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Archiv für die Kategorie ‘Übersetzen’

Wort der Woche «Ferien»

9. Mai 2016

Dolce far niente – auf die Ferien freuen sich heute (fast) alle. Noch vor 100 Jahren konnten sich weder Kinder von der Schule noch Berufstätige von der schweren körperlichen oder geistigen Arbeit erholen. Lesen Sie in diesem Artikel, wozu Ferien früher dienten.

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Süsses Nichtstun – Ferien sind heute selbstverständlich, doch dem war nicht immer so.

Das Wort Ferien wurde im 15. Jahrhundert aus dem lateinischen «feriae», dem Wort für Feier, entlehnt. Das Wort «Ferien» ist ein Pluraletantum, das heisst, es hat kein grammatikalisches Geschlecht, sondern kommt ausschliesslich im Plural vor.

Büroangestellte vor Handwerkern
Ferien in der Mehrzahl – daran sind wir uns alle gewöhnt. Unsere Vorfahren hingegen mussten sich lange gedulden, bis ihnen offiziell Ferien zustanden. Vor 1900 durften nämlich nur diejenigen verreisen, die zu einer Kur fahren mussten. Die Regelung über Kuraufenthalte des Bundes im Jahr 1879 war die erste Ferienregelung in der Schweiz. Der Grund? Sauerstoffmangel machte den Bundesangestellten in ihren stickigen Schreibstuben schwer zu schaffen. Um einer geistigen Ermüdung vorzubeugen, wurden deshalb Ferien eingeführt. Allerdings längst nicht für alle: Schliesslich hatten die Arbeiter, die sich draussen körperlich abrackerten, genügend frische Luft, um sich stetig zu erholen. Sie erhielten deshalb erst 1920 ein Anrecht auf Ferien.

Stadtkinder vor Landkindern
Auch in den Schulen bekamen nicht alle gleichzeitig Ferien zugesprochen. Auf dem Land gab es ohnehin nur die Winterschule – während des Sommers hatten die Kinder dann «frei», damit sie auf Feld und Hof mit anpacken konnten. Aber auch Stadtkinder mussten anfangs ganz auf Ferien verzichten. Da die Schulen jedoch gelegentlich geputzt und instandgehalten werden mussten, finden sich ab 1830/1835 Ferienregelungen in den Schulgesetzen. Von mehr als einer Woche Urlaub am Stück konnten aber auch Stadtkinder nur träumen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gingen immer mehr Kinder das ganze Jahr über zur Schule. Da sich die Arbeit auf Feld und Hof aber nicht von selbst erledigte, wurden die Schulferien an die bäuerlichen Bedürfnisse angepasst: Bis heute haben einige ländliche Gemeinden «Heuferien». Während diese früher dazu dienten, dass die Kinder bei der Heu- und Wintergerstenernte mithelfen konnten, sind sie heute vor allem dafür beliebt, dass man zu dieser Zeit noch zum Vorsaison-Tarif verreisen kann.

Übersetzungen für die Tourismusbranche
Apropos verreisen: Damit ausländische Touristen den Weg in die Schweiz finden, sollten Websites, Ferienkataloge und andere Marketingmittel treffsicher übersetzt sein. Natürlich freut sich die Tourismusbranche aber auch, wenn die Schweizerinnen und Schweizer die Ferien im eigenen Land verbringen – schliesslich hat das Land der Berge und Schoggi einiges zu bieten. Was das genau ist, erfahren Sie am Schweizer Ferientag am 11. und 12. Mai in Lugano, an dem natürlich auch die TRANSLATION-PROBST AG anwesend sein wird.

Wort der Woche «Sport»

2. Mai 2016

Handstand, Elfmeter, Kraulen — in der Welt des Sports wimmelt es von Fachausdrücken und Fachjargon. Kaum ein anderes Fachgebiet hat eine so vielfältige Sprache wie dasjenige des Sports. Das ist zwar schön, stellt für Übersetzer und Dolmetscher aber eine grosse Herausforderung dar.

Das Wort «Sport» stammt ursprünglich aus dem Lateinischen «disportare», was «sich zerstreuen» bedeutet. Über das Altfranzösische (se de(s)porter) und das Englische (to disport) fand das Wort den Weg in die deutsche Sprache. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde darunter eine spezifische Form der Leibesübungen verstanden. Sie zeichneten sich durch das Leistungs-, Konkurrenz- und Rekordprinzip aus. Im Gegensatz zu anderen national orientierten Turnübungen, beispielsweise der Schwedischen Gymnastik, kannten die Leibesübungen eine übergreifende Reglementierung und Leistungsmessung.

Vom Affenschlauch und der Blutgrätsche
Die Fachterminologie im Sport ist vor allem für ihre Bildhaftigkeit bekannt. Es wimmelt von Metaphern, Vergleichen und Analogien. Nahezu jede Sportart entwickelte ihre eigenen Ausdrücke. Beispielsweise die «Blutgrätsche» im Fussball — eine besonders aggressive Form der Grätsche, bei der eine Verletzung des Gegenspielers bewusst in Kauf genommen wird. Im Radsport hingegen trifft man auf die «Affenwurst», was schlicht und einfach eine Banane ist. Die Liste solcher Begriffe ist fast unendlich, und immer wieder kommen neue Ausdrücke hinzu. Für die Übersetzer ist das eine grosse Herausforderung. Sie müssen sich in der jeweiligen Sportart bestens auskennen und die Begriffe sowohl in der Ausgangs- als auch in der Zielsprache kennen. Deshalb ist es wichtig, dass ein Fachübersetzer am Werk ist.

Stefan Kurt, Sportreporter bei Radio Top

Stefan Kurt, Sportreporter bei Radio Top

Wo bleibt die Grammatik?
Im Sport sind nicht nur Profi-Übersetzer, sondern auch Profi-Dolmetscher gefragt. Diese müssen die Fachbegriffe kennen, damit klarkommen, dass sich Sportreporter nicht immer haargenau an die sprachlichen «Spielregeln» halten. Stefan Kurt, Sportreporter beim Radiosender Radio Top, berichtet regelmässig live von Sportanlässen: «In der Live-Reportage lassen wir oftmals die Verben weg. Beispielsweise «Shaqiri rüber zu Dzemaili, der weiter zu Derdiyok». Um zu unterhalten, kreieren Sportreporter oftmals auch markige Sprüche: «Die Verteidiger wirken wie eine Horde Kühe, wenn die Klapperschlange kommt.» Besonders schwierig wird es, wenn die Reporter selber an ihre Grenzen kommen und für das, was sie sehen, keine Worte mehr finden. So zum Beispiel, wenn Roger Federer wieder einmal einen Zauberball spielt: «Diesen Schlag gibt es eigentlich gar nicht!», tönt es aus dem Fernseher. «Die Dolmetscher als Rezipienten müssen das Gehörte oftmals zuerst für sich selber deuten und übersetzen, damit sie es in die Zielsprache transportieren können», so Stefan Kurt.

Sie sehen – das Fachgebiet Sport hat einige Hürden. Unsere Übersetzer und Dolmetscher hüpfen aber leichtfüssig wie Hürdenläufer darüber hinweg. Möchten Sie mehr über das Thema Übersetzen im Bereich Sport erfahren? Dann kommen Sie am 15. Juni 2016 an unser Public Viewing!

Wort der Woche «Zielgruppendefinition»

22. Februar 2016

Sagen Ihnen die Abkürzungen WOOF, SOHO und DINK etwas? Wenn nicht, haben Sie möglicherweise zu viel Streuverlust bei Ihrer Werbung. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Zielgruppen definieren und treffsicher erreichen können.

3 Fliegen auf einen Streich dank treffsicher definierten Zielgruppen.

3 Fliegen auf einen Streich dank treffsicher definierten Zielgruppen.

Vor Kurzem war ich in einem Restaurant und habe den Kellner beobachtet. Er war zu allen Gästen sehr freundlich und zuvorkommend – und doch hat er an jedem Tisch eine völlig neue Rolle eingenommen. Beim Tisch voller junger Frauen wurde aus ihm ein Spassvogel, der die Damen mit Witzen zum Lachen brachte. Am Tisch mit dem frischverliebten Pärchen wurde er ganz still und beinahe unsichtbar, sodass sich die Weingläser wie von Geisterhand auffüllten, und bei den Geschäftsmännern machte er hin und wieder eine anerkennende Bemerkung. Der unscheinbare Kellner ist ein gewiefter Kerl, hat er doch seine Gäste innert kürzester Zeit gescannt, deren Bedürfnisse erfasst und sie dementsprechend bedient. So klingelt die Kasse und das Trinkgeld fliesst.

Beispiele für Zielgruppendefinition
Genau wie der Kellner sollten auch Sie Ihre Zielgruppen genau definieren und segmentieren. Denn nur so fühlen sich die potenziellen und bestehenden Kunden angesprochen, und die von Ihnen gewünschte Handlung wird ausgelöst. Damit es ein bisschen einfacher wird, haben wir hier einige Beispiele für Sie:

  • WOOF: Well off older folks à –> wohlhabende Senioren
  • SOHO: Small Office oder Home Office (vor allem für die IT-Branche eine wichtige Zielgruppe)
  • DINK: Double income no kids –> kinderlose Doppelverdiener
  • LOHAS: Lifestyle of health and sustainability (haben meist ein überdurchschnittliches Einkommen, konsumieren Bio-Produkte und sind Naturliebhaber)
  • LOVOS: Lifestyle of voluntary simplicity (Menschen die versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken)

Diese Liste ist selbstverständlich nicht abschliessend. Ausserdem müssen Sie die Zielgruppen jederzeit den sich verändernden Rahmenbedingungen anpassen.

Vergessen Sie die Sprache nicht!
Wenn Sie die Zielgruppen definiert haben, geht es um die Feinabstimmung. In welcher Tonalität werden sie am besten abgeholt? Welche Sprache sprechen sie? Wenn Sie diese Dinge beachten, vermeiden Sie Streuverlust, sparen Kosten und steigern die Response-Rate.

Falls Sie Unterstützung beim Texten oder Übersetzen brauchen, stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung. Melden Sie sich einfach unter info@translation-probst.com oder 0840 123 456.

Wort der Woche «Muttersprache»

15. Februar 2016

Die Muttersprache ist die Sprache, die in der Kindheit ohne formalen Unterricht erlernt wird. Sie wird auch Erstsprache genannt. Am kommenden Sonntag, den 21.02.2016, feiern wir den internationalen Tag der Muttersprache. Ein Tag, der ganz besonders schöne und wichtige Aspekte des Zusammenlebens ins Zentrum stellt.

Der internationale Tag der Muttersprache fördert die Mehrsprachigkeit.

Der internationale Tag der Muttersprache fördert die Mehrsprachigkeit.

Der Aktionstag wurde im Jahr 2000 von der UNESCO ins Leben gerufen, um die sprachliche und kulturelle Vielfalt zu fördern und der kulturellen Identität Ausdruck zu geben. Denn gut die Hälfte aller Sprachen, die weltweit gesprochen werden, ist vom Aussterben bedroht. Sie können damit nichts anfangen? Dann stellen Sie sich vor, dass durchschnittlich jeden Monat zwei Sprachen in Vergessenheit geraten. Traurig, oder? Unter Sprachen werden übrigens auch die Brailleschrift — die Blindensprache — und die Gebärdensprache verstanden.

Warum der 21. Februar?
Ein grosses Problem ist, dass Sprachen nicht mehr von Generation zu Generation weitergegeben werden und dadurch verschwinden. Gründe dafür gibt es viele. Etwa weil sie nicht mehr gefördert werden. Wie beispielsweise in Ost-Pakistan, wo die Sprache Urdu zur Amtssprache erhoben wurde. Diese wurde lediglich von 3 Prozent der Bevölkerung gesprochen, war jedoch die Sprache der herrschenden Schichten im Land. Auf die Proteste gegen diesen Entscheid geht übrigens der internationale Tag der Muttersprache zurück: Die folgenschwersten fanden am 21.02.1952 statt.

Sprachenvielfalt in der Schweiz
Entgegen der weitverbreiteten Meinung im Ausland sind nicht alle Schweizer mindestens zweisprachig aufgewachsen. Und doch ist eine Verständigung trotz vier Landessprachen problemlos möglich. Leider ist das Romanische dennoch vom Aussterben bedroht und wird zu den gefährdeten Sprachen Europas gezählt. Es wird von gerade mal 0,5 Prozent der in der Schweiz lebenden Personen gesprochen.

In der Schweiz nehmen aber auch die unzähligen Dialekte einen sehr hohen Stellenwert ein. Unabhängig vom sozialen Status oder Bildungsniveau werden sie in praktisch allen Alltagssituationen gesprochen. Man könnte meinen, dass die Unterschiede nicht allzu gross sind. Doch es treffen ganz unterschiedliche Ausdrucksweisen aufeinander: Güürbis, Bitzgi, Greübschi oder Gigetschgi sind nur einige Ausdrücke für das Kerngehäuse des Apfels.

Auch bei den Übersetzungen ist es wichtig, dass nicht nur in die richtige Sprache übersetzt wird, sondern sich auch die regionalen Gewohnheiten der Zielgruppe in der Übersetzung widerspiegeln. Dessen sind wir uns bewusst und setzen deshalb nur muttersprachliche Fachübersetzer ein, die die Zielgruppe und die kulturellen Gegebenheiten in- und auswendig kennen.

Falls Sie weitere Fragen dazu haben oder eine Übersetzung brauchen, können Sie sich gerne bei uns melden unter 0840 123 456 oder info@translation-probst.com.

Wort der Woche «Iran»

25. Januar 2016

Am 16. Januar 2016, dem sogenannten «Implementation Day», wurde der Importstopp für Öl und Gas aus dem Iran aufgehoben. Weil der Iran im Abbau dieser Ressourcen technisch massiv im Rückstand ist, stellt das Land vor allem für die Industriebranche einen lukrativen Absatzmarkt dar. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie die iranische Geschäftswelt von sich überzeugen – und dabei kommt es nicht nur auf die Sprache an.

Nur treffsichere Ansprachen wirbeln Staub auf.

Nur treffsichere Ansprachen wirbeln Staub auf.

Das hört sich vielversprechend an: Im Bereich Erdgasvorräte reiht sich das Land hinter Russland auf Rang zwei ein und verdrängt Katar auf den dritten Platz. Und selbst bei den Erdölvorkommen spielt es hinter Venezuela, Saudi-Arabien und Kanada bei den ganz Grossen mit. Bereits mit wenig finanziellem und personellem Aufwand können Sie den Iran auf Ihre Dienstleistung aufmerksam machen, indem Sie die neue Zielgruppe treffsicher auf Persisch ansprechen. Sei es mit Broschüren, mit Ihrer Website oder anderen Marketinginstrumenten. Die Zielgruppe fühlt sich dadurch abgeholt, und Sie verschaffen sich gegenüber Ihrer Konkurrenz einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Kultur – kleine Unterschiede, die ins Gewicht fallen
Doch mit der Übersetzung alleine ist es noch nicht getan. Wichtig ist, dass sowohl die Sprache als auch die Bilder an die persische und islamische Kultur angepasst werden. Sprachlich kann das die TRANSLATION-PROBST AG garantieren, da sie ausschliesslich muttersprachliche Fachübersetzer einsetzt. Bei der Auswahl der Bilder sollten Sie darauf achten, dass die abgelichteten Personen beispielsweise keine kurzen Hosen und kurzärmelige Hemden tragen, denn das verbietet der islamische Glauben. Des Weiteren wird der Familienzusammenhalt im Iran sehr gross geschrieben. Bilder, die glückliche Familien zeigen, wecken daher bei der iranischen Zielgruppe Vertrauen.

Wenn Sie diese kleinen Tipps beachten, sind Sie bereits auf gutem Weg. Haben Sie weitere Fragen zur interkulturellen Adaption? Wir helfen Ihnen gerne unter 0840 123 456 oder info@translation-probst.com.