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Archiv für die Kategorie ‘Wort der Woche’

Wort der Woche «Goldene Feder»

31. Oktober 2014

Gegen fünf Mitbewerber sind wir angetreten. Darunter die Unternehmen Swiss Life und die SBB. Wir waren nervös wie Erstklässler. Aber wir haben es den Grossen gezeigt und in der Kategorie «Konzepte und Strategien in der internen Kommunikation» den drittbesten Platz belegt und damit unter anderem die Migros Aare hinter uns gelassen.

Die stolzen Preisträger Roman Probst und Sandra Brembach mit Joachim Tillessen, Dozent für Unternehmenskommunikation an der Fachhochschule Nordwestschweiz

Die stolzen Preisträger Roman Probst und Sandra Brembach mit Joachim Tillessen, Dozent für Unternehmens- kommunikation an der Fachhochschule Nordwestschweiz

Unser Konzept der internen Kommunikation wurde vor Kurzem überarbeitet, weil wir 2015 unser 10-jähriges Jubiläum feiern. Mit diesem neuen Konzept haben wir uns für die «Goldene Feder» beworben. Wichtiger Bestandteil der Überarbeitung war die Schärfung und das Storytelling der Figur Professor Tell, die für die Qualitätsgarantie des Unternehmens steht. Mit diesem Konzept wollen wir die Interaktion der Mitarbeiter fördern.

Die Auszeichnung Goldene Feder

Die Goldene Feder ist eine Auszeichnung, die seit über 50 Jahren vom Schweizerischen Verband für interne Kommunikation SVIK verliehen wird. Gekürt werden die besten internen Kommunikationsmittel in sechs verschiedenen Kategorien, beispielsweise «Mitarbeiterzeitung und Personalmagazine», «Frontcover» oder «Elektronische Medien der internen Kommunikation». Für uns ist die interne Kommunikation deshalb wichtig, weil wir finden, dass gute Unternehmenskommunikation im eigenen Hause anfängt. So gesehen, ist die interne Kommunikation die Königsdisziplin. Deswegen ist es uns eine grosse Freude und Ehre, diese schweizerische Auszeichnung gewonnen zu haben.

Jedes Jahr ausgezeichnet

Es ist nicht das erste Mal, dass wir bei einer Preisverleihung die Nase vorn haben. Seit 2011 wurden wir jedes Jahr ausgezeichnet:

  • 2014: Drittbeste Arbeit in der Kategorie Konzepte/Strategien bei der Goldenen Feder des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation (SVIK)
  • 2013: Stellenschafferpreis der Standortförderung Winterthur
  • 2012: KTI-Label der Kommission für Technologie und Innovation des Schweizer Bundes (als einziges Übersetzungsbüro der Schweiz)
  • 2011: Top-Ten-Platzierung beim Award Social Media Schweiz für Professor Tell
  • 2006: Jungunternehmer des Jahres der Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur

Integrale Kommunikation

Der SVIK sieht die interne Kommunikation als Teil der integralen Kommunikation. Bei dieser geht es darum, ein Unternehmen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, um ein ganzheitliches Bild zu erhalten. Dadurch können klare Werte und moralische Richtlinien definiert werden, die den Mitarbeitenden eine Vision und Orientierungshilfe bieten und mit denen sie sich bestenfalls identifizieren.

Die Auszeichnung hat bei uns im Büro einen Ehrenplatz erhalten. Schliesslich setzt man sich nicht jeden Tag gegen so starke Gegner durch. Aber wie sagt man so schön: Klein, aber oho!

Wort der Woche: «Zeitumstellung»

24. Oktober 2014

Alle machen es, aber die wenigsten wissen warum. In der Nacht auf den kommenden Sonntag wird wieder an der Uhr gedreht. Dies erhitzt halbjährlich die Gemüter von Millionen von Menschen.

Muss die Zeit vor- oder zurückgestellt werden? Ist es dann früher hell oder früher dunkel? Und kann ich dann eine Stunde länger schlafen? Der Beginn der Winterzeit schlägt vielen Leuten auf die gute Laune. Die Tage werden kürzer, und wenn man abends aus dem Büro kommt, hat der Einbruch der Dunkelheit bereits begonnen. Deshalb werden jedes Jahr Stimmen laut, welche die Abschaffung der Zeitumstellung fordern. Doch was würde das ändern?

Am kommenden Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt

Am kommenden Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt.

Normalzeit

Genau genommen gibt es die Winterzeit gar nicht. Dieser Begriff wird lediglich umgangssprachlich verwendet. Die korrekte Bezeichnung dafür lautet Normalzeit. Diese ist die gesetzlich festgelegte Ortszeit in einem Staatsgebiet. In der Schweiz ist das die Mitteleuropäische Zeit. Geregelt wird das Ganze im Zeitgesetz, das seit dem 1. Januar 1981 in Kraft ist. Das heisst, wenn die Zeitumstellung abgeschafft würde, fiele die Sommerzeit weg. Diese wurde vor 33 Jahren jedoch aus einem ganz bestimmten Grund eingeführt.

Zeitumstellung bei vielen unbeliebt

Wegen der Zeitumstellung kann man das Tageslicht an Sommerabenden eine Stunde länger nutzen. Man erhoffte sich, dadurch eine grosse Menge an Energie einsparen zu können. Ob dem wirklich so ist, darüber scheiden sich die Geister. Fakt ist, dass viele Menschen bis zu einer Woche brauchen, um sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Einige klagen über Jetlag-ähnliche Zustände. Während des Abstimmungskampfes zur Einführung des Zeitgesetzes kamen ähnliche Bedenken auf: Die Lehrerschaft hatte Angst, die Umstellung wirke sich negativ auf den Schlafrhythmus der Kinder aus. Die Bauern befürchteten, ihre Kühe würden wegen der Zeitumstellung weniger Milch produzieren.

Mehr Zeit für andere Dinge

Der Umstellung von der Sommer- auf die Normalzeit kann man aber durchaus auch Positives abgewinnen. Die dunklen Stunden laden dazu ein, ein feines Essen bei Kerzenschein zu geniessen, ein Buch unter der kuscheligen Wolldecke zu verschlingen oder ein warmes, entspannendes Bad zu nehmen. Zudem wird uns eine Stunde Schlaf geschenkt.

Von 3 auf 2

Damit Sie am Montagmorgen nicht zu früh bei der Arbeit erscheinen, müssen Sie in der Nacht auf Sonntag die Zeit um 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurückstellen. Das heisst, es wird am Morgen früher hell und abends früher dunkel. Es ist eigentlich ganz einfach, denn die Zeit wird immer gleich gestellt: immer in Richtung Sommer.

Zeit ist zentral

Das Thema Zeit sorgt im Team der TRANSLATION-PROBST AG auch ohne Zeitumstellung regelmässig für Gesprächsstoff: Wir bieten unseren Kunden Express-Übersetzungen in drei Stunden an. In der Normalzeit und in der Sommerzeit.

Wort der Woche «bilateral»

14. Oktober 2014

Bilaterale Abkommen, bilateraler Weg, bilaterale Verträge, die Bilateralen − das Wort bilateral ist in aller Munde. Gerade aus aktuellem Anlass. Denn die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 bringt den bilateralen Weg ins Wanken, da sie im Widerspruch zur Personenfreizügigkeit steht. Die Verhandlungen und Lösungsvorschläge geben jeden Tag von Neuem zu reden und füllen die Tageszeitungen. Doch was bedeutet das Wort bilateral überhaupt?

Das Wort bilateral wird oft in Verbindung mit der EU verwendet.

Das Wort bilateral wird oft in Verbindung mit der EU verwendet.

Der Begriff bilateral ergibt sich aus den beiden Wortteilen bi (zwei) und lateral (die Seite betreffend). Zusammengesetzt bedeutet er demzufolge so viel wie «zwei Seiten betreffend» oder «von zwei Seiten ausgehend». In der Politik wird das Wort verwendet, um ein Abkommen zu beschreiben, das ausschliesslich für zwei Vertragspartner gilt, beispielsweise die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU).

Die ersten bilateralen Abkommen mit der EU wurden 1957 abgeschlossen – genau genommen ging es noch lange nicht um die EU: 1957 hiess der Zusammenschluss von gerade mal sechs Ländern noch Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion). Schon damals ging es darum, die Beziehung zwischen der Schweiz – die ja nicht dazugehörte − und der Montanunion auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene zu regeln. Diese Verträge sowie die weit wichtigeren späteren Abkommen geben der Schweiz die Möglichkeit, bei den genannten Themen mitzureden. Was für ein Privileg! Ist heute von den Bilateralen die Rede, so sind die Abkommen von 1999 («Bilaterale Abkommen I») und die Abkommen von 2004 («Bilaterale Abkommen II») gemeint. Ein zentraler Bestandteil dieser Abkommen ist die Personenfreizügigkeit, doch sie beschäftigen sich auch mit Land- und Luftverkehr, Forschung, dem öffentlichen Beschaffungswesen, «Schengen», Verbrechensaufklärung und vielen anderen wichtigen Fragen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.

Ein Teil der bürgerlichen Parteien findet diese Verträge aber alles andere als gut. Sie sehen darin eine Bedrohung für Schweizer Werte wie Neutralität, Solidarität, Universalität und Disponibilität und befürchten eine unkontrollierte Einwanderung. Die Masseneinwanderungsinitiative soll dagegen Abhilfe schaffen.

Linke Parteien hingegen sehen die Masseneinwanderungsinitiative als Eigentor, da sie die bilateralen Verträge mit der EU massiv bedroht. Ein Austausch zwischen der EU und der Schweiz ist enorm wichtig. Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht. Ein Staatenbund wie die EU zeichnet sich durch Mehrsprachigkeit und verschiedene Kulturen aus. Beides sind komplexe Systeme, von denen wir sehr viel profitieren und lernen können. Denn wenn man eine Sprache in all ihren Facetten verstehen will, genügt es nicht, die Grammatik und Orthographie perfekt zu beherrschen. Hinter einer Sprache steckt immer auch eine Kultur. Und um diese kennenzulernen und zu verstehen, gibt es nichts Besseres als persönliche Begegnungen. Wie wichtig dies für uns als Übersetzungsbüro ist, müssen wir nicht betonen. Nur dies: In unserem Team von 20 Personen sind mehr als zehn Nationalitäten vertreten.

Die EU gewährt der Schweiz mit den bilateralen Verträgen also nicht nur ein Mitspracherecht, sondern ist gleichzeitig eine wichtige Plattform für Unternehmen. Die Bilateralen eröffnen Schweizer Unternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten und verhindern Engpässe in der Rekrutierung. Jeder dritte Arbeitsplatz lebt vom Handel mit Europa. So tragen die bilateralen Verträge schliesslich zu einem nachhaltigen Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum bei.

Es ist also nicht verwunderlich, dass das Wort bilateral mitunter Hauptthema in den Medien ist und vermutlich noch einige Zeit bleiben wird.

Fussball-WM 2014 – Des einen Freud, des anderen Leid

7. Juni 2014
Professor Tells Herz schlägt eindeutig für die Schweizer Nati.

Professor Tells Herz schlägt eindeutig für die Schweizer Nati.

Fussball kann Freunde zu Feinden machen und Gegner zu Verbündeten. Besonders eine Weltmeisterschaft ist fähig, ein ganzes Land in einen Ausnahmezustand zu versetzen. Darauf freut sich jedoch nicht jeder.

In wenigen Tagen ist es soweit: Die Welt schaut auf Brasilien, wo sich alles um ein kugelförmiges, aus Leder oder einem anderen geeigneten Material gefertigtes, zwischen 410 und 450 Gramm schweres Objekt mit einem Überdruck zwischen 0,6 und 1,1 bar drehen wird. Diese Vorgaben jedenfalls machen laut dem Fussball-Weltverband (FIFA) aus einem Ball einen Fussball, mit dem im Herren-Profisport gekickt wird.

Zunächst mein herzlichstes Beileid allen, die mit Fussball nur wenig bis gar nichts anfangen können. Solche Menschenexemplare existieren, und keinesfalls nur in weiblicher Ausstattung. Während der WM-Tage ist es zu deren Graus schlicht unmöglich, dem Thema Fussball zu entkommen. Überall lauern versteckte Gefahren, sei es beim morgendlichen Kaffee mit den Arbeitskollegen oder dem gelegentlichen Schwatz mit dem Nachbarn, der mehrmals betont, «die Italiener sind wohl Ornithologen, was die Schwalben angeht».

Hier deshalb meine Überlebenstipps: vom 12. Juni bis 13. Juli jegliche Art von Small Talk vermeiden, den Radio und den Fernseher aus dem Fenster werfen und das Zeitungsabonnement auf Eis legen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kalkuliert die Vor- und Folgemonate am besten gleich mit. Zu sämtlichen Public Viewings, Pubs und dergleichen sollte zudem ein Abstand von mindestens 500 Metern gewahrt werden. Jetzt wäre auch der perfekte Zeitpunkt, sich zu beweisen, dass man einem Leben in digitaler Abstinenz durchaus gewachsen ist. Mit diesen Ratschlägen sollte einem fussballlosen Sommer nichts im Wege stehen, ausser man liest gerade diesen Blog, in dem, nun ja, halt auch Fussball der Ursprung allen Schreibens ist.
Nun an all jene, deren Herz ab Donnerstag genau wie meines im Fussball-Takt schlägt und die es kaum erwarten können, im Kreis der Freunde lauthals ihre Lieblingsmannschaft anzufeuern (eventuell wird es ja über den Bildschirm direkt ins brasilianische Fussballstadion übertragen, bei der heutigen Technik weiss man nie): Freut euch, fiebert mit, malt euch eure Nationalfarben ins Gesicht, trinkt ein kühles Bierchen dazu, glaubt bis zur letzten Sekunde an den Sieg – an der diesjährigen Copa do Muno FIFA, wie es auf Portugiesisch heisst, soll alles möglich sein.
 
Für wen Professor Tell und ich fanen, wird spätestens dann klar, wenn wir rufen: Hopp Schwiiz! Hop Suisse! Forza Svizzera! Hopp Svizra!

Wort der Woche «Einheitlichkeit»

1. Juni 2014

Jeden Tag wird die Website der TRANSLATION-PROBST AG von Besuchern durchstöbert. Manchmal kommt es allerdings vor, dass ein Begriff nicht sofort gefunden wird. Dann wird in der Such-Box gesucht. Einer der am häufigsten gesuchten Begriffe ist «einheitlich» bzw. «Einheitlichkeit». Gemeint ist dabei die «Einheitlichkeit» der Sprache bzw. des Textes – ein wichtiger Teil der Corporate Language. Deshalb machen wir es hier zu unserem Wort der Woche.

shutterstock_173282471Die Einheitlichkeit des Textes hat eine sehr lange Geschichte, vor allem in der Literatur. Für das Theater wurden im 16. Jahrhundert im Rückgriff auf Aristoteles die Einheit von Zeit, Raum und Handlung proklamiert. Ein Theaterstück sollte lediglich die Zeit der Aufführung bzw. eines Tages umfassen, am gleichen Ort spielen und alle Aktionen sollten dem Fortgang einer Handlung dienen. Diese Regel hatte bis weit in die Neuzeit hinein Gültigkeit. Der Roman, vor allem in seiner Blütezeit im 19. Jahrhundert, setzte sich zum Ziel, ein Weltmodell zu schildern, «das die Komplexität und Fülle der Lebenserfahrungen und Diskurse einer Zeit abbilden und/oder in sich aufnehmen kann» (Basislexikon zur literaturwissenschaftlichen Terminologie). Diese Idee war eng mit der Einheitlichkeit der Romangestaltung verbunden. In der Moderne, d.h. vor allem in der Zeit um 1900, begann der Zweifel an der Möglichkeit, die Lebenserfahrungen und Diskurse einer Zeit in ihrer Ganzheit zu erfassen und darzustellen. Wahrnehmung wurde zunehmend als fragmentarisch, perspektivisch betrachtet. So entstanden Romane, die aus einer engen Sichtweise, etwa eines erfolglosen Annoncenakquisiteurs oder eines Kindes, das nicht erwachsen werden will, erzählt wurden. Andere Romane wurden aus unterschiedlichen Perspektiven und so auch auf verschiedenen Stilebenen erzählt. Einheitlichkeit ist seither kein Kriterium für die Qualität eines Romans mehr.

Damit haben wir uns aber sehr weit von den Bedürfnissen derer entfernt, die auf der Website der TRANSLATION-PROBST AG nach dem Begriff «Einheitlichkeit» suchen. Ihnen geht es vielleicht in der Freizeit um Literatur, doch bei ihrer Arbeit haben sie mit Fachtexten aus den Bereichen Marketing, Technik oder Jurisprudenz zu tun. Wie steht es denn hier mit der Einheitlichkeit der Texte?

Viele haben in der Schule gelernt, zu einem guten Stil gehöre, Wörter möglichst nicht zu wiederholen. Auch Stilisten sprechen sich dagegen aus, sie nennen es dann Redundanz. So findet man eben Texte, denen man ansieht, dass in ihnen krampfhaft immer wieder andere Begriffe für die gleiche Sache gesucht wurden. Das tönt aber nicht nur gezwungen, sondern hat bei Fachtexten auch verheerende Auswirkungen. Denn in Fachtexten haben Wörter nicht bloss eine annähernd umschriebene Bedeutung, sondern die zentralen Begriffe sind eindeutig definierte Fachausdrücke. Sie durch Synonyme – die Bedeutung von Synonymen ist nie vollständig deckungsgleich – zu ersetzen, macht einen Fachtext äusserst unpräzis.

Dass in einem Fachtext identische Fachbegriffe verwendet werden müssen, leuchtet denen, die in ihrer täglichen Arbeit mit solchen Texten zu tun haben, relativ schnell ein. Doch «Einheitlichkeit» bezieht sich auf verschiedene Ebenen eines Textes. Damit die Corporate Language einem Unternehmen Identität verleihen kann, ist auch Einheitlichkeit auf der orthografischen und grammatikalischen Ebene nötig. Das scheint auf den ersten Blick problemlos, denn um diese Einheitlichkeit zu erreichen, müssen doch nur die geltenden Regeln angewendet werden. Das stimmt zwar im grossen Ganzen, doch seit einigen Jahren ist auf die Regeln nicht mehr unbedingt Verlass. Bei der Rechtschreibreform ist es zu einem eigentlichen orthografischen Paradigmenwechsel gekommen. Der Duden – nach wie vor das verbindliche Regelwerk – gibt für sehr viele Wörter und Situationen nicht mehr die richtige Form vor, sondern lässt Wahlmöglichkeiten offen. Verwendet ein Unternehmen in seinen Texten nun einmal die eine, ein andermal die andere Form, so schafft diese Uneinheitlichkeit den Eindruck von Fehlerhaftigkeit, was für deren Image kein Vorteil sein kann. Dazu kommt etwas anderes: Hauptsächlich die Globalisierung hat zu einer eigentlichen Überschwemmung des deutschen Sprachraums mit englischen Sprachelementen gebracht. Somit stehen die Verantwortlichen für die Corporate Language eines Unternehmens vor der der Frage, ob sie nun «Geschäftsführer» oder «Manager» oder gar «Chief Operating Officer» schreiben sollen. Und wie schreibt sich «Chief Operating Officer» in einem deutschsprachige Text? Klein wie auf Englisch oder gross, weil es ja nun «auf Deutsch» geschrieben wird, und braucht es Bindestriche, wie man sie auf Deutsch eigentlich machen würde?

Eine andere Ebene der sprachlichen Einheitlichkeit ist der Stil. Hier geht es nicht allein um die Einheitlichkeit innerhalb eines Textes, sondern auch um die Einheitlichkeit einer Textsorte: Tönt eine einfache interne Mitteilung, sagen wir über neue Telefonnummern, wie eine Laudatio bei der Verleihung des Literaturnobelpreises, so reagieren die Adressaten zumindest mit Befremden. Für die stilistische Einheitlichkeit innerhalb eines Textes sind viele Elemente verantwortlich: Wortwahl, Satzgestaltung, Angemessenheit, Originalität usw.

Also ein komplexes Thema. Und auch ein wichtiges: Bei den Korrekturarbeiten der TRANSLATION-PROBST AG nehmen Massnahmen zur Vereinheitlichung eines Texten einen recht grossen Anteil ein. Er ist jedenfalls grösser als die Korrektur falsch geschriebener Wörter.