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Archiv für die Kategorie ‘Interview’

Wort der Woche «Dialogmarketing»

20. November 2014

Unpersönliche Massensendungen sind überholt. Die Kunden wollen heute persönlich angesprochen und in ihrem Umfeld abgeholt werden. Diesem Bedürfnis wird man mit gezieltem Dialogmarketing gerecht. Als Partner des Schweizer Dialogmarketing-Preises durften wir Heinz Schopfer, dem Verbandsmanager des Schweizer Dialogmarketing Verbands (SDV), Fragen stellen, die Ihnen bestimmt auf der Zunge brennen.

Wie erklären Sie Dialogmarketing in zwei Sätzen?
Dialogmarketing ist der Oberbegriff für alle Marketingaktivitäten, bei denen Medien mit der Absicht eingesetzt werden, eine interaktive Beziehung zu Individuen herzustellen. Ziel ist es dabei, den Empfänger zu einer individuellen, messbaren Reaktion (Response) zu veranlassen.

Warum ist Dialogmarketing für Unternehmen wichtig?
Für die Neukundengewinnung im Business wie auch im Consumer-Bereich ist Dialogmarketing unerlässlich. Mit gut gemachtem Dialogmarketing kann das Unternehmen seine Kunden binden und zu Wiederkäufern machen.

Welche drei Punkte sind für ein gutes Dialogmarketing ausschlaggebend?
Punkt 1: Wie kann ich meinem Kunden nützlicher sein als andere?
Punkt 2: Wie hole ich meinen Kunden dort ab, wo er sich derzeit befindet?
Punkt 3: Wie motiviere ich meinen Kunden zu einer positiven Aktion (Response)?

Heinz Schopfer, Verbandsmanager Schweizer Dialogmarketing Verband

Heinz Schopfer, Verbandsmanager Schweizer Dialogmarketing Verband

Welche Unternehmen machen aus Ihrer Sicht top im Dialogmarketing?
All die Unternehmen, die bei unserem SDV Award ihre Projekte einreichen. Sie beweisen damit, dass sie es geschafft haben, eine kreative und vor allem erfolgreiche Dialogmarketing-Kampagne zu lancieren.

Warum habt Ihr ausgerechnet die TRANSLATION-PROBST AG als Partner ausgewählt?
Die TRANSLATION-PROBST AG übersetzt nicht nur Texte, sondern redigiert und korrigiert solche für unsere Kommunikation rund um den SDV Award. Das ist eine grosse Entlastung für das Organisationsteam des Awards, weil wir immer unter Zeitdruck Texte für die Presse, online, Broschüren, Website und Reglemente zu erstellen haben.

Mit den Antworten von Heinz Schopfer wird klar, dass Dialogmarketing wichtig ist, um langfristige Kundenbeziehungen zu ermöglichen. Denn so können sich Unternehmen im Konkurrenzkampf abheben und dem Kunden Nähe vermitteln. Doch das beste und kreativste Dialogmarketing bringt nur dann etwas, wenn auch die Qualität der Dienstleistung stimmt und im besten Fall garantiert wird.

Die Geburt des Professors Tell als Comic Held

12. November 2014

Professor Tell ist unser Botschafter für die Werte Genauigkeit, Treffsicherheit, Zuverlässigkeit und Swissness und symbolisiert somit das Herzstück der Qualitätssicherung der TRANSLATION-PROBST AG. Tell hat sich von einem einfachen Symbol zu einer richtigen Charakterfigur gemausert, hat seine eigenen Social Media Kanäle und einen festen Platz in unserem Newsletter. Er ist so flexibel, dass er nun sogar in der internen Kommunikation der TRANSLATION-PROBST AG eingesetzt wird. Unter anderem dank ihm wurde unser Kommunikationskonzept bei der Verleihung der Goldenen Feder als drittbeste Arbeit ausgezeichnet. Doch wie ist diese Figur entstanden, und wo liegen die Vorteile eines Comic-Helden in der Unternehmenskommunikation? Die TRANSLATION-PROBST AG sprach darüber mit den Gründern des Comic.

Professor Tell verlost jeden Monat ein Goldvreneli in unserem Newsletter.

Professor Tell verlost jeden Monat ein Goldvreneli in unserem Newsletter.

Roman, wie bist Du auf die Idee mit Professor Tell als Comic gekommen?
Roman Probst: Tell ist inzwischen 77 Jahre alt. Deshalb überlegten wir uns, wie wir ihn in Zukunft einsetzen wollen. Mit Mike Flam und Thomas Kupferschmied steckten wir die Köpfe zusammen. Uns war klar, dass wir das Thema ganzheitlich betrachten müssen. Insbesondere so, dass es auch Bestand für die Zukunft hat. So kamen wir zum Schluss, dass Tell modernisiert werden soll. Wir nahmen uns vor, die neue Epoche an der Messe SuisseEMEX‘14 einzuläuten, weil wir dafür auch ein neues Standkonzept geplant hatten. Dieses begeisterte das Publikum: Den Hintergrund bildete eine Schweizer Landschaft in goldigem Ton. In der Mitte des Messestandes platzierten wir einen riesen Holztisch in Form der Schweiz. Am Messe-Eingang verteilten wir allen Besuchern einen Nagel, den sie an unserem Stand in den Schweizer Holztisch hauen konnten. Wer den Nagel mit höchstens drei Schlägen auf den Kopf traf und im Holz versenkte, gewann ein Goldvreneli. Professor Tell hatte dieses Jahr anstelle der Armbrust einen Hammer in der Hand, war jedoch trotzdem glücklich.

Warum passt Professor Tell zur TRANSLATION-PROBST AG?
Mike Flam: Ich spreche fünf Sprachen fliessend. Doch einen guten Comic in einer anderen Sprache zu lesen, ist für mich noch eine Stufe höher. Dort vereinen sich Kultur und Wortspielereien pointiert in wenigen Worten. Das beste Beispiel dafür ist für mich Asterix. Ich bin fasziniert davon, wie perfekt dies dort geschieht. Insbesondere bei den Übersetzungen. Das passt meines Erachtens bestens zur TRANSLATION-PROBST AG, denn auch sie bietet treffsichere Übersetzungen in allen Sprachen an.

Welche Gedanken hast Du Dir beim Comic gemacht? Welche Details waren Dir wichtig?
Mike Flam: Ein intelligenter Comic transportiert Gedanken und Ideen und ist dabei ein unterhaltsames Medium. Es weckt das Kind in einem, denn jeder hat in irgendeiner Form schon Comics gelesen. Auch die stets präsenten, kurzweiligen 4-Bilder-Comics in Zeitungen und Zeitschriften tragen dazu bei, dass die Menschen sie gerne lesen. Der Comic ist ein bekanntes Medium, und nun wird er mit den Ideen der TRANSLATION-PROBST AG verpackt. Für mich sind dabei intelligente Geschichten wichtig. Zentral am Comic mit dem Helden Professor Tell ist, dass die TRANSLATION-PROBST AG als Unternehmen darin nicht explizit vorkommt, ausser die Figuren nehmen Roman Probst bzw. die TRANSLATON-PROBST AG auf die Schippe.

Ist es nicht gefährlich, den Wert Treffsicherheit mit Comic zu vermischen?
Mike Flam: Meines Erachtens liegt genau hier die Stärke eines Comics, insbesondere wenn dieser wie geplant in den vier Schweizer Nationalsprachen sowie in Englisch und Spanisch lanciert wird. Mit Rücksicht auf die sprachlich-kulturellen Hintergründe kann dort sehr pointiert und treffsicher eine Übersetzung erfolgen. Der Comic wird meines Erachtens sehr grossen Erfolg haben, wenn er genau die Kultur und die Wortspiele aufgreift, die in der Sprache üblich sind. Denn davon lebt ein Comic. Und das ist ja auch die Stärke der TRANSLATION-PROBST AG.

Warum passt die Form des Comics besser zur TRANSLATION-PROBST AG als der reale Tell?
Thomas Kupferschmied: Der reale Professor Tell ist schon über vier Jahre für die TRANSLATION-PROBST AG im Einsatz. Es musste etwas Neues her, das die Aufmerksamkeit der Zielgruppe auf sich zieht. Die Idee eines Comic-Helden kam im Brainstorming mit Mike Flam und dem Marketingteam der TRANSLATION-PROBST AG schnell auf. Denn Tell sollte einfach etwas jünger und agiler wirken. Ganz nach den Werten, welche die TRANSLATION-PROBST AG lebt. Der Comic ist insofern eine gute Idee, da der Professor Tell bleibt, wir ihn aber mit der Comic-Zeichnung in eine jüngere und dynamischere Person verwandeln können. Auch ist er so vielseitiger einsetzbar.

Was bringt das dem Branding der TRANSLATION-PROBST AG?
Thomas Kupferschmied: Wichtig zu beachten ist, dass die Leser, Website-Besucher und Kunden involviert werden. Denn so werden sie zu einem Teil der Geschichte und gestalten den Brand aktiv mit. Es entsteht eine emotionale Bindung zum Brand, sprich zur Firma TRANSLATION-PROBST AG. Jetzt kommt es auf die einheitliche Umsetzung an, damit der Comic in die Herzen der Betrachter geht.

Was braucht es noch für ein optimales Storytelling?
Thomas Kupferschmied: Ich habe gerade vor Kurzem einen interessanten Artikel zum Thema Storytelling gelesen und diese sieben Regeln gefunden:

  1. Erst die Idee, dann die Kanäle
  2. Starten Sie mit dem Warum
  3. Finden Sie Held, Konflikt und Lösung
  4. Fassen Sie die Story in einem Tweet zusammen
  5. Erzeugen Sie einen Spannungsbogen
  6. Respektieren Sie die Intelligenz Ihres Publikums
  7. Machen Sie die Story social und shareable

Roman, wieso Mike Flam?
Roman Probst: Mike Flam besitzt die unglaublich wertvolle Gabe, in Bildern zu denken. Ausserdem legt er Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik, was mir natürlich sehr entgegen kommt. Hinzu kommt, dass er vor nichts Angst hat und alles ausprobiert: Wenn alle sagen, das funktioniert nicht, dann kommt Mike, der nicht weiss, dass es nicht funktioniert, und macht es einfach.

Das Markomteam der TRANSLATION-PROBST AG mit Mike Flam (links) und Thomas Kupferschmid (rechts)

Das Markomteam der TRANSLATION-PROBST AG mit Mike Flam (links) und Thomas Kupferschmied (rechts)

Wie bist Du ursprünglich auf die Idee mit Professor Tell gekommen?
Roman Probst: Beim Zigarrenrauchen. Ich habe mir überlegt, wie man Text-, Übersetzungs- und Dolmetscherdienstleistungen mit Qualitätsgarantie kreativ anpreisen kann. Und zwar so, dass es nicht kopierbar ist. Tell vereint all unsere Werte wie Genauigkeit, Treffsicherheit, Zuverlässigkeit und Swissness in sich. Da wir jeden unserer Texte von einem Professor oder Hochschuldozenten der Zielsprache korrigieren lassen, wurde aus Tell Professor Tell. Deshalb passt er ideal zu uns.

Wie geht es weiter mit Professor Tell?
Professor Tell wird auf jeden Fall weiterhin in der internen und externen Kommunikation eingesetzt. Auch dank ihm wurde Unsere Arbeit beim Schweizer Rating interne Kommunikation 2014 als drittbeste in der Kategorie «Konzepte/Strategien» bewertet. Er macht seinen Job so gut, dass wir seit über vier Jahren seine eigenen Social Media Kanäle pflegen.

Wort der Woche «Interne Kommunikation»

7. November 2014

Jeder macht es täglich. Einige tun es sogar im Schlaf: Kommunikation ist für Menschen fast so wichtig geworden wie die Luft zum Atmen. Speziell für Unternehmen ist eine strategische Kommunikation existenziell. Nicht nur extern, sondern auch intern. Deshalb hat die TRANSLATION-PROBST AG im Jahr 2014 ihr internes Kommunikationskonzept überarbeitet; dieses neue Konzept wurde bei der Verleihung der Goldenen Feder mit dem Preis «drittbeste Arbeit» in der Kategorie Konzepte und Strategien belohnt. Peter Stücheli-Herlach, Professor und Leiter des Forschungsschwerpunkts für Organisationskommunikation und Öffentlichkeit an der ZHAW, hat für uns Fragen zur internen Kommunikation beantwortet, mit denen sich alle Unternehmen beschäftigen sollten.

TRANSLATION-PROBST AG: Was ist Kommunikation? Und warum ist die interne Kommunikation für Unternehmen so wichtig?

Peter Stücheli-Herlach: Kommunikation? So schnell gefragt, so schwer erklärt! Möglicherweise ist es das: Gemeinsames Handeln ohne Zwang, aber mit Impact. Aber das kennen wir auch aus dem Privaten, aus dem Alltag. Wir reden ja alle ständig miteinander, wir mailen, posten, lesen und werfen Papiere mit Texten auf den Stapel, täglich, stündlich, minütlich. Unternehmenskommunikation muss sich davon unterscheiden. Muss Unternehmensleistungen unausweichlich, Qualitätsmerkmale unverzichtbar werden lassen. Muss Anziehungskraft entwickeln. Muss Tempo haben und Präzision beweisen. Dabei gilt: Die alte Unterscheidung zwischen Innen und Aussen, also zwischen «interner» und «externer» Kommunikation ist überholt. In der Wissens-, Kommunikations- und Netzwerk-Gesellschaft ist sofort draussen, was drinnen abgeht. Und die Aussenwelt massiert konstant die internen Abläufe. Gut beraten deshalb, wer so radikal auf Kommunikation setzt, dass diese unverwechselbar wird, und wer sich dabei umfassend selber engagiert, innen und aussen.

Wie setzt man eine Strategie integrierter Kommunikation in einem Unternehmen um?

Da gibt es viele gangbare Wege. Bei aller Bemühung um die Gestaltung einzelner Beiträge, Medienkanäle und -produkte, bei allen Wünschen nach strategischer Steuerung mit Konzepten, Vorgaben, Standards – wichtig ist, eines nicht zu vergessen: Die Realität der Kommunikation bleibt immer hinter den Zielvorstellungen zurück. Das liegt in der Natur der Sache: Beim Kommunizieren kommen wir zusammen weiter. Gute Kommunikation lässt deshalb vieles hinter sich. Nicht die starre Norm, sondern die ständige Verbesserung der Situation ist deshalb das A und O integrierter Kommunikation. Deshalb gibt es keine Botschaft, bei der man nicht noch nachlegen müsste. Kein Mediendesign, das nicht optimierungsfähig wäre. Keine wichtige Beziehung, die man nicht vertiefen könnte. Kein Netzwerk, das schon perfekt ist. Starre Konzepte können wir vergessen. Konzeptuell denkende und handelnde Profis hingegen, das brauchen wir … nicht immer, aber immer öfter!

Warum wurde die TRANSLATION-PROBST AG Deiner Meinung nach in dieser Kategorie für die Goldene Feder (Preis für interne Kommunikation) nominiert?

Das entzieht sich meiner Kenntnis, ich war ja nicht in der Jury. Ins Auge sticht, dass wir es mit einem Unternehmen bzw. mit einem Unternehmer zu tun haben, der mit sich selber nie ganz zufrieden ist. Wer Marktpositionen erobern will, muss handeln. Wer handelt, macht immer auch Fehler. Erst jetzt kommen die Unterschiede. Denn erfolgreich wird, wer die Fehler erkennt. Wer sie hasst, aber auch vergeben kann. Wer sie überwinden will. Wer sie deshalb intern debattiert. Wer gemeinsam mit Mitarbeitenden, Kunden und Kollegen lernt. Und wer es immer besser machen will. Und: Wer es deshalb auch irgendwann besser macht. Und dadurch schliesslich besser ist.

Vielen Dank für das Interview, Peter Stücheli-Herlach. Wie die Antworten zeigen, ist eine strategische Kommunikation kein in sich abgeschlossener Prozess. Wer Erfolg haben will, muss seine Fehler analysieren und jedes Vorgehen immer wieder hinterfragen. Ansonsten entsteht eine starre Kommunikation, welche die Bedürfnisse der Mitarbeiter nicht befriedigt und somit eine schlechte Reputation nach sich ziehen kann.

Peter Stücheli-Herlach

Peter Stücheli-Herlach

Peter Stücheli-Herlach ist Forscher, Berater, Bildner für öffentliche Kommunikation; Leiter Forschungsschwerpunkt für Organisationskommunikation und Öffentlichkeit am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (www.stuecheli.com). Mit seinem Team untersuchte er in den Jahren 2013 bis 2014 die Telefonkommunikation der TRANSLATION-PROBST AG und entwickelte zusammen mit dem Unternehmen Optimierungsperspektiven.

Mit dem Zürcher Werbeclub zu Wikipedia Schweiz

20. Oktober 2014

Jeder kennt sie, jeder braucht sie, jeder weiss mit ihr umzugehen: Wikipedia – die freie Enzyklopädie. Eine Unmenge an Wissen, die allen kostenlos zur Verfügung steht und zu der jeder und jede sein bzw. ihr eigenes Wissen beisteuern kann. Seit der Lancierung 2001 sind 1,7 Mio. Artikel allein in deutscher Sprache entstanden. Aber halt – heute ist doch nichts mehr gratis: Weshalb also bei Wikipedia? Ist das Ganze dann überhaupt vertrauenswürdig? 

Patrick Kenel ist der Mann, der auf diese Fragen die besten Antworten geben kann. Als langjähriger Wikipedia-Autor, Wikimedia-Aktivist und ehrenamtlicher Präsident des Vereins Wikimedia Schweiz hat er sich Wikipedia sozusagen verschrieben. Wikimedia Schweiz ist ein unabhängiger Verein, der mit der Non-Profit-Organisation Wikimedia Foundation, der Betreiberin des Onlinelexikons, zusammenarbeitet und als Mission die Förderung des Freien Wissens hat.

Nächsten Donnerstag hält er in der Liquid Bar in Zürich ein spannendes Gastreferat; der Organisator des Events ist der Zürcher Werbeclub. Wir haben Patrick Kenel bereits vorab ein paar Fragen gestellt:

Wikipedia-Autor Patrick Kenel

Wikipedia-Autor Patrick Kenel

Herr Kenel, wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich so für Wikipedia bzw. Wikimedia engagieren?
Schon als Kind habe ich mich für Nachschlagewerke interessiert. Natürlich war ich dann fasziniert, als ich vor zehn Jahren Wikipedia kennengelernt habe. Es ergab sich ja nun die Möglichkeit, selbst beim Aufbau einer Enzyklopädie mitzumachen. Ich habe damals mein Benutzerkonto (Benutzer: Pakeha) eingerichtet. Anders als andere Wikipedianer habe ich keinen Hintergrund als Technik-Freak bzw. Nerd und bin nicht über die Open-Source-Software zu Wikipedia gekommen. Als ich erstmals in einem Wiki editierte, hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dieser damals noch neuen Web 2.0-Anwendung. Aber schliesslich wurde ich ein geübter Wikipedia-Autor und im Umgang mit der Wiki-Syntax sattelfest. Ich wünsche mir, dass sich wieder vermehrt Leute als Anfänger versuchen, denn die Wikimedia Foundation ist daran, eine einfachere Bearbeitungsoberfläche namens VisualEditor zu entwickeln.

 Und was ist die Vision dahinter?
Ganz einfach: Das gesammelte Wissen der Menschheit soll für alle zugänglich sein. Im Mittelpunkt steht dabei die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia (in rund 280 Sprachen) – es existiert aber auch eine Reihe von kleineren Wikimedia-Wissensprojekten (z.B. Mediendatenbank, Reiseführer, Zitatensammlung, Lernplattform). Alle Wikimedia-Projekte werden von der Wikimedia Foundation, einer Stiftung aus San Francisco, betrieben. Im letzten Jahrzehnt entstanden unabhängige Länderorganisationen wie Wikimedia CH, die heute anerkannt sind und die Projekte vor Ort unterstützen, aber nicht für die Inhalte haften. Unser gemeinnütziger Verein nimmt Spenden entgegen, die hauptsächlich für die Infrastruktur und zur Unterstützung der Freiwilligen, die sich an den Projekten beteiligen, ausgegeben werden. Wohl nicht zuletzt wegen der schnellen Stichwortsuche im Internet ist Wikipedia schnell bekannt und populär geworden; es braucht aber noch einigen Aufwand, bis die Wikimedia-Bewegung einen vergleichbaren Status erreicht hat. Ich hoffe, dass die digitale Zukunft dieser Vision entgegenkommt. Wir sind nicht gegen Kommerz im Internet, möchten aber für eine kosten- und werbefreie Insel sorgen. So wollen wir etwa auch Kultur- und Gedächtnisinstitutionen aufrufen, ihre Inhalte freizugeben, damit sie frei zugänglich sind und weiterverbreitet werden können.

Wikipedia Logo

Wieso darf man Ihr Gastreferat am 23. Oktober auf keinen Fall verpassen?
Es freut mich, dass ich das hier schon etwas eingeführte Thema in einem Referat vertiefen kann, so dass diese Bewegung rund um kollaborativ gesammelte Inhalte begreifbar wird. Sie werden feststellen, dass innert eines Jahrzehnts in der Wikimedia-Bewegung sehr viel passiert ist. Die wichtigste Errungenschaft war, dass sich die freie Enzyklopädie dank des Engagements einiger Enthusiasten weit vorne in der Rangliste der meistbesuchten Websites weltweit positioniert hat und sich dort halten konnte.

Damit an diesem Abend nicht nur das Wissen der Besucher erweitert, sondern auch der leere Magen gefüllt wird, folgt auf das Referat ein mehrgängiges Apéro-Abendessen. Und − da wir zwar keine Spezialisten sind, was Wikipedia angeht, aber dafür bei suchmaschinenoptimierten Texten und Übersetzungen von Websites die Nase vorne haben – offerieren wir die ersten Weinflaschen.

Möchten Sie gerne beim Zürcher Werbeklub Exklusiv dabei sein? Wir verlosen zwei Tickets. Erzählen Sie uns in einem Kommentar kurz, welches der letzte Begriff war, den Sie in Wikipedia nachgeschlagen haben.

«Jede Textstelle wird mit viel zu viel Info zugemüllt»

5. August 2014

Tagtäglich ziehen 3’000 bis 6’000 Werbebotschaften an uns vorbei. Damit es ein Unternehmen trotzdem schafft, in den Köpfen der Kunden zu bleiben, braucht es ein gut durchdachtes Cross Media Marketing. Dessen Erfolgsfaktoren erörtert Cary Steinmann, der Leiter des International Marketing an der ZHAW, im Interview.

Können Unternehmen heute überhaupt noch mit Werbung bei den Konsumenten punkten?

Cary Steinmann: Ja sicher, so wie sie es schon immer konnten: Mit einer scharfen Strategie und einer super kreativen Umsetzung. Als Beispiele denke ich an den Coop Grill «Tsch-tsch»-Spot oder an die SBB-Kampagne «Unterwegs zuhause».

Welches sind die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren für Cross Media Marketing?

Als Erstes braucht es eine einheitliche Unternehmenskommunikation über alle Kanäle hinweg. Auch eine thematische Geschlossenheit mit Fokus auf die Markenwerte des Unternehmens darf nicht fehlen. Und last but not least: Wichtig ist eine formale, gestalterische Einheit, die nichts hilft, wenn die ersten zwei Punkte nicht funktionieren oder gegeben sind.

Welche typischen Fehler begehen Unternehmen in der Kommunikation, wenn sie Konsumenten erreichen möchten?

Sie sagen zu viel. Es kostet ja alles, darum wird jede Textseite mit viel zu viel Info zugemüllt. 16 Sekunden benötigter Anzeigenbetrachtungszeit stehen im Schnitt 1,6 Sekunden realer Zeit gegenüber.

Welchen Beitrag leisten Texte und Übersetzungen im Cross Media Marketing?

Texte müssen Vorstellungsbilder kreieren, inspirieren, motivieren. Ein Text, der das eigene Unternehmen lobt, ist wertlos. Übersetzungen müssen es schaffen, die kulturelle Brücke der Sprachanwendung und der Wortbedeutungen (Semiotik) zu meistern. Übersetzen ist nicht einfach «nur» übersetzen, sondern eine Art kulturelle Reinterpretation.

 

cary

Cary Steinmann

Professor Marketing & Communication an der ZHAW
Leitung International Marketing
Gründungsmitglied APGS (Kommunikations- und Werbestrategie in der Schweiz)

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte, Spezialkenntnisse
Marketingstrategien, Kommunikationsstrategien, Image-Analysen, Marktforschung (psychologische Verbraucheranalysen, Focus
Groups, One-on-Ones), Marketing im Web 2.0, Soziale Netzwerke, Marketing in der Hyperrealität, Brand Management 2.0, Storytelling

Fragen an Cary Steinmann oder Anregungen zu Cross Media Marketing sind jederzeit willkommen – am besten gleich einen Kommentar schreiben.