Archiv

Autor Archiv

Wort der Woche «Arbeit 4.0»

21. November 2016

Am Anfang sassen wir als Affen auf den Bäumen, dann kam der Homo erectus, woraus sich der Homo sapiens samt Zusatzfeature sapiens entwickelte. Und heute? Die aktuell erhältliche Version des modernen Menschen scheint erneut ein Auslaufmodell zu werden (wie so manches Smartphone): Algorithmen, Bots und Chips vernetzen sich immer mehr mit seiner Biomasse, was auch zu einer neuen Form der menschlichen Arbeit führt: der Arbeit 4.0 – unser Wort der Woche.

Arbeit der Zukunft – TRANSLATION-PROBST AG

Bringt die digitale Revolution Krieg oder Frieden?

Die US-Wahlen haben es gezeigt: Die Welt steht vor dem nächsten (R)evolutionsschritt. Das Auslaufmodell der Arbeiterklasse hat Angst davor, ausrangiert zu werden. Denn mit der klassischen Arbeit lässt sich nicht mehr wie in den 1950er und 1960er Jahren so viel Geld verdienen, dass ein Einfamilienhäuschen mit allem Drum und Dran zu finanzieren ist – trotz des Niedrigzinses. Während Kapital- und ICT-Firmen eine Hochblüte erleben, geht es der Mittel- und Unterschicht zunehmend schlechter. Darum werfen wir einen Blick auf die Chancen und Risiken der Arbeit 4.0.

Lohndumping und Praktika

Der Wert und die Bedeutung der menschlichen Arbeit haben in den vergangenen zehn Jahren stark abgenommen. Immer mehr Tätigkeiten sind der Automatisierung zum Opfer gefallen; ebenso sind die Ansprüche von Arbeitgebern an akademische Qualifikationen gestiegen – nicht zuletzt dank der Bologna-Reform, die mittlerweile zu einer Vervierfachung der Hochschulabsolventen geführt hat. Ob das allerdings für die Wirtschaft sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln: Gerade Länder ohne duales Bildungssystem wie Spanien, Portugal oder die USA zeigen, wie schwer es die Jungen haben, eine Stelle zu finden: Ein Philologe kann nun mal kein Parkett verlegen. Und ob ein Krankenpfleger mit einem Mastertitel mehr Zeit für die Pflege von kranken oder alten Menschen hat, ist ebenfalls zweifelhaft.

Während früher das Handwerk oder eine Weiterbildung auf Fachausweis- oder FH-Niveau für ein einträgliches Einkommen ausreichten, werden heute bereits für den Berufseinstieg Mastertitel verlangt – und das zu einem Praktikumslohn. Diese Praktikumswut der Unternehmen ist nichts anderes als ein verschleiertes Lohndumping und eine Gewinnmaximierung auf Kosten der Arbeitnehmer, nur um die Rendite auf das Investmentkapital zu steigern.

Algorithmen machen uns arbeitslos

Ok, das mag nun gar dramatisch klingen. Trotzdem bringen die fortschreitende Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung der Dinge immer mehr Arbeitsplätze in Gefahr: Laut einer Studie des deutschen Arbeitsministeriums werden in den nächsten zwanzig Jahren zwölf Prozent der Arbeitsplätze wegen der Automatisierung verschwinden – angefangen vom Taxifahrer, den das selbst fahrende Auto ersetzt, über den Postboten, der neu als Hightech-Drohne daherfliegt, bis hin zum Viehbauern, der sich einem 3D-Fleischdrucker geschlagen geben muss.

Was bei letzterem Beispiel einen Segen für alle Masttiere bedeutet, klingt im ersten Augenblick ziemlich bedrohlich für den Homo faber bzw. laborans: Glaubt man der Zeitung Die Welt, gehen Prognosen sogar davon aus, dass jeder zweite Job in Zukunft verloren geht. Doch es gibt auch Lichtblicke: Dank der Vernetzung und permanenten Erreichbarkeit werden unsere Arbeitszeiten nicht mehr auf die acht Stunden täglich verteilt sein, sondern über die ganze Woche anfallen, was gerade für Teilzeitarbeitskräfte und Familien nützlich sein könnte, da keine fixen Arbeitszeiten mehr nötig sind. Dies würde die Volkswirtschaft zusätzlich entlasten, weil sich damit der Pendlerverkehr samt Staus reduzieren würde.

 

Grundeinkommen und Umschulung zwingend notwendig

Alle Arbeiten, die neu Computer übernehmen, machen die klassischen Produktionsfachleute überflüssig. Damit diese künftig nicht um ihre Existenz bangen müssen, werden wir unser derzeitiges Einkommensverständnis überdenken müssen. Das Kapital weniger Menschen scheint exponentiell zu wachsen, während die Einkommen der Mittel- und Unterschicht immer kleiner werden – sei es durch den Wegfall von Jobs, die Zunahme von Start-up-Milliardären aus der ICT oder der grossen Masse im Niedriglohnsektor wie dem Einzel- und Detailhandel, Backoffice oder der Landwirtschaft, die vermehrt durch Self-Scanning, Software oder Roboter ersetzt wird. Neben dem bedingungslosen Grundeinkommen, das derzeit in Finnland einen Pilotversuch erlebt, wird es eine staatlich geförderte Umschulung brauchen, um die Mittel- und Unterschicht vor der totalen Armut zu bewahren.

Achtung, Revolutionsgefahr!

Die künstliche Intelligenz wird uns in vielen Belangen das Leben erleichtern – ob beim Einkaufen, beim Haushalten oder Produzieren und Vertreiben von Gütern. Unsere Arbeit wird sich mehr Richtung Kreativität bewegen und damit weg von der mühseligen Pflicht hin zur lustvollen Hingabe: Wir werden künftig vermehrt unsere Leidenschaften und Talente gewinnbringend einsetzen können. Dies erfordert allerdings neue Finanzierungsmethoden, da Arbeit künftig nicht immer ein Einkommen generiert – ausser in den hochbezahlten ICT-Bereichen, der Forschung oder Unternehmensführung.

Damit der grosse Rest nicht leer ausgeht und damit die digitale Revolution nicht auch noch eine moderne Wiederholung von 1789 samt Köpferollen der Oberschicht auf sich folgen lässt, sind Ideen der Einkommensverteilung zu prüfen – sei es mit dem Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens oder der Besteuerung der Leistung von Maschinen, die ja schliesslich die Arbeit für uns machen, aber gleichzeitig auch unser Einkommen wegsparen. Modelle und Denkansätze gibt es viele. Es bleibt die Hoffnung, dass wir uns dessen bewusst sind und alle auf eine faire Art und Weise von der digitalen Revolution profitieren können und nicht nur die Investoren, Aktionäre und Konzernführungen.

Wie stehen Sie zur digitalen Revolution? Macht Ihnen die Arbeit 4.0 Angst? Teilen Sie uns Ihre Meinung oder auch Ihre Lösungsansätze mit!

Wort der Woche «liefern»

12. Oktober 2015

Als Lieferant von Übersetzungen und Texten erkunden wir in unserer Rubrik «Wort der Woche» das Verb «liefern»: Woher kommt es? Wie ist sein heutiger Gebrauch? Und wie verhält es sich dabei mit der Freiheit?

Laut Duden blickt unser Wort der Woche auf eine lange Geschichte zurück: Ursprünglich stammt «liefern» vom lateinischen «liber» für «frei» bzw. «liberare» für «befreien». Im Mittellateinischen änderte das Verb «liberare» seine Bedeutung Richtung «freilassen/ausliefern». Während in der Antike bzw. im Mittelalter Herren ihre Sklaven und Knechte in die Freiheit entliessen, fand unser Wort der Woche Einzug in die Welt der niederdeutschen Kaufmannssprache: Aus dem französischen «livrer» entwickelte sich das mittelniederdeutsche und mittelniederländische «lēveren», das wir heute als «liefern» kennen.

«Quod erat lieferandum»

«Quod erat lieferandum»: Eine Lieferung zum Schreien

Wer liefert was?
Im Zeitalter der Logistik lassen wir uns heutzutage alles – vom Wocheneinkauf über die Pizza Quattro Formaggi bis hin zu Kleidern und Schuhen – ins Haus liefern, bis wir vor Glück schreien. Doch wir lassen uns nicht nur Güter liefern, sondern liefern uns auch schon mal eine wüste Tomatenschlacht. Sofern wir in Pamplona zu Hause sind. Und plötzlich bekommt die Lieferung eine andere Bedeutung als den reinen Warentransfer von A nach B.

Was meinen wir eigentlich, wenn unser King Roger eine brillante Partie abgeliefert hat? Hat er uns dann kistenweise Tennisbälle serviert? Oder einfach hervorragend gespielt und uns damit gut unterhalten?

Wenn die Menschheit mal wieder ins nächste Verderben stürzt, dann liefert die Geschichte genügend Beispiele dafür, warum sie das tut, und verdeutlicht uns damit, warum wir nicht in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen. Quod erat lieferandum. Oder so. Zumindest vor Gericht kommt die korrekte Redewendung «quod erat demonstrandum» zur Anwendung, wenn Anwälte Beweise liefern, die einen Täter überführen, der dann ans Gefängnis ausgeliefert wird. Oder im Fall der FIFA an die USA.

«Liefere statt lafere»
Eine berühmt-berüchtigte Redewendung, die während der aktuellen Wahlen Hochkonjunktur hat. Nach dem Prinzip «Reden ist Silber, Machen ist Gold» sehen wir es lieber, wenn uns die Politiker nicht mit irgendwelchen Worthülsen volllabern, sondern etwas für die Bevölkerung unternehmen. Auch im Sport kommt diese Redensart häufig vor – besonders dann, wenn sich längere Zeit kein Erfolg mehr eingestellt hat. Wenn sich Manager ihrer grossen Tatkraft rühmen, dann bedienen sie sich genau dieses Spruchs. Doch meistens bleibt es beim Labern und Delegieren, weil es eben auch nur alter Wein in neuen Schläuchen ist.

Wir liefern auch express
So schnell wie die Dönerbude um die Ecke sind wir nicht. Aber auch wir verstehen unter «liefern» zum einen die Übermittlung von Texten und Übersetzungen; zum anderen verstehen wir darunter auch den Anspruch, Aufträge nicht nur express, sondern auch mit Qualitätsgarantie abzuwickeln. Und wenn Ihnen dieser Text etwas laferig vorkommt, hat er Ihnen trotzdem einen Einblick in die Welt des Lieferns geliefert. Ich zumindest bin nun bereit, mich ins Wochenende einliefern zu lassen.

Wenn Sie mehr über unseren Lieferservice von Texten und Übersetzungen erfahren wollen: 0840 123 456 / info@translation-probst.com. Alles andere gibt’s bei der Post.

Unser mit grossem Augenzwinkern geschriebenes Wort der Woche von unserem Texter und PR-Berater Predrag Jurisic.

Was war Ihr bestes Liefererlebnis? Kommen Sie nun bloss nicht mit einem Päckchen von Zalando. Bis nächste Woche − garantiert ohne Schleichwerbung.

Die Krim: Pro und Kontra zum Beitritt zu Russland

20. März 2014

Unsere Übersetzerin in Russland, die uns bereits einige Impressionen von den Olympischen Winterspielen in Sotschi zugesandt hat, macht sich Gedanken zu den Ereignissen in der Ukraine, insbesondere zur Krim. Sie berichtet über die Reaktion der Russinnen und Russen und fügt einige persönliche Überlegungen an.

Die Situation rund um die kleine Halbinsel Krim erhitzt sich. Am 16. März wurde das Referendum durchgeführt, bei dem sich 96 Prozent der Bevölkerung für einen Beitritt zu Russland ausgesprochen haben. Zwei Tage später unterzeichnete Präsident Putin im Kreml einen Vertrag über die Aufnahme der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Krim.

In Russland selber gibt es keine Einstimmigkeit. Einerseits bedeutet der Beitritt der Halbinsel zu Russland für die meisten Russen einen logischen Schritt, der seit vielen Jahren immer wieder diskutiert wurde. Bekanntlich ist der grösste Teil der Bevölkerung der Krim russisch. Am Dienstagabend feierten über 600‘000 Menschen die „Heimkehr“ der Krim nach Russland. Andrerseits verstehen die Russen, dass die Weltgemeinschaft diesen Entscheid kaum akzeptieren wird. Niemand in Russland will eine Wiederholung der blutigen Geschichte zwischen dem Kosovo und Serbien. Warum Präsident Putin so rasant reagierte und bereits zwei Tage nach dem Referendum einen Vertrag unterschrieb, bleibt für die meisten Russen ein Rätsel.

Auf dem russischen Internet finden sich dazu viele witzige Vermutungen. Eine davon hat mit der russischen Sportlerin und Duma-Abgeordneten Alina Kabaewa zu tun. Viele Russen vermuten, dass sich Präsident Putin letztes Jahr wegen ihr scheiden liess und sie ihm bereits zwei Kinder geschenkt hat.

Der obere Text lautet: «Bei meiner Ehre! Ich habe ihn zum Frauentag am 8. März um eine Dose Creme gebeten!» (auf Russisch klingelt das Wort «Creme» sehr ähnlich wie das Wort «Krim»). Der Satz unter den Bildern lautet: «Ich brauche einen neuen Kinderwagen, habe aber Angst, ihn darum zu bitten.» (Kinderwagen heisst auf Russisch «Kolyaska», was sehr ähnlich wie «Alaska» tönt).

Auf dem Internet kann man sich auch mit der To-Do-Liste des russischen Präsidenten vertraut machen, die in die gleiche Richtung zielt:

Universiade
Olympiade
Paraolympiade
Krim
Alaska

Ich persönlich habe widersprüchliche Gefühle. Mit dem Krim-Beitritt hat Russland seine geopolitische Lage verbessert und das russische Volk auf der Halbinsel sozusagen verteidigt. Jede Medaille hat aber eine Kehrseite.

Was ich befürchtet, sind nicht die Sanktionen, mit denen die Weltgemeinschaft droht. Jeder weiss, dass der russische Staatshaushalt extrem von den Einnahmen aus Rohstoffexporten abhängig ist. Die EU wird sich aber nie auf einen Unterbruch der Öl- und Gasimporte aus Russland einigen können, weil man in diesem Fall den Ast absägt, auf dem man sitzt. Was ich befürchte, sind die Massen- und die Social Media, die zum Hass zwischen unseren Völkern aufstacheln.

Ich war mehrmals in der Ukraine, habe ein paar gute Freunde und Bekannte dort. Ausserdem kenne ich viele Ukrainer, die in Russland arbeiten. Das ist unser Brudervolk, wir haben eine Sprache, eine Mentalität, eine gemeinsame Kultur. Was die Massmedien jetzt machen, ist inakzeptabel. Wenn man russische, ukrainische, deutsche und amerikanische TV- und Radio-Sendungen und Artikel über die Krim vergleicht, findet man kaum etwas Gemeinsames. Die Fakten werden unterschiedlich interpretiert, manchmal sogar verdreht.

Ich habe gestern mit einem ukrainischen Freund telefoniert, der in Kiew lebt. Er ist wie viele andere Ukrainer der Meinung, Janukowitsch sei ein Protegé des Kremls. Gemäss seiner Information haben sich nur 42 Prozent der Krimbevölkerung für den Beitritt ausgesprochen. Putin sei Hitler #2, sagt er. Der kümmere sich nicht um den Wohlstand des russischen Volkes und spiele sein eigenes Spiel.

Ich bin Patriotin, ich kann aber die Eile des russischen Präsidenten auch nicht nachvollziehen. Warum wurden zum Beispiel die Russen nicht gefragt, ob sie diesen Beitritt wünschen? Entweder gibt es einen Grund, den ein einfacher Russe nicht kennt, oder aber das Problem liegt noch tiefer. Was will Putin als Nächstes? Wo ist die Garantie, dass Deutschland das Kaliningrader Gebiet (ehemaliges Königsberg) nicht zurückverlangt? Japan könnte die Kurilen zurückverlangen. Was passiert, wenn Russland Ansprüche auf Alaska erhebt? Es gibt mehr Fragen als Antworten.

Wort der Woche – König

3. Januar 2014

3-koenigskuchenAm 6. Januar ist Dreikönigstag: Sternsinger sammeln dann Spenden für arme Kinder und segnen die Häuser mit den drei Buchstaben «C+M+B» (einer traditionellen Segensbitte). In der Schweiz ist es Brauch, einen Dreikönigskuchen zu geniessen und darauf zu hoffen, den kleinen König aus Plastik zu ergattern. Denn der Glückliche darf dann für einen Tag König oder Königin sein und bestimmen, was unternommen werden soll. Im ersten Wort der Woche des Jahres 2014 gehen wir deshalb dem Begriff «König» nach.

Zuerst zur Klärung der Bedeutung: König ist die Amtsbezeichnung für den höchsten monarchischen Würdenträger in der Rangfolge eines souveränen Staates. Nun zur Klärung der Wortherkunft: Das Wort «König» ist germanischen Ursprungs, allerdings sind die Wortquellen umstritten.

1. Erklärung: König als einer, der einem vornehmen Geschlecht entstammt

Das Wort «König» ist in älteren deutschen Sprachstufen (ahd. kuning, mhd. künic) sowie in den meisten altgermanischen Sprachen (altengl. cyning, altnord. konungr) bezeugt. Die zugrundeliegende Form von König ist *kuninga-z. Darin enthalten ist das Suffix –ing/-ung, was Zugehörigkeit und Abstammung bezeichnet. Der Begriff *kuninga-z bedeutet also «der zum kuni/kunja-Gehörige» oder «der von einem kuni/kunja-Abstammende». Als weiterer Ausgangspunkt der Wortbildung ist auch das altgermanische Wort *kunja = «Sippe/Geschlecht» akzeptiert.

Dem Ausdruck *kuninga liegt das Wort «Adliger» zugrunde, was «vornehmer Mann» bedeutet. Dementsprechend wäre der *kuningaz «der einem (edlen) Geschlecht Entstammende» beziehungsweise eine Person von vornehmer Herkunft.

2. Erklärung: König als Wissender

Eine andere Annahme besagt, dass*gnə– = «Wissen» die Quelle des Wortes «König» ist. Demnach wäre der König als «Wissender» bezeichnet worden. Diese These kann dadurch gestützt werden, dass die Germanen ihren Königen grosse Weisheit und umfangreiches Wissen zusprachen.

Ob adliger oder wissender König, wir wünschen Ihnen viel Glück bei der Suche nach dem kleinen Kuchenkönig und natürlich «en Guätä».

Wort der Woche – Silvester

27. Dezember 2013

silvesterIm Jahr 2013 gab es viele schöne, spannende und schreckliche Geschichten: Zum Beispiel die Jahrhundertflut in Deutschland, das «Royal Baby» von Kate und William, den Taifun auf den Philippinen oder den Tod von Nelson Mandela. Nun neigt sich ein aufregendes Jahr dem Ende zu, und viele fiebern dem Silvesterabend entgegen. Wir fragen uns deshalb, woher das Wort «Silvester» stammt, und erküren es zum letzten Wort der Woche des Jahres 2013.

Die Assoziation des Jahresendes mit dem Namen Silvester geht auf das Jahr 1582 zurück. Damals verlegte die Gregorianische Kalenderreform den letzten Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember, den Todestag des Papstes Silvester I im Jahr 335. (www.wikipedia.org) Dieser Papst prägte die Geschichte und Entwicklung der Kirche im 4. Jahrhundert massgeblich, indem er sie neu organisierte. Unter seinem Pontifikat vollzog sich die Einführung des Christentums als Staatsreligion und die Errichtung grosser römischer Kirchen, wie die Basilika St. Peter. Seit dem 5. Jahrhundert wird er als Heiliger verehrt und gilt als Tagesheiliger des 31. Dezembers.

Auf Deutsch: Waldmensch

Der Begriff Silvester gilt als Feiertag, Gedenktag und Vorname und ist lateinischer Herkunft. Silvester geht auf den Wortstamm «silva» zurück, was «Wald» bedeutet. Ins Deutsche übersetzt heisst der Name Silvester somit «Waldbewohner», «der zum Wald Gehörende» oder «Waldmensch».

Wenn vom Tag vor Neujahr gesprochen wird, gilt die Schreibweise mit i (Silvester). Wenn es hingegen um die Schreibweise des Vornamens geht, ist auch Sylvester mit y anerkannt. Die bekanntesten Beispiele für den Vornamen Sylvester sind der amerikanische Actionstar Sylvester Stallone und die glücklose Cartoon-Katze.