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Archiv für die Kategorie ‘Korrekturlesen’

Wort der Woche «Textum»

18. Januar 2016

Wissen Sie, was es für einen guten Marketing-Text braucht? Er muss die Aufmerksamkeit des Lesers wecken, Lust auf mehr machen und die gewünschte Handlung auslösen. Damit dies gelingt, muss er logisch aufgebaut sein, den Leser in seinen Bann ziehen und ihn elegant durch den Text führen. Wie das gelingt und was ein Text und ein Pullover gemeinsam haben, erklären wir Ihnen in unserem Wort der Woche.

Bei Texten ist der rote Faden des Pudels Kern.

Bei Texten ist der rote Faden des Pudels Kern.

Stricken fasziniert mich, weil man aus einem einzigen Faden verschiedenste Textilien wie Mützen oder eben Pullover herstellen kann. Man muss nur den Faden nach einem bestimmten Muster verweben, und schon ist das Werk vollbracht. Genauso ist es auch bei Texten. Auch sie unterliegen einer bestimmten Struktur, und die Sätze müssen miteinander verwoben werden, damit ein logischer Aufbau entsteht. Möglicherweise gehen deshalb sowohl das Wort «Textil» als auch «Text» auf den lateinischen Begriff «Textum» zurück, was «Gewebe» bedeutet.

Mit Konnektoren zur Logik
Genau wie beim Pullover hält auch bei Texten ein (roter) Faden das ganze Konstrukt zusammen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Kohärenz. Kohärenz bedeutet der inhaltliche Zusammenhalt in einem Text. Ist dieser nicht gegeben, wirkt der Text unlogisch und wird schlimmstenfalls missverstanden. Eine einfache Lösung, um dies zu vermeiden, ist die Verwendung von Konnektoren wie «obwohl», «sogar», «nämlich», «ohne dass» usw. Sie verknüpfen die Sätze auf logische Art und Weise miteinander. Ich gebe Ihnen ein Beispiel:

  • Weil ich viel Erfahrung habe, bekomme ich den Auftrag.
  • Wenn ich viel Erfahrung habe, bekomme ich den Auftrag.

Bei diesen Sätzen werden zwei unterschiedliche Konnektoren verwendet («weil» und «wenn»), und mit dem Konnektor verändert sich auch der Sinn des Satzes. Werden sie falsch verwendet, vermittelt ein Text nicht das, was der Schreiber intendiert hat. Dies ist nur einer von vielen Gründen, weshalb Texte professionell verfasst sein müssen.

Falls Sie Hilfe beim Texten brauchen oder Ihren eigenen Text gegenlesen lassen wollen, sind wir Ihnen gerne behilflich unter 0840 123 456 oder info@translation-probst.com.

Wort der Woche «Geschäftsberichte»

4. Januar 2016
Geschäftsberichte produzieren

Ein Geschäftsbericht ist mehr als eine Anhäufung von Kennzahlen.


Nach dem Geschäftsjahr ist vor dem Geschäftsbericht: Wer Geschäftsberichte schreibt, redigiert oder gestaltet, arbeitet derzeit auf Hochtouren. Beginnt doch mit dem Jahreswechsel die Zeit der Generalversammlungen und damit der Geschäftsberichte. Darum widmen wir unser Wort der Woche dem Geschäftsbericht.

Wer denkt, ein Geschäftsbericht sei eine Anhäufung von Kennzahlen mit ein paar netten Worten aus der Geschäftsleitung, hat sich verkalkuliert: Ein Geschäftsbericht informiert und unterhält, dient als Nachschlagewerk und Imageinstrument, verkörpert Unternehmenswerte und vermittelt Glaubwürdigkeit anhand von authentischen Unternehmensgeschichten. Geschäftsberichte betreffen nicht nur die Finanzkommunikation, sondern erreichen gleich mehrere Stakeholder. Darum müssen sie gezielt getextet und ansprechend gestaltet sein.

Für wen ist der Geschäftsbericht?
Einerseits figuriert ein Geschäftsbericht als juristisches Dokument und ist für juristische Personen wie Aktiengesellschaften, GmbHs oder Vereine und Stiftungen obligatorisch; andererseits fungiert er als vielseitiges Imageinstrument, das verschiedene Stakeholder anspricht und darüber informiert, wie ein Unternehmen auf dem Markt aufgestellt ist und welche Werte es vertritt.

Was beinhaltet ein Geschäftsbericht?
Zum Geschäftsbericht gehören der Jahresbericht, die Jahresrechnung sowie die Konzernrechnung (sofern es sich beim Unternehmen um einen Konzern handelt). Eine übersichtliche Checkliste zur Geschäftsberichtstruktur bietet die Steuerberatungskanzlei. Neben der Bilanz und Erfolgsrechnung sind die folgenden Inhalte relevant:

  • Ziele und Visionen des Unternehmens bezüglich neuer Produkte, Dienstleistungen sowie Mitarbeiter- und Umweltpolitik
  • Meilensteine des vergangenen Jahres
  • Geschichten aus dem Firmenalltag – von Mitarbeitenden, Lieferanten, Kunden und Partnern
  • Besondere Entwicklungen wie neue Produkte oder Patente, Auszeichnungen, Akquisitionen, Engagements oder Innovationen

Wie soll ein Geschäftsbericht aussehen?
Ein guter Inhalt erfordert auch eine gute Form. Darum ist ein Geschäftsbericht als Gesamtwerk zu betrachten, das über Zahlen und Tabellen hinausgeht. Die Gestaltung folgt dabei einer einheitlichen Linie und entspricht der Corporate Identity. Die Bildsprache vermittelt die Unternehmenswerte, während leserfreundliche Texte und Infografiken komplexe Geschäftszusammenhänge aufschlüsseln.

Wer sein Unternehmen als glaubwürdig und qualitätsbewusst darstellen möchte, achtet bei der Produktion des Geschäftsberichts auf alle Produktionskomponenten – von den korrekten Zahlen über zielführende Texte und Übersetzungen bis hin zum professionell gestalteten Druckerzeugnis. Bei Letzterem entscheiden Format, Papier und Druckverfahren darüber, ob jemand Ihren Geschäftsbericht (und damit Ihr Unternehmen) als hochwertig und innovativ einstuft oder nicht.

Auch beim Texten und Übersetzen eines Geschäftsberichts ist es dienlich, auf höchste Qualität zu setzen und die folgenden Elemente zu beachten:

  • Einwandfreie Orthografie, Grammatik und Interpunktion
  • Einhalten der Corporate Language und der damit verbundenen Firmen- bzw. Fachterminologie
  • Logische Textstruktur und Argumentation
  • Sprachliche Konsistenz trotz verschiedener Autoren innerhalb des Geschäftsberichts
  • Seriosität und zielgruppengerechte Tonalität

Brauchen auch Sie jemanden, der Ihren Geschäftsbericht präzis korrigiert oder redigiert? Dann sind wir Ihr Ansprechpartner: 0840 123 456/info@translation-probst.com.

Wort der Woche «Akzent»

30. November 2015

Er ist ein Verräter, der Akzent. Denn auch wenn Sie eine Fremdsprache noch so gut beherrschen, an Ihrem Akzent erkennt man sofort, dass es nicht Ihre Muttersprache ist. Wir servieren Ihnen einige spannende Fakten zu Akzenten, damit Sie Ihrem eigenen einen Feinschliff verpassen können.

Ein Akzent ist die Betonung einer Silbe, eines Wortes oder eines Satzes. Es ist die bestimmte Sprachmelodie, der Tonfall, den man einer Aussage verleiht. Daher rührt vermutlich auch die Redewendung «einen Akzent setzen», denn mit einem Akzent kann man eine Aussage stärker gewichten oder betonen. Und natürlich ist auch ein Zeichen über einem Buchstaben, das die Aussprache oder die Betonung angibt, wie es im Französischen häufig der Fall ist, ein Akzent. Doch jetzt widmen wir uns erst einmal der Aussprache.

Akzente setzen kann man nicht nur beim Schreiben, sondern auch in der Aussprache.

Akzente setzen kann man nicht nur beim Schreiben, sondern auch in der Aussprache.

Übung macht den Meister
Haben Sie gewusst, dass Sport und Sprache einiges gemeinsam haben? Es braucht viel Übung, Motivation und Durchhaltevermögen, um darin erfolgreich zu sein. Bis Denise Bielmann ihre berühmte Pirouette perfekt beherrschte, investierte sie bestimmt viele Jahre Fleiss und Schweiss. Und auch Lionel Messi dribbelt nicht einfach so wie ein Meister. Um ein richtiges Gefühl für eine Fremdsprache zu entwickeln, braucht es ungefähr 15 Jahre Übung. Und natürlich gehört wie im Sport auch eine gehörige Portion Talent dazu. Eine Studie besagt, dass Menschen, die gegenüber Neuem und Veränderungen aufgeschlossen sind, eher zu einem Sprachtalent neigen. Gründe dafür könnten sein, dass sie weniger Hemmungen haben und eine hohe Motivation mitbringen.

Der Muskelaufbau
Wie beim Sport müssen auch bei der Sprache Muskeln aufgebaut werden. Und damit wir auch noch ein Klischee bedienen können: In der Übersetzungsbranche gibt es viele Frauen. Möglicherweise weil sie gerne reden? Denn wer viel redet, baut automatisch die notwendigen Muskeln auf. Aber Achtung: Nicht für jede Sprache braucht es die gleichen Muskeln. Während die deutsche Sprache eher in der Mitte des Mundes artikuliert wird, sprechen Franzosen sehr weit vorne und Engländer sehr weit hinten. Dies verursacht einen unterschiedlichen Klang. Kinder entwickeln bereits beim Erlernen des Sprechens die richtigen Muskeln. Sie hören ihren Mitmenschen zu und üben die Aussprache, bis sie sie einwandfrei beherrschen. Weil nicht die richtigen Muskeln trainiert wurden, haben beispielsweise viele Deutschsprachige Mühe mit der Aussprache des englischen «th». Viele nehmen dann einen Umweg und machen aus dem th ein s oder ein f. Wer aber hemmungslos und mit viel Geduld übt, wird irgendwann die richtigen Muskeln aktivieren können, um das th korrekt auszusprechen. Also liebe Frauen. Jetzt kann niemand mehr sagen, Ihr würdet zu viel reden.

Doch vielleicht möchte man den eigenen Akzent gar nicht loswerden. Denn die Franzosen beispielsweise haben einen charmanten Akzent, der sehr sympathisch klingt. Warum also nicht behalten? Und wenn wir schon in Frankreich sind, kommen wir wieder auf unser Thema vom Anfang zurück: In der französischen Sprache gibt es auch in der Orthographie Akzente.

Der Accent grave ist gar nicht so schlimm
Nach vorne, nach hinten oder doch das Dächli? Viele tun sich mit den Accents in der französischen Sprache schwer, dabei ist es ganz einfach:

  • Der Accent aigu kommt nur über dem Buchstaben E vor und zeigt nach oben rechts. Der Buchstabe wird ausgesprochen wie ein E, wie bei uns im Wort Schneebesen.
  • Den Accent grave gibt es auf den Vokalen E, U und A. Steht er auf dem E, wird er eher wie ein Ä ausgesprochen. Wie beispielweise im deutschen Wort Fähre. Ansonsten wird er zur Unterscheidung gleichlautender Wörter (Homonyme) verwendet: ou/où, il y a/à l’heure.
  • Der Accent circonflexe sieht aus wie ein Dach, weshalb er von vielen «das Dächli» genannt wird. Er kann auf allen Vokalen vorkommen. Normalerweise zeigt der Accent circonflexe an, dass im Altfranzösischen das entsprechende Wort mit einem S geschrieben wurde (la fenêtre/fenestre). In seltenen Fällen unterscheidet er ebenfalls Homonyme: sur (auf)/sûr (sicher). Der Accent circonflexe hat nur Auswirkungen auf die Aussprache, wenn er auf einem E steht, denn dann wird dieses ebenfalls wie ein è ausgesprochen.

Übrigens: Seit Oktober 2015 haben die Regeln für die Akzentuierung bei Grossbuchstaben geändert. In der Westschweiz werden neu Akzente auch auf Grossbuchstaben am Wortanfang gesetzt. Haben Sie Fragen dazu oder sollen wir Ihre Broschüren, Ihre Website oder andere Dokumente auf den neuesten Stand bringen? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Wort der Woche «Arbeitszeugnis»

13. Juli 2015

Sie sind Arbeitgeber und einer Ihrer Mitarbeiter hat gekündigt oder muss entlassen werden? Sowohl für Sie als auch für Ihren Mitarbeiter stellt das bevorstehende Arbeitszeugnis eine Herausforderung dar: Für Sie beim Verfassen, für Ihren Mitarbeiter beim Lesen. Wir machen Sie in diesem Gebiet sattelfest, so dass Ihnen niemand ein X für ein U vormachen kann.

Ein gutes Arbeitszeugnis ist schon die halbe Miete. Zwar ist es nicht das Arbeitszeugnis, das bei einer Bewerbung von den Personalverantwortlichen zuerst ins Visier genommen wird, sondern der Lebenslauf. Im Blog von Adecco erfahren Sie, wie der perfekte CV aufgebaut ist. Enthält der jedoch Unklarheiten, z. B. aufgrund häufiger Jobwechsel, hat das Arbeitszeugnis seine Sternstunde. In den meisten Fällen wollen Arbeitgeber ihre ehemaligen Mitarbeitenden auf ihrer weiteren beruflichen Laufbahn mit einem guten Arbeitszeugnis unterstützen. Doch wie schreibt man ein gutes Zeugnis? Und für die Arbeitnehmer stellt sich hier die Frage, wie man es richtig interpretiert.

Manche erleben beim Lesen ihres Arbeitszeugnisses ihr blaues Wunder.

Manche erleben beim Lesen ihres Arbeitszeugnisses ihr blaues Wunder.

Versteckte Codes
Die berühmt-berüchtigten Codierungen, sprich positiv formulierte negative Qualifikationen, sind eigentlich verboten, da sie gegen den Grundsatz der Wahrheit und Klarheit verstossen. Trotzdem tauchen sie hie und da auf. Es muss nicht mal eine böse Absicht hinter den Codierungen stecken, aber sobald man Standardsätze blind übernimmt, legt man dem Arbeitnehmer unter Umständen ungewollt Steine in den Weg. Ist dies der Fall, hat der Arbeitnehmer das Recht, sie durch unverdächtigere Sätze ersetzen zu lassen. Steht in einem Arbeitszeugnis z. B., der Arbeitnehmer habe sich «stets bemüht» oder «sein Bestes gegeben», sollten die Alarmglocken läuten. Denn das heisst nichts weniger, als dass die Leistung mangelhaft war. Achten Sie deshalb darauf, dass im Zeugnis das Verhalten als «Er/Sie erledigte die Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit» oder «Ihre Leistungen waren überdurchschnittlich» beschrieben wird – vorausgesetzt natürlich, dass der Arbeitnehmer während der Arbeit nicht ständig die Füsse auf den Tisch gelegt hat (auch wenn das die Durchblutung fördert). Im Tagesanzeiger können Sie prüfen, wie gut Sie sich mit Codierungen auskennen.

Recht auf Arbeitszeugnis
Ein Arbeitszeugnis sollte zwar wohlwollend formuliert sein, was aber nicht heisst, dass ein Anspruch auf ein rundum positives Arbeitszeugnis besteht. Negative Äusserungen im Zeugnis sind erlaubt, sofern sie der Wahrheit entsprechen und nicht den Leistungswillen, sondern die Leistung und das Verhalten bewerten. Wurden seitens des Arbeitnehmers z. B. mehrmals Weisungen missachtet oder schränkt eine aktuelle Krankheit oder eine Sucht die Arbeitsleistung erheblich ein, darf bzw. sollte dies erwähnt werden. Seltenes Zuspätkommen oder einzelne schlechte Arbeitsleistungen haben in einem Arbeitszeugnis jedoch nichts zu suchen. Fakt ist, dass jeder Arbeitnehmer jederzeit das Recht auf ein Arbeits- bzw. auf ein Zwischenzeugnis hat – ein Grund ist nicht erforderlich. Falls Sie als Arbeitgeber gerade überhaupt keine Zeit haben, kann Ihnen der Arbeitnehmer durchaus einen selbst verfassten Text vorschlagen. Falls das nicht klappt und Sie weiterhin kein Zeugnis ausstellen, hilft es dem Arbeitnehmer, schriftlich eine Frist von ca. zwei Wochen zu setzen. Nach Ablauf dieser Frist wäre der nächste Schritt das Einschalten des Friedensrichters und, falls nötig, des Arbeitsgerichts – denn führt ein ungerechtfertigt schlechtes oder hinausgeschobenes Zeugnis dazu, dass der Arbeitnehmer keine neue Stelle findet, kann das Unternehmen schadenersatzpflichtig werden.

Als Arbeitnehmer und -geber ist es wichtig, die Arbeitsrechte zu kennen.

Als Arbeitnehmer und -geber ist es wichtig, die Arbeitsrechte zu kennen.

Von hinten nach vorne
Doch was muss alles ins Arbeitszeugnis rein? Wichtige Personalien wie Name, Geburtsdatum und Heimatort sowie der Tätigkeitsbereich und die Positionsbeschreibung dürfen auf keinen Fall fehlen. Anschliessend soll der Fokus auf die Arbeitsleistung und das Verhalten des Beurteilten gegenüber Mitarbeitenden, Kunden und dem Vorgesetzten gelegt werden. Je persönlicher und individueller Ihr Schreibstil dabei ist, desto mehr Wertschätzung bringen Sie dem Zeugnisempfänger entgegen. Fällt das Zeugnis eher wortkarg aus und strotzt es vor Standardsätzen, werten Sie es dadurch automatisch ab. Allgemein ist es so, dass Personalverantwortliche beim Arbeitszeugnis so vorgehen wie die Japaner bei einem Buch: Sie lesen es von hinten nach vorne. Der Schlusssatz ist deshalb von besonderer Wichtigkeit, da er darüber informiert, wie das Arbeitsverhältnis geendet hat. Ein Austritt «im gegenseitigen Einvernehmen» deutet darauf hin, dass der Mitarbeiter entlassen wurde. Wenn Sie hingegen Dank und Bedauern ausdrücken, hinterlässt der Angestellte wohl eine grosse Lücke in Ihrem Betrieb. Gut zu wissen: Gegen den Willen des Arbeitnehmers dürfen Sie den Grund für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht nennen.

Sie müssen ein Arbeitszeugnis schreiben und sind total überfordert? Die TRANSLATION-PROBST AG bietet Ihnen einen professionellen Texter an, der sich in der HR-Branche sehr gut auskennt. Falls Sie auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter mit dem passenden Potenzial sind, erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Stelleninserat auf Vordermann bringen können.

Wort der Woche «Komma»

29. Juni 2015

Stehen Ihnen die Haare zu Berge, wenn Sie das Wort «Komma» nur schon hören? Oder finden Sie die Kommasetzung so überflüssig wie «Pro Bahn Schweiz» die neue Uniform der SBB? Nun, wir zeigen Ihnen, weshalb es sich doch lohnt, dem kleinen, aber feinen Satzzeichen Beachtung zu schenken.

Das Komma leitet sich vom Altgriechischen κόμμα ab und bedeutet so viel wie Einschnitt/Abschnitt. So ist es auch seine Aufgabe, bestimmte Elemente voneinander zu trennen, z. B. den Hauptsatz vom Nebensatz. Auch zwischen einzelnen Elementen einer Aufzählung darf ein Komma nicht fehlen. Ebenso bei Appositionen oder nachgestellten Wortgruppen greift ein Komma ein und trennt diese vom Rest des Satzes. Das Komma – ein rabiater Scheidungsanwalt? Keineswegs, denn das Komma bringt Struktur in diejenigen Sätze rein, die ohne dieses Satzzeichen häufig missverstanden würden. Schliesslich macht es einen gewaltigen Unterschied, ob Ihnen Ihr Kind per WhatsApp schreibt: «Komm, wir essen Papi!» oder «Komm, wir essen, Papi!».

Aber vorerst genug der Worte, testen Sie Ihr Kommawissen am besten gleich selbst: PDF

Das Komma ist aufgrund der vielen Spezialfällen das schwierigste aller Satzzeichen.

Das Komma ist aufgrund der vielen Spezialfälle das schwierigste aller Satzzeichen.

Ein Komma vor dem «und»?
Nicht jedes Komma drängt sich auf, manche sind auch freiwillig. Gewisse untrennbare Adverbien oder Konjunktionen schreien jedoch nach einem Komma, z. B. je … , desto; zum einen …, zum anderen; nicht nur …, sondern auch. Ausserdem gilt es hier, mit dem Mythos aufzuräumen, dass vor «und» nie ein Komma steht. Zwar ist seit der neuen Rechtschreibung eine ordentliche Anzahl an Regeln verschwunden, die vor «und» ein Komma verlangten. Es gibt aber immer noch den einen oder anderen Fall, wo ein Komma vor einem «und» ein Muss ist, wie Sie an folgendem Beispiel erkennen können: «Der Zug überfuhr eine Kuh, die auf den Schienen stand und entgleiste.» Nun, damit nicht die ohnehin schon arme Kuh nicht auch noch entgleist, muss hier vor dem «und» ein Komma gesetzt werden – es trennt den eingeschobenen Nebensatz ab.

Lesen mit dem «Holzwegeffekt»
Wie bereits erläutert, tragen Kommas immens zur Verständlichkeit geschriebener Texte bei, da bei diesen im Gegensatz zur gesprochenen Rede die Sprachmelodie und die Sprechpausen verloren gehen. Haben Sie schon einmal vom «Holzwegeffekt» gehört? So nennt man das Phänomen, wenn jemand beim Vorlesen bei einem sprachlichen Ausdruck mit mehreren Lesearten zuerst die falsche wählt und sich im weiteren Verlauf korrigiert, da er oder sie den Fehler aus dem Kontext erkannt hat. Ein Beispiel, das einen solchen Holzwegeffekt erzeugen kann: «Kurt las das Buch auf den Knien zu Ende.» bzw. «Kurt las, das Buch auf den Knien, zu Ende.» Während Kurt im ersten Satz das Buch bis ganz zum Schluss liest, beendet er im zweiten Satz einen Abschnitt, aber nicht zwingend das ganze Buch. Ob der Satz auch noch andere Interpretationen zulässt, wollen wir hier nicht weiter erörtern. Passen Sie ausserdem bei Adverbien am Satzanfang auf, da dort relativ häufig Kommafehler passieren.

Die Kommaregeln sind zwar nicht schwierig, sobald man sie einmal intus hat, da sie den Gesetzen der Grammatik und der Syntax entsprechen. Mit der neuen Rechtschreibung haben sie sich jedoch geändert, was vielen Leuten nach wie vor Probleme bereitet. Schauen Sie deshalb besser einmal zu viel im Duden nach, um auf Nummer sicher zu gehen. Denn: Gerade bei Bewerbungen oder Geschäftsbriefen zählt jedes Komma. Oder Sie lassen Ihren Text von uns korrigieren oder redigieren, um nicht nur sicher, sondern auch treffsicher zu sein.