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Archiv für die Kategorie ‘Kommunikation’

e-Post: Interkulturelles Vertrauen gewinnen

13. Februar 2017

In der interkulturellen Kommunikation Vertrauen gewinnen

Haben Sie schon einmal von «Guanxi» oder «Ijjat» gehört? Viele westliche Unternehmen begehen im asiatischen Kulturraum den groben Fehler davon auszugehen, dass ihr Weltbild universell sei. Das dem nicht so ist und welche interkulturellen Hürden beim Netzwerken mit indischen oder chinesischen Partnern warten, weiss unser Asienexperte Christoph Rentsch.

e-Post: Interkulturelle Kommunikation in Asien – TRANSLATION-PROBST AG

Asien, geheimnisvoller Kontinent? Vermeiden Sie Fallen in der Kommunikation, denken Sie an Guanxi!

關係 Guanxi bezeichnet das persönliche Netzwerk von Beziehungen im chinesischen Kulturraum. Man kann es auch als «persönliche Verbindung» oder «Gegenseitigkeitsverhältnis» verstehen. «Guanxi aufbauen» bedeutet, mit einem Geschäftspartner eine Beziehung aufzubauen, die auf Gegenseitigkeit beruht, jedoch nicht darauf beschränkt ist. Mittels Gesten wie Geschäftsessen und symbolträchtigen Geschenken wird dem Gegenüber signalisiert, dass man ihn oder sie schätzt und deren Vertrauen gewinnen möchte. Guanxi aufzubauen dauert seine Zeit. Ohne ein Verständnis der subtilen Aspekte von Guanxi ist es unmöglich, im chinesisch-kulturellen Raum langfristig ein Geschäft zu entwickeln.

इज्जत Ijjat ist ein Begriff in Hindi/Urdu und bedeutet im weitesten Sinn «Respekt, Ehre»: Auf dem indischen Subkontinent ist man grundsätzlich jedem gegenüber, auch sich selbst, Ijjat schuldig. Man schuldet es sich selbst, der eigenen Familie sowie der eigenen «community» und den Mitarbeitern in einer Firma, das eigene Gesicht sowie die Ehre des anderen zu wahren. Dies bedeutet vor allem, im sozialen Umgang die richtigen Gepflogenheiten beizubehalten, nie allzu direkt zu werden und keine Grenze zu überschreiten, bei der die Ehre des Gegenübers in Frage gestellt würde.

In der interkulturellen Kommunikation rücken kulturelle Grundhaltungen wie Guanxi und Ijjat heute ins Zentrum und rücken auch zunehmend in den Fokus der akademischen Forschung, wo unter anderem folgende Dimensionenen im Hinblick auf unterschiedliche Kulturen der Kommunikation erkennbar geworden sind:

Direktes negatives Feedback vs. indirektes negatives Feedback

Beispielsweise spricht man im deutschsprachigen Raum und in westlichen Kulturen tendenziell direkter über geschäftliche Probleme. In asiatischen Kulturen werden Probleme hingegen eher diplomatisch und indirekt über den Kontext vermittelt.

Strukturierte Zeit vs. flexible Zeit

Ein Zeitplan wird in Deutschland oder in der Schweiz als Richtlinie (als «soll» oder gar ein «muss») gesehen, während in den meisten asiatischen Kulturen die Beziehung wichtiger ist als der Zeitplan (der Zeitplan ist ein «darf») und ein Projektverlauf muss nicht linear erfolgen.

Hohes Sicherheitsbedürfnis vs. hohe Risikobereitschaft

In westlichen Kulturen werden Geschäftsprojekte tendenziell mit einer starken sicherheitsorientierten Grundhaltung gestartet. In asiatischen Kulturen hingegen ist man viel eher bereit, etwas Neues zu versuchen, solange die Beziehungsebene stimmig ist.

Aufgaben-orientierte Netzwerke vs. Beziehungs-orientierte Netzwerke

Ein Beispiel: Der indische Departmentschef einer globalen Firma begrüsst seinen niederländischen Kollegen zum ersten Mal. Nach einem kurzen Austausch sagt der niederländische Kollege: «It was very nice speaking with you. I have heard many good things about you. But sorry, I’d love to continue this conversation later. I have a lot to do and customers to call.» Der indische Kollege ist ab diesem Verhalten eher irritiert.

Schwacher Kontextbezug («Sachebene») vs. starker Kontextbezug («durch die Blume»)

Ein Beispiel eines Dialogs zwischen einem US-amerikanischen Produktionschef Mr Taylor und seinem chinesischen Kollegen Mr Wei:

Mr Taylor: «It looks like we’re going to have to keep the production line running on Saturday.»
Mr Wei: «I see.»
Mr Taylor: «Can you come on Saturday?»
Mr Wei: «Yes, I think so.»
Mr Taylor: «That’ll be a great help.»
Mr Wei: «Yes, Saturday is a special day.»
Mr Taylor: «How do you mean?»
Mr Wei: «It’s my son’s birthday.»
Mr Taylor: «How nice, I hope you all enjoy it.»
Mr Wei: «Thank you, I appreciate your understanding.»

Ein mögliches Ergebnis dieses Dialogs: Mr Wei kommt am Samstag nicht zur Arbeit und Mr Taylor wundert sich, weshalb.

Nicht nur das Verständnis für die fremde Kultur, sondern auch ein Mass an Wissen über lokale Gepflogenheiten sind elementar, um im asiatischen Kulturraum nachhaltig Fuss zu fassen. Da die sprachlichen Hürden oft schon höher sind als erwartet, empfiehlt es sich, kulturelle Fettnäpfchen durch einen Experten oder durch entsprechende Fachliteratur schon im Vorfeld sichtbar zu machen. Es bleibt jedoch ein Balanceakt: treten Sie zu selbstsicher auf, wirken Sie rüpelhaft. Sind Sie aber vorsichtig und zurückhaltend, kann Ihnen Ihr Verhalten als Schwäche ausgelegt werden – und Sie können auch später Ihre Interessen nur mit grösserer Mühe durchsetzen.

Ihre TRANSLATION-PROBST AG

Vom Wandel zum Handeln – ein Ausblick für 2017

9. Januar 2017

Für manch einen bedeutet der Jahreswechsel – neben dem Wiedereintritt ins Fitnessstudio – die Chance, durch eigenes Handeln einen Wandel herbeizuführen. Die Translation-Probst AG hat 2016 bereits einen Wandel vollzogen, weshalb sie nun zum Handeln übergeht. Im Ausblick für das Jahr 2017 zeigen wir Ihnen, was bei uns alles neu wird und auf welche Trends Sie in Zukunft achten sollten.

Die digitale Wandlung eines Übersetzungsbüros – TRANSLATION-PROBST AG

2017 als Jahr der Tatkraft – unser Blick in die Zukunft

Als Erstes verwandeln wir unseren Firmenblog in einen Themen- und Aktualitätenblog – als ergänzendes Medium zu unserer Unternehmenszeitung Translation-Post: Während früher das Wort der Woche den Blog prägte, setzen wir uns neu mit globalen und digitalen Wirtschafts- und Gesellschaftsthemen auseinander, in denen Technologien, Sprachen und Übersetzungslösungen eine wichtige Rolle spielen. Die neue «E-Post» wird jeweils zweimal im Monat erscheinen – zunächst noch im bisherigen Kleid, ab dem Frühjahr dann in einem neuen Look.

Die Digitalisierung kommt – auch zu uns

Strategisch schreiten wir mit grossen Schritten Richtung Digitalisierung, was mit einem neuen Web- und Firmenauftritt verbunden ist. Aber nicht nur: Während sich unser Äusseres digital verändert, bauen wir intern an digitalen Sprachlösungen, die Ihnen in Zukunft Ihre internationale Kommunikation erleichtern werden. Mehr dazu erfahren Sie ebenfalls im Frühjahr/Sommer.

Im Zusammenhang mit dem Megatrend Digitalisierung nimmt der Mensch vermehrt die Rolle des Regisseurs und Ideengebers ein, während selbstlernende IT-Systeme lästige und komplexe Arbeiten in Windeseile erledigen. Ob Roboter, selbstfahrende Autos oder die Smartwatch, die Ihnen den Bewegungsmangel während der Festtage penibel aufzeigt, – all diese vernetzten und autonomen Helferlein bedingen eine Revolution unserer künftigen Arbeit und Bildung: weg vom Auswendiglernen und von repetitiven Arbeiten hin zum Kreieren, Programmieren und Erfinden.

Im Zuge unseres digitalen Umbaus werden wir uns intensiv mit Arbeits-, Bildungs- und Technologiethemen beschäftigen – die ersten Resultate dazu lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe der Translation-Post im Frühjahr, die alles um die Digitalisierung herum beleuchtet und dabei mit internen und externen Experten spricht.

Blick in die Zukunft

2017 wird für viele Unternehmen ein Jahr der technologischen Weichenstellung. Denn in Zukunft wird sich die Individualisierung der Gesellschaft weiterhin verstärken. Auf die Produkt-, Dienstleistungs- und Kommunikationsebene übertragen bedeutet dies einen Wandel vom Massen- zum selbst mitgestalteten Einzelprodukt sowie von der Massenwerbung hin zu individuellen Angeboten, die den Konsumenten aufgrund einer umfassenden Datenanalyse über die vernetzten Dinge direkt ausgespielt werden.

Die Mediabudgets werden sich ebenfalls Richtung Konsumenten bewegen, indem diese erst bestimmte Werbeangebote akzeptieren, wenn sie dafür eine Gegenleistung bekommen. Werbe- und Mediaagenturen werden sich auflösen und entweder auf der Unternehmensseite eingebettet oder direkt bei den Verbreitungsmedien angesiedelt sein. Sowohl Unternehmen als auch Verbreitungsmedien werden über eine Art «News und Content Creator» sämtliche Kommunikationsinhalte mehrsprachig über intelligente digitale Lösungen produzieren und verbreiten können. Und daran arbeiten auch wir.

Für 2017 wünschen wir Ihnen viel Mut, Tatendrang und Freude bei allem, was Sie tun und erreichen wollen.

Ihr Team der Translation-Probst AG

Wort der Woche «Vertragsübersetzungen»

15. November 2016

Vertragsübersetzungen sind die grossen Knacknüsse der Übersetzungsbranche. Denn es ist höchste Präzision gefordert, die keinen Spielraum für Interpretationen offen lässt, weil dies ein juristisches Nachspiel haben könnte. Wir haben uns im Team umgehört und unseren Englischübersetzer und Korrektor Christoph Rentsch gebeten, das Wort der Woche zu Vertragsübersetzungen gestochen scharf zu formulieren.

Kein Spielraum für Interpretationen - Vertragsübersetzungen der TRANSLATION-PROBST AG

Vertragsübersetzungen erfordern hohe Präzision und rechtliches Fachwissen.

«Der Zweck eines Vertrags ist nicht, Freundschaft zu schliessen, sondern zu vereinbaren, was in einem Worst-Case-Szenario geschehen soll», sagte einst ein renommierter Wirtschaftsboss. Diese etwas paranoide Sicht auf die Welt der Verträge zeigt, welcher Verantwortung Übersetzer und Übersetzerinnen ausgesetzt sind, die sich an die hohe, meist gut bezahlte Kunst des rechtlichen Übersetzens heranwagen.

Hardcore Facts statt Poesie

Vertragsübersetzungen sind eine sehr hohe Kunst, da man dabei sehr geerdet bleiben muss. Bei anderen Textprojekten ausserhalb der Domäne des Rechtlichen und Technischen machen sich Übersetzer oft exotische Ziele wie die pragmatische Äquivalenz zu eigen: Pragmatische Äquivalenz bedeutet, dass eine Übersetzung die kommunikative Wirkkraft der Ausgangs- und Zieltexte anzielt – und diese «so äquivalent wie möglich» umsetzt. Das lässt viel kreativen Spielraum offen. All das spielt jedoch bei Vertragsübersetzungen keine Rolle und muss gekonnt aus dem Übersetzer-Bewusstsein getilgt werden. Bei Rechtstexten geht es um «Hardcore Facts» (textnormative Äquivalenz). Romantische, poetische oder «gut klingende» Phrasen sind unerwünscht.

Womit die Übersetzer von Verträgen zu kämpfen haben

Wo ein Übersetzer sonst frei formulieren darf (und soll), bringt die «Absolut-nah-am-Text»-Herangehensweise bei rechtlichen Dokumenten verschiedene Probleme mit sich. Hier nur drei Beispiele:

  • Rechtliche Terminologie vs. «zu wörtlich», d. h. nicht mit der Rechtsterminologie der Zielsprache vereinbar. Eine Standardformulierung wie «im Sinne von Artikel 16 …» kann nicht mit «in the sense of Article 16 …» oder «in accordance with Article 16 …» übersetzt werden. Hier ist «within the meaning of Article 16 …» erwünscht. Das muss man einfach wissen. Wissen ist Macht! Rechtliche Terminologie will gelernt sein.
  • Organisierte Struktur vs. «unorganisiert»: Wenn ein Vertrag keine dingfeste Struktur oder eine schlecht organisierte Sprache aufweist, ist das herausfordernd. Ein Vertrag will schliesslich von seinem Zweck her Klarheit vermitteln. Wenn der Verfasser dieses Ziel selbst nicht erreicht hat, wird es für den Übersetzer oder die Übersetzerin beschwerlich. Ein talentierter Übersetzer verschafft sich einen Gesamtüberblick und prüft, ob die Struktur aufgeht oder die Absätze sich in Widersprüchlichkeiten verlieren.
  • Rechtliche Gültigkeit vs. «nicht stimmig»: Eine ganz besondere Herausforderung stellt sich, wenn der Ausgangstext selber rechtlich nicht stimmig ist und der Übersetzer in diese Falle tappt. Dies ist öfters der Fall als angenommen. Um daraus entstehende Missverständnisse zu vermeiden, ist die direkte Absprache mit dem Kunden erwünscht. Dies ist schliesslich «added Value»!

Die TRANSLATION-PROBST AG bietet Kundinnen und Kunden eine Kombination von ausgezeichneten, mit Trados und anderen Programmen gewappneten Übersetzerinnen und Übersetzer sowie erfahrenen Korrektoren und Korrektorinnen. Mit vereinten Kräften knacken sie auch die schwierigsten Nüsse der Vertragsübersetzungen. Das qualitätsorientierte Terminologie-Management wiederum trägt zum Aufbau einer kohärenten Sprache bei.

 

Wenn Sie ebenfalls eine rechtliche Knacknuss zu vergeben haben, dann lassen Sie uns diese gemeinsam knacken: 0840 123 456 oder info@translation-probst.com.

 

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Interkulturalität»

7. November 2016

Zwei Kulturen, eine Verständigung? Wenn das mal nicht in Missverständnissen endet …

Um das Thema Interkulturalität kommen wir nicht herum. Denn interkulturelle Begegnungen finden statt, sobald unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen – mittlerweile also täglich. Doch wie funktioniert interkulturelle Kommunikation? Was braucht es, damit die Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturen gelingt? In unserem Wort der Woche gehen wir dem auf den Grund.

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Wie funktioniert interkulturelle Kommunikation?

Interkulturalität – brauchen wir das?

Die globalisierte Gesellschaft, in der wir heute leben, beeinflusst die Kommunikationsgestaltung stark. Immer häufiger erfolgt die Kommunikation über die staatlichen Grenzen hinaus. Und auch innerhalb eines Landes, einer Stadt und gar eines Unternehmens oder Kindergartens steigt die Vielfalt an Nationalitäten. Und wo Menschen verschiedener Hintergründe miteinander in Kontakt treten, treffen unterschiedliche Kulturen aufeinander. Sobald es zwischen diesen Kulturen zu einem Austausch von Informationen kommt, entsteht Interkulturalität. Der Austausch zwischen Kulturen ist zum Alltag geworden, und die heutige Welt ist ohne Interkulturalität unvorstellbar.

«Je grösser die Massenveranstaltung, desto geringer die Kommunikation»

Dieses Zitat des deutschen Aphoristikers Reiner Klüting passt zum Thema. Denn der interkulturelle Austausch kann auch Probleme mit sich bringen. Jede Kultur hat ihre eigenen Vorstellungen, Bräuche und Gesten, ihre eigene Denkweise, Sprache und Art, zu kommunizieren. Je mehr Kulturen in den Austausch involviert sind, desto schwieriger wird es, diese Differenzen miteinander in Einklang zu bringen. Die Kommunikation wird erschwert.

Bestes Beispiel dafür sind Begrüssungen: Viele Kulturen könnten den «Wai»-Gruss in Thailand als Gebet oder gar als eine Yoga-Übung interpretieren, da für sie das Aneinanderlegen der Handflächen bei der Begrüssung nicht üblich ist. Dabei ist der Wai ein Zeichen für Respekt und Dankbarkeit. Die Neuseeländer stehen beim «Hongi»-Gruss Stirn an Stirn. So viel Nähe bei der ersten Begegnung wäre in manch anderem Kulturkreis äusserst unangenehm. Und dann gibt es noch den Handschlag – für uns ein Zeichen des Respekts, für andere die reine Übertragung von Bakterien und Krankheiten. 

Folglich müssen unterschiedliche Kulturen bereits bei der Begrüssung einen Weg für eine gemeinsame und verständliche Kommunikation finden.

Interkulturelle Kommunikation – wie geht das?

Damit eine interkulturelle Kommunikation Früchte trägt, müssen mehrere Voraussetzungen gegeben sein. Um mit anderen Kulturen in Kontakt zu treten, müssen die Individuen zunächst bereit sein, sich mit dem Gegenüber auszutauschen. Dazu ist es notwendig, die andere Kultur des Gegenübers zu tolerieren und zu akzeptieren. Ein angemessener Umgang mit seinem Gegenüber und dessen fremder Kultur basiert also auf der eigenen Einstellung und Haltung zu Neuem und Fremdem.

Mehrere Kulturen – mehrere Sprachen

Übersetzer und Dolmetscher sowie auch wir als Übersetzungsunternehmen sind täglich in Kontakt mit den unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen. Um die Brücke zwischen zwei Kulturen zu schlagen, sind interkulturelle Kompetenzen gefragt. Dazu gehört nicht nur das Verständnis anderer Denk- und Verhaltensweisen, sondern auch Flexibilität und Feingefühl. Unsere Übersetzer und Dolmetscher weisen die nötigen Erfahrungen und Kenntnisse über die verschiedensten Kulturen und Nationalitäten auf und sind ihnen gegenüber offen. Kulturelle Unterschiede prägen unseren Alltag. Wie wichtig dieser kulturelle Bezug für ein Übersetzungsunternehmen ist, haben uns schon viele Situationen in der Vergangenheit gezeigt: Dass die chinesische Schriftzeichen, die sich anhören wie der Markenname Coca Cola, eigentlich «Beiss die Wachs-Kaulquappe» bedeuten, musste das Unternehmen auf unangenehme Art und Weise erfahren. Die Medien berichteten schon oft genug von interkulturellen Marketing-Flops aufgrund von peinlichen Übersetzungsfehlern. Aber keine Sorge – mit unseren professionellen Übersetzern und ihren stets präsenten kulturellen Bezügen passiert Ihnen das nicht.

Wir freuen uns, Ihnen auch weiterhin bei allen möglichen kulturellen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Scheiss Social Media»

26. September 2016

Seit mehreren Jahren sind wir auf fünf Social-Media-Kanälen präsent. Woche um Woche bemühen wir uns mit unserem Blog, unseren Kunden nützliches Wissen aus den Bereichen Kommunikation, Marketing und Übersetzungen feilzubieten. Reaktionen darauf bleiben hingegen weitgehend aus. Und weil wir das besch…eiden finden, gehen wir der Sache auf den Grund und untersuchen das Social-Media-Phänomen samt seiner Tücken.

Scheiss Social Media – unser (Un-)Wort der Woche

Scheiss Social Media – unser (Un-)Wort der Woche

Was jubeln doch all die Social-Media-Experten über tonnenweise Kontaktreichweiten, die Unternehmen mittels Social Media günstig erreichen können, um dann letztlich festzustellen, dass die Kontaktqualität einzig für die (Werbemüll-)Tonne ausreicht. Und was hypen doch all die freakig-funkigen Gurus jedes neue soziale Netzwerk, das als nächstes am Medienhorizont auftaucht, um es den nach Aufmerksamkeit dürstenden Werbekunden als den «neuesten heissen Scheiss» zu verkaufen, obwohl es sich dabei nur um den stinknormalen nächsten Misthaufen handelt, den die Welt einmal mehr nicht braucht.

Reichweite heisst noch nicht viel

Die Anzahl Nutzer einer Plattform sagt längstens nichts darüber aus, ob die Plattform für Werbetreibende sinnvoll für die Kommunikation mit deren Konsumenten ist – z. B. bei Twitter: Wer sich mal umschaut, wem Twitter tatsächlich viel Reichweite und Erfolg beschert, findet schnell Namen wie Barack Obama, Katy Perry oder Justin Bieber. Doch es ist zu bezweifeln, dass die erfolgreichsten Twitter-Accounts zugleich die grössten Umsatztreiber des Netzwerks sind. Trotz über 300 Mio. Nutzern weltweit schreibt Twitter nach wie vor rote Zahlen: Seit Ende 2013 ist dessen Aktienkurs auf knapp einen Fünftel des ursprünglichen Werts geschrumpft.

Hierzulande verwenden in erster Linie Medienunternehmen und IT-Fachleute Twitter als Informationsticker. Daneben tummeln sich auch viele Marketingmenschen, die sich gegenseitig mit ReTweets beehren, um nicht zu sagen: selbst beweihräuchern (was letztlich nur ein stummer Schrei nach Liebe ist, wie es «Die Ärzte» zu singen pflegten). Doch mehr ist da nicht.

Wenn Facebook zum «Failbook» wird

Einen medialen Schuss in den Ofen leistete sich der Gigant Procter & Gamble in Sachen Facebook-Marketing: Seit der Konzern sein Mediabudget von der TV- zur Onlinewerbung verschoben hat, ging es mit den Umsätzen talwärts, bis P & G zum Schluss kam, dass sich – neben anderen Onlinekanälen – das Facebook-Marketing als «nicht wirksam genug» erwiesen hatte. Und das, obwohl Facebook das reichweitenstärkste soziale Netzwerk der Welt ist, über detaillierte Targetingmöglichkeiten verfügt und beinahe alles messen kann, was sich das Controllerherz zu messen wünscht.

Warum also funktioniert Marketing auf Social Media selbst bei Giganten nicht? Nicht weil Social Media etwa Quatsch mit Sauce wären. Sondern weil niemand auf Social Media so viel unnützes Gedöns von Unternehmen lesen, hören und sehen will. Übereifrige Zahlendreher und Marketingmissionare sollten sich fernab von Targeting, Controlling- und Optimierungsinstrumenten mal fragen, was das Wort «social» in den sozialen Medien überhaupt bedeutet – nämlich alles andere als «commercial».

Schon mal die Konsumenten gefragt?

Nicht alles, was sich messen lässt, ist Erfolg versprechend: Vor der ganzen «Analyse-Toolitis» sollte die Konsumentensicht im Zentrum stehen. Also habe ich mich aufgemacht und dazu eine Umfrage im privaten und geschäftlichen Umfeld platziert, um herauszufinden, wie sich meine Mitmenschen über Produkte, Marken und Unternehmen informieren und wie sie zu Social Media stehen. Meine nicht repräsentative Umfrage mit 32 Teilnehmenden aus rund 300 Kontakten hat dennoch interessante Ergebnisse zutage gefördert:

  1. Meine Responsequote liegt bei ca. 10 Prozent und ist damit 100-mal höher als die Responsequote beim Online Marketing im Allgemeinen (was darauf hindeutet, dass nicht der Kanal, sondern die persönliche Beziehung zu mir für dieses Resultat ausschlaggebend ist – ergo: Für Ihren Marketingerfolg ist also der Kanal nebensächlich, nicht aber die Art und Weise, wie Sie zu Ihren potenziellen und bestehenden Kunden sprechen).
  2. Zu den Top 3 der Informationskanäle gehören Suchmaschinen (inkl. Suchmaschinenwerbung), das persönliche Umfeld und – wer hätte das gedacht – Print.
  3. 75 Prozent der Befragten empfinden Werbung oder werbeähnliche Inhalte auf Social Media nervig, obschon 40 Prozent Werbung im Allgemeinen mögen.
  4. 52 Prozent der Befragten nutzen Social-Media-Kanäle ausschliesslich privat – und das obwohl ein überproportionaler Anteil der Teilnehmenden in der Kommunikationsbranche arbeitet.

Fazit: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, wie Churchill einst sagte. Meine Umfrage ist wirklich zu wenig aussagekräftig, um damit allgemeingültige Gesetzmässigkeiten abzuleiten. Dennoch zeigt sie zwei Tendenzen auf: Zum einen, dass Social-Media-Kanäle für private Zwecke wie Kontakt zu Freunden, Unterhaltung oder Ablenkung genutzt werden und nicht für geschäftliche oder wirtschaftliche Entscheide; zum anderen, dass Werbung dort Akzeptanz findet, wo sich Konsumenten informieren wollen und Zeit dafür haben – also bei der konkreten Suche in Suchmaschinen, innerhalb des persönlichen Umfelds oder beim Lesen von Zeitungen und Zeitschriften.

Folgen für die Praxis

Social Media sind also nicht per se ungeeignet fürs Marketing. Allerdings sollte die Sicht der Konsumenten in den Vordergrund rücken, nicht diejenige der Marketer und schon gar nicht diejenige der Controller (die ja bekanntlich Killer jeglicher Kreativität sind, aber das ist ein anderes Thema).

Für die Praxis ergeben sich dadurch die folgenden Empfehlungen:

  • Social Media eignen sich im B2B-Marketing höchstens für die Personalrekrutierung und Verbreitung von relevanten Unternehmensnachrichten, nicht jedoch als Verkaufs- oder Umsatzkanal. Sie können zudem in der Unternehmenskommunikation hilfreich sein – z. B. als Erweiterung zu Unternehmenspublikationen wie Mitarbeiter- oder Kundenmagazinen. Im Allgemeinen haben nach wie vor nur wenige Angestellte im Büroalltag Zugriff auf Social Media, weshalb es zu prüfen gilt, inwieweit ein Engagement auf diesen Plattformen hinsichtlich der vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen sinn- und wirkungsvoll ist. Damit nehmen wir uns selbst an der Nase und evaluieren derzeit den Nutzen und Sinn unserer Social-Media-Präsenz im B2B-Sektor.
  • Im B2C-Marketing sollten sich die Unternehmen darauf konzentrieren, die Konsumentenbedürfnisse wahrzunehmen und dafür Unterhaltungsvideos und persönliche Geschichten zu publizieren oder ein Helpdesk einzurichten. Vor allem müssen sie sich bewusst sein, dass die sozialen Netzwerke hierbei die Interaktion zwischen den Konsumenten und dem Unternehmen fördern sollen. Es sind keine Verkaufs- und Absatzkanäle, sondern Instrumente für Kundenservice und Imagepflege.
  • Weniger ist mehr: Bei gleichzeitig sinkender Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer und steigender Selbstdarstellungs- und Geltungssucht im Netz lohnt es sich, die Konsumenten zwischendurch über andere Kanäle zu bedienen (Stichwort: Empfehlungs- oder Dialogmarketing) oder schlicht mal in Ruhe zu lassen. Denn sonst passiert das, was bisher in den sozialen Netzwerken schon oft zu beobachten war: Sobald Marketingzombies einen neuen heissen Scheiss gefunden haben und gierig nach den Konsumenten greifen, fliehen Letztere zur nächsten Plattform, bis diese wieder zum nächsten Marketing-Mekka ausgerufen wird (aktuell: Snapchat und Instagram). Und das wiederholt sich am Laufmeter – trotz (oder gerade wegen) modernster Messmethoden und bunter Statistiksträusse.

Darum unser abschliessender Tipp an Sie: Sie müssen nicht jeden Seich mitmachen. Schliesslich sind laut Henry Ford 50 Prozent der Werbegelder sowieso für die Tonne. Und weil wir selbst im Zeitalter der Messmanie nicht wissen, welche 50 Prozent das sind, raten wir Ihnen, mehr in die Kundenbeziehungen zu investieren und weniger in die Effekthascherei – halten Sie es also wie Ford: «Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.»

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Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

PS: Bitte entschuldigen Sie die teilweise entglittene Ausdrucksweise – beim nächsten Mal wird’s wieder anständiger – versprochen!