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Archiv für die Kategorie ‘Übersetzen’

Wort der Woche «Corporate Language Technology»

28. November 2016

In jeder Branche gibt es Buzzwords, bei denen viele längst die Augen verdrehen [Jonas: z.B. „Buzzword“]. Sprechen wir von CLT, sehen wir die ansteigende Panik bei Leuten, die mit Sprachdienstleistungen sonst wenig zu schaffen haben. Aber keine Angst, Terminologen wollen nur spielen: Sie verhelfen Ihnen zu schnelleren, konsistenten und auch noch günstigeren Übersetzungen.      

Corporate Language Technology – TRANSLATION-PROBST AG

Qualität braucht Zeit: Unser CLT-Team nimmt es ganz genau.

Auf die Frage, wie man CLT in drei Worten zusammenfassen könne, meint der eine Experte zunächst überrascht: «Ja, puh, Terminologie», fasst sich und ergänzt dann «Qualitätssicherung». Eine zweite Expertin skandiert: «Cool, lässig, trendy. Oder Support, Troubleshooting und Qualitätssicherung.» Hier setze ich an und will wissen, woran man Qualität denn messen könne. Bezeichnenderweise misst sich diese in fehlender negativer Rückmeldung, sowohl vonseiten des Kunden als auch – und dies als Zeichen der Effizienz – der Übersetzer. Dann wird es philosophisch. Die Abteilung CLT überbringe dem Übersetzer die Sprache des Kunden, habe also eine Brückenfunktion inne.

CLT-Mitarbeitende: ein Psychogramm
Terminologen sind ein eigener Schlag Menschen: Bei uns stammen alle aus der Linguisten- bzw. Übersetzerecke; sie besitzen neben einem Hochschulabschluss eine ausgeprägte Affinität zu Computern. Sie als Nerds zu bezeichnen, wäre dennoch überzeichnet: Doctor Who-Fanartikel* sucht man auf ihren «Schreib»-Tischen vergeblich. Dafür eine physische Ausgabe des Zürichdeutschen Wörterbuchs.

[*Verena: oder „Raumpatrouille Orion“? Könnte mir aber durchaus vorstellen, davon Fanartikel anzuschaffen (Raumschiff Enterprise-Modell hab ich in der Pipeline 🚀 😹)]

Was macht die CLT-Abteilung?
Ohne mich jetzt in technische Details zu verstricken: Unsere jungen Unerschrockenen stellen sicher, dass die Corporate Language intern und extern gewahrt bleibt. Sie sind somit quasi die Mütter, die mahnend fragen: «Kind, was sind das für Ausdrücke?» Sie erstellen für Kunden und Übersetzer ein mehrsprachiges Glossar. Für technisch Interessierte: Sie finden mehr Informationen über CLT in den Erläuterungen.

Troubleshooting und Support
Wo immer bei den Übersetzern oder im Projektmanagement Probleme mit der Software auftauchen, ist jemand vom CLT zur Stelle: «Wenn irgendetwas hakt, kommen sie zu uns – wir haben keine Angst, Knöpfe zu drücken.» Nerds. Allerdings erkennt das CLT auch, wenn Texte bereits vorgängig fast ganz übersetzt worden sind und meldet diesen versehentlichen Doppelauftrag dem Kunden. Die Freude über überraschend gesparte Ausgaben ist dann meist gross. Böse gesagt: Das CLT kostet die Agentur im Prinzip nur Geld – Rabatte geben und Qualität sichern sind, kurzfristig gesehen, äusserst schlecht für den Umsatz.

Für Aussenstehende witziger Schlusssatz: Unsere Troubleshooter leiden allesamt an Telefonophobie – Sie zucken bei jedem Klingeln zusammen und raunen sich zu: «Geh du ran!»

Haben Sie weitere Fragen zu Corporate Language Technology? Rufen Sie uns (nicht das CLT) gratis an: 0800 123 456.


Info-Box

Die Abteilung CLT (Corporate Language Technology) unterstützt das Wording Ihres Unternehmens, indem sie Ihre Firmenterminologie entwickelt und in mehrsprachigen Terminologie-Datenbanken verwaltet.
Terminologie-Abo: Bei diesem kostenpflichtigen Service kann der Kunde sich direkt ins browserbasierte Interface einloggen und selbständig Begriffe hinzufügen oder ändern. So haben die Übersetzer jederzeit zugriff auf die aktuelle Terminologie. Sprechen Sie mit uns darüber: terminologie@translation-probst.com


Erläuterungen

Wie ist der Ablauf?
Der Kunde wird vom Projektmanagement nach Referenzmaterial (Glossar, Styleguide, Corporate Language, Corporate Identity) gefragt. Mit dem Material erstellen die Mitarbeitenden der CLT-Abteilung eine auf den Kunden und die Branche zugeschnittene Terminologie-Datenbank (Termbank), die sie im Austausch mit dem Kunden laufend ergänzen und pflegen. Bei Änderungen der Datenbank werden die Übersetzer sogleich durch einen Vermerk «vom Kunden bestätigt» informiert. Bei den folgenden Übersetzungen werden diese Begriffe sofort richtig verwendet. Gerade bei sehr technischen, spezifischen Texten vereinfacht die Termbank die Arbeit der Übersetzer ungemein.
Dank der sogenannten Translation Memorys (TMs)* haben die Übersetzer Zugriff auf frühere Übersetzungen und können sich an Stil und Wording dieser orientieren. Matches (übereinstimmende Passagen) aus dem TM werden angezeigt und können an den aktuellen Kontext angepasst werden.

[*Jonas: Würde hier nicht noch einen neuen Begriff einführen: wird sonst zu kompliziert 😼]

Was kostet Sie eine Termbank?
Kurz gesagt, nichts. Im Gegenteil: Da die Datenbank für die Übersetzer jederzeit abrufbar ist, können Ihre Übersetzungen schneller – das heisst günstiger – und konsistenter erfolgen. Bei grösseren Aufträgen wird die Termbank auf unserem Server, der gegen Fremdeinwirkung geschützt in der Schweiz steht, für alle Übersetzer geteilt, d.h. sie haben simultanen Zugriff darauf. So ist eine Konsistenz auch grosser Projekte gewährleistet.

Sehen Sie hier die Köpfe hinter der CLT-Abteilung.

Wort der Woche «Vertragsübersetzungen»

15. November 2016

Vertragsübersetzungen sind die grossen Knacknüsse der Übersetzungsbranche. Denn es ist höchste Präzision gefordert, die keinen Spielraum für Interpretationen offen lässt, weil dies ein juristisches Nachspiel haben könnte. Wir haben uns im Team umgehört und unseren Englischübersetzer und Korrektor Christoph Rentsch gebeten, das Wort der Woche zu Vertragsübersetzungen gestochen scharf zu formulieren.

Kein Spielraum für Interpretationen - Vertragsübersetzungen der TRANSLATION-PROBST AG

Vertragsübersetzungen erfordern hohe Präzision und rechtliches Fachwissen.

«Der Zweck eines Vertrags ist nicht, Freundschaft zu schliessen, sondern zu vereinbaren, was in einem Worst-Case-Szenario geschehen soll», sagte einst ein renommierter Wirtschaftsboss. Diese etwas paranoide Sicht auf die Welt der Verträge zeigt, welcher Verantwortung Übersetzer und Übersetzerinnen ausgesetzt sind, die sich an die hohe, meist gut bezahlte Kunst des rechtlichen Übersetzens heranwagen.

Hardcore Facts statt Poesie

Vertragsübersetzungen sind eine sehr hohe Kunst, da man dabei sehr geerdet bleiben muss. Bei anderen Textprojekten ausserhalb der Domäne des Rechtlichen und Technischen machen sich Übersetzer oft exotische Ziele wie die pragmatische Äquivalenz zu eigen: Pragmatische Äquivalenz bedeutet, dass eine Übersetzung die kommunikative Wirkkraft der Ausgangs- und Zieltexte anzielt – und diese «so äquivalent wie möglich» umsetzt. Das lässt viel kreativen Spielraum offen. All das spielt jedoch bei Vertragsübersetzungen keine Rolle und muss gekonnt aus dem Übersetzer-Bewusstsein getilgt werden. Bei Rechtstexten geht es um «Hardcore Facts» (textnormative Äquivalenz). Romantische, poetische oder «gut klingende» Phrasen sind unerwünscht.

Womit die Übersetzer von Verträgen zu kämpfen haben

Wo ein Übersetzer sonst frei formulieren darf (und soll), bringt die «Absolut-nah-am-Text»-Herangehensweise bei rechtlichen Dokumenten verschiedene Probleme mit sich. Hier nur drei Beispiele:

  • Rechtliche Terminologie vs. «zu wörtlich», d. h. nicht mit der Rechtsterminologie der Zielsprache vereinbar. Eine Standardformulierung wie «im Sinne von Artikel 16 …» kann nicht mit «in the sense of Article 16 …» oder «in accordance with Article 16 …» übersetzt werden. Hier ist «within the meaning of Article 16 …» erwünscht. Das muss man einfach wissen. Wissen ist Macht! Rechtliche Terminologie will gelernt sein.
  • Organisierte Struktur vs. «unorganisiert»: Wenn ein Vertrag keine dingfeste Struktur oder eine schlecht organisierte Sprache aufweist, ist das herausfordernd. Ein Vertrag will schliesslich von seinem Zweck her Klarheit vermitteln. Wenn der Verfasser dieses Ziel selbst nicht erreicht hat, wird es für den Übersetzer oder die Übersetzerin beschwerlich. Ein talentierter Übersetzer verschafft sich einen Gesamtüberblick und prüft, ob die Struktur aufgeht oder die Absätze sich in Widersprüchlichkeiten verlieren.
  • Rechtliche Gültigkeit vs. «nicht stimmig»: Eine ganz besondere Herausforderung stellt sich, wenn der Ausgangstext selber rechtlich nicht stimmig ist und der Übersetzer in diese Falle tappt. Dies ist öfters der Fall als angenommen. Um daraus entstehende Missverständnisse zu vermeiden, ist die direkte Absprache mit dem Kunden erwünscht. Dies ist schliesslich «added Value»!

Die TRANSLATION-PROBST AG bietet Kundinnen und Kunden eine Kombination von ausgezeichneten, mit Trados und anderen Programmen gewappneten Übersetzerinnen und Übersetzer sowie erfahrenen Korrektoren und Korrektorinnen. Mit vereinten Kräften knacken sie auch die schwierigsten Nüsse der Vertragsübersetzungen. Das qualitätsorientierte Terminologie-Management wiederum trägt zum Aufbau einer kohärenten Sprache bei.

 

Wenn Sie ebenfalls eine rechtliche Knacknuss zu vergeben haben, dann lassen Sie uns diese gemeinsam knacken: 0840 123 456 oder info@translation-probst.com.

 

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Interkulturalität»

7. November 2016

Zwei Kulturen, eine Verständigung? Wenn das mal nicht in Missverständnissen endet …

Um das Thema Interkulturalität kommen wir nicht herum. Denn interkulturelle Begegnungen finden statt, sobald unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen – mittlerweile also täglich. Doch wie funktioniert interkulturelle Kommunikation? Was braucht es, damit die Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturen gelingt? In unserem Wort der Woche gehen wir dem auf den Grund.

Interkulturalität_TRANSLATION-PORBST_AG

Wie funktioniert interkulturelle Kommunikation?

Interkulturalität – brauchen wir das?

Die globalisierte Gesellschaft, in der wir heute leben, beeinflusst die Kommunikationsgestaltung stark. Immer häufiger erfolgt die Kommunikation über die staatlichen Grenzen hinaus. Und auch innerhalb eines Landes, einer Stadt und gar eines Unternehmens oder Kindergartens steigt die Vielfalt an Nationalitäten. Und wo Menschen verschiedener Hintergründe miteinander in Kontakt treten, treffen unterschiedliche Kulturen aufeinander. Sobald es zwischen diesen Kulturen zu einem Austausch von Informationen kommt, entsteht Interkulturalität. Der Austausch zwischen Kulturen ist zum Alltag geworden, und die heutige Welt ist ohne Interkulturalität unvorstellbar.

«Je grösser die Massenveranstaltung, desto geringer die Kommunikation»

Dieses Zitat des deutschen Aphoristikers Reiner Klüting passt zum Thema. Denn der interkulturelle Austausch kann auch Probleme mit sich bringen. Jede Kultur hat ihre eigenen Vorstellungen, Bräuche und Gesten, ihre eigene Denkweise, Sprache und Art, zu kommunizieren. Je mehr Kulturen in den Austausch involviert sind, desto schwieriger wird es, diese Differenzen miteinander in Einklang zu bringen. Die Kommunikation wird erschwert.

Bestes Beispiel dafür sind Begrüssungen: Viele Kulturen könnten den «Wai»-Gruss in Thailand als Gebet oder gar als eine Yoga-Übung interpretieren, da für sie das Aneinanderlegen der Handflächen bei der Begrüssung nicht üblich ist. Dabei ist der Wai ein Zeichen für Respekt und Dankbarkeit. Die Neuseeländer stehen beim «Hongi»-Gruss Stirn an Stirn. So viel Nähe bei der ersten Begegnung wäre in manch anderem Kulturkreis äusserst unangenehm. Und dann gibt es noch den Handschlag – für uns ein Zeichen des Respekts, für andere die reine Übertragung von Bakterien und Krankheiten. 

Folglich müssen unterschiedliche Kulturen bereits bei der Begrüssung einen Weg für eine gemeinsame und verständliche Kommunikation finden.

Interkulturelle Kommunikation – wie geht das?

Damit eine interkulturelle Kommunikation Früchte trägt, müssen mehrere Voraussetzungen gegeben sein. Um mit anderen Kulturen in Kontakt zu treten, müssen die Individuen zunächst bereit sein, sich mit dem Gegenüber auszutauschen. Dazu ist es notwendig, die andere Kultur des Gegenübers zu tolerieren und zu akzeptieren. Ein angemessener Umgang mit seinem Gegenüber und dessen fremder Kultur basiert also auf der eigenen Einstellung und Haltung zu Neuem und Fremdem.

Mehrere Kulturen – mehrere Sprachen

Übersetzer und Dolmetscher sowie auch wir als Übersetzungsunternehmen sind täglich in Kontakt mit den unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen. Um die Brücke zwischen zwei Kulturen zu schlagen, sind interkulturelle Kompetenzen gefragt. Dazu gehört nicht nur das Verständnis anderer Denk- und Verhaltensweisen, sondern auch Flexibilität und Feingefühl. Unsere Übersetzer und Dolmetscher weisen die nötigen Erfahrungen und Kenntnisse über die verschiedensten Kulturen und Nationalitäten auf und sind ihnen gegenüber offen. Kulturelle Unterschiede prägen unseren Alltag. Wie wichtig dieser kulturelle Bezug für ein Übersetzungsunternehmen ist, haben uns schon viele Situationen in der Vergangenheit gezeigt: Dass die chinesische Schriftzeichen, die sich anhören wie der Markenname Coca Cola, eigentlich «Beiss die Wachs-Kaulquappe» bedeuten, musste das Unternehmen auf unangenehme Art und Weise erfahren. Die Medien berichteten schon oft genug von interkulturellen Marketing-Flops aufgrund von peinlichen Übersetzungsfehlern. Aber keine Sorge – mit unseren professionellen Übersetzern und ihren stets präsenten kulturellen Bezügen passiert Ihnen das nicht.

Wir freuen uns, Ihnen auch weiterhin bei allen möglichen kulturellen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Apostille»

17. Oktober 2016

Wer Übersetzungen von juristischen oder amtlichen Dokumenten für das Ausland benötigt, braucht notariell beglaubigte Übersetzungen – in der Regel mit einer zusätzlichen Überbeglaubigung oder Apostille durch die Staatskanzlei. Worauf Sie bei solchen Übersetzungsaufträgen achten müssen, erklären wir Ihnen in unserem Wort der Woche.

Apostille – TRANSLATION-PROBST AG

Die Apostille beglaubigt Ihre Übersetzung für den internationalen Urkundenverkehr.

Die Apostille dient im internationalen Urkundenverkehr als offizielle Beglaubigungsform. Sie bescheinigt zum einen die Unterschrift und die Eigenschaft, in der der Unterzeichner gehandelt hat; zum anderen bestätigt sie die Echtheit des Urkundenstempels oder -siegels. Eingeführt wurde die Apostille als Beglaubigungs- und Legalisationsform 1961 an der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht (HCCH). Sie gilt in allen Mitgliedstaaten der Haager Konferenz (HCCH).

Notariell beglaubigte Übersetzung / Apostille

Je nach Dokumentenform, deren Gebrauchszweck und Bestimmungsland genügt bereits eine notariell beglaubigte Übersetzung: In dieser bestätigt ein Notar, dass der Übersetzer oder die Übersetzungsagentur das entsprechende Dokument nach bestem Wissen und Gewissen übersetzt hat. Zu dieser Art von Dokumenten zählen z. B. Bankbestätigungen, Diplome und Arbeitszeugnisse oder Zivilstandsdokumente wie Geburts- und Ehescheine oder Todesbescheinigungen.

Im internationalen Verkehr mit Behörden braucht es zusätzlich zur notariell beglaubigten Übersetzung eine Apostille durch die Staatskanzlei: Mit der Apostille garantiert die Staatskanzlei, dass die übersetzte Urkunde im Bestimmungsland ohne weitere Beglaubigung (z. B. durch ein Konsulat) akzeptiert wird. Wichtig dabei ist es, dass sowohl die notarielle Beglaubigung als auch die Apostille im gleichen Kanton vorgenommen werden.

Für alle Länder, die nicht Mitglied des Haager Übereinkommens sind, benötigen Sie eine Überbeglaubigung sowie eine zusätzliche Bestätigung durch das Konsulat bzw. die Botschaft des Bestimmungslandes.

Beglaubigte Übersetzungen für Privat- und Geschäftskunden

Die TRANSLATION-PROBST AG bietet beglaubigte Übersetzungen sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden an. Eine Übersicht zu den verschiedenen Dokumenten finden Sie in der folgenden Auflistung:

Privatkunden

  • Zivilstandsdokumente wie Geburtsscheine, Ehescheine und Todesbescheinigungen, Pässe, Visabescheinigungen oder Wohnsitzbestätigungen
  • Diplome, Arbeits- und Schulzeugnisse sowie Zertifikate
  • Papiere für Immigration oder Emigration und Einbürgerung

Geschäftskunden

  • Internationale Verträge, Patente oder Behördengesuche
  • Juristische Dokumente wie Gerichtsurteile, Beschlüsse oder Straf- und Haftbefehle
  • Geschäftsstatuten, Handelsregisterauszüge oder Dokumente für den Import und Export

Ob mit oder ohne Apostille – wir unterstützen Sie gerne bei beglaubigten Übersetzungen. Für eine Beratung oder Offerte wenden Sie sich entweder per Mail oder Telefon an uns: 0840 123 456.

Ihr Team der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Olympia»

11. Juli 2016

166 teilnehmende Länder, mindestens so viele Sprachen und eine lange Tradition – das sind die Olympischen Spiele, die anfangs August trotz ewiger Diskussionen um Doping, Zika und Armut in Rio de Janeiro stattfinden. Bevor die Massenmedien nun wieder das Weltgeschehen zugunsten des sportlichen Grossanlasses zu ignorieren versuchen, nutzen wir die Gelegenheit, Interessantes und Kurioses zur «Olympiade» zu berichten.

Rio ruft, und Athleten aus 166 Nationen kommen – die TPAG macht Sie fit.

Rio ruft, und Athleten aus 166 Nationen kommen – die TPAG macht Sie fit für Olympia.

Der Begriff «Olympiade» bezeichnet eigentlich den Zeitraum von vier Jahren, der zwischen den jeweiligen Olympischen Spielen liegt, nicht die Spiele selbst. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich dieser falsche Ausdruck aber längst etabliert. Auch wird in den Zeitungen «Olympionike» meist synonym mit Olympiateilnehmer verwendet. Etymologisch betrachtet ist dies Nonsens, setzt sich das Wort doch aus «Olympischen Spielen» und «Sieg» zusammen und bezeichnet damit einzig den «Olympiasieger».
Seit den Spielen 1964 in Tokio leisten die Athletinnen und Athleten ein Gelöbnis, das da lautet: «Im Namen aller Teilnehmer verspreche ich, dass wir uns bei den Olympischen Spielen als loyale Wettkämpfer erweisen, ihre Regeln achten und teilnehmen im ritterlichen Geist zum Ruhme des Sports und zur Ehre unserer Mannschaften.» Es scheint aber seit Längerem, dass sich bei der Übersetzung ins Russische Fehler eingeschlichen haben. So soll Russland als Nation dieses Jahr vom Turnier ausgeschlossen werden, sollten die Verantwortlichen die staatlich verordneten Dopingmittel-Abgaben nicht geschickter zu vertuschen vermögen.

Früher war alles besser

In der Antike gab es einige kleine Auflagen, die die Athleten erfüllen mussten, um an den Spielen teilnehmen zu dürfen. Zuallererst musste man Grieche sein und unbescholten – und dann männlich. Frauen waren sowohl als Athletinnen wie auch als Zuschauerinnen von den Spielen ausgeschlossen. Die Ausnahme bildeten unverheiratete Mädchen (etwas Ansporn schadete wohl auch den jungen Griechen nicht). Überhaupt durften Frauen erst 1928 erstmals bei den Spielen in Amsterdam an Leichtathletikwettbewerben teilnehmen – aber nur in den fünf Disziplinen Hochsprung, Diskuswerfen, 100-Meter-Sprint, 800-Meter-Lauf und 4×100-Meter-Staffel. Alle anderen Wettbewerbe wurden als «unweiblich» oder «zu anstrengend» erachtet. Nachvollziehbar wird dies, wenn man bedenkt, dass die Schwimmwettbewerbe 1896 in Athen noch im offenen Meer bei 13 Grad Wassertemperatur abgehalten wurden. Immerhin gab es schon damals allerhand zu gewinnen: Der Sieger bekam eine Silbermedaille und einen Olivenzweig, der Zweitplatzierte eine Bronzemedaille und einen Lorbeerzweig, doch der Dritte ging leer aus. Gold wurde erstmals bei den Spielen 1908 in London verliehen, pardon, in die Hand gedrückt. Erst seit 1960 werden die Medaillen den Gewinnern medienwirksam am Band umgehängt (Fernsehübertragungen gibt es schon seit 1948).

Skurriles und Kurioses

Nicht nur sportliche Höchstleistungen, sondern auch bizarre Momente fanden zahlreich ihren Weg in die Geschichtsbücher. So soll 1908 der britische Läufer Wyndham Halswelle beim 400-Meter-Lauf die Goldmedaille ganz ohne Rivalen gewonnen haben – er trat im finalen Lauf gegen drei Amerikaner an, die unfairerweise die Ellenbogen einsetzten und ihn ins Straucheln brachten. In der Folge wurde ein Gegner disqualifiziert, und die anderen zwei wollten aus Protest nicht starten. Da lief Halswelle kurzerhand allein.
Es heisst, der US-Amerikaner Fred Lorz habe 1904 in St. Louis den Marathon mit auffallend grossem Vorsprung gewonnen. Er hatte die Strecke zwischen Kilometer 14 und Kilometer 34 mit dem Auto zurückgelegt.
Des Weiteren wurde der Schwede Ingemar Johansson im Finale des Boxwettbewerbs 1952 in Helsinki in der zweiten Runde wegen «Feigheit» disqualifiziert – seine Silbermedaille wurde ihm erst 1981 nachträglich zugesprochen.
Und schliesslich die Geschichte der britischen Judokämpferin Debbie Allan: Nachdem ihr beim Wiegen mehr als 52 kg angezeigt wurden, schnitt sie sich die Haare und schwitzte drei Stunden lang. Da dies nicht half, zog sie sich nackt aus. Doch die Waage zeigte noch immer 50 Gramm zu viel an – somit war für die Athletin Olympia vorbei.

Vergessene Sportarten

Regelmässig überprüft das Olympische Komitee die Wettbewerbe, adelt gewisse Sportarten als olympisch und entlässt andere aus dem Programm. So wurden beispielsweise Fassspringen 1904 und Seilklettern 1932 letztmals ausgetragen. Turniere in Lacrosse, einer Ballsportart, die im angelsächsischen Raum äusserst populär ist, wurden einzig an den Olympischen Spielen von 1904 und 1908 ausgefochten.
Zwischen 1912 und 1948 wurden auch Medaillen in sogenannten Kunstwettbewerben vergeben. Zu diesen gehörten Disziplinen wie «Architektonische Entwürfe», «Zeichnungen und Aquarelle», «Lyrische Werke» und «Musik».
Ich stelle mir vor, wie amüsant es wäre, diese Disziplinen mit Leichtathletik zu verbinden – verschwitzte Läufer malen mit zitternder Hand die zartesten Aquarelle. Gewichtheber, Athleten wie Baumstämme, interpretieren mit sonoren Stimmen luftige Arien. Vielleicht aber bleibt jeder besser bei seiner Disziplin: Die Sportler treiben Sport, die Texter schreiben Spott. Und alle vertrauen darauf, dass die besten Übersetzer ihre Leistungen treffsicher in alle Welt verbreiten.