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Archiv für die Kategorie ‘Messen / Events’

Wort der Woche – Weihnachten

20. Dezember 2013

weihnachtenWeihnachten ist das Fest der Liebe; es sind die Tage, an denen die Geburt Jesu Christi gefeiert wird. Im Zentrum von Weihnachten stehen heute aber auch: Zeit mit der Familie, köstliches Essen, Geschenke auspacken und Weihnachtslieder singen. Doch woher stammt das Wort «Weihnachten»? Kurz vor dem grossen Ereignis gehen wir der Wortherkunft auf den Grund.

Die ersten Belege für das Wort «Weihnachten» stammen aus dem 12. Jahrhundert. In der Predigtsammlung Speculum ecclesiae von 1170 kommt der Begriff «Weihnachten» zum ersten Mal vor. Darin heisst es: «Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser Nacht: Deshalb heisst diese nunmehr Weihnacht.» («Diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si diu wîhe naht.») Zusammengesetzt wird «Weihnachten» aus den Teilen der adjektivischen Wendung «ze wihen nahten». «Wîhen naht» wird dabei als Übertragung des lateinischen «nox sancta» im Sinne von «heilige, geweihte Nacht» verstanden. In den romanischen Sprachen entwickelte sich daraus natale, navidad oder noël.

Das erste Wortglied «weih» wird von germanisch wīʒja, wīha ‹heilig›, aus der Grundform des Verbs *wīʒjan ‹weihen›, und des Weiteren aus der indogermanischen Wortwurzel *ueik ‹aus-, absondern, weihen› abgeleitet. Das zweite Wortglied «-naht» setzt hier an die alte Zeiteinteilung vom Tag mit Beginn der Nacht an. Der Ausdruck kann also mit «heilige Nacht» bzw. «heilige Nächte» übersetzt werden. Der Plural weist auf die altkirchliche Tradition der zwölf Weihnachtstage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar hin.

Christlicher oder heidnischer Ursprung?

Aufgrund der beschriebenen Wortherkunft nehmen viele Forscher an, dass der Begriff christlichen Ursprungs ist. Selbstverständlich gibt es auch hier Quellen, die das bestreiten. Sebastian Franck zum Beispiel schreibt in seiner Germaniae chronicon von 1538 über den heidnischen Ursprung: «Das dieser heydnisch nam [Ostern] und standt nicht von Petro, sonder von den heyden in das christenthumb ist kommen, wie auch die fasznacht, weinnacht etc. » Martin Luther hingegen dachte an den Ausdruck «wiegen» (das Kind wiegen) und bildete daraus Wygenachten. Des Weiteren bildete Theodor Strom aus dem Substantiv ein Verb. In seinem Gedicht von Knecht Ruprecht heisst es in den Anfangs- und Schlusszeilen: «Von drauss’ vom Walde komm ich her; ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr.»

300 Jahre Verspätung

Generell wird im Christentum der Tod bemerkenswerter Personen statt deren Geburt gefeiert. Deshalb etablierte sich das Fest zur Erinnerung an die Geburt Christi auch erst im vierten Jahrhundert. Die Römische Kirche feierte erst 300 Jahre nach Christus das heilige Fest. Im fünften Jahrhundert wurde dann befohlen, dass Weihnachten im ganzen Reich als offizielle Festlichkeit zur Ehre Christi einzuhalten sei.

Wort der Woche – Samichlaus

6. Dezember 2013
heilige-Nikolaus-von-Myra

Nikolaus von Myra (russische Ikone von Aleksa Petrov, 1294)

Es ist der 6. Dezember: Samichlaustag. Als Kind stellte man am Vorabend traditionsgemäss einen Stiefel vor die Haustüre und fand diesen am nächsten Morgen mit Schokolade, Keksen und Mandarinen gefüllt. Doch was hat es mit dem Brauch des «Samichlaus», wie er in der Schweiz genannt wird, auf sich? Und wie nennt man ihn anderswo?

Samichlaus weltweit
Zum Anfang eine kleine Reise durch die verschiedenen Namensvarianten des Samichlaus. In Deutschland wird der Samichlaus Nikolaus, in Frankreich Saint Nicolas und in Österreich St. Niklas genannt. Die Holländer sprechen von Sinterklaas und die Belgier von Sint Niklaas. Auch die englischsprachigen Kinder kennen die Tradition des Samichlaus, indem sie sich auf Saint Nicholas (England und Irland) oder Santa Claus (Nordamerika) freuen.

Der bekannteste Brauch des heiligen Nikolaus
Der heilige Nikolaus von Myra ist einer der bekanntesten Heiligen der Ost- und lateinischen Kirchen. Er wirkte im 4. Jahrhundert als Bischof von Myra, das in der heutigen Türkei liegt. Sein Wirken führte zur Entstehung mehrerer Legenden, die im Laufe der Geschichte die Bedeutung von Nikolaus unterstrichen und ihn zu einem der wichtigsten Heiligen machten.

Der wohl bekannteste Brauch des Nikolaus ist der Einlegebrauch, bei dem die Schuhe mit Waren gefüllt werden. Dieser Brauch geht auf die Legende dreier Jungfrauen zurück, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Die Vorgänger der ausgelegten Schuhe oder Stiefel von heute waren im 15. Jahrhundert selbst gebastelte Nikolausschiffe aus Papier, in die der heilige Nikolaus seine Gaben legen sollte. Heute stellen Kinder Schuhe, Stiefel oder Teller vor die Haustüre oder hängen Strümpfe an den Kamin, damit der heilige Nikolaus sie auf seiner Reise durch die Nacht mit Schokolade, Nüssen, Mandarinen und Lebkuchen füllen kann. Dabei lobt er die braven Kinder und tadelt die unartigen und bestraft sie. Welche Kinder artig oder unartig waren, erfährt der heilige Nikolaus aus dem «goldenen Buch». Die strafende Figur nimmt «Knecht Ruprecht» ein. Er hat seinen Ursprung im spätmittelalterlichen Kinderschreck. Dabei nutzten Eltern Flugblätter mit Schreckfiguren als Erziehungsmethode für ihre Kinder. Der Kinderfresser war als Schreckfigur am weitesten verbreitet und drohte den ungehorsamen Kindern, sie mitzunehmen, auszupeitschen oder sogar aufzuessen. Heute stellt «Knecht Ruprecht» nicht mehr einen Kinderschreck, sondern den Korbträger des Nikolaus dar.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra

http://de.wikipedia.org/wiki/Knecht_Ruprecht

Swiss Handicap

4. Dezember 2013

Vom 29. bis 30. November 2013 fand die Swiss Handicap ’13 in der Messe Luzern statt. Rund 150 Aussteller wie Nestlé, Netcloud und die TRANSLATION-PROBST AG unterstützten den Event als Aussteller und/oder Partner.

Lesen Sie im Folgenden das Interview von Roman Probst mit Ewa Ming, der Organisatorin der Swiss Handicap ’13.

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Liebe Ewa Ming

Noch nie hat eine Messeorganisation eine Messe für Menschen mit Behinderung organisiert. Warum haben Sie das gemacht?
Im Bereich der Hilfs- und Kommunikationsmittel für Menschen mit einer Behinderung oder Erkrankung gibt es so viele Innovationen und Angebote, aber keine nationale Plattform, auf der diese präsentiert werden können. Diesen Treffpunkt wollten wir schaffen, aber nicht im Stil einer «normalen» Messe – damit hätten wir nie diese Resonanz erreicht. Es musste ein Ort werden, wo Begegnungen stattfinden und Inklusion gelebt werden kann.

Drei Tage ist es her, seit Sie die Türen der Messe geschlossen haben. Was hat Sie persönlich am meisten beeindruckt?
Der offene und natürliche Umgang unter allen Anwesenden – egal ob bei den Besuchern, Ausstellern oder untereinander. Gezeigt hat sich das nicht nur in den Gesprächen an den Ständen, sondern zum Beispiel auch an der Swiss Handicap Night, der Party nach Messeschluss. Da gab es keine Berührungsängste: Rollstuhlfahrer mischten sich unter die Tanzenden, und Menschen mit und ohne Behinderung feierten gemeinsam bis spät in die Nacht.

Organisieren Sie diesen Event im nächsten Jahr wieder?
Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Die Besucherzahl von 8500 zeigt, dass das Bedürfnis nach einer solchen Plattform da ist. Auch die Aussteller zeigten sich äusserst zufrieden, und viele haben bereits ihre Teilnahme fürs nächste Jahr zugesichert. Es wird also sicher eine Fortsetzung geben, voraussichtlich vom 28. bis 29. November 2014.

Warum muss man diese Messe besuchen?
Als Betroffene, weil man sich in einem professionellen und doch auch emotionalen und stimmungsvollen Rahmen über die neuesten Angebote informieren kann. Aber auch wenn man sich nicht direkt angesprochen fühlt, ist die Messe einen Besuch wert. Wer kennt nicht den einen oder anderen Betroffenen? Es ist ein Thema, das in irgendeiner Form jeden betrifft – ob selbst oder jemanden im näheren Umfeld.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wort der Woche – Handicap

22. November 2013

Am 29. und 30. November 2013 sind wir als Partner der ersten nationalen Messe Swiss Handicap ‘13 in Luzern als Aussteller dabei. Diese Messe setzt sich für die Bedürfnisse und Belange von Menschen mit einer physischen, psychischen oder sensorischen Behinderung oder Erkrankung ein. Was das Wort «Handicap» bedeutet und woher es stammt, erläutern wir in unserer Serie «Wort der Woche».

Zu Beginn möchten wir die Schreibweise des Wortes klarstellen: Handicap kann mit C (Handicap) sowie mit K (Handikap) geschrieben werden. Trotz der verschiedenen Schreibweisen bleibt die Bedeutung des Wortes dieselbe: «Handicap» bedeutet Behinderung oder Nachteil bzw. Benachteiligung. Wobei sich dies vor allem auf eine dauerhafte Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe bzw. Teilnahme einer Person bezieht. In Bezug auf den Sport meint «Handicap» jedoch einen Faktor zur Nivellierung unterschiedlicher Leistungsstärken. Golf ist dafür eines der bekanntesten Beispiele.

Englisches Pfänderspiel

Der Begriff «Handicap» hat einen spielerischen Hintergrund. Denn er stammt von einem alten englischen Pfänderspiel, das sich «Hand-in-cap» nannte. Bei diesem Spiel tauschten zwei Spieler ihre Besitztümer. Dabei entschied ein Schiedsrichter darüber, ob die Besitztümer denselben Wert hatten oder nicht. Falls die Besitztümer unterschiedlich viel wert waren, musste der Schiedsrichter die Differenz benennen. Die Spielregeln: Beide Spieler sowie der Schiedsrichter mussten Geld bzw. den Wetteinsatz in eine Kappe (englisch = cap) legen. Anschliessend griffen beide Spieler in die Kappe und nahmen ihre Hand entweder mit Geld gefüllt oder leer heraus – daher der Name des Spiels «Hand-in-cap» («Hand in Kappe»). Eine geldgefüllte Hand signalisierte das Einverständnis zum Schätzwert und eine leere Hand die Unstimmigkeit zum Schätzwert. Der Gewinner: Wenn beide Spieler gleicher Meinung waren, gewann der Schiedsrichter das Geld in der Kappe. Wenn aber ein Spieler mit dem Schätzwert einverstanden war und der andere nicht, dann gewann derjenige, der damit einverstanden war.

Quellen:
http://www.wissen.de/wortherkunft/handicap
http://de.wikipedia.org/wiki/Behinderung
http://de.wikipedia.org/wiki/Handicap
http://en.wikipedia.org/wiki/Hand-in-cap

Wort der Woche – Halloween

25. Oktober 2013

halloweenWenn Kürbisse Fratzen schneiden und lautes «Süsses oder Saures» ertönt, müssen wir nicht mehr lange auf Halloween warten: Am 31. Oktober ist es wieder soweit – die Nacht des Gruselns wird gefeiert. Obwohl Halloween keine Schweizer Tradition ist, möchten wir das Wort der Woche dem unheimlichen Feiertag widmen.

Doch woher stammt das Wort «Halloween» eigentlich und was bedeutet es? Der Begriff Halloween, in älterer Schreibweise Hallowe’en, wurde erstmals 1745 im Schottischen verwendet. Es ist durch das Zusammenziehen des englischen Worts «All Hallows‘ Eve» entstanden, was «Tag vor Allerheiligen» bedeutet und sich von «hallow» (=Heiliger) und «eve» (=Vorabend) ableitet. In einigen Teilen Irlands wird Halloween auch Pooky oder Punky Night genannt, vermutlich stammt der Ausdruck von Púca, einem boshaften Geist aus dem Untergrund.

Halloween wird in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November gefeiert und begann als keltisch-angelsächsisches Fest zur Feier des Winter- bzw. Jahresanfangs. Der Bezug von Halloween zum Totenreich stammt unter anderem vom damaligen Glauben der Menschen, dass die Seelen der Toten zu ihren Heimen zurückkehren. Maskeraden und Feuer dienten damals zur Vertreibung von Geistern und Dämonen. Das Halloween-Brauchtum war ursprünglich vor allem im katholischen Irland verbreitet. Heute ist die Tradition vor allem in den USA, Kanada und den Britischen Inseln anzutreffen.

Typisch für den heutigen Brauch sind geschnitzte Kürbisse, die im Englischen «Jack O’Lantern» genannt werden. Der Name stammt von der Legende des Bösewichts Jack Oldfield, der aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel, aber auch nicht in die Hölle durfte, da er den Teufel betrogen hatte. Der Teufel erbarmte sich und schenkte ihm eine Karotte und eine glühende Kohle. So konnte Jack durch das Dunkel wandern. Heute leuchten keine Karotten, sondern Kürbisse, die mit ihren Fratzen die bösen Geister abschrecken.

Quellen:
www.wikipedia.org, www.monstrous.com, www.britannica.com, www.reichertshausen.de