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Archiv für die Kategorie ‘Marketing’

Goldene Zebrastreifen für Winterthur

1. April 2015

Nachtrag
Vielleicht haben Sie gemerkt, dass wir uns mit diesem Blogpost einen 1. April-Scherz erlaubt haben. Die Zebrastreifen behalten ihren gewohnten gelben Anstrich. Es ist halt doch nicht alles Gold, was glänzt.

Die finanziell gebeutelte Stadt Winterthur schreibt rote Zahlen und muss jeden Franken zweimal umdrehen. Trotzdem darf die Sicherheit nicht zu kurz kommen. Dank eines innovativen Branding-Konzepts mittels Sponsoren können kostspielige Sicherheitsmassnahmen umgesetzt werden. Zum Beispiel goldene Zebrastreifen.

Winterthurs Branding-Konzept stösst nicht bei allen auf helle Begeisterung. Doch wer aus den Schulden wieder rauskommen will, muss auch mal zu kreativen und unkonventionellen Lösungen greifen. Winterthur geht als gutes Beispiel voran und sucht Winterthurer Unternehmen als Sponsoren – nun greift die TRANSLATION-PROBST AG der Stadt unter die Arme.

Sicherheit geht vor!
«Balance» wird das Sparprogramm, das die Finanzen der Stadt wieder ins Gleichgewicht bringen soll, liebevoll genannt. Es hat bereits viele Opfer gefordert: Weniger Kultursubventionen, tiefere Löhne für die städtischen Angestellten, und jetzt soll auch noch der Lotsendienst weggespart werden. Ein Risiko für die jüngsten Bewohner der Stadt, die auf ihrem Schulweg teilweise mehrere Hauptstrassen überqueren müssen. Umso wichtiger, dass die Fussgängerstreifen den neuesten Sicherheitsstandards entsprechen.

Retter in der Not

Die TRANSLATION-PROBST AG sponsert goldene Zebrastreifen

Mehr Verkehrssicherheit dank goldenen Zebrastreifen.


Die TRANSLATION-PROBST AG hat ihr Büro seit ihrer Gründung in Winterthur. Mit dem Standort Winterthur war der Gründer und CEO-Roman Probst immer sehr zufrieden: «Winterthur war und ist der perfekte Standort für die TRANSLATION-PROBST AG. Zum ersten ist der Austausch mit den Behörden immer angenehm und unkompliziert. Zum zweiten können wir die besten Hochschulabgänger akquirieren, die an der ZHAW ausgebildet werden. Zudem profitieren wir von der Nähe zu Zürich und dem Flughafen und kommen in den Genuss von tieferen Mietzinsen als in der Stadt Zürich.» 2015 feiert das Übersetzungsbüro sein 10-jähriges Jubiläum. Der perfekte Zeitpunkt, um der eigenen Heimatstadt ein Denkmal zu setzen.

Goldene Zebrastreifen
Die TRANSLATION-PROBST AG ist bekannt für ihr spezielles Branding. Vom Velo über den Smart bis hin zu den Stellwänden an den Messen – alles glänzt in Gold. Getreu dem Slogan: Treffende Übersetzungen sind Gold wert. Um der Stadt Winterthur unter die Arme zu greifen, sponsert das Übersetzungsbüro einen höheren sechsstelligen Betrag und lässt die Zebrastreifen in goldenem Glanz erscheinen: «Es ist uns wichtig, dass die Sicherheit in der Stadt Winterthur gewährleistet ist. Die kleinen Goldmoleküle, die der Farbe beigemischt werden, glänzen nicht nur in der Sonne, sondern auch im Scheinwerferlicht und gewinnen so die Aufmerksamkeit des Autolenkers. Dadurch können Unfälle verhindert werden», so Roman Probst. Auch Nik Gugger, Zürcher Kantonsrat und Regierungsratskandidat, begrüsst die goldenen Zebrastreifen: «Die Idee ist durchdacht und hat Potenzial. Wenn ich bei den kommenden Wahlen wieder in den Kantonsrat gewählt werde, versuche ich die Idee im ganzen Kanton umzusetzen.»

Bei der Übermalung der Zebrastreifen geht man systematisch vor: «Der TCS prüft, welche Fussgängerstreifen besonders gefährlich sind. Diese werden prioritär behandelt. Danach folgen weitere. Ziel ist es, dass bis Ende Jahr alle Zebrastreifen goldig sind», so Probst.

Die TRANSLATION-PROBST AG freut sich, dass auch Winterthur bald in Gold getaucht wird!

Wort der Woche «Dialogmarketing»

20. November 2014

Unpersönliche Massensendungen sind überholt. Die Kunden wollen heute persönlich angesprochen und in ihrem Umfeld abgeholt werden. Diesem Bedürfnis wird man mit gezieltem Dialogmarketing gerecht. Als Partner des Schweizer Dialogmarketing-Preises durften wir Heinz Schopfer, dem Verbandsmanager des Schweizer Dialogmarketing Verbands (SDV), Fragen stellen, die Ihnen bestimmt auf der Zunge brennen.

Wie erklären Sie Dialogmarketing in zwei Sätzen?
Dialogmarketing ist der Oberbegriff für alle Marketingaktivitäten, bei denen Medien mit der Absicht eingesetzt werden, eine interaktive Beziehung zu Individuen herzustellen. Ziel ist es dabei, den Empfänger zu einer individuellen, messbaren Reaktion (Response) zu veranlassen.

Warum ist Dialogmarketing für Unternehmen wichtig?
Für die Neukundengewinnung im Business wie auch im Consumer-Bereich ist Dialogmarketing unerlässlich. Mit gut gemachtem Dialogmarketing kann das Unternehmen seine Kunden binden und zu Wiederkäufern machen.

Welche drei Punkte sind für ein gutes Dialogmarketing ausschlaggebend?
Punkt 1: Wie kann ich meinem Kunden nützlicher sein als andere?
Punkt 2: Wie hole ich meinen Kunden dort ab, wo er sich derzeit befindet?
Punkt 3: Wie motiviere ich meinen Kunden zu einer positiven Aktion (Response)?

Heinz Schopfer, Verbandsmanager Schweizer Dialogmarketing Verband

Heinz Schopfer, Verbandsmanager Schweizer Dialogmarketing Verband

Welche Unternehmen machen aus Ihrer Sicht top im Dialogmarketing?
All die Unternehmen, die bei unserem SDV Award ihre Projekte einreichen. Sie beweisen damit, dass sie es geschafft haben, eine kreative und vor allem erfolgreiche Dialogmarketing-Kampagne zu lancieren.

Warum habt Ihr ausgerechnet die TRANSLATION-PROBST AG als Partner ausgewählt?
Die TRANSLATION-PROBST AG übersetzt nicht nur Texte, sondern redigiert und korrigiert solche für unsere Kommunikation rund um den SDV Award. Das ist eine grosse Entlastung für das Organisationsteam des Awards, weil wir immer unter Zeitdruck Texte für die Presse, online, Broschüren, Website und Reglemente zu erstellen haben.

Mit den Antworten von Heinz Schopfer wird klar, dass Dialogmarketing wichtig ist, um langfristige Kundenbeziehungen zu ermöglichen. Denn so können sich Unternehmen im Konkurrenzkampf abheben und dem Kunden Nähe vermitteln. Doch das beste und kreativste Dialogmarketing bringt nur dann etwas, wenn auch die Qualität der Dienstleistung stimmt und im besten Fall garantiert wird.

Die Geburt des Professors Tell als Comic Held

12. November 2014

Professor Tell ist unser Botschafter für die Werte Genauigkeit, Treffsicherheit, Zuverlässigkeit und Swissness und symbolisiert somit das Herzstück der Qualitätssicherung der TRANSLATION-PROBST AG. Tell hat sich von einem einfachen Symbol zu einer richtigen Charakterfigur gemausert, hat seine eigenen Social Media Kanäle und einen festen Platz in unserem Newsletter. Er ist so flexibel, dass er nun sogar in der internen Kommunikation der TRANSLATION-PROBST AG eingesetzt wird. Unter anderem dank ihm wurde unser Kommunikationskonzept bei der Verleihung der Goldenen Feder als drittbeste Arbeit ausgezeichnet. Doch wie ist diese Figur entstanden, und wo liegen die Vorteile eines Comic-Helden in der Unternehmenskommunikation? Die TRANSLATION-PROBST AG sprach darüber mit den Gründern des Comic.

Professor Tell verlost jeden Monat ein Goldvreneli in unserem Newsletter.

Professor Tell verlost jeden Monat ein Goldvreneli in unserem Newsletter.

Roman, wie bist Du auf die Idee mit Professor Tell als Comic gekommen?
Roman Probst: Tell ist inzwischen 77 Jahre alt. Deshalb überlegten wir uns, wie wir ihn in Zukunft einsetzen wollen. Mit Mike Flam und Thomas Kupferschmied steckten wir die Köpfe zusammen. Uns war klar, dass wir das Thema ganzheitlich betrachten müssen. Insbesondere so, dass es auch Bestand für die Zukunft hat. So kamen wir zum Schluss, dass Tell modernisiert werden soll. Wir nahmen uns vor, die neue Epoche an der Messe SuisseEMEX‘14 einzuläuten, weil wir dafür auch ein neues Standkonzept geplant hatten. Dieses begeisterte das Publikum: Den Hintergrund bildete eine Schweizer Landschaft in goldigem Ton. In der Mitte des Messestandes platzierten wir einen riesen Holztisch in Form der Schweiz. Am Messe-Eingang verteilten wir allen Besuchern einen Nagel, den sie an unserem Stand in den Schweizer Holztisch hauen konnten. Wer den Nagel mit höchstens drei Schlägen auf den Kopf traf und im Holz versenkte, gewann ein Goldvreneli. Professor Tell hatte dieses Jahr anstelle der Armbrust einen Hammer in der Hand, war jedoch trotzdem glücklich.

Warum passt Professor Tell zur TRANSLATION-PROBST AG?
Mike Flam: Ich spreche fünf Sprachen fliessend. Doch einen guten Comic in einer anderen Sprache zu lesen, ist für mich noch eine Stufe höher. Dort vereinen sich Kultur und Wortspielereien pointiert in wenigen Worten. Das beste Beispiel dafür ist für mich Asterix. Ich bin fasziniert davon, wie perfekt dies dort geschieht. Insbesondere bei den Übersetzungen. Das passt meines Erachtens bestens zur TRANSLATION-PROBST AG, denn auch sie bietet treffsichere Übersetzungen in allen Sprachen an.

Welche Gedanken hast Du Dir beim Comic gemacht? Welche Details waren Dir wichtig?
Mike Flam: Ein intelligenter Comic transportiert Gedanken und Ideen und ist dabei ein unterhaltsames Medium. Es weckt das Kind in einem, denn jeder hat in irgendeiner Form schon Comics gelesen. Auch die stets präsenten, kurzweiligen 4-Bilder-Comics in Zeitungen und Zeitschriften tragen dazu bei, dass die Menschen sie gerne lesen. Der Comic ist ein bekanntes Medium, und nun wird er mit den Ideen der TRANSLATION-PROBST AG verpackt. Für mich sind dabei intelligente Geschichten wichtig. Zentral am Comic mit dem Helden Professor Tell ist, dass die TRANSLATION-PROBST AG als Unternehmen darin nicht explizit vorkommt, ausser die Figuren nehmen Roman Probst bzw. die TRANSLATON-PROBST AG auf die Schippe.

Ist es nicht gefährlich, den Wert Treffsicherheit mit Comic zu vermischen?
Mike Flam: Meines Erachtens liegt genau hier die Stärke eines Comics, insbesondere wenn dieser wie geplant in den vier Schweizer Nationalsprachen sowie in Englisch und Spanisch lanciert wird. Mit Rücksicht auf die sprachlich-kulturellen Hintergründe kann dort sehr pointiert und treffsicher eine Übersetzung erfolgen. Der Comic wird meines Erachtens sehr grossen Erfolg haben, wenn er genau die Kultur und die Wortspiele aufgreift, die in der Sprache üblich sind. Denn davon lebt ein Comic. Und das ist ja auch die Stärke der TRANSLATION-PROBST AG.

Warum passt die Form des Comics besser zur TRANSLATION-PROBST AG als der reale Tell?
Thomas Kupferschmied: Der reale Professor Tell ist schon über vier Jahre für die TRANSLATION-PROBST AG im Einsatz. Es musste etwas Neues her, das die Aufmerksamkeit der Zielgruppe auf sich zieht. Die Idee eines Comic-Helden kam im Brainstorming mit Mike Flam und dem Marketingteam der TRANSLATION-PROBST AG schnell auf. Denn Tell sollte einfach etwas jünger und agiler wirken. Ganz nach den Werten, welche die TRANSLATION-PROBST AG lebt. Der Comic ist insofern eine gute Idee, da der Professor Tell bleibt, wir ihn aber mit der Comic-Zeichnung in eine jüngere und dynamischere Person verwandeln können. Auch ist er so vielseitiger einsetzbar.

Was bringt das dem Branding der TRANSLATION-PROBST AG?
Thomas Kupferschmied: Wichtig zu beachten ist, dass die Leser, Website-Besucher und Kunden involviert werden. Denn so werden sie zu einem Teil der Geschichte und gestalten den Brand aktiv mit. Es entsteht eine emotionale Bindung zum Brand, sprich zur Firma TRANSLATION-PROBST AG. Jetzt kommt es auf die einheitliche Umsetzung an, damit der Comic in die Herzen der Betrachter geht.

Was braucht es noch für ein optimales Storytelling?
Thomas Kupferschmied: Ich habe gerade vor Kurzem einen interessanten Artikel zum Thema Storytelling gelesen und diese sieben Regeln gefunden:

  1. Erst die Idee, dann die Kanäle
  2. Starten Sie mit dem Warum
  3. Finden Sie Held, Konflikt und Lösung
  4. Fassen Sie die Story in einem Tweet zusammen
  5. Erzeugen Sie einen Spannungsbogen
  6. Respektieren Sie die Intelligenz Ihres Publikums
  7. Machen Sie die Story social und shareable

Roman, wieso Mike Flam?
Roman Probst: Mike Flam besitzt die unglaublich wertvolle Gabe, in Bildern zu denken. Ausserdem legt er Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik, was mir natürlich sehr entgegen kommt. Hinzu kommt, dass er vor nichts Angst hat und alles ausprobiert: Wenn alle sagen, das funktioniert nicht, dann kommt Mike, der nicht weiss, dass es nicht funktioniert, und macht es einfach.

Das Markomteam der TRANSLATION-PROBST AG mit Mike Flam (links) und Thomas Kupferschmid (rechts)

Das Markomteam der TRANSLATION-PROBST AG mit Mike Flam (links) und Thomas Kupferschmied (rechts)

Wie bist Du ursprünglich auf die Idee mit Professor Tell gekommen?
Roman Probst: Beim Zigarrenrauchen. Ich habe mir überlegt, wie man Text-, Übersetzungs- und Dolmetscherdienstleistungen mit Qualitätsgarantie kreativ anpreisen kann. Und zwar so, dass es nicht kopierbar ist. Tell vereint all unsere Werte wie Genauigkeit, Treffsicherheit, Zuverlässigkeit und Swissness in sich. Da wir jeden unserer Texte von einem Professor oder Hochschuldozenten der Zielsprache korrigieren lassen, wurde aus Tell Professor Tell. Deshalb passt er ideal zu uns.

Wie geht es weiter mit Professor Tell?
Professor Tell wird auf jeden Fall weiterhin in der internen und externen Kommunikation eingesetzt. Auch dank ihm wurde Unsere Arbeit beim Schweizer Rating interne Kommunikation 2014 als drittbeste in der Kategorie «Konzepte/Strategien» bewertet. Er macht seinen Job so gut, dass wir seit über vier Jahren seine eigenen Social Media Kanäle pflegen.

«Jede Textstelle wird mit viel zu viel Info zugemüllt»

5. August 2014

Tagtäglich ziehen 3’000 bis 6’000 Werbebotschaften an uns vorbei. Damit es ein Unternehmen trotzdem schafft, in den Köpfen der Kunden zu bleiben, braucht es ein gut durchdachtes Cross Media Marketing. Dessen Erfolgsfaktoren erörtert Cary Steinmann, der Leiter des International Marketing an der ZHAW, im Interview.

Können Unternehmen heute überhaupt noch mit Werbung bei den Konsumenten punkten?

Cary Steinmann: Ja sicher, so wie sie es schon immer konnten: Mit einer scharfen Strategie und einer super kreativen Umsetzung. Als Beispiele denke ich an den Coop Grill «Tsch-tsch»-Spot oder an die SBB-Kampagne «Unterwegs zuhause».

Welches sind die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren für Cross Media Marketing?

Als Erstes braucht es eine einheitliche Unternehmenskommunikation über alle Kanäle hinweg. Auch eine thematische Geschlossenheit mit Fokus auf die Markenwerte des Unternehmens darf nicht fehlen. Und last but not least: Wichtig ist eine formale, gestalterische Einheit, die nichts hilft, wenn die ersten zwei Punkte nicht funktionieren oder gegeben sind.

Welche typischen Fehler begehen Unternehmen in der Kommunikation, wenn sie Konsumenten erreichen möchten?

Sie sagen zu viel. Es kostet ja alles, darum wird jede Textseite mit viel zu viel Info zugemüllt. 16 Sekunden benötigter Anzeigenbetrachtungszeit stehen im Schnitt 1,6 Sekunden realer Zeit gegenüber.

Welchen Beitrag leisten Texte und Übersetzungen im Cross Media Marketing?

Texte müssen Vorstellungsbilder kreieren, inspirieren, motivieren. Ein Text, der das eigene Unternehmen lobt, ist wertlos. Übersetzungen müssen es schaffen, die kulturelle Brücke der Sprachanwendung und der Wortbedeutungen (Semiotik) zu meistern. Übersetzen ist nicht einfach «nur» übersetzen, sondern eine Art kulturelle Reinterpretation.

 

cary

Cary Steinmann

Professor Marketing & Communication an der ZHAW
Leitung International Marketing
Gründungsmitglied APGS (Kommunikations- und Werbestrategie in der Schweiz)

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte, Spezialkenntnisse
Marketingstrategien, Kommunikationsstrategien, Image-Analysen, Marktforschung (psychologische Verbraucheranalysen, Focus
Groups, One-on-Ones), Marketing im Web 2.0, Soziale Netzwerke, Marketing in der Hyperrealität, Brand Management 2.0, Storytelling

Fragen an Cary Steinmann oder Anregungen zu Cross Media Marketing sind jederzeit willkommen – am besten gleich einen Kommentar schreiben.

Wort der Woche «Einheitlichkeit»

1. Juni 2014

Jeden Tag wird die Website der TRANSLATION-PROBST AG von Besuchern durchstöbert. Manchmal kommt es allerdings vor, dass ein Begriff nicht sofort gefunden wird. Dann wird in der Such-Box gesucht. Einer der am häufigsten gesuchten Begriffe ist «einheitlich» bzw. «Einheitlichkeit». Gemeint ist dabei die «Einheitlichkeit» der Sprache bzw. des Textes – ein wichtiger Teil der Corporate Language. Deshalb machen wir es hier zu unserem Wort der Woche.

shutterstock_173282471Die Einheitlichkeit des Textes hat eine sehr lange Geschichte, vor allem in der Literatur. Für das Theater wurden im 16. Jahrhundert im Rückgriff auf Aristoteles die Einheit von Zeit, Raum und Handlung proklamiert. Ein Theaterstück sollte lediglich die Zeit der Aufführung bzw. eines Tages umfassen, am gleichen Ort spielen und alle Aktionen sollten dem Fortgang einer Handlung dienen. Diese Regel hatte bis weit in die Neuzeit hinein Gültigkeit. Der Roman, vor allem in seiner Blütezeit im 19. Jahrhundert, setzte sich zum Ziel, ein Weltmodell zu schildern, «das die Komplexität und Fülle der Lebenserfahrungen und Diskurse einer Zeit abbilden und/oder in sich aufnehmen kann» (Basislexikon zur literaturwissenschaftlichen Terminologie). Diese Idee war eng mit der Einheitlichkeit der Romangestaltung verbunden. In der Moderne, d.h. vor allem in der Zeit um 1900, begann der Zweifel an der Möglichkeit, die Lebenserfahrungen und Diskurse einer Zeit in ihrer Ganzheit zu erfassen und darzustellen. Wahrnehmung wurde zunehmend als fragmentarisch, perspektivisch betrachtet. So entstanden Romane, die aus einer engen Sichtweise, etwa eines erfolglosen Annoncenakquisiteurs oder eines Kindes, das nicht erwachsen werden will, erzählt wurden. Andere Romane wurden aus unterschiedlichen Perspektiven und so auch auf verschiedenen Stilebenen erzählt. Einheitlichkeit ist seither kein Kriterium für die Qualität eines Romans mehr.

Damit haben wir uns aber sehr weit von den Bedürfnissen derer entfernt, die auf der Website der TRANSLATION-PROBST AG nach dem Begriff «Einheitlichkeit» suchen. Ihnen geht es vielleicht in der Freizeit um Literatur, doch bei ihrer Arbeit haben sie mit Fachtexten aus den Bereichen Marketing, Technik oder Jurisprudenz zu tun. Wie steht es denn hier mit der Einheitlichkeit der Texte?

Viele haben in der Schule gelernt, zu einem guten Stil gehöre, Wörter möglichst nicht zu wiederholen. Auch Stilisten sprechen sich dagegen aus, sie nennen es dann Redundanz. So findet man eben Texte, denen man ansieht, dass in ihnen krampfhaft immer wieder andere Begriffe für die gleiche Sache gesucht wurden. Das tönt aber nicht nur gezwungen, sondern hat bei Fachtexten auch verheerende Auswirkungen. Denn in Fachtexten haben Wörter nicht bloss eine annähernd umschriebene Bedeutung, sondern die zentralen Begriffe sind eindeutig definierte Fachausdrücke. Sie durch Synonyme – die Bedeutung von Synonymen ist nie vollständig deckungsgleich – zu ersetzen, macht einen Fachtext äusserst unpräzis.

Dass in einem Fachtext identische Fachbegriffe verwendet werden müssen, leuchtet denen, die in ihrer täglichen Arbeit mit solchen Texten zu tun haben, relativ schnell ein. Doch «Einheitlichkeit» bezieht sich auf verschiedene Ebenen eines Textes. Damit die Corporate Language einem Unternehmen Identität verleihen kann, ist auch Einheitlichkeit auf der orthografischen und grammatikalischen Ebene nötig. Das scheint auf den ersten Blick problemlos, denn um diese Einheitlichkeit zu erreichen, müssen doch nur die geltenden Regeln angewendet werden. Das stimmt zwar im grossen Ganzen, doch seit einigen Jahren ist auf die Regeln nicht mehr unbedingt Verlass. Bei der Rechtschreibreform ist es zu einem eigentlichen orthografischen Paradigmenwechsel gekommen. Der Duden – nach wie vor das verbindliche Regelwerk – gibt für sehr viele Wörter und Situationen nicht mehr die richtige Form vor, sondern lässt Wahlmöglichkeiten offen. Verwendet ein Unternehmen in seinen Texten nun einmal die eine, ein andermal die andere Form, so schafft diese Uneinheitlichkeit den Eindruck von Fehlerhaftigkeit, was für deren Image kein Vorteil sein kann. Dazu kommt etwas anderes: Hauptsächlich die Globalisierung hat zu einer eigentlichen Überschwemmung des deutschen Sprachraums mit englischen Sprachelementen gebracht. Somit stehen die Verantwortlichen für die Corporate Language eines Unternehmens vor der der Frage, ob sie nun «Geschäftsführer» oder «Manager» oder gar «Chief Operating Officer» schreiben sollen. Und wie schreibt sich «Chief Operating Officer» in einem deutschsprachige Text? Klein wie auf Englisch oder gross, weil es ja nun «auf Deutsch» geschrieben wird, und braucht es Bindestriche, wie man sie auf Deutsch eigentlich machen würde?

Eine andere Ebene der sprachlichen Einheitlichkeit ist der Stil. Hier geht es nicht allein um die Einheitlichkeit innerhalb eines Textes, sondern auch um die Einheitlichkeit einer Textsorte: Tönt eine einfache interne Mitteilung, sagen wir über neue Telefonnummern, wie eine Laudatio bei der Verleihung des Literaturnobelpreises, so reagieren die Adressaten zumindest mit Befremden. Für die stilistische Einheitlichkeit innerhalb eines Textes sind viele Elemente verantwortlich: Wortwahl, Satzgestaltung, Angemessenheit, Originalität usw.

Also ein komplexes Thema. Und auch ein wichtiges: Bei den Korrekturarbeiten der TRANSLATION-PROBST AG nehmen Massnahmen zur Vereinheitlichung eines Texten einen recht grossen Anteil ein. Er ist jedenfalls grösser als die Korrektur falsch geschriebener Wörter.