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Archiv für die Kategorie ‘Interview’

Wort der Woche «Tapetenwechsel»

12. Dezember 2016

Auswandern mal anders – so einfach kann’s sein, wenn man’s kann!

Als Step 1, 2 und 3 bezeichnen wir unsere internen Prozesse und meinen damit die Übersetzung, die Nachkorrektur und die finale Kontrolle. Mit Steppen hatten wir bisher noch nichts am Hut. Bis Daniel Borak kam: Der elffache Weltmeister im Stepptanz hat unser Übersetzungsbüro beauftragt, seine Dokumente auf Englisch zu übersetzen. Denn er will nächstes Jahr in die USA auswandern. In einem Interview erklärt er der TRANSLATION-PROBST AG, wie es zu dieser Entscheidung kam, was alles dazu nötig war und was ihn in der grossen weiten Welt erwartet.

Interview mit Daniel Borak – TRANSLATION-PROBST AG

Tanzend auswandern: Stepptänzer Daniel Borak will in den USA Fuss fassen.

TRANSLATION-PROBST: Als freischaffender Profitänzer hast du dir bereits in der Schweiz, in Deutschland, Spanien, Italien, Kolumbien, Brasilien, Frankreich, England, Tschechien und in den USA einen Namen gemacht. Wieso zieht es dich nun nach Chicago?
Daniel Borak: Ich habe schon viel von der Welt gesehen und hatte die Möglichkeit, Erfahrungen in den verschiedensten Ländern und Kulturen zu sammeln. In jedem Land habe ich etwas dazugelernt und viele unglaublich talentierte Tänzer und Tänzerinnen kennengelernt. Auch in Chicago war ich schon einige Male – am weltgrössten Stepptanzfestival «Rhythm World». Das Festival wird von der Organisation Chicago Human Rhythm Project durchgeführt, die schon seit 26 Jahren aktiv ist. Der Leiter dieser Organisation ist Lane Alexander, ein genialer Stepptänzer, Lehrer und Choreograph. Lane traf ich erstmals mit 13 Jahren als Schüler im Rahmen eines Workshops in Zürich. Ich war von Beginn an fasziniert von ihm: Er ist genialer Lehrer und feiert zugleich unglaubliche Erfolge mit grossartigen Projekten und Festivals, vereint mit Tanz und Musik Menschen aus der ganzen Welt. 2010 erhielt ich von ihm ein Stipendium für sein Rhythm World Festival, 2014 und 2015 durfte ich dort auftreten und als Gastlehrer unterrichten. Da ich heute beruflich in eine ähnliche Richtung gehe wie er, kam nun von ihm die Anfrage für eine längerfristige Zusammenarbeit: Ab Februar 2017 soll ich bei seinen Projekten mitwirken und gar von seiner Tanzschule aus eigene Projekte kreieren und umsetzen. Dieses Angebot konnte ich bei bestem Willen nicht ablehnen!

Eine Arbeitsstelle hast du also in Aussicht. Was ist noch alles nötig, um in die USA auswandern zu können?
Direkt «auswandern» würde ich es nicht nennen; ich bin gerade dabei, ein O-1-Visum für einen Aufenthalt von drei Jahren zu beantragen. Das ist ein Visum für Personen mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten, das auch als Künstler-Visum bezeichnet wird. Doch ein besonderes Talent reicht dafür nicht aus. Neben dem konkreten Jobangebot braucht man noch einen Sponsor, der bereit ist, für den Künstler zu bürgen – bei mir ist das Lane. Zudem muss ich mein besonders hohes Niveau an Fertigkeiten und Ausbildung beweisen. Daher habe ich mich an die TRANSLATION-PROBST AG gewendet. Sie übersetzt alle notwendigen Dokumente, die die Meilensteine meiner Karriere beinhalten, ins Englische. Dazu gehören beispielsweise Zeitungsartikel und Interviews. Zu guter Letzt ist da noch der Papierkram – Formulare über Formulare zum Ausfüllen. Doch dafür habe ich eine Firma in den USA, die mir dabei hilft.

Anfang Februar soll es bereits losgehen. Was erwartet dich in Chicago?
Ehrlich gesagt: Ich weiss das noch gar nicht so genau. Ich halte mir alles offen und möchte alles einfach mal auf mich zukommen lassen. Lane ermöglicht es mir, selbständig Stücke zu choreographieren, Projekte zu kreieren und meine eigenen Ideen miteinzubringen. Als Künstler ist das natürlich eine enorme Chance. Ideen habe ich bereits viele; was ich daraus machen werde, wird sich zeigen.

Auf was freust du dich am meisten?
Das Beste an der ganzen Sache ist der Tapetenwechsel. Als freischaffender Tänzer, Lehrer und Choreograph bin ich seit Jahren ausgelastet – ich springe von Ort zu Ort, von Projekt zu Projekt. Natürlich ist das nicht nur meine Arbeit, sondern auch mein Hobby, meine Leidenschaft und mein Traum, den ich lebe und liebe. Doch es wird eine ganz neue und mit Sicherheit spannende Erfahrung, mich nur auf die Kunst selbst zu konzentrieren. Die Organisation, das ganze Drumherum, das Hin und Her wird mir abgenommen. Ich fixiere mich einzig und allein auf mein Projekt und die Kunst des Tanzens. Darauf freue ich mich.

Was wirst du vermissen?
Meine Familie, unsere Tanzschule und all meine Freunde. Doch das O-1-Visum erlaubt es mir, während des dreijährigen Aufenthalts immer mal wieder aus- und einzureisen, was ich mit Sicherheit auch nutzen werde. Wie bereits gesagt: Ich halte mir alles offen.

Info-Box

Daniel Borak ist mit seinen 27 Jahren bereits eine grosse Nummer in seiner Branche. Er ist leidenschaftlicher Stepptänzer und wurde während seiner Ausbildung in der Zürcher Tanz-Theater-Schule (ZTTS) ebenso in Ballett, Hip-Hop, Modern, Jazz, Flamenco, Choreographie, Feldenkrais, Pilates, Tanzgeschichte und Theater unterrichtet. Neben der Teilnahme an Meisterschaften und dem Unterrichten an Festivals leitet er gemeinsam mit seiner Mutter Liba die Tanzschule DanceStudio Borak in Winterthur und geht dabei seiner Tätigkeit als Tanzlehrer mit viel Hingabe nach.
Sein Mitwirken an etlichen Projekten − wie beispielsweise WINGS by RIGOLO, 9 Point Inc., DaNaTi, Funny Feet, DAS ZELT Varieté, dem Musical Flashdance und vielen anderen − brachte ihn zum Erfolg. Vergangenen Oktober organisierte er sein eigenes Festival, «Tap Dan’s Festival»: 7 Tage, 7 verschiedene Shows – sechs davon ausverkauft – als eine Art Best Of seiner bisherigen Arbeit und gleichzeitig auch ein Abschiedsfest. Nun wagt er den Schritt in die Metropole des Stepptanzes: Chicago.

Wenn auch Sie einen Tapetenwechsel benötigen und einfach mal auswandern möchten, wenden Sie sich an uns: 0840 123 456 / info@translation-probst.com. Wir erstellen Ihnen im Nu eine Offerte für die Übersetzung Ihrer Dokumente und mit einem besonderen Talent steht Ihrem Auswanderungstraum nichts mehr im Wege.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Dolmetschen»

3. Oktober 2016

Interview mit einer Dolmetscherin

Gute Sprachkenntnisse reichen für das Dolmetschen aus – dieser Irrtum ist weit verbreitet.

Dolmetschen ist erheblich aufwendiger, als viele denken. Anna Buesser, eine professionelle Dolmetscherin der TRANSLATION-PROBST AG, erklärt, warum Dolmetschen mehr als nur die mündliche Übertragung von Informationen in eine andere Sprache ist und welcher Aufwand sich hinter jedem Dolmetsch-Einsatz verbirgt.

TRANSLATION-PROBST AG: Welche Sprachen dolmetschst du? In welchen Fachgebieten?

Anna Buesser: Ich bin trilingual; zu meinen Muttersprachen zählen Englisch, Französisch und Deutsch. Zudem spreche ich Italienisch als Fremdsprache. Ich dolmetsche also aus diesen vier Sprachen in meine drei Muttersprachen. Meine Fachgebiete sind breit gefächert. Darunter fallen zum Beispiel Wirtschaft, Recht, Politik und Medizin.

Was fasziniert dich an diesem Job?

Mich faszinieren vor allem die Vielfalt der Themen und die neuen Herausforderungen bei jedem Auftrag. Dabei sieht jeder Tag anders aus – der Job wird nie zur Routine. Besonders viel Spass macht mir das selbstständige und unabhängige Arbeiten. «Being good at what I do» macht meinen Beruf schliesslich tagtäglich zu meinem Hobby.

Freelance-Dolmetscherin für die TRANSLATION-PROBST AG

Anna Buesser, Dolmetscherin CAS

Wie sieht ein typischer Dolmetsch-Auftrag bei der TRANSLATION-PROBST AG für dich aus?

Nachdem ich die Anfrage erhalten habe, überprüfe ich alle Angaben und meine Verfügbarkeit und unterbreite eine Offerte. Bei einer Zusage fordere ich alle notwendigen Unterlagen an und beginne wenn möglich sofort mit der Vorbereitung. Am Tag des Anlasses muss ich frühzeitig am vereinbarten Ort eintreffen, um mich dem Kunden vorzustellen, allfällige Last-Minute-Änderungen zu besprechen, alles vorzubereiten und zu überprüfen (z. B. Soundcheck).

Sobald der erste Redner anfängt, wird gedolmetscht. In den Pausen ziehe ich mich zurück. Wenn der nächste Redner beginnt, wird wieder gedolmetscht. Dieser Prozess wiederholt sich bis zum Schluss. Bei mehrtägigen Konferenzen bereite ich am Abend im Hotel das Material für den nächsten Tag vor. Und das Ganze wiederholt sich wie oben beschrieben. Am Ende des Dolmetsch-Auftrags hole ich ein erstes Feedback vom Kunden ab und leite dieses an die TRANSLATION-PROBST AG weiter.

Wie viel Aufwand steckt hinter den Vorbereitungen für einen Dolmetsch-Auftrag?

Um mich vorzubereiten, lese ich alle Unterlagen, recherchiere viel und präge mir die spezifische Terminologie ein. Bei Fragen und Unklarheiten wende ich mich an die TRANSLATION-PROBST AG. Je nach Schwierigkeit und Dauer des Auftrags muss ich mit mehreren Tagen Vorbereitungszeit vor dem Anlass rechnen. Hinter wenigen Stunden Dolmetschen steckt also ein mehrtägiger Aufwand.

Warum ist es wichtig, den Dolmetscher-Service für einen Event von einer Agentur mit professionellem Know-how organisieren zu lassen?

Eine Agentur stellt die Anlaufstelle für die Koordination aller involvierten Parteien dar. Sie macht alle im Voraus erforderlichen Abklärungen, organisiert passende Dolmetscher sowie das Vorbereitungsmaterial und vermittelt zwischen dem Kunden und dem Dolmetscher. Sie übernimmt auch das Haftrisiko, organisiert die Technik und allfällige Übernachtungen. Nach dem Auftrag holt sie Feedbacks zur Evaluation ein.

Dadurch werden sowohl dem Kunden als auch dem Dolmetscher wichtige Aufgaben abgenommen. Know-how in diesem Bereich ist unabdingbar, damit die Zusammenarbeit zwischen allen involvierten Parteien reibungslos erfolgt. Die Agentur muss die Rolle des Dolmetschers und die des Tontechnikers verstehen, muss kundenorientiert sein und, was am wichtigsten ist: Die Agentur muss rund um die Uhr verfügbar sein, falls Probleme auftreten.

Wie empfindest du die Zusammenarbeit mit der TRANSLATION-PROBST AG?

Seit 2010 arbeite ich für die TRANSLATION-PROBST AG. Die Zusammenarbeit empfinde ich als sehr professionell und angenehm. Die Mitarbeitenden des Dolmetscherwesens sind selbst Dolmetscher und verstehen unsere Rolle nur zu gut. Sie arbeiten vorausschauend und sind sehr bemüht, alles bestens zu organisieren.

Welche Problematik bringt der Beruf des Dolmetschers mit sich?

Viele Kunden verstehen leider nicht, was das Dolmetschen alles mit sich bringt. Viele denken, wir seien «Universalgenies» und wir bräuchten nur auf einen Knopf zu drücken und alles komme von selbst. Leider ist das ein Zerrbild, weshalb unsere Arbeit nicht geschätzt wird, sondern für selbstverständlich gehalten wird. Es braucht viel Taktgefühl und Diplomatie, um das falsche Bild geradezurücken und dem Kunden unseren Beruf zu erklären.

Andere Kunden hingegen schätzen unsere Arbeit und loben uns für unser Können. Diese Seite unseres Berufs gleicht die negativen Aspekte aus.

Hier finden Sie eine Checkliste für Ihren mehrsprachigen Anlass.

Unsere Dolmetsch-Arten – Ihre Vorteile

Simultandolmetschen

  • zeitgleiche Verdolmetschung des vom Redner gesprochenen Textes
  • keine Zeitverzögerung, authentische Dynamik Ihres Events
  • komfortables Zuhören über Headsets
  • Einsatzgebiete: mehrsprachige Veranstaltungen, Konferenzen, Tagungen, Verhandlungen, Shows, Galas, usw.

Konsekutivdolmetschen

  • zeitversetzte Verdolmetschung von Redeabschnitten, meist anhand von Notizen
  • Verdolmetschung von möglichen Fragen der Zuhörer in die Sprache des Redners
  • Einsatzgebiete: Tisch- und Begrüssungsreden, feierliche Anlässe, bilaterale Verhandlungen, Vorträge, usw.

Verhandlungsdolmetschen

  • zeitversetzte Verdolmetschung, meistens in einem informellen Kontext
  • gut geeignet für Einsätze mit wenigen Teilnehmern
  • Übertragung der Sprachen in beide Richtungen
  • Einsatzgebiete: Begleitung während Kundenbesuchen, Messen, usw.

Gerichtsdolmetschen

  • Zeitversetzte und fachspezifische Verdolmetschung
  • Beeidigte, öffentlich bestellte Dolmetscher
  • Unterstützung bei der Erfüllung rechtlicher Anforderungen
  • Einsatzgebiete: bei Gerichten, Notaren, Behörden, Anhörungen bei der Polizei, usw.

Videodolmetschen

  • Zeitversetztes Online-Verdolmetschung
  • mehrsprachige Besprechungen über Smartphones, Tablets und Computer
  • 2 Teilnehmer oder kleine Gruppen
  • Einsatzgebiete: informelle Meetings oder kurze Besprechungen von örtlich getrennten Parteien, im Tagesgeschäft von international tätigen Unternehmen

Wort der Woche «Unternehmenspublikationen»

29. August 2016

Der Wettbewerb wird immer härter, die eigene Markenpositionierung immer schwieriger. Abhilfe dabei schafft die Unternehmenskommunikation − und zwar mit guten Geschichten in einem schön aufgemachten Mitarbeiter- oder Kundenmagazin. Darum widmen wir unser Wort der Woche den Unternehmenspublikationen. Natürlich nur den gedruckten. Alles andere ist ja schon digital.

Um dem Wert und der Wirkung von Unternehmenspublikationen auf den Grund zu gehen, haben wir einen mehrfach ausgezeichneten Experten und Magazinmacher aufgesucht: Michael Haller, den Leiter Unternehmenskommunikation bei Brüggli.

TRANSLATION-PROBST AG: Welchen Stellenwert nimmt die Unternehmenskommunikation in der modernen Unternehmensführung ein?

Michael Haller: Einen immer wichtigeren: Unternehmen dürfen sich nicht mehr mit leeren Marketingphrasen verkaufen, sondern sollten im Dialog Vertrauen zu ihren Bezugsgruppen aufbauen. Denn Vertrauen bildet die Basis für den Markterfolg. Dazu braucht es transparente Informationen nach innen wie aussen sowie den Einbezug von Mitarbeitenden und Kunden. Dadurch fühlen sich Mitarbeitende wie Kunden wertgeschätzt, was sie mit ihrer langfristigen Loyalität gegenüber dem Unternehmen honorieren. Wesentlich auch: Produkte und Leistungen sind austauschbar, vergleichbar. Die Unternehmenskultur macht den Unterschied. Es ist eine zentrale Aufgabe der Unternehmenskommunikation, diese Werte erlebbar und nachvollziehbar zu machen. Die Unternehmenskommunikation wird so zum Reputationstreiber und Motor der Unternehmensentwicklung.

Ein Mittel der Unternehmenskommunikation sind Unternehmenspublikationen wie ein Mitarbeiter- und Kundenmagazin. Controller würden an dieser Stelle fragen: «Was bringt das finanziell?»

Eine ganze Menge, auch wenn sich die monetäre Auswirkung eines Mitarbeiter- und Kundenmagazins erst auf lange Sicht zeigt. Währenddessen neigen Controller dazu, den Ist-Zustand zu bewerten, was kurzfristig sicher wichtig ist. Doch mit Zahlen allein können sie die Zukunft auch nicht vorhersagen. Sonst bräuchte es die Unternehmenskommunikation ja gar nicht.

Fakt ist: Unternehmenspublikationen machen eine Marke erst richtig erlebbar − ungeachtet der Form und des Kanals. Wichtig ist es, die Kultur und den Hintergrund eines Unternehmens zu vermitteln. Ob das nun als gedrucktes Magazin, im Social-Media-Auftritt oder in Form des Intranets geschieht, ist zweitrangig. Die Themen und Geschichten sind entscheidend, nicht die Medien.

Apropos Themensetzung: Wie lassen sich gute Geschichten finden, die intern wie extern begeistern?

Indem man die üblichen Verdächtigen ignoriert − also weg von der Teppichetage hin zur Basis: Es ist viel interessanter, einen Produktionsmitarbeiter zu einem Produkt zu befragen oder dazu, was es ihm bedeutet, an diesem Produkt zu arbeiten, als den Produktmanager, der dann mit rundgeschliffenen Marketingfloskeln ins Leere plappert.

Neben dem Perspektivenwechsel ist auch der journalistische Anspruch zentral: Transparenz, Hintergrundgeschichten und Analysen mit Tiefgang sind gefragt. Dabei ist es wichtig, authentische Geschichten zu erzählen. Und diese hat jedes Unternehmen: Man braucht nur die Augen aufzumachen − auch im Alltag. Denn Geschichten, die ausserhalb des Unternehmens stattfinden, können in irgendeiner Form auch einen direkten Bezug zum Unternehmen haben − ob das nun Umweltthemen sind, ein Abstimmungsresultat, das unmittelbaren Einfluss auf die eigene Branche hat, oder ein interessantes Engagement einer Mitarbeiterin in ihrer Freizeit.

Wo gibt es Hindernisse oder gar Tabus, wenn du Geschichten entdeckst und darüber berichten möchtest?

Zunächst muss die betroffene Person, die in der Geschichte die Hauptrolle einnimmt, auch ein gutes Gefühl dabei haben, wenn sie etwas von sich preisgibt und sich einem breiteren Publikum zeigt. Falls das nicht der Fall ist, lieber die Geschichte ganz bleiben lassen. Manchmal gibt es auch den umgekehrten Fall, in dem ich jemanden schützen muss, sich nicht unvorteilhaft zu exponieren.

Ein wesentliches Hindernis beim Aufspüren und Niederschreiben von Geschichten entsteht dann, wenn zu viele Interessen und Meinungen von mehreren Personen plötzlich Einfluss darauf nehmen und das Ganze dann rundschleifen, bis alles an Aussagekraft verliert. Hier rate ich: Mehr Mut zu Akzenten, zum Ungehobelten und Kantigen.

Was sind die Vorteile einer gedruckten Unternehmenspublikation? Schliesslich könnte der Inhalt auch digital schön aufbereitet und günstig online erstellt sein.

Die Vorteile eines gedruckten Mitarbeiter- und Kundenmagazins im Vergleich zu digitalen Kommunikationsmitteln liegen einerseits in der Haptik: Die Leserinnen und Leser haben etwas in der Hand, was physisch und emotional spürbar ist. Andererseits kann ein gedrucktes Magazin im eigenen Umfeld technologieunabhängig weitergereicht werden, was einen zusätzlichen Multiplikationseffekt erzeugt: Plötzlich ist das Unternehmen nicht nur bei den Kunden und Mitarbeitenden zuhause, sondern besucht auch gleich deren grösseres Umfeld. Und weil gute Geschichten darin stehen, werden sie auch gelesen.

Womit lässt sich ein Mitarbeiter- und Kundenmagazin ergänzen?

Prinzipiell kommt es darauf an, wie der Themen-Mix aussieht und welche Kanäle sich dann zur Publikation am besten eignen: Während zeitlose Themen, Hintergrundgeschichten und eine eingehende Analyse von Herausforderungen eines Unternehmens ideal in einem Mitarbeiter- und Kundenmagazin aufgehoben sind, sind aktuelle News und Fakten über die digitalen Kanäle zu kommunizieren – ob via Intranet, Website oder Social-Media-Kanal.

Interessant wird das Wechselspiel dann, wenn aus einem aktuellen Thema, das getwittert wurde, eine Hintergrundreportage für das Unternehmensmagazin wird. Oder wenn die Printversion des Magazins plötzlich auf ein Video mit einem Mitarbeitenden verweist, das im Intranet oder der elektronischen Magazinversion geschaltet ist. So können sich verschiedene Medien ergänzen und inhaltlich gegenseitig befruchten.

Wort der Woche «Unternehmenspublikationen»

Michael Haller: «Unternehmenskommunikation wird zum Motor der Organisationsentwicklung.»

Michael Haller leitet die Unternehmenskommunikation des Ausbildungs- und Integrationsunternehmens Brüggli in Romanshorn. Mit einem Team, das kleiner nicht sein könnte, verwirklicht er das Mitarbeiter- und Kundenmagazin «unterwegs» – jedes Mal unter Einbezug von Lernenden mit körperlichen und psychischen Schwierigkeiten. «unterwegs» hat mehrere Auszeichnungen für den gestalterischen und journalistischen Anspruch verliehen bekommen – darunter eine Goldene Feder und eine Silberne Feder des Schweizerischen Verbandes für Interne Kommunikation SVIK sowie einen internationalen Sonderpreis der European Association for Internal Communication FEIEA.

Michael Haller verfügt über einen Master in Communication Management & Leadership, ist ausgebildeter Typograf, Absolvent der Kreativschule des Art Directors Club und arbeitete unter anderem als Journalist und Texter/Konzepter. Bei Brüggli leitet er seit 2008 die Unternehmenskommunikation und betreut daneben – im Namen von Brüggli Medien – auch externe Kunden, die zu Brügglis Mission passen.

Wort der Woche «Kundendialog»

4. April 2016

Wer mit seinen Kunden in Kontakt kommen und bleiben will, setzt auf das Dialogmarketing. Was sind die Trends? Welche Dialogmarketing-Kampagnen begeistern besonders und welche Rolle spielen dabei die Übersetzungen? Brigitte Sebald, die Projektleiterin DMM Dialog-Marketing-Messe, steht uns im Interview Rede und Antwort.

Viele Wege führen zu einem erfolgreichen Kundendialog.

Viele Wege führen zu einem erfolgreichen Kundendialog.

Warum ist das Dialogmarketing wichtig?
Dialog-Marketing nimmt einen bedeutenden Stellenwert im Marketingmix der Unternehmen ein: Wer heute erfolgreich werben will, setzt auf den Dialog mit dem Kunden. Laut der Studie «Dialogmarketing in der Schweiz 2015» des SDV werden über 40 Prozent der Marketingbudgets in Dialogmarketing investiert. Physische Sendungen machen ein Drittel des Dialogmarketing aus, der Dialog ist aber über alle Kanäle möglich. Deswegen ist es so vielseitig.

Was verstehen Sie unter gutem Dialogmarketing?
Gutes Dialogmarketing ist emotional, interaktiv, persönlich, überraschend – und erzeugt die gewünschte Response bei den Kunden. Ob dabei physische oder elektronische Kanäle genutzt werden – Botschaft, Sprache und Kreation müssen ganz genau zur Zielgruppe und zum Kanal passen. Dazu muss man einerseits seine Kunden sehr genau kennen und seine Daten aktuell und abrufbar haben. Auf der anderen Seite muss man die Vorzüge und Besonderheiten der verschiedenen Kanäle verstehen und mit Spezialisten zusammenarbeiten, auf die man sich verlassen kann. Deswegen ist auch eine Fachmesse wie die DMM Dialog-Marketing-Messe so wichtig, damit sich Marketeers umfassend informieren können und geeignete Partner für ihren Kundendialog finden.

Gibt es eine Dialogmarketing-Kampagne, die Sie besonders begeistert?
Begeistert hat mich zum Beispiel die Kampagne «Boring News» von BMW. Hier wurde mithilfe eines physischen Mailings in Form einer Zeitung die langweilige Welt eines typischen Kompaktvan-Fahrers karikiert, in die das neue Modell von BMW endlich Abwechslung bringt. Diese Kampagne war ein Grund, warum wir Marc N. Backé, Mitglied der Geschäftsleitung und Direktor Markenführung bei BMW Schweiz, als Keynote-Speaker an die DMM eingeladen haben.

Sehr berührend fand ich die Kampagne «The Man and the Dog». Hier wirbt eine argentinische Organspende-Organisation dafür, Organspender zu werden. Die Geschichte von dem treuen Hund hat mit seinem gekonnten Storytelling sehr viele Menschen nicht nur zu Tränen gerührt, sondern auch von ihrer Botschaft überzeugt.

Inwiefern sind Übersetzungen für das Dialogmarketing relevant?
Übersetzungen spielen eine wichtige Rolle, denn ob eine Dialogmarketing-Kampagne Erfolg hat, hängt auch ganz stark davon ab, ob die vermittelte Botschaft in Wortwahl und Stil «den richtigen Ton trifft». Wenn Marken in mehrsprachigen Märkten kommunizieren, müssen die Übersetzungen einfach «treffend» sein, um beim Adressaten die gewünschte Wirkung zu erzielen. Nichts ist unprofessioneller als Mailings voller sprachlicher oder orthografischer Fehler.

Welche Trends sind im Dialogmarketing zukunftsweisend?
Die Trends sind ebenso vielfältig wie die Branche. Dreidimensionale physische Mailings gehören deswegen genauso zu den zukunftsweisenden Trends wie crossmediale Kampagnen, die das Beste aus beiden Welten – online und offline – zusammenbringen.

Brigitte Sebald, die Projektleiterin der DMM Dialog-Marketing-Messe

Brigitte Sebald, die Projektleiterin der DMM Dialog-Marketing-Messe

Weshalb darf man die DMM nicht verpassen?
Die DMM Dialog-Marketing-Messe ist der Treffpunkt der Schweizer Dialog-Marketing-Branche. Hier zeigen Anbieter aus allen Bereichen der Branche, wie sie Marketeers bei ihren Aufgaben professionell unterstützen können. Daneben bietet das hochkarätige Vortragsprogramm vielfältige Inspirationen. Vier Keynote-Referate beleuchten aktuelle Herausforderungen im Kundendialog, von Consumer Engagement Marketing bis Storytelling. Weitere Referate, Workshops und Podiumsdiskussionen geben Aufschluss über Themen wie CRM, den Dialog mit jüngeren oder älteren Zielgruppen, Print-Mailings, Pinterest- und Videomarketing und vieles weitere mehr.

Ein Muss für alle Kreativen ist zudem der Besuch der Vernissage zum SDV Award – alle eingereichten Arbeiten werden an einer Sonderfläche der Messe ausgestellt. Lassen Sie sich inspirieren und verschaffen Sie sich einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten des Kundendialogs.

Wort der Woche «Texten»

19. Oktober 2015

Texte sind im beruflichen Alltag ausschlaggebend, um in der Geschäftswelt erfolgreich zu sein. Geht Ihnen diese Arbeit nicht so leicht von der Hand? Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur, hat für Sie einige Tipps zum Texten.

Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur.

Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur

TRANSLATION-PROBST AG: Weshalb sind treffsichere Texte im Berufsleben wichtig?
Prof. Dr. Daniel Perrin: Weil leichter ans Ziel kommen kann, wer ins Schwarze trifft. Das heisst, wenn Sie Ihre Zielgruppe erreichen und aus der Masse herausstechen wollen, müssen Sie deren Geschmack und Sprache genau treffen. Dies gelingt durch treffsichere Texte.

Im Alltag muss man oftmals unter Druck schreiben. Wie geht man am besten damit um?
Wichtig ist, dass man sich voll und ganz auf den Schreibauftrag konzentriert und nicht noch an fünf anderen Pendenzen rumstudiert. Das verursacht nur zusätzlichen Stress und hilft nicht weiter. Räumen Sie sich ein Zeitfenster ein, während dessen Sie ungestört schreiben können. Kurz gesagt: Die Zeit gut einteilen – und gelassen bleiben.

Wie weiss man, ob der eigene Text gut ist?
Gut ist ein Text, wenn er Testleser der Zielgruppe in die gewünschte Richtung bewegt. Dies können Sie ausprobieren, indem Sie den Text einer Person zu lesen geben, die die Zielgruppe vertritt oder ihr sehr nahe kommt. Ist dies nicht möglich, geben Sie ihn einer Person, die sich gut in die Zielgruppe hineinversetzen kann. Vier Augen sehen auf jeden Fall immer mehr als zwei.

Welche Tricks helfen beim Texten?
Wissen, was man will, und sich vor dem Schreiben mit einer kurzen Lektüre guter Sprache einstimmen. Das steckt an. Was gute Sprache ist? Für mich: mit gewöhnlichen Wörtern ungewöhnliche Dinge sagen.

Wie überwindet man eine Schreibblockade?
Bei Schreibblockaden lesen viele immer und immer wieder, was sie schon geschrieben haben. Das hilft nichts. Ein Tapetenwechsel hingegen kann sehr wirkungsvoll sein. Wie dieser genau aussieht, muss jeder für sich selber entscheiden. Meiner zum Beispiel: Apfel essen, dann zurück an den Computer gehen, abdecken, was ich schon geschrieben habe, und genau dort weiterschreiben, wo ich war.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Etwas klar und einfach schreiben zu können, heisst, es verstanden zu haben. Schreiben ist also ein Werkzeug nicht nur des Mitteilens, sondern auch des Denkens. Das macht Schreibforschung und Schreibberatung so spannend für mich – und bedeutsam für alle, die gut und gern schreiben wollen.

Ein klarer Fokus und ein Apfel können beim Schreiben also wahre Wunder bewirken. Fühlen Sie sich doch noch nicht ganz sicher, erhalten Sie bei der Lektüre des Buches „Schreiben im Beruf“ von Prof. Dr. Daniel Perrin (www.danielperrin.net) viele weitere hilfreiche Tipps.