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Archiv für die Kategorie ‘Kommunikation’

Wort der Woche «Unternehmenskommunikation»

12. September 2016

«Man kann nicht nicht kommunizieren», pflegte einst der österreichisch-amerikanische Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick zu sagen. Dieser Lehrsatz gilt ganz besonders für Unternehmen und damit für unser Wort der Woche «Unternehmenskommunikation».

Ehrlichkeit währt am längsten – auch in der Unternehmenskommunikation.

Ehrlichkeit währt am längsten – auch in der Unternehmenskommunikation.

Unternehmenskommunikation umfasst sämtliche Kommunikationsaktivitäten eines Unternehmens – ob nach innen oder nach aussen gerichtet. Fernab all der Kommunikationstheorien nach Bruhn, Luhmann und Co. ist eines in der Unternehmenskommunikation zentral: der Inhalt. In unserem Wort der Woche geben wir Ihnen ein paar Anregungen, wie Sie Inhalte für eine gehaltvolle Unternehmenskommunikation generieren.

Echte Werte dank echter Geschichten
Die Unternehmen sind einem zunehmenden Wettbewerb ausgesetzt. Den Erfolg erreichen Sie mit einer zukunftsträchtigen Marktleistung und einer starken Markenführung. Den Wert einer Marke bestimmt nicht alleine der Innovationsgrad eines Produkts bzw. einer Dienstleistung, sondern auch die Geschichte, die sich dahinter verbirgt und die der Marke eine Identität verleiht. Mit Geschichten hauchen Sie Ihrer Unternehmenskommunikation Leben ein und schaffen somit einen unverkennbaren Wert Ihres Unternehmens und Ihrer Unternehmenskultur.

Voraussetzung für echte Werte sind echte Geschichten von Menschen, die mit Ihrem Unternehmen verbunden sind. Das kann ein kurioses Hobby Ihrer Mitarbeitenden sein, ein soziales Projekt, dem Sie sich annehmen, oder die Entstehungsgeschichte Ihres Unternehmens.

Augen auf im Alltag
Um genügend Geschichten zu finden, die Sie erzählen können, müssen Sie lediglich Ihre Augen im Alltag aufmachen und erkennen, was Menschen innerhalb und ausserhalb Ihres Unternehmens beschäftigt. Involvieren Sie dabei Ihre Mitarbeitenden – denn Sie sind letztlich das Gesicht Ihres Unternehmens, das mit Ihrer Kundschaft in Kontakt tritt. Und je mehr Ihrer Mitarbeitenden an der Unternehmenskommunikation beteiligt sind, umso höher ist ihr Identifikationsgrad mit Ihrem Unternehmen, weil sie sich ernst genommen fühlen und somit zu wertgeschätzten Repräsentanten ihrer Firma avancieren.

Unternehmenszeitungen schaffen eine starke Identifikation 
Mit Unternehmenspublikationen wie einer Mitarbeiter- oder Hauszeitung schlagen Sie gleiche mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie informieren über wichtige Neuerungen im Betrieb, können komplizierte Sachfragen vereinfacht darstellen, den Mitarbeitenden das Wort erteilen sowie Kunden und Projekte vorstellen. Regelmässig erscheinende Unternehmenszeitungen schaffen nach innen eine starke Identifikation und nach aussen eine hohe Glaubwürdigkeit, weil Ihre Kunden Ihr Unternehmen greifbarer und persönlicher erleben – ohne all den Werbesprech, dem sie sonst so begegnen.

Die Themen einer Unternehmenszeitung sind so vielfältig wie das Unternehmen und seine Menschen selbst:

  • Jubiläen und Geburtstage jeglicher Art
  • Impressionen von Team-Anlässen, Messeauftritten oder Kundenevents
  • Erfolge, Auszeichnungen und Zertifizierungen
  • Alles, was neu ist: neue Produkte, neue Standorte, neue Partnerschaften
  • Blick hinter die Kulissen: Was machen Ihre Mitarbeitenden den ganzen Tag? Welche spezialisierten Tätigkeiten üben sie aus? Wegen welcher Eigenschaften haben Sie Ihre Mitarbeitenden eingestellt?
  • Kundeninterviews und Mitarbeiterporträts
  • Corporate Social Responsibility – oder was tut Ihr Unternehmen Gutes für Mensch und Umwelt?
  • Rätsel, Wettbewerbe und Unterhaltsames

Weitere Kanäle der Unternehmenskommunikation 


Neben einer Unternehmenszeitung gibt es weitere Kanäle, die Sie mit Geschichten aus Ihrem Unternehmen füllen können:

  • Websites, Blogs und Social Media – je nach Ressourcen und Kommunikationsstrategie
  • Intranet, Mitarbeiter-Infos, Workshops/Schulungen, Hausmitteilungen, Ideenwettbewerb für Verbesserungen im Betrieb oder bei Produkten
  • Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Kunden- oder öffentliche Anlässe (z. B. Tag der offenen Tür)

Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Egal, für welchen Kanal Sie sich entscheiden: Wichtig für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation sind Elemente wie Transparenz, zeitnahe und crossmediale Kommunikation. Und vor allem Ehrlichkeit.

Wort der Woche «Office Management»

5. September 2016

«Ein Pferd kommt vor Hunger um, wenn es von mehreren Leuten gehütet wird.» Diese afrikanische Alltagsweisheit lässt sich oftmals auch auf den Berufsalltag übertragen – wo viele Entscheidungen zu treffen sind, darf es nur einen Verantwortlichen geben. Wenn Geschäftsleiter die anfallende Arbeit jedoch nicht allein stemmen können, benötigen sie jemanden, der einen Teil der Verantwortung übernimmt. Im Berufsalltag wird diese Position vom Office Manager eingenommen. Unser Wort der Woche.

Wort der Woche «Office Management»

Office Manager – die rechte Hand der Führungskraft

Von der Organisation von Anlässen und Projekten über administrative Tätigkeiten bis hin zur allgemeinen Kommunikation zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitenden – ein Office Manager ist der Inbegriff von Multitasking. Ein vollgepackter Terminkalender, unzählige Tätigkeiten, die alle möglichst zeitnah erledigt werden müssen, und selbstverständlich auch eine gesunde Menge an Stress gehören zu seinem Berufsalltag. Was sich anspruchsvoll anhört, ist zudem mit immer weiter steigenden Anforderungen verbunden. In einer globalisierten Welt werden die Ansprüche an Führungskräfte immer höher, und damit auch an die Office Managers.

Die Sprache des Vorgesetzten verstehen

Als rechte Hand der Geschäftsführung ist die Bandbreite an Tätigkeiten enorm. Doch auch wenn der Office Manager seine Aufgaben selbstständig ausführt, so geschieht dies immer auf der Basis einer Absprache mit dem Vorgesetzten. Und um eine gute Zusammenarbeit mit dem Chef zu gewährleisten, ist das gegenseitige Verstehen das A und O. Dazu können beispielsweise tägliche Besprechungen, ein gemeinsames Kürzelsystem für eine beschleunigte schriftliche Kommunikation und eine ausgeprägte nonverbale Kompetenz helfen. Schliesslich geht es darum, die Geschäftsführung so gut wie möglich zu verstehen, ihre Wünsche umzusetzen und sie dadurch bestmöglich zu entlasten.

 

Mehrsprachige Eventorganisation als Teil des Office Managements

Ein Office Manager übernimmt auch die Planung und Organisation von Events und Veranstaltungen. Diese Aufgabe erfordert Koordinationstalent, ist anspruchsvoll und wird noch umfangreicher, wenn es sich um mehrsprachige Anlässe handelt. Hierzu werden oft professionelle Dolmetscher eingesetzt, die das grösstmögliche Verständnis aller Beteiligten und somit das Gelingen des Events in allen gewünschten Sprachen sichern. Neben dem Dolmetscher wird auch eine zuverlässige, moderne Konferenztechnik mit allen dazugehörigen technischen Details benötigt.

Unser Dolmetscherwesen

Qualitätsmanagement steht bei uns an erster Stelle. Auch bei unseren Dolmetschereinsätzen garantieren wir eine Qualitätssicherung, die Ihren mehrsprachigen Event zu einem vollen Erfolg macht. Ob internationale Meetings, Kongresse, Workshops, Konferenzen, Tagungen oder Gerichtsverhandlungen – unsere Dolmetscher ermöglichen einen reibungslosen Ablauf.

Aus unserem Netzwerk mit über 350 professionellen, erfahrenen, diplomierten sowie geprüften Dolmetschern wählen wir jenes Team für Sie aus, das auf Ihr Fachgebiet bzw. auf Ihre Branche spezialisiert ist.

Zudem kümmern wir uns bei Bedarf um die Übersetzung der gesamten Event-Dokumentation, zum Beispiel der Präsentationen oder der Vorinformationen, und um alles rund um die Technik, inklusive Planung, Programmierung und Installation, beispielsweise Personenführungs- sowie audiovisuelle Anlagen oder Dolmetscherkabinen.

Eine schnelle Preisauskunft, individuelle Beratung und die Möglichkeit von Express-Reservierungen bei kurzfristigen Buchungen sind für uns selbstverständlich. Ihre Daten werden stets vertraulich behandelt.

Sie planen einen Dolmetschereinsatz? Begeistern auch Sie Ihren Vorgesetzten mit der Organisation eines perfekten mehrsprachigen Events und finden Sie hier Ihre Checkliste.

 

Swiss Office Management Messe SOMM

Nicht vergessen – am 7. und 8. September 2016 findet die Swiss Office Management Messe in Basel für alle Fachbesucher mit Interesse an den neuesten Trends, Informationen und Best Practice Solutions im Bereich Office Management statt. Die Messe spricht die Zielgruppe der Aussteller und interessierten Kunden an und bietet einen umfangreichen Überblick über Produkte und innovative Dienstleistungen auf dem Markt.

Ihr Team der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Unternehmenspublikationen»

29. August 2016

Der Wettbewerb wird immer härter, die eigene Markenpositionierung immer schwieriger. Abhilfe dabei schafft die Unternehmenskommunikation − und zwar mit guten Geschichten in einem schön aufgemachten Mitarbeiter- oder Kundenmagazin. Darum widmen wir unser Wort der Woche den Unternehmenspublikationen. Natürlich nur den gedruckten. Alles andere ist ja schon digital.

Um dem Wert und der Wirkung von Unternehmenspublikationen auf den Grund zu gehen, haben wir einen mehrfach ausgezeichneten Experten und Magazinmacher aufgesucht: Michael Haller, den Leiter Unternehmenskommunikation bei Brüggli.

TRANSLATION-PROBST AG: Welchen Stellenwert nimmt die Unternehmenskommunikation in der modernen Unternehmensführung ein?

Michael Haller: Einen immer wichtigeren: Unternehmen dürfen sich nicht mehr mit leeren Marketingphrasen verkaufen, sondern sollten im Dialog Vertrauen zu ihren Bezugsgruppen aufbauen. Denn Vertrauen bildet die Basis für den Markterfolg. Dazu braucht es transparente Informationen nach innen wie aussen sowie den Einbezug von Mitarbeitenden und Kunden. Dadurch fühlen sich Mitarbeitende wie Kunden wertgeschätzt, was sie mit ihrer langfristigen Loyalität gegenüber dem Unternehmen honorieren. Wesentlich auch: Produkte und Leistungen sind austauschbar, vergleichbar. Die Unternehmenskultur macht den Unterschied. Es ist eine zentrale Aufgabe der Unternehmenskommunikation, diese Werte erlebbar und nachvollziehbar zu machen. Die Unternehmenskommunikation wird so zum Reputationstreiber und Motor der Unternehmensentwicklung.

Ein Mittel der Unternehmenskommunikation sind Unternehmenspublikationen wie ein Mitarbeiter- und Kundenmagazin. Controller würden an dieser Stelle fragen: «Was bringt das finanziell?»

Eine ganze Menge, auch wenn sich die monetäre Auswirkung eines Mitarbeiter- und Kundenmagazins erst auf lange Sicht zeigt. Währenddessen neigen Controller dazu, den Ist-Zustand zu bewerten, was kurzfristig sicher wichtig ist. Doch mit Zahlen allein können sie die Zukunft auch nicht vorhersagen. Sonst bräuchte es die Unternehmenskommunikation ja gar nicht.

Fakt ist: Unternehmenspublikationen machen eine Marke erst richtig erlebbar − ungeachtet der Form und des Kanals. Wichtig ist es, die Kultur und den Hintergrund eines Unternehmens zu vermitteln. Ob das nun als gedrucktes Magazin, im Social-Media-Auftritt oder in Form des Intranets geschieht, ist zweitrangig. Die Themen und Geschichten sind entscheidend, nicht die Medien.

Apropos Themensetzung: Wie lassen sich gute Geschichten finden, die intern wie extern begeistern?

Indem man die üblichen Verdächtigen ignoriert − also weg von der Teppichetage hin zur Basis: Es ist viel interessanter, einen Produktionsmitarbeiter zu einem Produkt zu befragen oder dazu, was es ihm bedeutet, an diesem Produkt zu arbeiten, als den Produktmanager, der dann mit rundgeschliffenen Marketingfloskeln ins Leere plappert.

Neben dem Perspektivenwechsel ist auch der journalistische Anspruch zentral: Transparenz, Hintergrundgeschichten und Analysen mit Tiefgang sind gefragt. Dabei ist es wichtig, authentische Geschichten zu erzählen. Und diese hat jedes Unternehmen: Man braucht nur die Augen aufzumachen − auch im Alltag. Denn Geschichten, die ausserhalb des Unternehmens stattfinden, können in irgendeiner Form auch einen direkten Bezug zum Unternehmen haben − ob das nun Umweltthemen sind, ein Abstimmungsresultat, das unmittelbaren Einfluss auf die eigene Branche hat, oder ein interessantes Engagement einer Mitarbeiterin in ihrer Freizeit.

Wo gibt es Hindernisse oder gar Tabus, wenn du Geschichten entdeckst und darüber berichten möchtest?

Zunächst muss die betroffene Person, die in der Geschichte die Hauptrolle einnimmt, auch ein gutes Gefühl dabei haben, wenn sie etwas von sich preisgibt und sich einem breiteren Publikum zeigt. Falls das nicht der Fall ist, lieber die Geschichte ganz bleiben lassen. Manchmal gibt es auch den umgekehrten Fall, in dem ich jemanden schützen muss, sich nicht unvorteilhaft zu exponieren.

Ein wesentliches Hindernis beim Aufspüren und Niederschreiben von Geschichten entsteht dann, wenn zu viele Interessen und Meinungen von mehreren Personen plötzlich Einfluss darauf nehmen und das Ganze dann rundschleifen, bis alles an Aussagekraft verliert. Hier rate ich: Mehr Mut zu Akzenten, zum Ungehobelten und Kantigen.

Was sind die Vorteile einer gedruckten Unternehmenspublikation? Schliesslich könnte der Inhalt auch digital schön aufbereitet und günstig online erstellt sein.

Die Vorteile eines gedruckten Mitarbeiter- und Kundenmagazins im Vergleich zu digitalen Kommunikationsmitteln liegen einerseits in der Haptik: Die Leserinnen und Leser haben etwas in der Hand, was physisch und emotional spürbar ist. Andererseits kann ein gedrucktes Magazin im eigenen Umfeld technologieunabhängig weitergereicht werden, was einen zusätzlichen Multiplikationseffekt erzeugt: Plötzlich ist das Unternehmen nicht nur bei den Kunden und Mitarbeitenden zuhause, sondern besucht auch gleich deren grösseres Umfeld. Und weil gute Geschichten darin stehen, werden sie auch gelesen.

Womit lässt sich ein Mitarbeiter- und Kundenmagazin ergänzen?

Prinzipiell kommt es darauf an, wie der Themen-Mix aussieht und welche Kanäle sich dann zur Publikation am besten eignen: Während zeitlose Themen, Hintergrundgeschichten und eine eingehende Analyse von Herausforderungen eines Unternehmens ideal in einem Mitarbeiter- und Kundenmagazin aufgehoben sind, sind aktuelle News und Fakten über die digitalen Kanäle zu kommunizieren – ob via Intranet, Website oder Social-Media-Kanal.

Interessant wird das Wechselspiel dann, wenn aus einem aktuellen Thema, das getwittert wurde, eine Hintergrundreportage für das Unternehmensmagazin wird. Oder wenn die Printversion des Magazins plötzlich auf ein Video mit einem Mitarbeitenden verweist, das im Intranet oder der elektronischen Magazinversion geschaltet ist. So können sich verschiedene Medien ergänzen und inhaltlich gegenseitig befruchten.

Wort der Woche «Unternehmenspublikationen»

Michael Haller: «Unternehmenskommunikation wird zum Motor der Organisationsentwicklung.»

Michael Haller leitet die Unternehmenskommunikation des Ausbildungs- und Integrationsunternehmens Brüggli in Romanshorn. Mit einem Team, das kleiner nicht sein könnte, verwirklicht er das Mitarbeiter- und Kundenmagazin «unterwegs» – jedes Mal unter Einbezug von Lernenden mit körperlichen und psychischen Schwierigkeiten. «unterwegs» hat mehrere Auszeichnungen für den gestalterischen und journalistischen Anspruch verliehen bekommen – darunter eine Goldene Feder und eine Silberne Feder des Schweizerischen Verbandes für Interne Kommunikation SVIK sowie einen internationalen Sonderpreis der European Association for Internal Communication FEIEA.

Michael Haller verfügt über einen Master in Communication Management & Leadership, ist ausgebildeter Typograf, Absolvent der Kreativschule des Art Directors Club und arbeitete unter anderem als Journalist und Texter/Konzepter. Bei Brüggli leitet er seit 2008 die Unternehmenskommunikation und betreut daneben – im Namen von Brüggli Medien – auch externe Kunden, die zu Brügglis Mission passen.

Wort der Woche «Swiss Economic Forum»

6. Juni 2016

Diesen Donnerstag und Freitag treffen sich, wie jedes Jahr um diese Zeit, 1350 Entscheidungsträger aus Politik, Medien, Wirt- und Wissenschaft im malerischen Interlaken, um die Geschicke der Schweiz – und die eigenen – heiss zu schmieden. Der Aufwand für ein solches Treffen ist enorm, und dementsprechend die Kosten. Und der Nutzen?

Am SEF networken Start-ups mit CEOs.

Am SEF trifft sich die Elite, um Trends in der Wirtschaft zu erkennen.

Ein Wellness-Weekend 4 Two im traumhaften Südtirol kostet Sie, alles inklusive, rund 1300.– Franken. Wäre da nicht die lange Heimfahrt, Sie würden sich nach zwei Tagen als Kaiser fühlen. Auch eine lange Fahrt haben und auch kaiserlich fühlen sich die Teilnehmer am SEF, dem Swiss Economic Forum – die zahlen dafür aber zwei, drei Foifliiber mehr. Ihnen wird aber auch einiges geboten: Mittagessen, «Networkingabend» und zweitägige Konferenz, auch all inclusive. Und alle sind sie da: Bundes-, Nationalrats- und Ministerpräsidenten, Kapitäne der Handelsmarine, Nobelpreis- und andere Bürdenträger/innen – und der CEO der SBB, wie überall.

Breakout Session SEF.2016

An den Weiterbildungskursen in Dialogform lernen die Entscheidungsträger, sich Entwicklungen nicht entgegenzustemmen, Erfolgsfaktoren nicht zu ignorieren – aber Trends frühzeitig zu erschnuppern. Die Kurse können, mit Fantasie, als Krimi gelesen werden: «Kill your darlings», «gestern war gut – morgen wird anders.» Oder als Sci-Fi-Utopie: «Computer wird immer intelligenter», «Vertrauen in die Cyber-Zukunft.» Wie auch immer – auch ohne viel Imagination lässt sich ausrechnen, dass die Entscheidungsträger den finanziellen Nutzen, den ihnen das Forum bietet, kaum auszuschlagen versuchen.

Jungunternehmerpreis mit Bedeutung

Unternehmerisches Gedankengut und innovative Ideen bekommen beim Swiss Economic Award nicht nur ein fundiertes Feedback von qualifizierten Experten und ein ansehnliches Preisgeld von 25‘000.– Franken, sondern ebenfalls die von Andy Warhol proklamierten «15 minutes of fame» in Web, Funk und Fernsehen. Und «eine einzigartige Motivation für das ganze Team», Zitat SEF.

Massvolles Sicherheitsdispositiv

Im Gegensatz zum WEF in Davos, das Peter Stähli, noch-CEO des SEF, als «Festung mit Stacheldraht und Maschinengewehren» tituliert, treten die Sicherheitskräfte am SEF so diskret auf, dass sich die Massentouristen weder auf dem Höheweg noch beim Stadtflanieren gestört fühlen. Und das trotz hochrangigen Teilnehmern aus dem In- und Ausland. Das übliche Dispositiv besteht aus der dorfeigenen Feuerwehr, einer Ärztin mit dreiköpfigem Team, der Kapo und der Securitas. Kostenpunkt: 50‘000.– Franken. Walter Schneeberger, Chef Sicherheit, behauptet aus Erfahrung, dass am SEF kein grosses Risiko bestehe, «da es sich um einen Anlass für KMU» und nicht um einen politischen handle. Daher würde das Forum von den Leuten als «grundsätzlich eine gute Sache» gesehen.

Medien in der Kritik

Naturgemäss ist eine Veranstaltung wie das SEF auf Partner angewiesen. Diese Partner erhalten im Gegenzug zu ihrer Unterstützung Logopräsenz in Web und Medien. Schade, wenn die Medien selber zu den Hauptpartnern gehören – das lässt an einer unabhängigen und kritischen Berichterstattung zweifeln. In einer langen, detaillierten und teils gehässigen Analyse kreidet Medienbeobachter Infosperber genau dies als Tatsache an. Er zeigt auf, wie nah sich SRG und NZZ an die Wirtschaft wagen, ihr gar ungeniert das Du anbieten. Aber glauben Sie nichts blind – gehen Sie ans SEF und fragen Sie Roger de Weck oder Veit Dengler, zwei vom Advisory Board!

Wort der Woche «Werbung im Sport»

30. Mai 2016

Wer an Sport denkt, kommt um Werbung nicht herum – sie ist omnipräsent: auf Autos, Banden, Helmen, ja Gewehren. Die Werbung soll, im Zusammenhang mit Emotionen, das Image der jeweiligen Marke aufbauen und stabilisieren. Zum Thema Werbung im Sport gibt es grundsätzlich 3 Perspektiven: die der Unternehmen, der Kernzielgruppe – und der Wissenschaft.

Formel1 - TRANSLATION-PROBST_AG

Schnelle Autos, schneller Erfolg? Sponsoring im Sport

Sportwerbung im Fokus der Forschung
Trikotwerbung gibt es nun schon 40 Jahre. Dennoch begann sich die Forschung erst kürzlich für dieses Feld zu interessieren. Es scheint, dass erst ein massloses Überborden der Werbung die Wissenschaft überhaupt auf dieses Thema brachte. Lange wurde von den Sponsoring-Verantwortlichen lediglich die Sichtbarkeit ihres Logos gemessen (und bezahlt). Also die Zeit, in der die Werbung im Bild ist. Mittels Eye Tracking kann heute festgestellt werden, wie lange, ob überhaupt und wo genau der Zuschauer die Werbung wahrnimmt. Interessanter-, aber wenig überraschenderweise konnte so festgestellt werden, dass sich beim Sportkonsumenten eine gewisse Gewöhnung an Werbebotschaften eingestellt hat. Das Fazit der Wissenschaft lautet demnach, dass weder Positionierung noch Häufigkeit, sondern allein Exklusivität die Aufmerksamkeit der Fans auf sich zieht.

Unternehmer und Sponsoring
Die Unternehmen wiederum gliedern sich in zwei Gruppen. Auf der einen Seite stehen die Verkäufer, die ihr Produkt für angemessenes Geld bestmöglich platziert wissen wollen. Hier gilt klar: Der Global Player sichert sich das saftigste Plätzchen. Als Kehrseite der Übersättigung des Konsumenten gilt, dass eine Erinnerung an die Werbung nur dann auftritt, wenn für ihn die Marke eine ohnehin schon starke Rolle spielt.

Auf der anderen Seite stehen die Anbieter, die den fettesten Fisch, pardon: Deal, ins Trockene zu holen versuchen. Zu den Anbietern gehört als potentestes Beispiel die FIFA. Sie vermag den Sponsoren die enorme Aufmerksamkeit eines enormen Zielpublikums zu bieten, nimmt sich dabei aber die Freiheit, auf bekanntlich unfaire Weise Marken zu fördern und andere zu ignorieren. Interessant: Der Skandal um die FIFA hat sie keinen einzigen Sponsor gekostet – und die Fans haben, trotz Aufruf, keine der Marken boykottiert.

Perspektive der Fans
Die, die Sport schauen, entwickeln mitunter heftige Emotionen – sie wären dabei äusserst empfänglich für Werbebotschaften. Doch deren Omnipräsenz führte unlängst dazu, dass sie mental ausgeblendet werden. Dem Fan ist es einerlei, ob Emirates oder Swiss ihr Teamtrikot ziert; Hauptsache: Der Hot Dog schmeckt und das Bier erfrischt.

In diesem Sinne sehen wir im Juni vorfreudig nach Frankreich und im August gespannt nach Brasilien. Denn ob Französisch oder Portugiesisch – der Sport spricht seine eigene Sprache, und die Werbebotschaft muss sich dem Geschehen unterordnen.