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Wort der Woche «Virtual Reality»

Diese Woche werfen wir einen Blick in die Zukunft bzw. in die virtuelle Realität: 2016 scheint nämlich das Jahr der Virtual Reality Technology zu sein. Was mit dieser Technologie alles möglich ist und wozu sie künftig nützlich sein kann, lesen Sie in unserem aktuellen Wort der Woche: Virtual Reality.

Virtual Technology – sitzen wir künftig zu Hause, während wir im virtuellen Büro arbeiten?

Virtual Technology – sitzen wir künftig zu Hause, während wir im virtuellen Büro arbeiten?

Die VR-Brillen erinnern im ersten Moment an die versiegelten Taucherbrillen aus «Wetten, dass …?» – fehlt nur noch Thomas Gottschalk mit seinen wilden Gestikulationen, um zu prüfen, ob die Brillenträger auch was sehen. Bei VR-Brillen eröffnen sich den Trägern in der Tat neue Welten, die neben visuellen Projektionen auch den Raum sowie die eigenen Bewegungen einbeziehen und damit das Gaming auf eine neue Stufe bringen.

 

Vom Spiel bis zum virtuellen Kaufhaus

Wegen der 360-Grad-Projektionen eignet sich die virtuelle Realität besonders für eingefleischte Gamer, die sich so mittendrin im Spiel, und nicht mehr vor dem PC oder der Konsole befinden. Doch die VR-Brillen könnten nicht nur die Welt der Gamer verändern, sondern auch die des Kinos und der Spielfilme: Mit der VR-Technologie könnte das Medium Film eine komplett neue Erfahrung bieten, an die eine Leinwand oder ein Fernsehgerät nie herankommen kann, weil die Distanz zwischen dem Medium und dem Publikum aufgelöst wird.

Ein weiteres Beispiel, wie die VR-Brillen das Einkaufsverhalten der Zukunft verändern könnten, liefert Cadillac mit seinem virtuellen Autohaus: Kaufinteressenten von Autos könnten so die neuesten Modelle von allen Seiten betrachten, ohne dabei das Wohnzimmer zu verlassen. Oder sie könnten in einem Onlineshop die Produkte in ihrer echten Grösse und Form betrachten, ehe sie sie bestellen.

Interessant wird es, wenn es um Ferien geht: Hätten Reisebüros schon VR-Brillen, könnten sie für die Urlaubsreifen alle Destinationen der Welt in Kürze erlebbar machen und müssten keine schweren Kataloge mehr drucken. Die Frage ist, ob die Urlaubsreifen sich dann nicht einfach ein 360-Grad-Video ihres nächsten Urlaubs auf ihre VR-Brille laden, ohne wirklich zu verreisen. Aus Umweltsicht wäre dies ein erheblicher Vorteil, denn der CO2-Ausstoss liesse sich so massiv reduzieren. Aber ob wir damit auch richtig glücklich werden, bleibt zweifelhaft.

 

Potenzial für die Medizinaltechnik

Anders dagegen könnte die VR-Technologie die Medizinaltechnik revolutionieren: «MindMaze», ein Spin-off der ETH Lausanne, hat hier schon die ersten grossen Schritte gemacht und Anwendungsmöglichkeiten entwickelt, die hirngeschädigten Patienten bei der Rehabilitation helfen können. Das Prinzip dahinter ist einfach: Nach einem Hirnschlag oder einer Hirnverletzung müssen die Patienten oft warten, bis sie mit der Rehabilitation beginnen können – sei es weil zu wenig Betreuungspersonal vorhanden ist, sei es weil sie schlicht körperlich nicht dazu in der Lage sind. Und hier kommt MindMaze ins Spiel: Dank der VR-Technologie können Patienten bereits im Bett mit ihrer Therapie beginnen, indem ihnen die VR-Software vorgaukelt, dass sie ihre Gliedmassen so bewegen können, als hätten sie gar keine Schädigung ihres Nervensystems erlitten. Offenbar lassen sich Hirnregionen schneller aktivieren und der Heilungsprozess deutlich verbessern. Zudem lassen sich die Fortschritte aus der Ferne überwachen, sodass Übungen individuell an die Patienten angepasst werden können.

Homeoffice und trotzdem präsent

Wenn wir die Gedanken der VR-Technologie weiterspinnen, so könnten wir volks- und betriebswirtschaftlich eine neue Dimension erreichen und uns unzählige Bürogebäude und Firmensitze sparen, Staus vermeiden und trotzdem im virtuellen Büro einander begegnen, Besprechungen führen oder Kunden empfangen, ohne die eigene Wohnung je verlassen zu müssen. Was wir dazu bräuchten, wäre nur ein zweites virtuelles Ich.

Damit könnte der Film «Surrogates» rasch Wirklichkeit werden: Schliesslich tüftelt die Menschheit nicht nur an der virtuellen Realität, sondern auch an Robotern, die mittlerweile in Aktion mit Menschen treten. Im Film «Surrogates» sind es eben diese humanoiden Roboter, die von ihrem echten Ich ferngesteuert werden, das währenddessen auf dem Sofa liegt.

Mark Zuckerberg spricht schon von «Virtual Reality als der sozialsten Plattform», die unsere Art, zu leben und zu interagieren, komplett verändern werde. Ob wir das wirklich wollen? Wir werden es sehen. Abgesehen von den Gaming-Nerds, die sich gerne von der realen Welt abkoppeln, weil ihnen das Soziale nicht so behagt, ist der Mensch an und für sich ein soziales Wesen, das nicht lange alleine sein kann. Fazit: Wie jede neue Errungenschaft wird auch die VR-Technologie am Anfang mit viel Getöse eingeläutet. Dennoch muss sie sich erst noch bewähren – schliesslich hat die AR-Technologie (=Augmented Reality, englisch für erweiterte Realität, die z. B. via Smartbrille möglich ist) bisher auch noch nicht den Durchbruch geschafft, obwohl sie seit Längerem besteht und als das nächste grosse Ding bezeichnet wurde.

Unsere Texte und Übersetzungen jedenfalls gibt es für Sie nach wie vor von Menschen aus Fleisch und Blut, die Emotionen und Inhalte authentisch transportieren können.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

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