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Ein Abend mit Chips und Fussball – bei der Zweifel Pomy-Chips AG

22. September 2014

Kennen Sie dieses Video der Zweifel Pomy-Chips AG auch schon in- und auswendig, und schauen es trotzdem immer wieder an?

Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel und Chips nicht gleich Chips. Kein anderes Unternehmen in der Schweiz hat mehr Chips-Esser als die Zweifel Pomy-Chips AG. Rund 65 % aller in der Schweiz konsumierten Chips werden von ihr produziert. Egal ob fröhliche Familienbesuche, lustige Ladies Nights, kernige Männerabende oder kreative Kindergeburtstage; egal ob beim Spielbrett, vor dem Fernseher, beim Grillieren, zum Besuch beim Nachbarn oder zum Apéro – Zweifel begleitet seit den 1950ern die Schweizer.
Heute erwirtschaftet die Firma Zweifel Pomy-Chips AG jährlich über 210 Millionen Schweizer Franken, sie ist das grösste in diesem Marktsegment tätige Unternehmen des Landes. Wie kam es zu so viel Erfolg? Es reicht nicht, die richtigen Kartoffeln richtig zu schneiden und zu frittieren. Es braucht viel unternehmerischen Geist, Innovation und eine grosse Portion Leidenschaft, damit ein Zweifel Chip richtig knusprig wird. Und eine Marke einen so hohen Marktanteil gewinnt.

Herkunft
Wie ist das Unternehmen gestartet? Und was ist sein Erfolgsrezept? «Bilanz» schreibt dazu: „Hans-Heinrich Zweifel, 25-jährig und frisch gebackener ETH-Agraringenieur, wurde praktisch über Nacht Chef einer Chips-Fabrik. Zunächst blieb die Chips-Herstellung unter dem Dach der väterlichen Mosterei, Heinrich Zweifel liess seinem Sohn aber freie Hand. Und nahm zähneknirschend die Verluste auf seine Kappe. Die Bilanzgespräche im September, Jahr für Jahr dasselbe: ‹Ihr macht zu viel Reklame›, sagte der alte Zweifel. ‹Für dieses Jahr kann man das nicht mehr ändern, das ist schon ausgegeben›, antwortete Hans-Heinrich Zweifel. ‹Aber dafür haben wir den Umsatz verdoppelt.›» Der Gründer musste also einen nimmermüden Einsatz an den Tag legen und bereits zum Start seiner Karriere viel Geld ins Marketing investieren.

ZPRG
Womit wir beim Thema wären: Am 30. September organisiert die Zürcher Public Relations Gesellschaft ZPRG, die grösste der sieben Regionalgesellschaften von pr suisse, einen Event bei Zweifel am Hauptsitz in Spreitenbach. Beim Rundgang hinter den Kulissen der Zweifel Pomy-Chips AG erklärt Christoph Ernst (Group PM / Media), wie die Zweifel Pomy-Chips AG die Fussball-WM für sich genutzt hat und was dieses Engagement dem Chips-Hersteller und der Marke Zweifel gebracht hat.
Der Abend klingt aus mit gluschtigem Apéro, Chips und Networking.

Als Sponsor verlosen wir drei Tickets.
Beantworten Sie die folgende Frage: Wie nennt man die Chips auf Französisch? Für die ersten drei richtigen Antworten gibt es ein Gratis-Ticket. Schreiben Sie Ihre Antwort direkt ins Kommentarfeld.

Daten:
Am 30. September 2014.
Beginn der Veranstaltung um 17.00 Uhr.
Ort: Zweifel Pomy-Chips AG, Kesselstrasse 5, 8957 Spreitenbach

Award Corporate Communications

5. September 2014

award-ccZum 10. Mal organisiert Roland Bieri den Award Corporate Communications, bei dem die innovativsten Konzepte sowie deren erfolgreiche Umsetzungen ausgezeichnet werden. Zum Jubiläum verlosen wir dreimal 2 Tickets und machen ein Interview mit dem Gründer des Award CC.

Dank Professor Tell dabei
Was hat die TRANSLATION-PROBST AG mit dem Award Corporate Communications zu tun? 2011 wurden wir mit unserer Kampagne um Professor Tell nominiert und schafften es in die Top 10 der Social Media-Kampagnen. Deswegen wurde der CEO der TRANSLATION-PROBST AG gebeten, an der Preisverleihung über den Nutzen der Social Media für die Corporate Communications zu referieren. Diese Geschichte war so befruchtend, dass die TRANSLATION-PROBST AG seither den Award Corporate Communications als Service-Sponsor unterstützt.

Wie alles entstand
Doch welche Story steht eigentlich dahinter? Wie ist die Idee um den Award-CC entstanden, und was war die Lieblingskampagne von Roland Bieri?

Roland Bieri im Interview.

Roland Bieri im Interview.

Roland Bieri, wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, den Award-CC zu starten/erfinden, bzw. gab es nichts Vergleichbares auf dem Markt?

Ganz per Zufall. Und dies während meiner Verantwortung im Vorstand für das seinerzeitige 50-Jahre-Jubiläum des Kommunikationsclubs Headline. Die «Corporate Communications» wurde vor 10 Jahren in den Hochschulen als neuer Studiengang lanciert. Deshalb auch diese Bezeichnung des Branchenpreises. Dies war und ist der einzige nationale Preis, der die gesamte integrierte Kommunikation abdeckt.

Gab es in den 10 Jahren der Geschichte des Awards eine Projekteingabe, die Ihnen ganz speziell in Erinnerung geblieben ist?

Jedes Projekt an sich ist einzigartig. Interessant sind Lösungen mit kleinen Budgets, die einen besonders grossen Aufwand voraussetzen und speziell die gesteckten Ziele erreichen.

Was waren und sind die grössten Herausforderungen für dieses Projekt?

Motivation generell im Team und das Suchen von Partnern, insbesondere von Sponsoren.

Welcher Firma würden Sie persönlich gerne den Preis überreichen, wenn Sie diesen einfach so vergeben könnten?

Interessant für mich sind immer wieder Kleinunternehmen, die eigentlich unbekannt, jedoch unglaublich innovativ und einzigartig sind.

Hinter dem Projekt steht neben Ihnen auch Ihr Sohn, Daniel Bieri. Was ist euer persönlicher Antrieb, dieses Projekt Jahr für Jahr durchzuziehen?

Ja, dies stimmt. Er unterstützt mich seit der ersten Verleihung. Und hat primär mitgeholfen den Preis auf dem Online-Portal zu festigen und eine junge Zielgruppe zu erreichen. Ohne ihn wäre es unmöglich gewesen, das Projekt all diese Jahre in dieser Form durchzuführen. Was uns heute fehlt, ist ein Patronatsgeber, um den Preis optimieren zu können. Wer weiss, vielleicht gibt es vonseiten der Leser dieses Blogs neue Inputs.

Wer gewinnt, und wie Sie dabei sein können
Wer 2014 den Award Corporate Communications gewinnt, kommt aus am Donnerstag, 11. September 2014, ab 17.45 Uhr. Dann wird dieser begehrte Preis im Zürcher Metropol verliehen. Folgende Unternehmen sind nominiert:

• Eclat/Rod Kommunikation für SBB • Flughafen Zürich • Heads Corporate Branding für AMAG • LST Schenker für Wolfisberg Tor-Technik • Swiss Life

Als Partner des Awards Corporate Communications verlosen wir 6 Tickets für die Preisverleihung. Lust auf Keynotes und Networking? Sie brauchen uns nur ein Synonym für «treffsicher» im Kommentarfeld dieses Artikels mitzuteilen – und haben die Chance auf ein Gratisticket.

Über die sprachlichen Feinheiten zwischen Romands und Franzosen

19. August 2014

Nicht nur beim Schweizer Hochdeutsch, sondern auch beim westschweizerischen Französisch ist eine Nuance «Swissness» spürbar. Unser Korrektor Christian Treffort, ehemals Dozent für Französisch am Institut für Medienwissenschaften (IAM) und am Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IUED) der ZHAW in Winterthur, geht im Interview auf Sprachvarietäten der französischen Sprache ein und erklärt unter anderem, weshalb die Franzosen «quatre-vingts» statt die Zählweise mit «-ante» wie die Schweizer oder die Belgier verwenden.

Redigiert und korrigiert freiberuflich für uns – Christian Treffort.

Herr Treffort, können Sie uns im Rahmen der Sprachvarietäten der Schweiz und Frankreichs einige Substantive nennen, die besonders auffallen, witzig oder originell sind?
Das Wort déçu, bedeutet auf beiden Seiten der Grenze das Gleiche. Die Phrase déçu en bien (wie sie in der Westschweiz verwendet wird) erscheint einem Franzosen auf den ersten Blick als beinahe unverständlich. Natürlich versteht er dann aber mithilfe des Kontextes, dass damit eine positive Überraschung gemeint ist: «J’avais un peu peur, et finalement, j’ai été déçu en bien» = «Ich fürchtete mich ein wenig, doch am Ende war ich positiv überrascht».
Im Welschland gibt es am Morgen das déjeuner, am Mittag das dîner und am Abend das souper. In Frankreich hingegen nimmt man am Morgen das petit déjeuner ein, am Mittag das déjeuner und am Abend das dîner. Souper wird in Frankreich höchstens dann verwendet, wenn man vom Essen spricht, das man am Abend beispielsweise nach einem Theaterbesuch zu sich nimmt. Die Westschweizer sind aber nicht die Einzigen, die souper verwenden: Es ist auch in Quebec geläufig.
Noch etwas Weiteres, das mir gerade einfällt: Wenn ein Westschweizer einen Fehler schreibt, muss er das Wort tracer (durchstreichen). Ein Franzose hingegen würde es rayer oder biffer.

Kann man diese Unterschiede erklären, zumindest bei einzelnen Wörtern?
Die Unterschiede können unterschiedliche Ursachen haben. Dies kann zum einen der mehr oder minder starke konservative Charakter einer Region oder eines Landes sein. So hat das Wort déçu, das im Altfranzösisch trompé (sich geirrt haben) bedeutete, bei den Franzosen die ursprüngliche Bedeutung verloren, während die Westschweiz diese beibehalten hat. Auch das englische Wort to deceive hat diese Idee der Täuschung, Illusion oder List beibehalten. Bei tracer ist ziemlich klar, dass es von streichen aus der Deutschschweiz beeinflusst wurde.

Gibt es auch Unterschiede zwischen dem Schweizer Französisch und demjenigen in Paris auf anderen Ebenen der Sprache: der Grammatik, der Syntax oder der Orthografie?
Man kann nicht wirklich von grammatikalischen Unterschieden zwischen dem schweizerischen und dem französischen Französisch sprechen. Die Syntax und die Morphologie sind das Beständigste, das eine Sprache hat; und Westschweizer und Franzosen sprechen die gleiche Sprache. Ein Deutschsprachiger, der in der Schule Französisch gelernt hat, wird die Leute in Genf genauso gut verstehen, wie diejenigen in Lausanne, Paris, Lyon, Lille, Bordeaux oder Nantes. Er wird sich auch schnell an den Dialekt im Süden gewöhnen. Aber ein Westschweizer oder ein Franzose, der beispielsweise in Berlin Deutsch gelernt hat, wird bei einem Besuch in Zürich das Gefühl haben, dass er weder etwas weiss noch versteht, da der Unterschied zwischen dem Standarddeutsch und dem «Züritütsch» enorm ist. Es stimmt zwar, dass manche Westschweizer das stumme «e» aussprechen, indem sie den vorangehenden Vokal verlängern (zum Beispiel in matinée), aber die Aussprache ändert nichts an der Morphologie des Wortes.

Welche unterschiedlich verwendeten Wörter sagen etwas über die Kultur der jeweiligen Region aus?
Gewisse Wörter widerspiegeln kulturelle Unterschiede, besonders solche, die politische Gegebenheiten aufweisen. Das wohl bekannteste Wort in der Hinsicht ist bourgeois, das in Frankreich mindestens seit Flaubert negativ konnotiert ist («J’appelle bourgeois tout ce qui pense bassement» = «Für mich ist bourgeois [bürgerlich] alles das, was ein geringes Denkvermögen besitzt»). Es bezeichnet im gleichen Zuge eine soziale Schicht und eine eher konservative Einstellung. In der Westschweiz hat être bourgeois de eine politische Bedeutung wie andernorts sein Pendant originaire de, das man in amtlichen Dokumenten findet. Diese Begriffe existieren in Frankreich nicht, so wenig wie der Begriff der commune bourgeoise (Bürgergemeinde). Dieser kulturelle Unterschied politischer und institutioneller Natur findet sich ebenso in den Begriffen conseiller d’Etat, conseiller aux Etats (Regierungsrat, Ständerat). Die Bildung, die Funktion wie auch die Art der Bezeichnung der Ratsperson und der Versammlung, der sie angehört, sind in der Schweiz und in Frankreich total verschieden. In der Schweiz handelt es sich um einen politisch gewählten, administrativen Verwalter, in Frankreich bloss um einen nominierten und nicht gewählten Verwalter. Als 1982 der Film «Espion, lève-toi» von Yves Boisset mit dem Schauplatz Zürich herauskam, spottete die Schweizer Presse darüber, welche Macht Jean-Paul Chance, einem Regierungsrat, im Film zugestanden wurde.

In der Schweiz und in Belgien sagt man «septante» bzw. «nonante». Wie kommt es, dass die beiden Regionen eine gemeinsame Zählweise verwenden, die im Gegensatz zu derjenigen in Paris steht?
Septante, octante (huitante) und nonante sind Teil einer Eigenartigkeit, deren Ursprung man zwar erklären kann, nicht aber deren Verwendung: Es ist gewiss, dass die Kelten nicht nur das Dezimalsystem (Zahlensystem mit der Einheit 10), sondern auch das Vigesimalsystem (Zahlensystem mit der Einheit 20 – also das Total von Fingern und Zehen) verwendeten. Das bekannteste Beispiel, das noch Spuren davon in sich trägt, ist das «Hôpital des Quinze-Vingts» in Paris, dessen Ursprung im Mittelalter liegt und diesen Namen trägt, da es 300 Betten beherbergt (15×20). Warum nun Frankreich dieses System verwendet, weiss man nicht. Es sei aber angemerkt, dass die Zählweise mit «-ante» teilweise auch im Osten Frankreichs verwendet wird.

In der Deutschschweiz ist es noch nicht so lange her, dass man − vor allem in der Schule − dazu tendierte, Helvetismen zu vermeiden. Heute zeigt sich ein gewisser Stolz auf die Sprachvarietäten des Schweizer Hochdeutschen. Gibt es eine solche Entwicklung auch in Bezug auf das Schweizer Französisch?
Das stimmt, in der Deutschschweiz kommt man wieder mehr auf den Dialekt zurück. Dieses Phänomen einer «Renationalisierung» der Sprache entspricht in einem gewissen Mass dem, was ein sprachlicher Verlust, also eine Verarmung der Sprache, genannt wird: Der Dialekt reicht für die alltägliche Sprache aus und Englisch spielt die Rolle der Lingua Franca für die Arbeit. Die Nähe zu Deutschland und die Einstellung Deutscher in Führungspositionen könnten zusätzlich den Wunsch hervorgerufen haben, die eigene Identität zu bewahren. Zum Schluss hat bestimmt auch die Entwicklung von Lokalradios ab Anfang der Achtzigerjahre einen Einfluss gehabt. Sie sprechen das Publikum in ihrer Sprache an. Dieses Phänomen findet man in der Westschweiz nicht: Westschweizer und Franzosen sprechen die gleiche Sprache – mit den Nuancen, die ich bereits zuvor erläutert habe.

Gibt es auch bei der paraverbalen Kommunikation (Laute, Intonation) Unterschiede je nach Region?
Die Leute aus dem Süden sind in ihrer paraverbalen Kommunikation aktiver als die Westschweizer und die Nordfranzosen. Aber es scheint so, dass sich der Affekt eher in den typischen Ausdrücken der Art peuchère, fan de chichourle, bonne mère oder putaing con zeigt als in der entsprechenden Gestik.

Wie sieht es mit non-verbalen Eigenheiten aus, zum Beispiel bei der Begrüssung?
In der Westschweiz begrüsst man sich mit drei Küsschen. In Frankreich sind es – je nach Region zwei bis vier oder sogar nur eines, wie in der Region Poitiers. Bestimmte Regionen beginnen mit der linken Wange, andere mit der rechten. Die Westschweizer donnent oder font un bec (geben ein Küsschen), die Franzosen font la bise.

Gibt es ein Begriffspaar, bei dem die Verwendung der einen Variante zu Missverständnissen führen könnte?
Statt donner oder faire un bec verwenden einige Westschweizer manchmal ein weiteres Wort, nämlich baiser. Die Franzosen sagen ja − wie bereits erwähnt – font la bise. Wenn eine Westschweizerin nun sagt: «Je croyais être fâchée avec Jean mais, quand nous nous sommes revus, il m’a baisée» («Ich dachte, Jean wäre wütend auf mich, aber als wir uns wieder sahen, hat er mich geküsst»), wird ein Franzose vor Lachen weinen, denn baiser ist in Frankreich ein Synonym zu faire l’amour.

Vielen Dank für das Interview, Christian Treffort. Wie das letzte, witzige Beispiel besonders drastisch zeigt, ist es für ein KMU-Unternehmen sehr wohl von Belang, seine konkrete Zielgruppe zu kennen und anzusprechen. Ansonsten ist der Tritt in ein sprachliches Fettnäpfchen schnell gemacht oder aber die Botschaft wird nicht verstanden. Nur eine Übersetzung, die sich an der Zielgruppe orientiert, ist eine treffsichere Übersetzung.

Lesen Sie in einem weiteren Blogartikel von uns mehr über die gezielte Ansprache von Schweizer Kunden.

Übersetzungen mit effektivem Mehrwert

14. August 2014

Mit Kunden oder Lieferanten ausserhalb des eigenen Sprachraums zu verhandeln, ist alles andere als ein leichtes Unterfangen. Sprachbarrieren können sowohl auf der schriftlichen als auch auf der mündlichen Ebene auftreten − abgesehen von allen kulturellen Unterschieden. Schnell liegt die Lösung auf der Hand: Übersetzungen müssen her. Dafür kann ein Freund, ein Freelancer oder eine grössere Übersetzungsagentur in Frage kommen. Wieso Letztere die bessere Lösung darstellt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Professionelle Übersetzungen überwinden jede Sprachbarriere..

Professionelle Übersetzungen überwinden jede Sprachbarriere.

1. Schwarmintelligenz
Das Wissen und die Erfahrung einer heterogen strukturierten Gruppe ist mehr als die Summe des Wissens und der Erfahrung ihrer einzelnen Mitglieder. Genau das kommt bei einer Übersetzungsagentur ins Spiel. Während der Tätigkeit einiger Jahre kommen in einer solchen Agentur ein Wissen und eine Erfahrung zusammen, die für die allerhöchste Qualität Ihrer Übersetzung sorgen. Das nennt man Schwarmintelligenz.

2. Wahl des passenden Übersetzers
Eine Übersetzungsagentur verfügt in der Regel über ein weitverzweigtes Netz an Übersetzern, Textern und Korrektoren aus unterschiedlichen Ländern. Sie hat also die Möglichkeit, die für Ihre speziellen Aufträge geeigneten Fachpersonen auszusuchen – auch bei Übersetzungen, die nicht bloss die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch betreffen. Diese übersetzen nicht nur in ihre Muttersprache, sondern sie kennen auch die entsprechenden Kulturen sowie Ihre Fachgebiete.

3. Sinn für sprachliche Varietäten
Für eine Übersetzung, die Ihre Zielgruppe anspricht, genügt es nicht, dass ein Übersetzer – sagen wir – bestens Deutsch spricht. Wenn die potenzielle Kundschaft, die Sie ansprechen wollen, in der Schweiz lebt, muss der Übersetzer die Eigenheiten des Schweizerhochdeutschen kennen. Dabei geht es nicht bloss um Unterschiede bei den Begriffen – dass die Schweizer eben «Ferien» und die Deutschen «Urlaub» sagen – oder um die Schreibweise des Doppel-S. Es gibt auch Varietäten in der Grammatik, der Satzbildung und der Tonlage. Ist die Übersetzung in unserem Fall „allzu deutsch“, lässt sie den potenziellen Schweizer Kunden kalt.

4. Referenzen und Qualität prüfen
Eine Übersetzungsagentur, die viele Aufträge abwickelt, verfügt in der Regel auch über zahlreiche Referenzen. So haben Sie die Möglichkeit, die Übersetzungsagentur auf Herz und Nieren zu prüfen. Nicht nur über die Referenzen – eine seriöse Übersetzungsagentur wählt ihre Übersetzer/innen sorgfältig aus und macht ihre Wahl transparent. So haben Sie die Möglichkeit, die Abschlüsse und die Qualität der Übersetzer/innen zu prüfen. Bei grösseren Aufträgen können Sie mithilfe von Probeübersetzungen Ihren Übersetzer auch selber auswählen.

5. Vier-Augen-Prinzip
Eine Übersetzungsagentur bietet Ihnen nicht nur einen Übersetzer an. Ein Korrektor, manchmal auch ein Lektor oder Redaktor kommen hinzu; sie prüfen die Übersetzung auf ihre Richtigkeit und Angemessenheit. Das Ergebnis ist nicht das gleiche, wenn eine Person einen Text mehrmals liest oder wenn mehrere Personen den gleichen Text lesen. Mehrere Personen garantieren für höchstmögliche Fehlerfreiheit.

6. Teilschritte zu einer gelungenen Übersetzung
In einer Übersetzungsagentur kommen sehr unterschiedliche Kompetenzen zusammen, die alle dazu beitragen, dass Ihre Übersetzung bei Ihren Kunden ankommt. Zum einen sind das die Übersetzer/innen, zum anderen die Korrektor/innen, die prüfen, ob Ihre Übersetzung inhaltlich, stilistisch, grammatikalisch und orthografisch Ihren Ansprüchen genügt. Dazu kommt auch das für das ganze Drum und Dran verantwortliche Projektmanagement, das nicht zuletzt dafür verantwortlich ist, dass Sie Ihre Übersetzung termingerecht und eine Rechnung ohne Fehler erhalten.

Sie merken also, Übersetzungsagenturen haben einiges zu bieten. Solange Sie nur einen einfachen Text für einen klar definierten Zweck zu übersetzen haben, kann dies ein Freelancer, der über die entsprechende Muttersprache verfügt und sich im Kontext auskennt, problemlos für Sie erledigen. Doch oft sind die Übersetzungsaufträge komplexer: Sie benötigen Übersetzungen in verschiedene Sprachen, möchten unterschiedliche oder ganz spezielle Zielgruppen ansprechen, Ihr «Text» ist ein Konglomerat unterschiedlicher Texte – in all diesen Fällen ist eine Übersetzungsagentur unabdingbar. Denn nur mit ihr sind Ihre Texte auch «mehr Wert».

«Jede Textstelle wird mit viel zu viel Info zugemüllt»

5. August 2014

Tagtäglich ziehen 3’000 bis 6’000 Werbebotschaften an uns vorbei. Damit es ein Unternehmen trotzdem schafft, in den Köpfen der Kunden zu bleiben, braucht es ein gut durchdachtes Cross Media Marketing. Dessen Erfolgsfaktoren erörtert Cary Steinmann, der Leiter des International Marketing an der ZHAW, im Interview.

Können Unternehmen heute überhaupt noch mit Werbung bei den Konsumenten punkten?

Cary Steinmann: Ja sicher, so wie sie es schon immer konnten: Mit einer scharfen Strategie und einer super kreativen Umsetzung. Als Beispiele denke ich an den Coop Grill «Tsch-tsch»-Spot oder an die SBB-Kampagne «Unterwegs zuhause».

Welches sind die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren für Cross Media Marketing?

Als Erstes braucht es eine einheitliche Unternehmenskommunikation über alle Kanäle hinweg. Auch eine thematische Geschlossenheit mit Fokus auf die Markenwerte des Unternehmens darf nicht fehlen. Und last but not least: Wichtig ist eine formale, gestalterische Einheit, die nichts hilft, wenn die ersten zwei Punkte nicht funktionieren oder gegeben sind.

Welche typischen Fehler begehen Unternehmen in der Kommunikation, wenn sie Konsumenten erreichen möchten?

Sie sagen zu viel. Es kostet ja alles, darum wird jede Textseite mit viel zu viel Info zugemüllt. 16 Sekunden benötigter Anzeigenbetrachtungszeit stehen im Schnitt 1,6 Sekunden realer Zeit gegenüber.

Welchen Beitrag leisten Texte und Übersetzungen im Cross Media Marketing?

Texte müssen Vorstellungsbilder kreieren, inspirieren, motivieren. Ein Text, der das eigene Unternehmen lobt, ist wertlos. Übersetzungen müssen es schaffen, die kulturelle Brücke der Sprachanwendung und der Wortbedeutungen (Semiotik) zu meistern. Übersetzen ist nicht einfach «nur» übersetzen, sondern eine Art kulturelle Reinterpretation.

 

cary

Cary Steinmann

Professor Marketing & Communication an der ZHAW
Leitung International Marketing
Gründungsmitglied APGS (Kommunikations- und Werbestrategie in der Schweiz)

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte, Spezialkenntnisse
Marketingstrategien, Kommunikationsstrategien, Image-Analysen, Marktforschung (psychologische Verbraucheranalysen, Focus
Groups, One-on-Ones), Marketing im Web 2.0, Soziale Netzwerke, Marketing in der Hyperrealität, Brand Management 2.0, Storytelling

Fragen an Cary Steinmann oder Anregungen zu Cross Media Marketing sind jederzeit willkommen – am besten gleich einen Kommentar schreiben.