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Wort der Woche «Klischee»

31. August 2015

Ich tauche mit Ihnen tief in die Welt der Wörter und fische eines heraus, das auf den ersten Blick unscheinbar erscheint. Durch seine vielen Facetten eignet es sich jedoch perfekt, um unseren neuen Schwerpunkt, den der Technik, einzuleiten: Klischee. Sie glauben mir nicht? Dann lesen Sie jetzt besser schnell weiter.

Klischee klingt schon sehr Französisch angehaucht, und das ist es tatsächlich auch. Das französische «cliché», von dem es abstammt, heisst übersetzt «Abklatsch». Vielleicht ein Grund dafür, dass Klischee auch abwertend gebraucht wird, um eine unschöpferische Nachbildung zu bezeichnen – jedenfalls in der Bildungssprache.

Klischee und Technik
Jetzt erkläre ich Ihnen aber zuerst mal, was Klischee mit Technik am Hut hat. In der Zeitungs- und Buchdrucktechnik definiert ein Klischee eine Drucktechnik. Genauer gesagt handelt es sich um eine fotochemische – sprich: durch das Licht in die Wege geleitete – oder maschinell hergestellte Druckplatte für das Hochdruckverfahren. Nach einer Vorbehandlung werden die nichtdruckenden Teile weggeätzt. Während es in den 1950er bis 1970er Jahren im Buchdruck Klischees aus Aluminium und Magnesium gab, bestehen die heutigen Klischees aus Zink, Kupfer, Kunststoff oder Photopolymer, einem lichtaushärtenden Kunststoff. Das Wort «Klischee» hat aber noch mehr zu zeigen als seine technische Seite. Wenn jemand zum Beispiel «in Klischees redet», benützt er abgegriffene Redensarten und -wendungen. «Gemeinplatz» ist ein anderes abwertendes, aber schönes Wort dafür, wie ich finde. Auch das steht für nichtssagende Redensarten – passen Sie also auf, dass niemand einen Grund findet, zu sagen, dass sich Ihre Rede «nur in Gemeinplätzen» bewegt hat.

Tauchen Sie mit uns in die Welt der technischen Terminologie ein.

Tauchen Sie mit uns in die Welt der technischen Terminologie ein.

Klischee = Stereotyp?
Das Klischee existiert als etwas geistig bzw. sprachlich Schablonenhaftes. Das klingt zu abgehoben für Sie? Nun, stellen Sie sich ein Klischee als eine Art Schablone vor, die vor bzw. über etwas gehalten wird. Schnell wird Ihnen eine andere Bedeutung von Klischee bewusst: die einer gängigen, überkommenen Vorstellung – eines Stereotyps. Während ein Stereotyp sich ausschliesslich auf Personengruppen bezieht, greift ein Klischee weiter. Es ist vielmehr ein Nachfolger von stereotypen Annahmen, der auch eine gewisse Abnutzung des Begriffs signalisiert. Ein Beispiel für ein Klischee ist, dass Frauen nicht einparken können. Dieses Klischee ist nicht völlig an den Haaren herbeibezogen, muss ich zugeben. Klar wird aber, dass die Richtigkeit dieser generellen Behauptung nicht bewiesen werden kann – da es sich eben um ein Klischee handelt.

Auch Journalisten sind anfällig für Klischees
Klischees werden oft leichthin übernommen und entsprechen nicht unbedingt der Überzeugung der Person, die sie weiterträgt. Weitere Eigenschaften eines Klischees: Oft ist es negativer Natur, in Redensarten eingepackt, und so eher in der Umgangssprache anzutreffen. Viele Klischees lassen sich deswegen, wie bereits oben kurz erwähnt, als abgegriffene Redewendungen beschreiben, die eingefahrene Vorurteile ausdrücken. Oft bedienen sich auch Journalisten Klischees, was zwar nicht weiter schlimm ist, aber dazu führen kann, dass zum Beispiel vor allem über Gewaltdelikte gegenüber weiblichen Opfern Bericht erstattet wird – obwohl häufig Männer Gewaltdelikten zum Opfer fallen. Dies mag daran liegen, dass Beispiele, die starke Emotionen auslösen, mehr journalistischen Erfolg versprechen.

So, das war der Tauchgang in die Welt der Wörter. Auf jeden Fall vorerst. Klischees bestehen übrigens nur so lange, wie sie sprachlich oder gedanklich gebraucht werden. Vielleicht eine guter Anstoss für Sie, einige Ihrer überholten Klischees über Bord zu werfen. Wir sehen uns nächste Woche wieder.

Wort der Woche «Moderation»

24. August 2015

Wie moderiert man eine Sitzung, Diskussion oder Gesprächsrunde souverän? Wie lässt sich der Inhalt für alle verständlich zusammenfassen, und was ist ein absolutes No-Go als Moderator? Karin Frei, die Redaktionsleiterin und Moderatorin der Sendung «Club» beim SRF, verrät Ihnen ihre Geheimtipps und erklärt, was Moderieren mit Übersetzen zu tun hat.

Karin Frei studierte europäische Ethnologie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Völkerrecht.

Karin Frei studierte europäische Ethnologie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Völkerrecht.

TRANSLATION-PROBST AG: Frau Frei, was macht für Sie eine gute Moderation aus?
Karin Frei: Jemand, der ein Gespräch leitet, muss unbedingt zuhören können. Alles andere ist Übung: Innert Sekunden gilt es zu entscheiden, in welche Richtung das Gespräch weitergehen soll. Gleichzeitig muss der Fluss im Gespräch aufrechterhalten und Raum für eine spannende Diskussion gegeben werden. Meinungen herauszuschälen, zu präzisieren oder zusammenzufassen sind dabei Teil der Moderationsaufgabe.

Wie bereiten Sie sich auf eine Moderation vor?
Ich versuche, mich so schnell und so gut wie möglich bei einem Thema auf den Stand der Dinge zu bringen, damit die drängenden Fragen klar werden. Vorgespräche mit den Gästen präzisieren diese Fragen. Anschliessend halte ich in einem Konzept den idealen Ablauf fest, der mich zwar leitet, der sich aber auch jederzeit während der Moderation fliegend umstellen lässt. Wirklich vorbereiten bzw. auswendig lernen kann ich nur den Einstieg in eine Sendung, der Rest ist freier Flug. Das Schöne und gleichzeitig das Frustrierende an Live-Moderationen ist der Kick, im «Jetzt-gilt‘s»-Modus zu arbeiten. Denn es kommt immer anders, als man es sich vorstellt. Menschen funktionieren vor der Kamera oder im Zusammenspiel plötzlich nicht mehr so wie im Vorfeld. Und da ich am Ende einer Vorbereitung mehr weiss, als in 75 Minuten Platz findet, kann ich nach einer Sendung schlecht abschätzen, wie sie jetzt wirklich war. Es ist keine Seltenheit, dass sich meine Gedanken nach einer Sendung noch die ganze Nacht drehen.

Was ist für Moderatoren ein absolutes No-Go?
Für einen professionellen Moderator kommt es nicht in Frage, jemanden vorzuführen oder die Gäste lediglich für die Selbstdarstellung zu nutzen.

Wie verbinden Sie das Moderieren mit dem Übersetzen?
Übersetzen ist eine der Hauptaufgaben der Moderation. Ein Moderator muss das Zielpublikum vor Augen haben und entscheiden, wie die Information am verständlichsten vom Sender zum Empfänger gelangt. Dies beinhaltet: komplexe Zusammenhänge herunterbrechen, ohne sich im Detail zu verlieren, aber auch gewichten und die essenziellen Punkte herausschälen – kurzum: die Informationsflut übersetzen.

Worauf achten Sie, wenn Sie den Inhalt des Gesagten für die Zuschauer zusammenfassen?
Ich versuche, mich möglichst kurz zu halten, und fasse so zusammen, dass jemand in ein Gespräch einsteigen kann, auch wenn er das Vorangehende verpasst hat. Das gelingt nicht immer gleich, und ist natürlich auch Übungssache.

Was ist Ihr peinlichstes Erlebnis, das Ihnen beim Moderieren passiert ist?
Als ich selber den Faden verloren habe. Gute Gäste retten einen dann, was bei mir glücklicherweise der Fall gewesen ist und für einen Lacher gesorgt hat. Wenn es passiert, möchte man jedoch am liebsten in die Tischkante beissen.

Welchen ultimativen Tipp geben Sie Laien, die eine Diskussion moderieren müssen?
Überlegen Sie, was Sie genau möchten: Wer ist das Zielpublikum? Was soll bei der Diskussion rausschauen? Legen Sie Schwerpunkte fest, gehen Sie mit Neugier ins Gespräch und lassen Sie es laufen. Es ist besser, zuzuhören, nachzufragen und ein Gespräch weiterzuspinnen, als sich krampfhaft an einem Plan und einer Reihenfolge festzuhalten. Ein Moderator ist auch Unterhalter, und wenn er die Diskussion selbst spannend findet, ist die Chance gross, dass das Publikum das Gleiche empfindet.

Ein Goldvreneli für einen sportlichen Höhenflug

19. August 2015

Feedback gegen Goldvreneli – kein schlechter Deal, oder? Auch im August hat unsere Glücksfee unter allen eingegangenen Kundenfeedbacks einen glücklichen Gewinner gezogen: swissT.net. Claudia Marra, Office Managerin beim Schweizer Technologie-Netzwerk, investiert das Goldvreneli «sportlich».

Claudia Marra setzt das Goldvreneli sportlich ein.

Claudia Marra setzt das Goldvreneli sportlich ein.

TRANSLATION-PROBST AG: Frau Marra, von Ihnen haben wir ein Kundenfeedback erhalten. Sind Sie zufrieden mit unseren Übersetzungen?
Claudia Marra: Mit Ihren Übersetzungen bin ich sogar sehr zufrieden, denn sie werden schnell und gleichzeitig sehr fachmännisch ausgeführt.

Vertrauen Sie deshalb Ihre zu übersetzenden Texte der TRANSLATION-PROBST AG an?
Ja, die Texte werden zudem termingerecht und unkompliziert übermittelt. Auch der Service und die Kundenbetreuung lassen keine Wünsche offen.

Und was haben Sie mit dem Goldvreneli vor?
Nun, der nächste Triathlon im Ausland kommt bestimmt. Mit dem Goldvreneli werde ich einen Teil der Startplatzgebühren und der Reise bezahlen – ich kann es kaum erwarten!

Das Schweizer Technologie-Netzwerk swissT.net ist die Dachorganisation der verschiedenen Industriezweige im Technologiesektor der Schweiz. Gerade im technischen Bereich sind treffsichere Übersetzungen von Bedeutung, denn mit jedem falschen Wort riskiert man finanzielle Einbussen. Aus diesem Grund setzt die TRANSLATION-PROBST AG Fachübersetzer aus dem Gebiet der Technik für die Übersetzungen der swissT.net ein.

Wort der Woche «Messeauftritt»

17. August 2015

Viele Unternehmen planen Messeauftritte als Massnahme in der Jahresplanung fix ein – und lassen dafür ordentlich was springen. Ein Messeauftritt braucht jedoch nicht nur finanzielle, sondern auch personelle Ressourcen. Lohnt sich das? Für das Interview konnte ich einen richtigen Messeprofi an Land ziehen: nämlich unseren CEO Roman Probst höchstpersönlich.

Roman Probst besucht mehrere Messen pro Jahr.

Roman Probst besucht mehrere Messen pro Jahr.

Roman, Messen stellen häufig den grössten Budgetposten in der Jahresplanung der Marketingabteilung dar. Sind Messeauftritte für die Unternehmen nicht von vornherein eher ein Verlustgeschäft?
Das ist eine schwierige Frage. Es kommt auf die Ziele an, die mit dem Messeauftritt erreicht werden sollen – aber eben, diese müssen zuerst definiert werden, was bei vielen Unternehmen leider vergessen geht. Nur damit gelingt es, den Nutzen von Messeauftritten zu bewerten und Verbesserungspotenzial für das nächste Jahr mitzunehmen.

Was könnten solche Ziele sein?
Bevor es an die Zieldefinition geht, muss die Zielgruppe bestimmt werden: Besteht unsere Zielgruppe aus Geschäftsführern, Marketingleitern, Projektleitern in Werbeagenturen usw.? Daraus ergibt sich gleich die nächste Frage: Auf welcher Messe treffen wir überhaupt auf die gewünschte Zielgruppe? Dann muss man sich Gedanken darüber machen, warum man auf der Messe auftritt. Möchten wir bestehende Kunden binden oder Neukunden akquirieren? Oder ein neues Produkt vorstellen? Vielleicht will man gar neue Mitarbeitende gewinnen. Ist man sich darüber im Klaren, ist der nächste Schritt die Zieldefinierung, wobei auch hier die berühmt-berüchtigte SMART-Regel gilt. Ein Ziel könnte z. B. sein: Bis Ende 2016 haben wir durch die EMEX’15 10 neue Kunden akquiriert, die durchschnittlich CHF 5000.– Umsatz generieren.

Und wie weiss man, ob sich der Messeauftritt gelohnt hat?
Nun, am Schluss zählt das liebe Geld. Wie viel Umsatz hat der Messebesuch gebracht? Dafür müssen die generierten Leads, sprich die akquirierten Kontakte, auch wirklich gepflegt und genutzt werden. Auch eine Abschlusskalkulation sollte nicht fehlen: Wie viel hat uns der Messeauftritt wirklich gekostet? Dann lässt sich auch die nächste Messe besser planen.

Was ist wichtig bei der Vorbereitung für die Messe?
Alles steht und fällt mit dem Messekonzept, das zu Anfang entworfen werden sollte. In dieses gehören neben den Zielsetzungen eine Budgetaufstellung und eine Übersicht, wann welche Aufgaben zu erledigen sind und wie viel Personal während der Messe gebraucht wird. Natürlich ist es auch wichtig, bestehende und potenzielle Kunden darüber zu informieren, dass und wo man an der Messe zu finden ist – dies erreicht, wer möglichst viele verschiedene Kommunikationskanäle crossmedial einsetzt. Das Standpersonal, das meistens aus eigenen Mitarbeitenden besteht, sollte vor dem Einsatz ausführlich geprüft werden. Nicht alle sind sich den persönlichen Kundenkontakt gewohnt, weshalb es sehr nützlich sein kann, den Ablauf an der Messe vorher kurz zu üben. Wie gehe ich auf einen Messebesucher zu? Wie verwickle ich ihn in ein Gespräch mit dem gewünschten Output?

2014 haben über 1000 Besucher haben am Stand der TRANSLATION-PROBST AG ihre Treffsicherheit unter Beweis gestellt.

2014 stellten über 1000 Besucher am Stand der TRANSLATION-PROBST AG ihre Treffsicherheit unter Beweis.

Und wie sieht der perfekte Messestand aus?
Hell, sichtbar und möglichst schnell identifizierbar – der Besucher sollte nicht lange überlegen müssen, vor welchem Stand er denn jetzt steht und was der Mehrwert für ihn ist. Der Stand sollte relativ offen gestaltet sein und einen Eye-Catcher haben, der die hart umkämpfte Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zieht und idealerweise mit der Dienstleistung verbunden werden kann. Ebenfalls wichtig ist der Wiedererkennungswert. Uns zeichnen z. B. die Farbe Gold und Professor Tell aus, der 2011 den Preis «Call for Eyecatcher» gewonnen hat.

Und was gilt es während der Messe zu beachten?
Den ganzen Tag an einem Stand zu stehen und das Gespräch mit den Kunden zu suchen, kann sehr anstrengend sein. Den Mitarbeitenden sollten deshalb genügend Pausen gegeben werden, während derer sie Energie tanken können. Trotz des Ernsts der Angelegenheit sollte ausserdem der Spass nicht verloren gehen. Eine Messe ist ein aufregender Event, bei dem man auf interessante Persönlichkeiten trifft und sich von aussergewöhnlichen Ideen inspirieren lassen kann.

Möchtest du sonst noch etwas anfügen?
Ja, analog dem Messekonzept sollte möglichst kurz nach der Messe ein Fazit gezogen werden. Was lief gut? Was weniger? Zusammen mit dem Budget und der Bewertung der Zielerreichung ist man dann für das nächste Jahr top vorbereitet.

Kommen Sie an die SuisseEMEX‘15 und schauen Sie, wie Roman Probst seine eigenen Ratschläge umsetzt und welche unterhaltsame Attraktion er mit seinem Team für Sie ausgedacht hat. Keine Angst, Sie werden uns erkennen – einfach Ausschau nach unseren goldigen Hüten und Smarts halten. Wir freuen uns auf Sie!

Wort der Woche «Brille»

10. August 2015

Sie schärft den Blick und schmückt immer mehr Nasen: die Brille. Nicht alle haben das gleiche Bild von ihrer Wirkung. Was jedoch klar ist: «Brillenschlangen» haben heute ein leichteres Leben als früher.

Die Brille hat sich längst zu einem beliebten Modeaccessoire gemausert. Es gibt Frauen, die haben zu jedem Outfit nicht nur den passenden Schuh, sondern auch die stilgerechte Brille.

Markante Hornbrillen werden vermehrt als individuelles Erkennungsmerkmal getragen.

Markante Hornbrillen werden vermehrt als individuelles Erkennungsmerkmal getragen.

Ursache für Kopfweh
Die Brille ist jedoch nicht nur ein Schmuck, sondern häufig auch ein Zaubermittel gegen lästige Kopfschmerzen. Vor allem eine nicht korrigierte Weitsichtigkeit kann Schuld am rhythmischen Pochen in der Schläfe oder dem leichten Hämmern unter der Schädeldecke sein. Der Clou dabei: Die Augen gleichen das Gesehene bis zu einem gewissen Punkt aus, weshalb viele Menschen ohne ihr Wissen weitsichtig sind. Durch die ständige Überanstrengung, um scharf zu sehen, können jedoch besagte belastungsabhängige Kopfschmerzen entstehen. Auch ein leichtes Schielen, das sich bisher geschickt getarnt hat, führt insbesondere nach intensiven Lesephasen oder einer längeren Verabredung mit dem Computer zu Kopfweh. Mal einen Sehtest beim Augenoptiker Ihres Vertrauens zu machen, ist in diesem Fall sicher ein kluger Schachzug.

Verringerte Sehkraft durch die Brille?
Damit sich die Kontaktlinsen nicht vernachlässigt fühlen: Ich habe euch nicht vergessen! Nur seid ihr halt gerade für Menschen mit trockenen Augen wie mich nicht so geeignet, und ihr habt mich deshalb mit geröteten Augen schon ziemlich «zombiehaft» aussehen lassen. Gerade wenn der Computer häufig das Gegenüber darstellt, wird die Tränenflüssigkeit, die das Auge vor der Linse schützt, durch die verringerte Häufigkeit des Wimpernschlags schlechter verteilt. Die Linse reizt dann die Hornhaut, was im ärgsten Fall Entzündungen nach sich ziehen kann. Doch nicht alle singen ein Loblied auf die Brille: Viele befürchten, dass sie ihre Sehkraft verschlechtert. Dies ist aber ein Trugschluss. Zwar kann speziell bei Brillen-Neulingen der Eindruck entstehen, dass das eigene Sehvermögen ohne Brille im Vergleich zu früher schlechter ist. Das liegt aber an der zuvor fehlenden Vergleichsmöglichkeit: Vor der Brille hat das aktuelle Sehvermögen für die Betroffenen die maximale Sehkraft dargestellt. Durch die Brille wurde diese jedoch neu definiert. Setzen die neuen Brillenträger nun ihre Sehhilfe ab, wird ihnen der Unterschied zwischen der optimalen Sehkraft und ihrer natürlichen Sehstärke wortwörtlich vor Augen geführt.

Brille_TRANSLATION-PROBST_AG

Unsere Autorin und ihre Brillen im Wandel der Zeit.

Menschliche und tierische Brillenschlangen
Ich selbst trage heute meine Brille mit Stolz, gehört sie doch zu mir, und lässt sie sich doch eher als zusätzliches Accessoire beschreiben. Das war jedoch nicht immer so. Ein Blick auf alte Fotos aus meiner Kindheit beweist: dicke Gläser und das rechte Brillenglas mit einer Folie abgedeckt – es gibt Schöneres. Ich hatte aber Glück: Als «Brillenschlange», eine unter den Brillenträgern und Brillenträgerinnen  unliebsame Betitelung, haben mich meine Klassenkameraden nie bezeichnet (jedenfalls nicht in meiner Anwesenheit). Da sind andere weniger glimpflich davongekommen. In der Tierwelt sind «Brillenschlangen» hingegen begehrte Objekte und stehen deshalb unter weltweitem Schutz – trotzdem werden sie oft von Schlangenbeschwörern für ihre Vorstellung gefangen. Ihren Namen haben die Brillenschlangen (oder auch südostasiatischen Kobras) übrigens der Markierung auf der Rückseite des Halsschildes zu verdanken, die an eine Brille erinnert.

Auch Professoren werden häufig mit einer Brille assoziiert. Ob alle Professoren und Hochschuldozenten, die für die TRANSLATION-PROBST AG arbeiten, eine tragen, wissen wir nicht. Dafür haben wir eigenhändig geprüft, dass sie bei der Nachkorrektur der Übersetzungen und Texte darauf achten, dass die Dioptrie bei null liegt.