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Archiv für die Kategorie ‘Interview’

«Dolmetscher sind nicht nur als Sprachtalent im Einsatz, sondern auch als Fachexperte»

17. März 2015

Nach dem Geschäftsbericht kommt die Generalversammlung. Die vielen Fachbegriffe und die Komplexität des Themas machen dabei vielen Teilnehmenden das Leben schwer. Isabelle Busch, Leiterin Dolmetschermanagement der TRANSLATION-PROBST AG, erzählt Ihnen im Interview, wie sie eine Generalversammlung zum mehrsprachigen Erlebnis macht.

Was gehört alles zur Organisation eines Dolmetschereinsatzes an einer Generalversammlung?
Ein Dolmetschereinsatz an einer Generalversammlung ist ein grosser Aufwand, bei dem verschiedene Komponenten aufeinander abgestimmt werden müssen. Viele Unternehmen möchten das nicht auf sich nehmen und überlassen deshalb die Organisation einer professionellen Dolmetscheragentur. Bei der TRANSLATON-PROBST AG sorgt das Dolmetschermanagement laufend dafür, dass zwischen Dolmetscher, Techniklieferanten und Kunden ein makelloser Informationsfluss besteht. Die Dolmetscher bereiten sich anhand der Präsentationen und der Anlassdokumentation akribisch vor, sodass jeder Fachbegriff sitzt. Zudem muss bis zur Generalversammlung jede Frage geklärt und jedes Detail geregelt sein – sei es technisch, preislich oder sprachlich.

Isabelle Busch, Leiterin Dolmetschermanagement

Isabelle Busch, Leiterin Dolmetschermanagement

Welchen Mehrwert bringen Dolmetscher an einer Generalversammlung?
Gezwungenermassen werden an einer Generalversammlung viele Fachbegriffe benutzt, und die Zusammenhänge sind sehr komplex. Will man Aktionäre und Investoren treffsicher erreichen, müssen alle Informationen klar und verständlich kommuniziert werden. Mit Dolmetschern wird die Generalversammlung zum mehrsprachigen Erlebnis, das nicht nur gelingt, sondern auch positiv in Erinnerung bleibt. Zudem profitiert der Veranstalter vom Know-how der auf eine Branche spezialisierten Simultandolmetscher: Fachausdrücke werden präzis im Sekundentakt übersetzt, sodass wirklich jeder Teilnehmer die Inhalte verstehen kann. Ein zufriedenes Publikum ist schliesslich das A und O.

Wie bereiten sich Dolmetscher auf ihren Einsatz vor?
Sie lesen eine ganze Menge zum gewünschten Thema, um sich nochmals die spezifische Terminologie und vor allem die firmeneigenen Begriffe einzuprägen, denn diese sind zu einem grossen Teil in keinem Wörterbuch zu finden. Auch die Namen der Teilnehmenden und Sprecher prüfen die Dolmetscher vorab, damit sie sie richtig aussprechen. Viele Dolmetscher recherchieren ausserdem proaktiv, um sich ein ganzheitliches Bild vom Thema zu verschaffen. Deshalb ist ein Dolmetscher nicht nur als Sprachtalent im Einsatz, sondern schlechthin auch als Fachexperte.

Weshalb ist es sinnvoll, Dolmetscher bei einer Agentur wie der TRANSLATION-PROBST AG zu buchen?
Viele Unternehmen vertrauen uns aufgrund unserer langjährigen Erfahrung und engagieren uns langfristig als ihre externe Dolmetscheragentur. Wir können auf einen Pool von über 300 Fachdolmetschern zurückgreifen, weshalb die hohe Qualität auch bei kurzfristigen Einsätzen gewährleistet ist. Unseren Kunden stellen wir genau den Dolmetscher zur Verfügung, der mit der entsprechenden Branche am besten vertraut ist und zum Unternehmen passt. Zudem definieren wir, welche Technik unsere Kunden für einen Event benötigen und sorgen dafür, dass unsere Technik-Partnerfirmen unsere Kunden optimal betreuen. Unser Qualitätsmanagement ist eine Garantie für diejenigen, die sichergehen wollen, dass ihr Anlass nach Plan verläuft. Wie sagt man doch: «Do what you do best, outsource the rest.»

Aus dem Interview mit Isabelle Busch wird klar, dass treffsichere Dolmetscher für eine erfolgreiche Generalversammlung unabdingbar sind. Werden die Dolmetscher über eine professionelle Agentur gebucht, kann man sowohl auf die Dolmetscher als auch auf die Technik zählen und entspannt zuhören.

Wort der Woche: «Gebärdensprache»

16. März 2015

Nach der Begegnung mit einem gehörlosen Mädchen wusste Gabriela Hauswirth schon mit zwölf Jahren, dass sie Gebärdensprachdolmetscherin werden wollte. Inzwischen übersetzt sie nicht nur die SRF-Tagesschau in die Gebärdensprache, sondern auch ganze Konzerte. Im Interview erklärt die Hörende unter anderem, ob es in der Gebärdensprache auch Dialekte gibt und was unter einem Bilingual Slam zu verstehen ist. 

Gabriela Hauswirth in Ihrem Element: Bei der Gebärdensprache spielt die Mimik eine grosse Rolle.

Gabriela Hauswirth in Ihrem Element: Bei der Gebärdensprache spielt die Mimik eine grosse Rolle.

Welches ist für Sie die grösste Herausforderung beim Dolmetschen der Tagesschau?
Die Tagesschau zu dolmetschen, bedeutet, während 25 Minuten komplexe Inhalte in die Gebärdensprache zu übersetzen – und das live und in einem sehr hohen Tempo. Die Gebärdensprache besitzt eine andere Grammatik als die deutsche Sprache, und der Satzaufbau wird visuell im Raum dargestellt. Meine Arbeit ist keine Wort-für-Wort-Übersetzung, sondern eine kulturelle Verdolmetschung des Inhalts, der Intention und der Ausdrucksweise des Gesagten. Wird zum Beispiel jemand interviewt, der gerade seine Familienmitglieder und sein Hab und Gut in einer Umweltkatastrophe verloren hat, besitzt dieser Beitrag eine andere Energie, als wenn vom Neubau eines Pharmariesen berichtet wird. Die Sprachstruktur vorverfasster und abgelesener Moderationen und Beiträge ist ausserdem komplexer als die spontaner Aussagen.

Sie waren mit Patent Ochsner unterwegs und haben das ganze Konzert in Gebärdensprache übersetzt. Wie gebärdet man Musik?
Das Fachgebiet der Musikübersetzung bedeutet eine intensive Auseinandersetzung mit den Musikern, dem Musikstil, den Texten und dem Rhythmus. Denn all dies wird übersetzt. «Man muss es sehen, um es zu verstehen», ist eine der Erkenntnisse dieser Sparte, die immer öfter zur Arbeit einer ausgebildeten Dolmetscherin für Gebärdensprache gehört. Der Verein für Musik und Gebärdensprache (MUX) organisiert den Gehörlosen Zugang zu fünf bis sechs Musikveranstaltungen pro Jahr. Wer darüber informiert sein will, kann sich über www.mux3.ch für den Newsletter anmelden.

Neben Musikkonzerten dolmetschen Sie auch an Bilingual Slams. Was muss man sich darunter vorstellen?
Bilingual Slams sind Slams, bei denen sowohl Gebärdensprachbenutzer als auch Sprechende antreten, deren Storys live übersetzt werden. Alle haben Zugang zu dieser Form der Sprachkunst, da die Dolmetscher/innen entweder direkt auf der Bühne die Darbietung eines Slam-Poeten dolmetschen oder einen gehörlosen Slam-Poeten via Mikrophon in die Lautsprache übersetzen. Wie bei Konzerten auch, sieht man dem Publikum nicht an, wer die Gebärdensprache und wer die Lautsprache benutzt.

Gibt es in der Gebärdensprache auch Dialekte oder verschiedene Sprachen?
Ja natürlich – Sprache entsteht dort, wo Menschen zusammentreffen und miteinander kommunizieren. In der deutschschweizerischen Gebärdensprache gibt es fünf Dialekte. Heute unfassbar: In der Schweiz war die Gebärdensprache bis in die 80er-Jahre in der Schule verboten, weshalb die gehörlosen Schüler heimlich und in der Pause gebärdeten. Auf diesem Weg und durch ein sehr lebendiges Vereinswesen der Gehörlosen wurde die Sprache trotz Unterdrückung weitergegeben.

Und was ist mit der Grammatik?
Nun, es gibt eine; sie ist aber grundverschieden von der Grammatik der deutschen Sprache. Dabei spielen die Bewegung der Hand und der Ort der Gebärde eine zentrale Rolle. Auch die Mimik, die von Nicht-Sprachkundigen als lebhaft empfunden wird, beinhaltet viele grammatikalische Funktionen.

Was haben Ihrer Meinung nach Gebärdensprachdolmetscher/innen und «normale» Dolmetscher/innen gemeinsam?
Beide sind Hirn- und Herzarbeitende, die versuchen, Menschen zu verstehen und Inhalte, Gefühle und Ideen des Sprechers dem Gegenüber zugänglich zu machen. Sie bauen täglich Brücken, die mehr Verständnis schaffen. Als ich einmal ein Gespräch zwischen einer blinden und einer gehörlosen Person übersetzen durfte, war das für mich das Sinnbild, wozu Dolmetscher/innen beitragen – egal, mit welchen Sprachen sie arbeiten. Menschen, die sich sonst nicht verstehen können, bekommen dank den Dolmetschern/Dolmetscherinnen die Möglichkeit, voneinander zu lernen, sowie einen Einblick in eine ihnen fremde Welt.

Wort der Woche «Tell»

2. Februar 2015

Susanne Pfankuch und Patrick Tschirky, zwei Dozierende an der ZHAW, geben Ihnen einen Einblick in die mythische Welt von Wilhelm Tell. Wissen Sie, ob Tell beim Rütlischwur dabei war?

Susanne Pfankuch und Patrick Tschirky äussern sich zu Wilhelm Tell.

Susanne Pfankuch und Patrick Tschirky äussern sich zu Wilhelm Tell.

Was fasziniert Sie an der Geschichte von Tell?
Pfankuch:
Mich faszinieren die Nebenfiguren. Wilhelm Tell ist besonders bei Schiller in festen Strukturen verankert. Er ist Teil einer alpinen Gesellschaft, die gut funktioniert und ein Netzwerk bildet. Obwohl Schiller nie in der Schweiz gewesen ist, gelingt es ihm, den Alpenraum lebendig darzustellen. Sehr lesenswert finde ich aber auch Max Frischs «Wilhelm Tell für die Schule». Liest man diese Tell-Geschichte, dann kann man den Landvogt als doppeltes Opfer kennenlernen: Er wird von Tell ermordet, aber vorher schon wird er durch seinen Auftraggeber, Rudolf von Habsburg, mit der Aufgabe geplagt, in den wilden Schweizer Tälern Steuern einzutreiben.
Tschirky: Es gibt ja ganz verschiedene Versionen der Tell-Geschichte. Mir gefällt die älteste überlieferte Version, die wir haben. Hans Schriber hat um 1470 die Geschichte im «Weissen Buch» von Sarnen ganz knapp und trocken erzählt. Schillers Drama mit der grossartigen Inszenierung von Natur und Landschaft fasziniert mich aber auch. Vor allem spannend ist die Tatsache, dass Schiller im Stück auch die Mythisierung der Tell-Geschichte thematisiert.

Welches ist für Sie die Schlüsselszene bei der Tell-Geschichte?
Pfankuch:
Aus der politischen Perspektive ist es eindeutig der Rütlischwur am Ende des zweiten Aktes: «Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr.» Schillers Tell ist übrigens bei diesem Schwur nicht dabei. Er leistet, modern gesagt, keine konzeptionelle Arbeit, sondern ist ein Kämpfer.
Tschirky: Dramaturgisch bildet sicher die Apfelschussszene den Höhepunkt der Geschichte. Bei jeder Tell-Inszenierung interessiert deshalb auch, wie dieses Highlight auf die Bühne gebracht wird. Wird dabei mit viel Technik gearbeitet oder wird der Apfelschuss bloss erzählt und gar nicht gezeigt? Die Inszenierung hängt natürlich von der Interpretation des Stücks ab.

Niemand weiss, ob es Tell tatsächlich gegeben hat. Warum hat sich der Mythos Ihrer Meinung nach dennoch durchgesetzt?
Pfankuch: Die Tell-Erzählung hat archetypisches Potenzial. So kann die Geschichte viele Kulturen bedienen und in Varianten immer weiterleben.
Tschirky: Mythen setzen sich durch, weil sie ein narratives Potenzial besitzen. Dieses existiert ganz unabhängig von der Tatsache, ob die Geschichte faktenbasiert oder gänzlich fiktiv ist. Interessant ist, wer wann wie mit der Tell-Geschichte umgegangen ist. Die Geschichtswissenschaft spricht in diesem Zusammenhang auch von der «Gebrauchsgeschichte» von Tell.

Warum ist Tell auch heute noch so präsent?
Pfankuch: Salopp gesagt ist Tell ein Supermann. So kann er auch für alles werben.
Tschirky: Die Tell-Geschichte ist äusserst anschlussfähig. Darin stecken viele Elemente, die mit der Schweiz verknüpft werden können, vom Pochen auf Autonomie bis hin zur Präzision und Qualitätsarbeit.

Aus dem Interview mit Susanne Pfankuch und Patrick Tschirky wird klar, dass Wilhelm Tell eine ganz besondere Person ist: vielseitig wie Superman, kämpferisch wie Gandhi und treffsicher wie Cristiano Ronaldo. Deswegen passt Tell perfekt zur TRANSLATION-PROBST AG. Damit eine höchstmögliche Qualität der Übersetzungen gewährleistet ist, wird bei uns jeder Text und jede Übersetzung wenn möglich von einem Professor oder Hochschuldozenten der Zielsprache nachkorrigiert. Aus diesem Grund hat sich auch Tell bis zum Professor ausgebildet und verkörpert seither als Professor Tell unsere Qualitätsgarantie.

Wort der Woche «Jahresbericht»

19. Januar 2015

Der Jahresbericht wird nicht nur für Aktionäre, Investoren und die Medien verfasst. Auch für die interne Kommunikation ist er ein wichtiges Instrument. Daniel L. Ambühl, der Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation (SVIK), erläutert im Interview, wozu der Jahresbericht in der internen Kommunikation dient.

Herr Ambühl, was unterscheidet Ihrer Meinung nach einen guten von einem schlechten Jahresbericht?
Der Unterschied besteht darin, dass der gute Jahresbericht rechtlich einwandfrei, kurz und sprachlich verständlich auf das Geschäftsjahr eingeht, die Finanzzahlen korrekt enthält und wesentliche Elemente mit Grafiken und Bildern sowie besonderen Textpassagen verdeutlicht. Schlechte Jahresberichte enthalten hingegen langfädige, verwässerte Aussagen sowie Fotos und Grafiken, die nichts zum Verständnis beitragen.

Warum ist der Jahresbericht so wichtig?
Er ist vor allem rechtlich wichtig für die Aufsichtsorgane, wie Bund, Kantone, Steuerbehörden, Kontrollstellen, sowie für den Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung und die Stakeholder. Die Aktionäre informiert er über die Strategie, Tätigkeit und den Erfolg des Unternehmens und dient Investoren so als Entscheidungsgrundlage. Vereinfacht gesagt ist der Jahresbericht die Visitenkarte des Unternehmens; er prägt das Image massgeblich mit und ist daher für ein Unternehmen essenziell.

Wer liest Jahresberichte?
Natürlich liest kaum jemand einen Jahresbericht von der ersten bis zur letzten Seite. Dennoch holen sich Zielgruppen wie Aktionäre, Analysten, Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter die für sie relevanten Informationen aus dem Jahresbericht. Daher ist es wichtig, dass der Aufbau ein selektives Lesen ermöglicht und eine gute Orientierung über die Themen bietet. Der Jahresbericht ist auch bei Auseinandersetzungen von Bedeutung, weil er den Geschäftsverlauf sowie die finanzielle Situation und rechtliche Angaben zum Unternehmen enthält.

Daniel L. Ambühl, Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation

Daniel L. Ambühl, Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation

Was hat der Jahresbericht mit der internen Kommunikation zu tun?
Der Jahresbericht spielt für die interne Kommunikation insofern eine Rolle, als dessen Aussagen sich mit den Handlungen im Geschäftsleben decken sollten. Ist dem nicht so, erscheint das Unternehmen gegenüber den Mitarbeitern unglaubwürdig. Zudem dient er den Mitarbeitern als Orientierung und den neuen Mitarbeitern als Informationsgrundlage über das Unternehmen.

Welches Fazit ziehen Sie für die Jahresberichte?
Der Jahresbericht ist rechtlich wichtig und dementsprechend für diese Funktionsträger relevant. Mit textuellem Firlefanz und fotografisch-farblichen Orgien wird nur vom Wesentlichen abgelenkt. Wer die Kosten für den Jahresbericht im Griff hat, greift auf einfache Lösungen zurück und schränkt den Seitenumfang entsprechend ein. Interessant: Sogar Grossfirmen bewegen sich seit einiger Zeit auf der Effizienzschiene, weil der zeitliche und finanzielle Aufwand über die Jahre stark zugenommen hat. Dennoch ist der Jahresbericht eines der wichtigsten Dokumente überhaupt.

Aus dem Interview mit Daniel L. Ambühl wird deutlich, dass der Jahresbericht bei den Mitarbeitenden für Orientierung sorgt und nach wie vor eines der wichtigsten Dokumente für Unternehmen ist. Auch die Übersetzung in andere Sprachen ist bei Jahresberichten ein grosses Thema. Die TRANSLATION-PROBST AG unterstützt Sie bei dieser Aufgabe gerne.

Das Einmaleins für treffsichere Geschäftsberichte

15. Dezember 2014

Erst noch haben wir das Jahr 2014 eingeläutet, nun neigt es sich schon wieder dem Ende zu. Der Jahreswechsel ist auch die Zeit des Rückblicks. Wie sehen die Zahlen aus? Gibt es eine fette Weihnachtsgans zum Weihnachtsessen oder nur ein kleines Poulet-Minifilet? Die Zahlen werden nach den Festtagen in einem Geschäftsbericht festgehalten und kommentiert. Christoph ist Vizepräsident für Nachhaltigkeit und Kommunikation bei einem internationalen Konzern. Zudem bearbeitet er für die TRANSLATION-PROBST AG regelmässig Geschäftsberichte. Deshalb weiss er, worauf die Leser Wert legen und was beim Verfassen und Übersetzen wichtig ist.

Du hast bestimmt schon Dutzende von Geschäftsberichten gelesen. Was macht für Dich ein guter Geschäftsbericht aus?
Ein Geschäftsbericht ist sehr wichtig, da er die Firma als Ganzes betrachtet. Daher erfordert er eine klare Struktur und eine einfache Sprache, die sich am Leser bzw. an der Leserin orientiert. Zudem ist bei einer klaren Darstellung nicht nur die Gesamtstruktur gut ersichtlich, sondern auch die detaillierten Mikrostrukturen des Textes sind klar erkennbar. Einen solchen Text zu übersetzen oder zu korrigieren wird dann zu einem richtigen Genuss.

Bei einem Geschäftsbericht kommt es auf jedes Wort an.

Bei einem Geschäftsbericht kommt es auf jedes Wort an.

Was ist beim Texten und Übersetzen von Geschäftsberichten wichtig?
Hier geht es um die Frage der Äquivalenz. Wollen wir eine pragmatische Äquivalenz erreichen, d.h. wollen wir versuchen, die dem Text zugrundeliegende kommunikative Wirkkraft in die Übersetzung zu transportieren? Oder geht es uns eher darum, dass die Übersetzung sich sehr nah am Ausgangstext orientiert oder diesen sogar wo immer möglich wörtlich wiedergibt? Gerade Letzteres ist oft bei jenen Geschäftsberichten der Fall, die sich starr an Paragraphen oder Vorschriften orientieren. Am wichtigsten ist es, den Kontext des Berichts zu spüren. Geht es nur um eine «Matter-of-Fact»-Kommunikation? Wird eine Vision bzw. ein neuer Motivationshorizont kommuniziert? Eine ganz wichtige Frage ist auch: Was sagt der Text nicht? Welche kommunikativen oder narrativen Aspekte werden unterdrückt oder in den Hintergrund gerückt?

Welche besonderen Herausforderungen stellen sich bei der Übersetzung eines Geschäftsberichts?
Zuweilen kann die richtige buchhalterische Terminologie zu einer grossen Herausforderung werden. Ferner sind über mehrere Zeilen verteilte, verschachtelte Sätze Schnee von gestern, und trotzdem tauchen sie immer wieder auf. Wenn ein Bericht keine gute Struktur oder eine schlecht organisierte Sprache aufweist, wird es schwierig. Als Übersetzer oder Übersetzerin hat man die Pflicht, präzise zu arbeiten. Es gibt zwar keinen hippokratischen Eid für Übersetzer, jedoch hat jeder gute Übersetzer und jede gute Übersetzerin ein Pflichtgefühl, auch einem wenig organisierten Text eine verständliche Struktur abzuringen. Ein Geschäftsbericht will ja von seinem Zweck her Klarheit vermitteln, um den weiteren Verlauf des Unternehmens in die Kommunikation mit verschiedenen Stakeholdern einzubetten. Wenn der Autor dieses Ziel selbst nicht erreicht hat, wird es für den Übersetzer oder die Übersetzerin mühsam. Am besten ist es dann, sich wenigstens im Kopf vorzustellen, wie die Struktur eigentlich hätte sein können. Dies bringt einem manchmal selbst Klarheit, auch wenn es dem Text an sich nur ansatzweise hilft. Beispielsweise kann man dann in der Übersetzung eine sprachliche Kohärenz sicherstellen, die der Ausgangstext vielleicht nur lückenhaft verwirklichen konnte.

Auf was für sprachliche Komponenten (Stil, Tonalität usw.) achtest Du beim Text eines Geschäftsberichts?
Wie bereits angedeutet, ist für mich die Einfachheit wichtig. Nicht nur Top-Experten sollen einen Geschäftsbericht verstehen können, sondern alle Beteiligten und Interessierten. Ein gutes Kriterium ist z. B. die Frage: Ist der Text klar und einfach genug, dass ein Student oder eine Studentin des jeweiligen Wirtschaftssektors diesen Text gut verstehen und dann das «Executive Summary» verfassen könnte? Wenn nicht, sollte er vereinfacht werden.

Neben der sachlichen Tonalität befürworte ich hin und wieder sprachliche Bilder, damit die Leser wach und munter bleiben. Das sogenannte «Sandwich-Prinzip» hilft dabei. Man kann auch eine trockene Materie in eine gut verdauliche Struktur mit verschiedenen Schichten (eben wie ein Sandwich) einbetten.

Welche technischen Mittel und Hilfestellungen bietet Dir die TRANSLATION-PROBST AG, um die Qualität der Übersetzung zu garantieren?
Die TRANSLATION-PROBST AG bietet dem Kunden eine ideale Kombination von ausgezeichneten, mit Trados und anderen Programmen gewappneten Übersetzer/innen und erfahrenen Korrektoren und Korrektorinnen. Mit vereinten Kräften knacken sie auch die schwierigsten Nüsse. Das qualitätsorientierte Terminologie-Management wiederum ermöglicht die sprachliche Kohärenz und trägt zum Aufbau einer kohärenten Corporate Identity bei.

Welches war für Dich das schwierigste Projekt bei Geschäftsberichten?

Kein Projekt bei der TRANSLATION PROBST AG, was auch etwas über die hohe Qualität ihrer Kunden aussagt. Ich erinnere mich jedoch gut an den Bericht eines multinationalen Mischkonzerns, der derart unorganisiert war, dass teilweise sogar Umsatz und Assets verschiedener Geschäftsjahre vermischt wurden. Dies war aber kein Projekt der TRANSLATION PROBST AG. Als Übersetzer bzw. Korrektor hat man die Pflicht, in solchen Fällen unbedingt mit der Auftraggeberin Rücksprache zu nehmen.

Korrektor Christoph

Geschäftsberichte werden von einem spezialisierten Fachübersetzer in seine Muttersprache übersetzt und von einem Dozenten mit der Expertise im Finanzwesen nachkorrigiert.

Christoph hat Unternehmenskommunikation studiert, das Lizenziat in Theologie abgelegt und seine anschliessenden Doktorats-Studien im Bereich Organisationspsychologie mit Schwerpunkt Kommunikation absolviert. Christoph ist auf den Bereich Finanzwesen spezialisiert Er arbeitet als Vizepräsident für Nachhaltigkeit und Kommunikation bei einem diversifizierten internationalen Konzern mit 75’000 Angestellten, die in elf verschiedenen Sektoren über 25 Mrd. $ Umsatz generieren. In dieser Rolle wie auch in seiner Rolle als Mitarbeiter der TRANSLATION-PROBST AG hat er dieses Jahr einige Geschäftsberichte bearbeitet. Eine weitere Rolle als Dozent für Wirtschaftsenglisch an einem Weiterbildungszentrum ermöglicht es ihm, ein wertvolles Verständnis der «Gaps» zwischen deutschsprachigen und englischsprachigen Geschäftsberichten zu erarbeiten.