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Archiv für die Kategorie ‘Unkategorisiert’

Die unendliche Liste seltsamer deutscher Wörter

9. Oktober 2014

Erst kürzlich in der Mittagspause suchte meine Arbeitskollegin, die für lange Zeit in Spanien gelebt hatte, ausufernd nach einem Wort: «… und dann schämte ich mich, ähm auf Spanisch gibt es einen Ausdruck dafür…» «Fremd?», versuchte ich auszuhelfen. «Genau! Das sagt man auch auf Deutsch so?»
Ja, seit 2009 sogar offiziell, denn damals wurde das Verb «fremdschämen» in den Duden aufgenommen – zeitgleich mit den Wörtern «Hüftgold» und «Komasaufen». Ein Jahr später hatte es die Ehre, zum «Österreichischen Wort des Jahres» gekürt zu werden. In Spanien ist «sich fremdschämen» offenbar sehr gebräuchlich, während es in der deutschen Sprache als Modewort daherkommt.
 Ist es moralisch richtig, sich für andere fremdzuschämen? Wahrscheinlich nicht. Machen tut man es trotzdem. Meistens, sobald der Fernseher eingeschalten ist und einem unaufhörlich Fluchworte um die Ohren geschrien werden.

Haben Sie sich auch schon für einen Kollegen «fremdgeschämt»?

Haben Sie sich auch schon mal für einen Kollegen «fremdgeschämt»?

Fremdschämen ist nicht das einzige Kuriose im deutschen Wortschatz. Eine andere Teamkollegin ist online auf diesen Artikel gestossen: http://www.fluentu.com/german/blog/weird-german-words-vocabulary/ (Sie sehen, wir beschäftigen uns nicht nur mit Wörtern, wenn wir dafür bezahlt werden.) Wenn man sich diese Liste «merkwürdiger deutscher Wörter» ansieht, wird man sich der Skurrilität der eigenen Sprache bewusst. Ja, wir Deutschsprachigen lieben es, verschiedene Wörter wild miteinander zu kombinieren und so einzigartige Ausdrücke zu schaffen. Diese geben einem die Freiheit, etwas mit einem Wort zu beschreiben, wofür andere mindestens einen Satz brauchen würden. So geschehen beim Beispiel der «Torschlusspanik» – ein Wort, das im Englischen mit «Closing-gate panic» übersetzt sehr abstrus klingt. Es bezeichnet die Panik, ein Lebensziel nicht zu erreichen, bevor es zu spät ist, z.B. eine Frau mit einem unbändigen Kinderwunsch, die Ende dreissig ist und die biologische Uhr ticken hört.

Für mich persönlich auch ein tolles Wort: Schifffahrt. Ja, gleich drei f nebeneinander – ist ja auch ein fantastisch-fröhlicher Buchstabe. Mit dem f wären wir auch gleich wieder beim anfänglichen Fremdschämen. Ist eine Person, die sich für jemanden schämt, besonders empathisch? Oder sollte sie besser vor der eigenen Türe kehren? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung, die Sie hier als Kommentar hinterlassen können. Kommen Sie schon, setzen Sie Ihren «inneren Schweinehund» auf Diät!

Komplexe Kommunikation: Der Lauteste ist nicht unbedingt der Beste

23. Dezember 2013

kommunikationSobald Produkte oder Dienstleistungen austauschbar werden, steigt der Preis- und Werbedruck: Das gnadenlose Buhlen um Kunden setzt ein. Doch der Preis allein ist nicht ausschlaggebend. Warum sich ein Kunde für ein bestimmtes Produkt entscheidet, hängt hauptsächlich von Werten und von der individuellen Ansprache ab, weniger von Äusserlichkeiten oder mächtigem Werbegehabe.

Gängige Premium-Produkte grosser Detaillisten verkaufen sich einem gerne mit einem vermeintlich neuen, noch nie dagewesenen Geschmackserlebnis, das sich dann jedoch grossenteils auf die Verpackung des jeweiligen Produkts beschränkt. Wofür der Konsument letztlich viel bezahlt, aber nicht viel bekommt: Was übrig bleibt, ist kein aussergewöhnliches Erlebnis, sondern der fahle Nachgeschmack, hinters Licht geführt worden zu sein.

Die Verpackung fliegt früher oder später auf

Die Enttäuschung ist gross – wie bei einem Flirt, der von aussen zwar nett ausschaut, sich später in irgendeiner Form dann aber doch als Niete entpuppt. Die Verpackung fliegt früher oder später auf. In der Beziehung zum Kunden ist es nicht anders: Es geht um Einfühlungsvermögen, Ehrlichkeit und Echtheit. Unternehmen müssen ihre Kunden verstehen, um sie erfolgreich und langfristig für sich zu gewinnen. Denn Werte wie Transparenz und persönliche Ansprache sind die einzigen Orientierungspfeiler in der Informations- und Angebotsüberflutung des Wettbewerbs.

Von der Zielgruppe zur Zielperson

Wenn wir schon dabei sind und die Beziehung zu Kunden mit derjenigen eines Flirts vergleichen, so leuchtet es ohne Weiteres ein: Die individuelle Ansprache führt zu mehr Erfolg, als wenn ein Unternehmen pauschal alle erreichen will. Beim Flirten zeigt man sich nicht nur von seiner besten Seite, sondern versucht das Gegenüber auch zu verstehen.

In Zeiten der Medienvielfalt, der Online-Vergleichsmöglichkeiten und der selektiven Wahrnehmung der Konsumenten reicht es nicht mehr, der Lauteste auf dem Markt zu sein. Aufmerksamkeit heisst noch lange nicht Werbewirksamkeit. Und darauf muss sich die klassische Werbung künftig einstellen: Die Zielgruppe ist nämlich längst geschrumpft –auf einzelne Zielpersonen. Die personalisierte Werbung wird dank Big Data zunehmen.

Werbung als Türöffner – Data Mining als Kundenbinder

Will ein Unternehmen der Schnelllebigkeit, dem Hyperwettbewerb und der steigenden Medienvielfalt trotzen, muss es den Fokus auf das richten, was ein Kunde möchte – ob mit persönlichen Gesprächen, Loyalitätsprogrammen oder personalisierter Werbung, die dank eines professionellen Datenmanagements aufbereitet wird. Die Massenwerbung wird der individuellen weichen. Dass personalisierte Werbung erfolgreich ist, hat Amazon schon früh erkannt und auf die Karte des Data Minings gesetzt, um den Kunden gezielt Produktevorschläge zu unterbreiten. Viele Unternehmen verschlafen noch immer den Umstand, dass die eigene Kundendatenbank den grössten Schatz für ein Unternehmen birgt: Wer die Informationen der Kundendatenbank geschickt nutzt, kann auch in gesättigten Märkten überleben. Gekoppelt mit cleveren Strategien und kreativen Ideen kann die klassische Werbung als Türöffner zum Neukunden dienen, das Data Mining jedoch den Kunden für lange Zeit binden.

SuisseEMEX’13: Von der goldenen Seite präsentiert

23. August 2013

Sprechen Sie Kaffee? Professor TellUnser 8. Auftritt an der SuisseEMEX’13 war ein voller Erfolg. Neben unserem Innenstand in der Halle 4 hatten wir dieses Jahr auch einen Kaffeestand draussen direkt vor dem Eingang.

So konnten wir die Messebesucher mit einem feinen Kaffee oder einem erfrischenden Eiskaffee begrüssen. Insgesamt haben wir rund 600 Kaffees und 700 Eiskaffees ausgeschenkt und zudem am #CoffMe mit Roman Probst 100 Gipfeli verteilt. Bei diesem Event konnten Interessierte unserem CEO Fragen rund ums Thema «Treffende Übersetzungen und Texte» stellen.

Auch für unseren Innenstand ziehen wir eine sehr positive Bilanz: Mit unseren goldenen Hüten und unserem Professor Tell als Botschafter für Qualität und Swissness erkannten uns die Messebesucher schon von Weitem. Wir führten viele interessante Gespräche und knüpften zahlreiche neue Kontakte. Beim beliebten Armbrustschiessen mit Professor Tell galt es für die Besucher, ihren Zielmarkt zu erobern. Wer punktgenau die Hauptstadt des jeweiligen Landes traf, durfte sich über ein Goldvreneli freuen. An den drei Tagen gab es insgesamt sieben glückliche Gewinnerinnen und Gewinner.

Abgesehen von unseren beiden Messeständen waren wir auch mit einem Referat im Online Forum vertreten. Roman Probst sprach zum Thema «Wie müssen Texte geschrieben sein, damit sie von Google gut gefunden werden und potenzielle Kunden überzeugen?» Natürlich freute es uns sehr, dass sein Referat sehr gut besucht und jeder Platz besetzt war.

Impressionen von drei erfolgreichen Tagen:

EMEX13 Team Messe

SuisseEMEX13 Referat Roman Probst

emex13_publikum

Messestand Team EMEX13

Wieso tragen Marken die Namen, die sie tragen?

9. August 2013

Wir kennen sie alle – «Coca Cola», «Apple» oder «Google». Weltweit existieren unzählige Marken mit ihren Namen. Doch wie sind diese Markennamen entstanden und welches ist ihre Bedeutung?

Markennamen_Coca Cola Markennamen_AppleMarkennamen_IBMMarkennamen_GoogleMarkennamen_Microsoft

Einerseits entstanden Markennamen aus reiner Intuition, andererseits wurden verschiedene Möglichkeiten der Namensgebung auf Herz und Nieren geprüft. Das aktuelle Wort der Woche beschäftigt sich mit den Top 5 der bekanntesten und wertvollsten Markennamen. Uns interessiert aber nicht nur, welche das sind, sondern auch, woher ihre Namen stammen.

1.    Coca Cola
Der Name des bekanntesten Getränks der Welt entstand auf der Grundlage der zwei ursprünglichen Zutaten: «Kokablätter» und «Kolanüsse».

2.    Apple
Der weltbekannte Computerhersteller hat seinen Namen seinem Gründer Steve Jobs zu verdanken. Er war damals ein sogenannter Frutarier und befand sich unter einem enormen Zeitdruck, einen Firmennamen zu finden. So entstand spontan der Name «Apple Computer».

3.    IBM
«IBM» steht für International Business Machines und ist das weltgrösste Unternehmen der Informationstechnologie-Branche. «IBM» verfügt über ein breites Spektrum an Computersystemen, Software, Netzwerken, Speichertechnologie bis hin zu Mikroelektronik.

4.    Google
«Google», die weltweit grösste digitale Suchmaschine, erhielt ihren Namen aufgrund eines Wortspiels: Eward Kastner, ein US-amerikanischer Mathematiker, bat seinen 8-jährigen Neffen bei einem Spaziergang, ein Wort für eine Zahl mit einer 1 und 100 Nullen zu erfinden. Der Junge antwortete spontan: «Googol».
Larry Page und Sergey Brin, die beiden Gründer der digitalen Suchmaschine, formten daraus den Namen «Google». Er reflektiert ihnen zufolge die Mission einer Suchmaschine: eine immense, unendlich erscheinende Menge verfügbarer Informationen im Internet zu organisieren.

5.    Microsoft
Die Grundlage für den Firmennamen des amerikanischen Softwareunternehmens «Microsoft» war der Begriff «microcomputer software». Die beiden damaligen Studenten und Gründer des Unternehmens, Paul Allen und Bill Gates, leiteten davon die Abkürzung «Microsoft» ab.

Quellen:
Interbrand (2013)
http://www.interbrand.com/de/Default.aspx, [Stand: 09.08.2013, 16:00]
Markenlexikon (2013)
http://www.markenlexikon.com/produkte_a.html, [Stand: 09.08.2013, 16:00]

Möchten Sie mehr über die unzähligen Markennamen und deren Herkunft erfahren? Dann empfehlen wir die zwei folgenden Links: Interbrand und Markenlexikon.

Wörter der Woche: Shampoo, Kajak und Co. – «Exotische» Lehnwörter im Deutschen

2. August 2013

Lehnwörter weltweitUnzählige Lehnwörter und Neologismen aus dem Englischen haben den Weg in die deutsche Sprache gefunden. Doch obwohl das Englische in Sachen Lehnwörter vor allem in Zeiten des Internets die Gebersprache Nummer 1 ist, stammen unzählige Wörter aus den verschiedensten Sprachen der Welt.

Diese Woche stellen wir gleich mehrere Wörter vor. Genauer gesagt, nehmen wir Wörter unter die Lupe, die eine sehr lange Reise hinter sich haben, bis sie es in unsere Wörterbücher geschafft haben. Oftmals kamen unsere Wörter der Woche auch auf Umwegen über verschiedene Sprachen in den deutschen Sprachgebrauch.

Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass…

Shampoo zwar eine direkte Entlehnung aus dem Englischen to shampoo («Haare waschen») ist, ursprünglich jedoch auf den Imperativ «chāmpnā» (Hindi) «drücken» (im Sinne von «die Kopfhaut massieren») zurückzuführen ist?

Tabu aus dem Französischen und Englischen tabou bzw. taboo entlehnt wurde, der Begriff selbst jedoch aus dem polynesischen Sprachraum stammt? Zunächst war «tapu» die Bezeichnung für geweihte, unberührbare Dinge, die einem weltlichen Zugriff verschlossen waren.

Safari im 20. Jahrhundert unter dem Einfluss des Englischen aus dem Suaheli entlehnt wurde, jedoch ursprünglich auf «safar» (das arabische Wort für Reise) zurückgeht?

Kajak aus der Sprache der Inuit (Eskimo) stammt? In ihrer Sprache bedeutet « qajaq» so viel wie «einsitziges Männerboot».

(Quellen: Kluge F. (2002): Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprachen; www.dwds.de)

Die Liste solcher Wörter liesse sich beliebig fortsetzen. Sie zeigt auch, wie sehr unsere Sprache von Begriffen aus anderen Sprachen geprägt wird – meistens ohne, dass dies uns als Sprecher dieser Sprache bewusst ist.

Wer neugierig geworden ist und die Herkunft unterschiedlicher Wörter nachschlagen möchte, kann dies auf der Online-Plattform www.dwds.de tun.