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Archiv für die Kategorie ‘Messen / Events’

Wort der Woche «Office Management»

5. September 2016

«Ein Pferd kommt vor Hunger um, wenn es von mehreren Leuten gehütet wird.» Diese afrikanische Alltagsweisheit lässt sich oftmals auch auf den Berufsalltag übertragen – wo viele Entscheidungen zu treffen sind, darf es nur einen Verantwortlichen geben. Wenn Geschäftsleiter die anfallende Arbeit jedoch nicht allein stemmen können, benötigen sie jemanden, der einen Teil der Verantwortung übernimmt. Im Berufsalltag wird diese Position vom Office Manager eingenommen. Unser Wort der Woche.

Wort der Woche «Office Management»

Office Manager – die rechte Hand der Führungskraft

Von der Organisation von Anlässen und Projekten über administrative Tätigkeiten bis hin zur allgemeinen Kommunikation zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitenden – ein Office Manager ist der Inbegriff von Multitasking. Ein vollgepackter Terminkalender, unzählige Tätigkeiten, die alle möglichst zeitnah erledigt werden müssen, und selbstverständlich auch eine gesunde Menge an Stress gehören zu seinem Berufsalltag. Was sich anspruchsvoll anhört, ist zudem mit immer weiter steigenden Anforderungen verbunden. In einer globalisierten Welt werden die Ansprüche an Führungskräfte immer höher, und damit auch an die Office Managers.

Die Sprache des Vorgesetzten verstehen

Als rechte Hand der Geschäftsführung ist die Bandbreite an Tätigkeiten enorm. Doch auch wenn der Office Manager seine Aufgaben selbstständig ausführt, so geschieht dies immer auf der Basis einer Absprache mit dem Vorgesetzten. Und um eine gute Zusammenarbeit mit dem Chef zu gewährleisten, ist das gegenseitige Verstehen das A und O. Dazu können beispielsweise tägliche Besprechungen, ein gemeinsames Kürzelsystem für eine beschleunigte schriftliche Kommunikation und eine ausgeprägte nonverbale Kompetenz helfen. Schliesslich geht es darum, die Geschäftsführung so gut wie möglich zu verstehen, ihre Wünsche umzusetzen und sie dadurch bestmöglich zu entlasten.

 

Mehrsprachige Eventorganisation als Teil des Office Managements

Ein Office Manager übernimmt auch die Planung und Organisation von Events und Veranstaltungen. Diese Aufgabe erfordert Koordinationstalent, ist anspruchsvoll und wird noch umfangreicher, wenn es sich um mehrsprachige Anlässe handelt. Hierzu werden oft professionelle Dolmetscher eingesetzt, die das grösstmögliche Verständnis aller Beteiligten und somit das Gelingen des Events in allen gewünschten Sprachen sichern. Neben dem Dolmetscher wird auch eine zuverlässige, moderne Konferenztechnik mit allen dazugehörigen technischen Details benötigt.

Unser Dolmetscherwesen

Qualitätsmanagement steht bei uns an erster Stelle. Auch bei unseren Dolmetschereinsätzen garantieren wir eine Qualitätssicherung, die Ihren mehrsprachigen Event zu einem vollen Erfolg macht. Ob internationale Meetings, Kongresse, Workshops, Konferenzen, Tagungen oder Gerichtsverhandlungen – unsere Dolmetscher ermöglichen einen reibungslosen Ablauf.

Aus unserem Netzwerk mit über 350 professionellen, erfahrenen, diplomierten sowie geprüften Dolmetschern wählen wir jenes Team für Sie aus, das auf Ihr Fachgebiet bzw. auf Ihre Branche spezialisiert ist.

Zudem kümmern wir uns bei Bedarf um die Übersetzung der gesamten Event-Dokumentation, zum Beispiel der Präsentationen oder der Vorinformationen, und um alles rund um die Technik, inklusive Planung, Programmierung und Installation, beispielsweise Personenführungs- sowie audiovisuelle Anlagen oder Dolmetscherkabinen.

Eine schnelle Preisauskunft, individuelle Beratung und die Möglichkeit von Express-Reservierungen bei kurzfristigen Buchungen sind für uns selbstverständlich. Ihre Daten werden stets vertraulich behandelt.

Sie planen einen Dolmetschereinsatz? Begeistern auch Sie Ihren Vorgesetzten mit der Organisation eines perfekten mehrsprachigen Events und finden Sie hier Ihre Checkliste.

 

Swiss Office Management Messe SOMM

Nicht vergessen – am 7. und 8. September 2016 findet die Swiss Office Management Messe in Basel für alle Fachbesucher mit Interesse an den neuesten Trends, Informationen und Best Practice Solutions im Bereich Office Management statt. Die Messe spricht die Zielgruppe der Aussteller und interessierten Kunden an und bietet einen umfangreichen Überblick über Produkte und innovative Dienstleistungen auf dem Markt.

Ihr Team der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Messen und Messemarketing»

22. August 2016

Messen als zeitlich begrenzte Marketing- und Verkaufsveranstaltungen gibt es seit dem frühen Mittelalter. Auch heute noch sind Messen beliebte Anlässe, um neue Produkte und Dienstleistungen kennenzulernen oder schlicht den eigenen Markt samt Mitbewerbern zu beobachten. Weil wir selbst an der Marketing- und Eventfachmesse SuisseEMEX teilnehmen, haben wir die ‹Messe› zum Wort der Woche erklärt.

Messen und Messemarketing - TRANSLATION-PROBST AG

Richtig vorbereitet können Messeauftritte zum Kundenmagneten werden.

Ob Weltausstellung, Publikums- oder Fachmesse – das Messemarketing ist gerade im digitalen Zeitalter ein beliebtes Instrument, um Kunden mit allen Sinnen zu erreichen. Für unser Wort der Woche haben wir darum die Messe-Expertin und Geschäftsführerin der SuisseEMEX interviewt und mit ihr über Messen und erfolgreiche Messeauftritte gesprochen.

TRANSLATION-PROBST: Ewa, du fühlst dich an Messen pudelwohl: Kannst du dich noch an deine erste Messe erinnern, die du besucht hast? Was waren deine Eindrücke?

Ewa Ming: Meine erste Messe war die Züspa in Zürich, die ich mit Freundinnen besuchte. Dabei ist mir in starker Erinnerung geblieben, wie unterschiedlich sich die Stände präsentierten und wie die Verkäufer am Stand verschieden reagierten und uns «bedienten»: Als junge Person empfand ich es als sehr hochnäsig, wie mich manche Standmitarbeiter ignorierten. Solche negativen Erfahrungen mit einer Marke oder Firma bleiben lange haften. Seither versuche ich, meinen Ausstellern einzuschärfen, dass sie jeden Besucher so beraten, als wäre er ihr bester Kunde.

Was fasziniert dich heute noch an Messen?

Messen erschaffen Märkte und lassen temporäre Erlebniswelten entstehen, die in ihrer Konzentration von Anbietern und Käufern einzigartig sind. Zudem bieten sie ein faszinierendes 360°-Gesamterlebnis – sei es wie bei uns an der SuisseEMEX als Fachmesse, wo das ganze Marketing-Spektrum präsentiert wird, oder an einer Publikumsmesse, wo man sich von A bis Z über nahezu alles mit allen Sinnen informieren kann. Obendrauf ist der direkte Austausch mit dem potenziellen Kunden immer noch die beste Art und Weise, neue Geschäfte zu generieren und dauerhafte Beziehungen aufzubauen.

Die Marketing- und Kommunikationsfachmesse SuisseEMEX steht bald vor der Tür: Worauf dürfen sich Besucher und Aussteller freuen? Was ist dieses Jahr besonders?

Unter dem Motto «meet the future» zeigen wir die brandheissen Lösungen und Trends aus der Marketing-, Kommunikations-, Event- und Digital-Branche von morgen. Viele Themen widmen sich den Herausforderungen der Digitalisierung. Ein hochkarätiges Referenten- und Event-Programm und ein spannender Ausstellermix werden die Besucher begeistern. Konzepte, die den Dialog mit den Besuchern fördern, wurden neu lanciert oder ausgebaut. Hierzu zählen der Digital Competence Park, das EventLab, das FutureLab, die Querdenker-Welt und die Crossmedia Kitchen.

Welchen Stellenwert im Marketing haben Messen und Events?

Einen immer höheren: Messen sind heute grosse Begegnungsplattformen von Communitys und erzeugen durch den direkten Dialog starke Emotionen, die beim Zielpublikum dauerhaft nachwirken. Darüber hinaus ist das Emotionalisierungspotenzial der Live Communication sehr viel höher als bei der Printwerbung oder in einem Werbespot. Events sind immer noch ein zentrales Element im Marketing – wenn sie gut gemacht sind.

Was sind die drei wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Messeauftritt, den Unternehmen berücksichtigen sollten?

Erstens professionelle Vorbereitung mit klarer Zielsetzung; zweitens ein relevantes Inhaltsangebot mit emotionalen Interaktionsmöglichkeiten am Stand und drittens die direkte Nachbearbeitung der Messekontakte.

Was gilt es, ferner zu beachten?

Es ist wichtig, auch bereits bestehende Kunden an die Messe einzuladen – das fördert die Kundenbindung. Ausserdem dürfen die Unternehmen nicht nur an neue Kunden denken, sondern sollten während der Messe auch ihr Netzwerk aktiv ausbauen. Dazu müssen sie mit den Besuchern am Stand kommunizieren und wissen, wovon sie reden. Denn die Inhalte sind wichtiger denn je und bilden zusammen mit einem anhaltenden, crossmedialen Dialog das i-Tüpfelchen des Messeerfolgs.

Welches war der kurioseste Messestand, den du je gesehen hast?

An einen ganz speziellen kann ich mich nicht erinnern. Vielmehr sind es viele unterschiedliche Stände, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind. Weil sie entweder innerhalb der jeweiligen Messe aufgefallen sind oder das Zielpublik verblüfft haben – ob mit einem coolen Design, einer zündenden Idee oder einer treffenden Botschaft.

Ewa Ming (*1967) ist Inhaberin der ming agentur ag und Celebrationpoint AG. Sie ist Initiantin der Swiss Handicap, einer Messe für Menschen mit und ohne Behinderung, sowie Geschäftsführerin der SuisseEmex, der grössten Schweizer Marketing- und Eventfachmesse. Ihr Kerngeschäft liegt im Bereich der erlebbaren Kommunikation, dem Meeting Business MICE und im Messemarketing. Darüber hinaus ist sie Verwaltungsrätin der GDZ Druckerei Zürich und der Eulachhallen Winterthur sowie Präsidentin des Swiss Handicap Fördervereins.

Public Viewing Rumänien – Schweiz

21. Juni 2016

Networking in vergnüglicher Atmosphäre und dabei Fussball schauen – es gibt nur wenig Angenehmeres. Gemeinsam mit dem KMU-Verband, der Fabrikkirche Winterthur und Probst Rechtsanwälte lud die TRANSLATION-PROBST AG Entscheidungsträger und Marketers ein, die Schweizer Nati im Gruppenspiel zu unterstützen.

Gemütliches Beisammensein mit bester Sicht auf die Leinwand.

Gemütliches Beisammensein mit bester Sicht auf die Leinwand.

Mittwochabend, 15. Juni 2016 – der Dauerregen gönnt sich eine kurze Pause. Gegen 17 Uhr treffen sich knapp hundert Gäste vor den Büroräumlichkeiten des Winterthurer Übersetzungsbüros, um in geschlossener Formation zur nahegelegenen Fabrikkirche zu flanieren. Dort werden sie bereits erwartet: Haldengut und Coca-Cola stellen die Getränke und Subway frische Sandwiches bereit. Die Leinwand flimmert seit dem Russlandspiel, der Kommentator ist schon leise zu vernehmen. Bei den Ankömmlingen macht sich nicht erst mit dem ersten kühlen Bier aus der Bügelflasche eine gewisse Vorfreude auf einen gemütlichen und – hoffentlich – spannenden Abend bemerkbar.

Nach einer kurzen Begrüssung durch die Gastgeber, repräsentiert durch Roman Probst und Nik Gugger, folgt auch bereits der Anpfiff zur Partie. Als das erste Tor für Rumänien fällt, geht ein Raunen durch die Zuschauerränge. Ein Raunen: Die Contenance wird gewahrt.

In der Pause weiss der geladene Winterthurer Kult-Stürmer Patrick Bengondo im Interview mit Roman Probst die Gäste mit erfrischenden Anekdoten aus seiner Sportlerlaufbahn zu amüsieren. Für ihn sei Lichtsteiner, trotz des Fauxpas, der beste Spieler auf dem Platz, berichtet er und erntet Lacher und Beifall zugleich. Auch während der zweiten Halbzeit mischt er sich unter die Zuschauer und plaudert ungezwungen, die Leinwand im Auge behaltend.

Roman Probst mit Patrick Bengondo beim Interview in der Halbzeit.

Roman Probst mit Patrick Bengondo beim Interview in der Halbzeit.

Jetzt erlöst Mehmedi die Besucher des Public Viewings durch seinen Ausgleichstreffer, und die Stimmung wird schlagartig gelöst. Liegt für die eigentlich dominierenden Schweizer gar ein Sieg drin? Doch als der Schlusspfiff ertönt und alle irgendwie erleichtert sind, zieht es die Mehrheit nach Hause, wo auf manche das Neun-Uhr-Spiel wartet. Höflich und herzlich bedanken sich Viele für den gelungenen Abend, loben die Organisation und versichern, sie liessen sich den nächsten Anlass bestimmt nicht entgehen.

Wort der Woche «Arbeitssicherheit»

20. Juni 2016

Am kommenden Mittwoch findet im Rahmen der BERNEXPO 2016 die Fachmesse für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz statt. Geladen sind Fachleute und Entscheider aus den genannten Bereichen. Wie sensibilisiert sind Sie auf dieses Thema? Werden auch Sie mit den folgenden Fakten zum Sicherheitsexperten.

Im Arbeitsumfeld lauern die Gefahren – werden Sie ihnen Herr!

Im Arbeitsumfeld lauern die Gefahren – werden Sie ihnen Herr!

Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Arbeitnehmer durch alle angemessenen Massnahmen vor Unbill zu schützen. Dazu sind eine Reihe von Fragen zu berücksichtigen.

Wie steht es um Ihr Notfallkonzept?
Im Vorfeld ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Gefahren in seinem Betrieb zu ermitteln. Dazu findet er im Arbeitsgesetz oder bei der Suva einschlägiges Material – oder er zieht einen Spezialisten der Arbeitssicherheit hinzu. Wenn die Gefahren ermittelt sind, muss die Firma ihre Mitarbeitenden darüber informieren, wo diese auftreten können. Darüber hinaus gilt es, ein Notfallkonzept zu entwickeln und die Erste Hilfe zu organisieren.

Sichere Arbeitsumgebung bieten
Ein ausgeklügeltes Notfallkonzept nützt jedoch wenig, wenn der Arbeitsplatz nicht sicher gestaltet ist. Das heisst, dass einerseits nur Arbeitsmittel eingesetzt werden dürfen, die weder Sicherheit noch Gesundheit der Arbeitnehmenden gefährden – es sei denn, eine zeitgemässe Schutzausrüstung wird zur Verfügung gestellt. Andererseits sind mögliche Gefahren an den Gebäuden sowie in der Arbeitsumgebung zu prüfen; die Suva zählt hierzu Konstruktionsmängel wie auch Schädigungen durch Licht, Vibrationen, Explosionen, Feuer und Lärm.

Im Kleinen lauert die grosse Gefahr
Der Arbeitgeber muss jene nötige Infrastruktur bereitstellen, die ein hygienisches Arbeiten ermöglicht; Keime sind schneller übertragen als Haltungsschäden. Apropos Haltungsschäden: Auch körperschonende, ergonomische Abläufe hat der Arbeitgeber bestmöglich zu gewährleisten, um belästigende oder schädigende Einflüsse sowie übermässig starke und allzu einseitige Beanspruchungen zu vermeiden. Konkret: Lassen Sie sich einen neuen Bürostuhl liefern, und bestehen Sie darauf, gelegentlich zur Auflockerung zur Kaffeemaschine pilgern zu dürfen. Aber vorher und nachher Hände waschen!

Auch die Arbeitnehmenden sind in der Pflicht
Der Arbeitgeber ist in der Hauptpflicht – und das ergibt auch Sinn. Denn er kennt die Abläufe und hat damit den Überblick über mögliche gesundheitliche Risiken. Er hat aber auch die Pflicht, sein Personal sorgfältig auszuwählen und auszubilden. Seine Firma kann den sichersten Arbeitsplatz bieten, doch es nützt wenig, wenn sich die Mitarbeitenden nicht an die Anleitungen und Weisungen halten. Sie müssen den Arbeitgeber in der Durchführung der Vorschriften unterstützen und festgestellte Mängel beheben oder melden. Selbstverständlich ist es den Arbeitnehmenden untersagt, sich in einen Zustand zu versetzen, in dem sie für sich oder andere eine Gefahr darstellen – das heisst, Finger weg von der Flasche und anderen Betäubungsmitteln!

Zuwiderhandlung wird geahndet
Handeln Arbeitgeber nicht gemäss den Verordnungen, drohen ihnen Sanktionen, die von Ermahnungen bis hin zur Erhöhung der Prämien reichen können. «Gegen Arbeitnehmende, die sich sicherheitswidrig verhalten, können die Durchführungsorgane nur in Ausnahmefällen Zwangsmassnahmen ergreifen», heisst es im Merkblatt der Suvapro. Allerdings kann der Arbeitgeber sehr wohl unerfreuliche Massnahmen ergreifen: Diese reichen von Verwarnung über Entlassung bis zu strafrechtlichen Sanktionen nach einem Schadensfall.

Was können Sie tun?
Eruieren Sie in einem Selbsttest (Suva 88057) die Situation an Ihrem Arbeitsplatz. Optimieren Sie die Sicherheit Ihres Unternehmens, indem Sie sich einer Branchenlösung anschliessen. Wenn Sie diesem Link folgen, können Sie aus einer Vielzahl von Branchenlösungen jene auswählen, die am besten zu Ihrem Unternehmen passt. Allenfalls wollen Sie direkt eine Mitgliedschaft beantragen oder mit einer Trägerschaft Kontakt aufnehmen.

Wort der Woche «Swiss Economic Forum»

6. Juni 2016

Diesen Donnerstag und Freitag treffen sich, wie jedes Jahr um diese Zeit, 1350 Entscheidungsträger aus Politik, Medien, Wirt- und Wissenschaft im malerischen Interlaken, um die Geschicke der Schweiz – und die eigenen – heiss zu schmieden. Der Aufwand für ein solches Treffen ist enorm, und dementsprechend die Kosten. Und der Nutzen?

Am SEF networken Start-ups mit CEOs.

Am SEF trifft sich die Elite, um Trends in der Wirtschaft zu erkennen.

Ein Wellness-Weekend 4 Two im traumhaften Südtirol kostet Sie, alles inklusive, rund 1300.– Franken. Wäre da nicht die lange Heimfahrt, Sie würden sich nach zwei Tagen als Kaiser fühlen. Auch eine lange Fahrt haben und auch kaiserlich fühlen sich die Teilnehmer am SEF, dem Swiss Economic Forum – die zahlen dafür aber zwei, drei Foifliiber mehr. Ihnen wird aber auch einiges geboten: Mittagessen, «Networkingabend» und zweitägige Konferenz, auch all inclusive. Und alle sind sie da: Bundes-, Nationalrats- und Ministerpräsidenten, Kapitäne der Handelsmarine, Nobelpreis- und andere Bürdenträger/innen – und der CEO der SBB, wie überall.

Breakout Session SEF.2016

An den Weiterbildungskursen in Dialogform lernen die Entscheidungsträger, sich Entwicklungen nicht entgegenzustemmen, Erfolgsfaktoren nicht zu ignorieren – aber Trends frühzeitig zu erschnuppern. Die Kurse können, mit Fantasie, als Krimi gelesen werden: «Kill your darlings», «gestern war gut – morgen wird anders.» Oder als Sci-Fi-Utopie: «Computer wird immer intelligenter», «Vertrauen in die Cyber-Zukunft.» Wie auch immer – auch ohne viel Imagination lässt sich ausrechnen, dass die Entscheidungsträger den finanziellen Nutzen, den ihnen das Forum bietet, kaum auszuschlagen versuchen.

Jungunternehmerpreis mit Bedeutung

Unternehmerisches Gedankengut und innovative Ideen bekommen beim Swiss Economic Award nicht nur ein fundiertes Feedback von qualifizierten Experten und ein ansehnliches Preisgeld von 25‘000.– Franken, sondern ebenfalls die von Andy Warhol proklamierten «15 minutes of fame» in Web, Funk und Fernsehen. Und «eine einzigartige Motivation für das ganze Team», Zitat SEF.

Massvolles Sicherheitsdispositiv

Im Gegensatz zum WEF in Davos, das Peter Stähli, noch-CEO des SEF, als «Festung mit Stacheldraht und Maschinengewehren» tituliert, treten die Sicherheitskräfte am SEF so diskret auf, dass sich die Massentouristen weder auf dem Höheweg noch beim Stadtflanieren gestört fühlen. Und das trotz hochrangigen Teilnehmern aus dem In- und Ausland. Das übliche Dispositiv besteht aus der dorfeigenen Feuerwehr, einer Ärztin mit dreiköpfigem Team, der Kapo und der Securitas. Kostenpunkt: 50‘000.– Franken. Walter Schneeberger, Chef Sicherheit, behauptet aus Erfahrung, dass am SEF kein grosses Risiko bestehe, «da es sich um einen Anlass für KMU» und nicht um einen politischen handle. Daher würde das Forum von den Leuten als «grundsätzlich eine gute Sache» gesehen.

Medien in der Kritik

Naturgemäss ist eine Veranstaltung wie das SEF auf Partner angewiesen. Diese Partner erhalten im Gegenzug zu ihrer Unterstützung Logopräsenz in Web und Medien. Schade, wenn die Medien selber zu den Hauptpartnern gehören – das lässt an einer unabhängigen und kritischen Berichterstattung zweifeln. In einer langen, detaillierten und teils gehässigen Analyse kreidet Medienbeobachter Infosperber genau dies als Tatsache an. Er zeigt auf, wie nah sich SRG und NZZ an die Wirtschaft wagen, ihr gar ungeniert das Du anbieten. Aber glauben Sie nichts blind – gehen Sie ans SEF und fragen Sie Roger de Weck oder Veit Dengler, zwei vom Advisory Board!