz der selbstlernenden IT-Systeme bald in der Arbeitswelt ersetzen? Oder befreit uns «Cognitive Computing» von lästigen Aufgaben, damit wir unsere Intelligenz gezielter nutzen können? Unser Wort der Woche aus unserer Serie zu Trends.

Wort der Woche «Cognitive Computing»

Cognitive Computing – wenn Maschinen wie Menschen denken

Geht es nach Persado – einer kognitiven Content-Plattform aus den USA – soll die künstliche Intelligenz von Computern lediglich Marketingbotschaften und Nachrichten optimieren, jedoch nicht die Kreativen und die Redaktoren ersetzen. Mithilfe von Cognitive Computing lassen sich grosse Datenmengen analysieren, um daraus emotionalere und effektivere Werbebotschaften zu erzeugen. Anhand der Algorithmen erkennt Persado, auf welche Reizbegriffe, Sätze oder Bilder Konsumenten besonders stark reagieren. Die gewonnene Erkenntnis daraus bildet den Turbo für die Call-to-Action.

Mensch und Maschine lernen voneinander

Cognitive Computing verfolgt den Ansatz, Computertechnik wie ein menschliches Gehirn funktionieren zu lassen. Dabei geht es nicht um das Kopieren unseres Gehirns, sondern um die kognitiven Prozesse wie Wahrnehmen, Denken, Verstehen, Lernen und Sich-Erinnern. Die IT-Systeme sind somit nicht für alle Problemlösungen vorprogrammiert, sondern lernen einerseits aus der permanenten Sammlung, Auswertung und Interpretation von Daten dazu, andererseits aber auch durch den Austausch mit uns Menschen – wie bei Watson von IBM.

Dr. Watson bitte in den OP

Ein Assistenzarzt der besonderen Art ist das selbstlernende System Watson von IBM: Es wertet beispielsweise die gewaltigen Datenmengen aus den Akten von Krebspatienten aus und verknüpft diese mit Forschungsdatenbanken, um so eine individuelle Therapiegrundlage für Krebspatienten zu entwickeln. Die behandelnden Ärzte können Watson in der natürlichen Sprache Fragen stellen und so Behandlungsmöglichkeiten evaluieren. Watson zeigt dann auf, welche Methode zu wie viel Prozent zum Patienten passt – inklusive Argumentation und Quellenangabe.

Doch Watson kann noch mehr: Es analysiert beispielsweise auch Social-Media-Daten von Unternehmen und bietet so eine Entscheidungsgrundlage für künftige Kommunikationsstrategien. Lernende Computersysteme werden uns in Zukunft anhand der raschen Verarbeitung grosser Datenmengen helfen, treffendere Entscheidungen zu treffen – ob für medizinische Belange oder betriebswirtschaftliche Bedürfnisse.

«All you need is Übersetzungen»

«Big Data» lautet das Gebot der Stunde. Doch nur der Datensammelwahn allein macht noch keine klugen Handlungen. Die lernenden Roboter und Maschinen können zwar bereits aus der Auswertung von Daten und deren Zusammenhängen zuverlässige Prognosen abgeben – wie die deutsche Polizei-Software «precobs», die aufgrund der geografischen Fallanalysen von Kriminalfällen Muster erkennt, um daraus Ort und Zeitpunkt von künftigen Delikten vorauszusagen. Allerdings funktioniert das nicht immer – wie wir aus den Newslettern und Werbeangeboten von Online-Händlern wissen: Da werden mir Bowlingkugeln und Windeln schmackhaft gemacht, obwohl ich weder Kind noch Kegel zu Hause habe.

Ähnlich verhält es sich bei der Sloganmaker-Maschine, die zwar so ziemlich alle berühmt-berüchtigten Werbeslogans aus dem Netz zusammengetragen hat, dann aber willkürlich eigens eingegebene Begriffe in die bestehenden Slogans integriert. Ich habe einen Versuch mit dem Wort «Übersetzung» gewagt und dabei lustige Kreationen ausgespuckt bekommen:

  • «All you need is Übersetzungen»
  • «Aussen Übersetzung – innen Geschmack»
  • «If Jesus was here, he would go for Übersetzungen»
  • «Warnung: Übersetzung kann süchtig machen»
  • «There’s no life without Übersetzungen»

An dieser Stelle können Texter, Journalisten und Übersetzer durchatmen: Denn an einer Knacknuss werden die kognitiven Computersysteme noch lange zu knabbern haben – der Kreativität. Aber das freut uns – denn somit können wir Sie und Ihre Übersetzungsaufträge auch in Zukunft mit Herz und Hirn betreuen.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

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