Wort der Woche «Arbeit 4.0»

Am Anfang sassen wir als Affen auf den Bäumen, dann kam der Homo erectus, woraus sich der Homo sapiens samt Zusatzfeature sapiens entwickelte. Und heute? Die aktuell erhältliche Version des modernen Menschen scheint erneut ein Auslaufmodell zu werden (wie so manches Smartphone): Algorithmen, Bots und Chips vernetzen sich immer mehr mit seiner Biomasse, was auch zu einer neuen Form der menschlichen Arbeit führt: der Arbeit 4.0 – unser Wort der Woche.

Arbeit der Zukunft – TRANSLATION-PROBST AG

Bringt die digitale Revolution Krieg oder Frieden?

Die US-Wahlen haben es gezeigt: Die Welt steht vor dem nächsten (R)evolutionsschritt. Das Auslaufmodell der Arbeiterklasse hat Angst davor, ausrangiert zu werden. Denn mit der klassischen Arbeit lässt sich nicht mehr wie in den 1950er und 1960er Jahren so viel Geld verdienen, dass ein Einfamilienhäuschen mit allem Drum und Dran zu finanzieren ist – trotz des Niedrigzinses. Während Kapital- und ICT-Firmen eine Hochblüte erleben, geht es der Mittel- und Unterschicht zunehmend schlechter. Darum werfen wir einen Blick auf die Chancen und Risiken der Arbeit 4.0.

Lohndumping und Praktika

Der Wert und die Bedeutung der menschlichen Arbeit haben in den vergangenen zehn Jahren stark abgenommen. Immer mehr Tätigkeiten sind der Automatisierung zum Opfer gefallen; ebenso sind die Ansprüche von Arbeitgebern an akademische Qualifikationen gestiegen – nicht zuletzt dank der Bologna-Reform, die mittlerweile zu einer Vervierfachung der Hochschulabsolventen geführt hat. Ob das allerdings für die Wirtschaft sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln: Gerade Länder ohne duales Bildungssystem wie Spanien, Portugal oder die USA zeigen, wie schwer es die Jungen haben, eine Stelle zu finden: Ein Philologe kann nun mal kein Parkett verlegen. Und ob ein Krankenpfleger mit einem Mastertitel mehr Zeit für die Pflege von kranken oder alten Menschen hat, ist ebenfalls zweifelhaft.

Während früher das Handwerk oder eine Weiterbildung auf Fachausweis- oder FH-Niveau für ein einträgliches Einkommen ausreichten, werden heute bereits für den Berufseinstieg Mastertitel verlangt – und das zu einem Praktikumslohn. Diese Praktikumswut der Unternehmen ist nichts anderes als ein verschleiertes Lohndumping und eine Gewinnmaximierung auf Kosten der Arbeitnehmer, nur um die Rendite auf das Investmentkapital zu steigern.

Algorithmen machen uns arbeitslos

Ok, das mag nun gar dramatisch klingen. Trotzdem bringen die fortschreitende Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung der Dinge immer mehr Arbeitsplätze in Gefahr: Laut einer Studie des deutschen Arbeitsministeriums werden in den nächsten zwanzig Jahren zwölf Prozent der Arbeitsplätze wegen der Automatisierung verschwinden – angefangen vom Taxifahrer, den das selbst fahrende Auto ersetzt, über den Postboten, der neu als Hightech-Drohne daherfliegt, bis hin zum Viehbauern, der sich einem 3D-Fleischdrucker geschlagen geben muss.

Was bei letzterem Beispiel einen Segen für alle Masttiere bedeutet, klingt im ersten Augenblick ziemlich bedrohlich für den Homo faber bzw. laborans: Glaubt man der Zeitung Die Welt, gehen Prognosen sogar davon aus, dass jeder zweite Job in Zukunft verloren geht. Doch es gibt auch Lichtblicke: Dank der Vernetzung und permanenten Erreichbarkeit werden unsere Arbeitszeiten nicht mehr auf die acht Stunden täglich verteilt sein, sondern über die ganze Woche anfallen, was gerade für Teilzeitarbeitskräfte und Familien nützlich sein könnte, da keine fixen Arbeitszeiten mehr nötig sind. Dies würde die Volkswirtschaft zusätzlich entlasten, weil sich damit der Pendlerverkehr samt Staus reduzieren würde.

 

Grundeinkommen und Umschulung zwingend notwendig

Alle Arbeiten, die neu Computer übernehmen, machen die klassischen Produktionsfachleute überflüssig. Damit diese künftig nicht um ihre Existenz bangen müssen, werden wir unser derzeitiges Einkommensverständnis überdenken müssen. Das Kapital weniger Menschen scheint exponentiell zu wachsen, während die Einkommen der Mittel- und Unterschicht immer kleiner werden – sei es durch den Wegfall von Jobs, die Zunahme von Start-up-Milliardären aus der ICT oder der grossen Masse im Niedriglohnsektor wie dem Einzel- und Detailhandel, Backoffice oder der Landwirtschaft, die vermehrt durch Self-Scanning, Software oder Roboter ersetzt wird. Neben dem bedingungslosen Grundeinkommen, das derzeit in Finnland einen Pilotversuch erlebt, wird es eine staatlich geförderte Umschulung brauchen, um die Mittel- und Unterschicht vor der totalen Armut zu bewahren.

Achtung, Revolutionsgefahr!

Die künstliche Intelligenz wird uns in vielen Belangen das Leben erleichtern – ob beim Einkaufen, beim Haushalten oder Produzieren und Vertreiben von Gütern. Unsere Arbeit wird sich mehr Richtung Kreativität bewegen und damit weg von der mühseligen Pflicht hin zur lustvollen Hingabe: Wir werden künftig vermehrt unsere Leidenschaften und Talente gewinnbringend einsetzen können. Dies erfordert allerdings neue Finanzierungsmethoden, da Arbeit künftig nicht immer ein Einkommen generiert – ausser in den hochbezahlten ICT-Bereichen, der Forschung oder Unternehmensführung.

Damit der grosse Rest nicht leer ausgeht und damit die digitale Revolution nicht auch noch eine moderne Wiederholung von 1789 samt Köpferollen der Oberschicht auf sich folgen lässt, sind Ideen der Einkommensverteilung zu prüfen – sei es mit dem Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens oder der Besteuerung der Leistung von Maschinen, die ja schliesslich die Arbeit für uns machen, aber gleichzeitig auch unser Einkommen wegsparen. Modelle und Denkansätze gibt es viele. Es bleibt die Hoffnung, dass wir uns dessen bewusst sind und alle auf eine faire Art und Weise von der digitalen Revolution profitieren können und nicht nur die Investoren, Aktionäre und Konzernführungen.

Wie stehen Sie zur digitalen Revolution? Macht Ihnen die Arbeit 4.0 Angst? Teilen Sie uns Ihre Meinung oder auch Ihre Lösungsansätze mit!

Wort der Woche «Vertragsübersetzungen»

Vertragsübersetzungen sind die grossen Knacknüsse der Übersetzungsbranche. Denn es ist höchste Präzision gefordert, die keinen Spielraum für Interpretationen offen lässt, weil dies ein juristisches Nachspiel haben könnte. Wir haben uns im Team umgehört und unseren Englischübersetzer und Korrektor Christoph Rentsch gebeten, das Wort der Woche zu Vertragsübersetzungen gestochen scharf zu formulieren.

Kein Spielraum für Interpretationen - Vertragsübersetzungen der TRANSLATION-PROBST AG

Vertragsübersetzungen erfordern hohe Präzision und rechtliches Fachwissen.

«Der Zweck eines Vertrags ist nicht, Freundschaft zu schliessen, sondern zu vereinbaren, was in einem Worst-Case-Szenario geschehen soll», sagte einst ein renommierter Wirtschaftsboss. Diese etwas paranoide Sicht auf die Welt der Verträge zeigt, welcher Verantwortung Übersetzer und Übersetzerinnen ausgesetzt sind, die sich an die hohe, meist gut bezahlte Kunst des rechtlichen Übersetzens heranwagen.

Hardcore Facts statt Poesie

Vertragsübersetzungen sind eine sehr hohe Kunst, da man dabei sehr geerdet bleiben muss. Bei anderen Textprojekten ausserhalb der Domäne des Rechtlichen und Technischen machen sich Übersetzer oft exotische Ziele wie die pragmatische Äquivalenz zu eigen: Pragmatische Äquivalenz bedeutet, dass eine Übersetzung die kommunikative Wirkkraft der Ausgangs- und Zieltexte anzielt – und diese «so äquivalent wie möglich» umsetzt. Das lässt viel kreativen Spielraum offen. All das spielt jedoch bei Vertragsübersetzungen keine Rolle und muss gekonnt aus dem Übersetzer-Bewusstsein getilgt werden. Bei Rechtstexten geht es um «Hardcore Facts» (textnormative Äquivalenz). Romantische, poetische oder «gut klingende» Phrasen sind unerwünscht.

Womit die Übersetzer von Verträgen zu kämpfen haben

Wo ein Übersetzer sonst frei formulieren darf (und soll), bringt die «Absolut-nah-am-Text»-Herangehensweise bei rechtlichen Dokumenten verschiedene Probleme mit sich. Hier nur drei Beispiele:

  • Rechtliche Terminologie vs. «zu wörtlich», d. h. nicht mit der Rechtsterminologie der Zielsprache vereinbar. Eine Standardformulierung wie «im Sinne von Artikel 16 …» kann nicht mit «in the sense of Article 16 …» oder «in accordance with Article 16 …» übersetzt werden. Hier ist «within the meaning of Article 16 …» erwünscht. Das muss man einfach wissen. Wissen ist Macht! Rechtliche Terminologie will gelernt sein.
  • Organisierte Struktur vs. «unorganisiert»: Wenn ein Vertrag keine dingfeste Struktur oder eine schlecht organisierte Sprache aufweist, ist das herausfordernd. Ein Vertrag will schliesslich von seinem Zweck her Klarheit vermitteln. Wenn der Verfasser dieses Ziel selbst nicht erreicht hat, wird es für den Übersetzer oder die Übersetzerin beschwerlich. Ein talentierter Übersetzer verschafft sich einen Gesamtüberblick und prüft, ob die Struktur aufgeht oder die Absätze sich in Widersprüchlichkeiten verlieren.
  • Rechtliche Gültigkeit vs. «nicht stimmig»: Eine ganz besondere Herausforderung stellt sich, wenn der Ausgangstext selber rechtlich nicht stimmig ist und der Übersetzer in diese Falle tappt. Dies ist öfters der Fall als angenommen. Um daraus entstehende Missverständnisse zu vermeiden, ist die direkte Absprache mit dem Kunden erwünscht. Dies ist schliesslich «added Value»!

Die TRANSLATION-PROBST AG bietet Kundinnen und Kunden eine Kombination von ausgezeichneten, mit Trados und anderen Programmen gewappneten Übersetzerinnen und Übersetzer sowie erfahrenen Korrektoren und Korrektorinnen. Mit vereinten Kräften knacken sie auch die schwierigsten Nüsse der Vertragsübersetzungen. Das qualitätsorientierte Terminologie-Management wiederum trägt zum Aufbau einer kohärenten Sprache bei.

 

Wenn Sie ebenfalls eine rechtliche Knacknuss zu vergeben haben, dann lassen Sie uns diese gemeinsam knacken: 0840 123 456 oder info@translation-probst.com.

 

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Interkulturalität»

Zwei Kulturen, eine Verständigung? Wenn das mal nicht in Missverständnissen endet …

Um das Thema Interkulturalität kommen wir nicht herum. Denn interkulturelle Begegnungen finden statt, sobald unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen – mittlerweile also täglich. Doch wie funktioniert interkulturelle Kommunikation? Was braucht es, damit die Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturen gelingt? In unserem Wort der Woche gehen wir dem auf den Grund.

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Wie funktioniert interkulturelle Kommunikation?

Interkulturalität – brauchen wir das?

Die globalisierte Gesellschaft, in der wir heute leben, beeinflusst die Kommunikationsgestaltung stark. Immer häufiger erfolgt die Kommunikation über die staatlichen Grenzen hinaus. Und auch innerhalb eines Landes, einer Stadt und gar eines Unternehmens oder Kindergartens steigt die Vielfalt an Nationalitäten. Und wo Menschen verschiedener Hintergründe miteinander in Kontakt treten, treffen unterschiedliche Kulturen aufeinander. Sobald es zwischen diesen Kulturen zu einem Austausch von Informationen kommt, entsteht Interkulturalität. Der Austausch zwischen Kulturen ist zum Alltag geworden, und die heutige Welt ist ohne Interkulturalität unvorstellbar.

«Je grösser die Massenveranstaltung, desto geringer die Kommunikation»

Dieses Zitat des deutschen Aphoristikers Reiner Klüting passt zum Thema. Denn der interkulturelle Austausch kann auch Probleme mit sich bringen. Jede Kultur hat ihre eigenen Vorstellungen, Bräuche und Gesten, ihre eigene Denkweise, Sprache und Art, zu kommunizieren. Je mehr Kulturen in den Austausch involviert sind, desto schwieriger wird es, diese Differenzen miteinander in Einklang zu bringen. Die Kommunikation wird erschwert.

Bestes Beispiel dafür sind Begrüssungen: Viele Kulturen könnten den «Wai»-Gruss in Thailand als Gebet oder gar als eine Yoga-Übung interpretieren, da für sie das Aneinanderlegen der Handflächen bei der Begrüssung nicht üblich ist. Dabei ist der Wai ein Zeichen für Respekt und Dankbarkeit. Die Neuseeländer stehen beim «Hongi»-Gruss Stirn an Stirn. So viel Nähe bei der ersten Begegnung wäre in manch anderem Kulturkreis äusserst unangenehm. Und dann gibt es noch den Handschlag – für uns ein Zeichen des Respekts, für andere die reine Übertragung von Bakterien und Krankheiten. 

Folglich müssen unterschiedliche Kulturen bereits bei der Begrüssung einen Weg für eine gemeinsame und verständliche Kommunikation finden.

Interkulturelle Kommunikation – wie geht das?

Damit eine interkulturelle Kommunikation Früchte trägt, müssen mehrere Voraussetzungen gegeben sein. Um mit anderen Kulturen in Kontakt zu treten, müssen die Individuen zunächst bereit sein, sich mit dem Gegenüber auszutauschen. Dazu ist es notwendig, die andere Kultur des Gegenübers zu tolerieren und zu akzeptieren. Ein angemessener Umgang mit seinem Gegenüber und dessen fremder Kultur basiert also auf der eigenen Einstellung und Haltung zu Neuem und Fremdem.

Mehrere Kulturen – mehrere Sprachen

Übersetzer und Dolmetscher sowie auch wir als Übersetzungsunternehmen sind täglich in Kontakt mit den unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen. Um die Brücke zwischen zwei Kulturen zu schlagen, sind interkulturelle Kompetenzen gefragt. Dazu gehört nicht nur das Verständnis anderer Denk- und Verhaltensweisen, sondern auch Flexibilität und Feingefühl. Unsere Übersetzer und Dolmetscher weisen die nötigen Erfahrungen und Kenntnisse über die verschiedensten Kulturen und Nationalitäten auf und sind ihnen gegenüber offen. Kulturelle Unterschiede prägen unseren Alltag. Wie wichtig dieser kulturelle Bezug für ein Übersetzungsunternehmen ist, haben uns schon viele Situationen in der Vergangenheit gezeigt: Dass die chinesische Schriftzeichen, die sich anhören wie der Markenname Coca Cola, eigentlich «Beiss die Wachs-Kaulquappe» bedeuten, musste das Unternehmen auf unangenehme Art und Weise erfahren. Die Medien berichteten schon oft genug von interkulturellen Marketing-Flops aufgrund von peinlichen Übersetzungsfehlern. Aber keine Sorge – mit unseren professionellen Übersetzern und ihren stets präsenten kulturellen Bezügen passiert Ihnen das nicht.

Wir freuen uns, Ihnen auch weiterhin bei allen möglichen kulturellen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Virtual Reality»

Diese Woche werfen wir einen Blick in die Zukunft bzw. in die virtuelle Realität: 2016 scheint nämlich das Jahr der Virtual Reality Technology zu sein. Was mit dieser Technologie alles möglich ist und wozu sie künftig nützlich sein kann, lesen Sie in unserem aktuellen Wort der Woche: Virtual Reality.

Virtual Technology – sitzen wir künftig zu Hause, während wir im virtuellen Büro arbeiten?

Virtual Technology – sitzen wir künftig zu Hause, während wir im virtuellen Büro arbeiten?

Die VR-Brillen erinnern im ersten Moment an die versiegelten Taucherbrillen aus «Wetten, dass …?» – fehlt nur noch Thomas Gottschalk mit seinen wilden Gestikulationen, um zu prüfen, ob die Brillenträger auch was sehen. Bei VR-Brillen eröffnen sich den Trägern in der Tat neue Welten, die neben visuellen Projektionen auch den Raum sowie die eigenen Bewegungen einbeziehen und damit das Gaming auf eine neue Stufe bringen.

 

Vom Spiel bis zum virtuellen Kaufhaus

Wegen der 360-Grad-Projektionen eignet sich die virtuelle Realität besonders für eingefleischte Gamer, die sich so mittendrin im Spiel, und nicht mehr vor dem PC oder der Konsole befinden. Doch die VR-Brillen könnten nicht nur die Welt der Gamer verändern, sondern auch die des Kinos und der Spielfilme: Mit der VR-Technologie könnte das Medium Film eine komplett neue Erfahrung bieten, an die eine Leinwand oder ein Fernsehgerät nie herankommen kann, weil die Distanz zwischen dem Medium und dem Publikum aufgelöst wird.

Ein weiteres Beispiel, wie die VR-Brillen das Einkaufsverhalten der Zukunft verändern könnten, liefert Cadillac mit seinem virtuellen Autohaus: Kaufinteressenten von Autos könnten so die neuesten Modelle von allen Seiten betrachten, ohne dabei das Wohnzimmer zu verlassen. Oder sie könnten in einem Onlineshop die Produkte in ihrer echten Grösse und Form betrachten, ehe sie sie bestellen.

Interessant wird es, wenn es um Ferien geht: Hätten Reisebüros schon VR-Brillen, könnten sie für die Urlaubsreifen alle Destinationen der Welt in Kürze erlebbar machen und müssten keine schweren Kataloge mehr drucken. Die Frage ist, ob die Urlaubsreifen sich dann nicht einfach ein 360-Grad-Video ihres nächsten Urlaubs auf ihre VR-Brille laden, ohne wirklich zu verreisen. Aus Umweltsicht wäre dies ein erheblicher Vorteil, denn der CO2-Ausstoss liesse sich so massiv reduzieren. Aber ob wir damit auch richtig glücklich werden, bleibt zweifelhaft.

 

Potenzial für die Medizinaltechnik

Anders dagegen könnte die VR-Technologie die Medizinaltechnik revolutionieren: «MindMaze», ein Spin-off der ETH Lausanne, hat hier schon die ersten grossen Schritte gemacht und Anwendungsmöglichkeiten entwickelt, die hirngeschädigten Patienten bei der Rehabilitation helfen können. Das Prinzip dahinter ist einfach: Nach einem Hirnschlag oder einer Hirnverletzung müssen die Patienten oft warten, bis sie mit der Rehabilitation beginnen können – sei es weil zu wenig Betreuungspersonal vorhanden ist, sei es weil sie schlicht körperlich nicht dazu in der Lage sind. Und hier kommt MindMaze ins Spiel: Dank der VR-Technologie können Patienten bereits im Bett mit ihrer Therapie beginnen, indem ihnen die VR-Software vorgaukelt, dass sie ihre Gliedmassen so bewegen können, als hätten sie gar keine Schädigung ihres Nervensystems erlitten. Offenbar lassen sich Hirnregionen schneller aktivieren und der Heilungsprozess deutlich verbessern. Zudem lassen sich die Fortschritte aus der Ferne überwachen, sodass Übungen individuell an die Patienten angepasst werden können.

Homeoffice und trotzdem präsent

Wenn wir die Gedanken der VR-Technologie weiterspinnen, so könnten wir volks- und betriebswirtschaftlich eine neue Dimension erreichen und uns unzählige Bürogebäude und Firmensitze sparen, Staus vermeiden und trotzdem im virtuellen Büro einander begegnen, Besprechungen führen oder Kunden empfangen, ohne die eigene Wohnung je verlassen zu müssen. Was wir dazu bräuchten, wäre nur ein zweites virtuelles Ich.

Damit könnte der Film «Surrogates» rasch Wirklichkeit werden: Schliesslich tüftelt die Menschheit nicht nur an der virtuellen Realität, sondern auch an Robotern, die mittlerweile in Aktion mit Menschen treten. Im Film «Surrogates» sind es eben diese humanoiden Roboter, die von ihrem echten Ich ferngesteuert werden, das währenddessen auf dem Sofa liegt.

Mark Zuckerberg spricht schon von «Virtual Reality als der sozialsten Plattform», die unsere Art, zu leben und zu interagieren, komplett verändern werde. Ob wir das wirklich wollen? Wir werden es sehen. Abgesehen von den Gaming-Nerds, die sich gerne von der realen Welt abkoppeln, weil ihnen das Soziale nicht so behagt, ist der Mensch an und für sich ein soziales Wesen, das nicht lange alleine sein kann. Fazit: Wie jede neue Errungenschaft wird auch die VR-Technologie am Anfang mit viel Getöse eingeläutet. Dennoch muss sie sich erst noch bewähren – schliesslich hat die AR-Technologie (=Augmented Reality, englisch für erweiterte Realität, die z. B. via Smartbrille möglich ist) bisher auch noch nicht den Durchbruch geschafft, obwohl sie seit Längerem besteht und als das nächste grosse Ding bezeichnet wurde.

Unsere Texte und Übersetzungen jedenfalls gibt es für Sie nach wie vor von Menschen aus Fleisch und Blut, die Emotionen und Inhalte authentisch transportieren können.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «aufgleisen»

Während die SBB Güterwagen aufgleisen, gleisen wir täglich Text- und Übersetzungsprojekte auf. Zumindest höre ich diesen Ausdruck mehrmals täglich im Büro und finde es faszinierend, welchen Stellenwert so ein kleines Verb in unserem Alltag erhalten hat. Darum lautet mein persönliches Wort der Woche «aufgleisen» (das dann im «Big Ocean of Buzzwords» untergeht). Gute Unterhaltung.

Aufgleisen aufs Abstellgleis – TRANSLATION-PROBST AG

Heute schon was aufgegleist?

Springt ein Zürcher Tram aus den Schienen, gleisen es Bahnarbeiter wieder auf. Doch wer hilft, wenn einem Donald Trump in den sozialen Netzwerken eine Entgleisung nach der anderen widerfährt? Ein Abbruchkommando? Das Franziskaner Schweigegelübde? Manche Leute sollten in solchen Situationen Dieter Nuhrs Ratschlag öfters befolgen und «einfach mal die Fresse halten».

Aufgleisen aufs Abstellgleis

Doch zurück zum Wort der Woche. Warum sprechen wir immer vom «Aufgleisen eines Projekts», wenn wir dabei etwas in die Wege leiten, Abklärungen vornehmen oder sonst was organisieren? Ich weiss es selbst nicht, also frage ich Google:

«warum benutzen wir das wort aufgleisen so häufig»

Google weiss nämlich alles (nur nicht, welche Werbung ich sehen will, sonst würde es mich nicht seit Tagen mit irgendwelchen russischen Datingplattformen belagern – ob da wohl Putin dahintersteckt?).

«Who cares», würde Roger Schawinski da sagen – in Sachen Suchmaschinenresultate ist Google nach wie vor «King» und spuckt mir einen Link aus, der mich auf die Blogwiese führt. Dort angekommen erfahre ich, dass es offenbar ein Schweizer Phänomen ist, alles aufgleisen zu wollen. Nun gut, wir Schweizer fahren ja auch viel mit der SBB, die Basler bevorzugt mit ihrem «Drämmli». Schliesslich wollen wir alle möglichst schnell von A nach B kommen. Darum auch die Rennerei am Zürcher Hauptbahnhof, als ob es um Leben und Tod ginge!

Dabei geht es nur um Pünktlichkeit.

Und weil uns Schweizern die Pünktlichkeit heilig ist, liefern wir alle unsere Projekte «on time» aus. Machen wir das nicht, kommt rasch ein Mitbewerber zum Zug und verdrängt uns aufs Abstellgleis.

Dabei wäre es sinnvoller, das Verb «aufgleisen» mal aufs Abstellgleis zu befördern und die Projekte stattdessen zum Laufen zu bringen. Denn aufgleisen kann man vieles, ob es dann auch läuft, ist eine andere Frage.

Weiteres fürs Sackgleis

Jaja, seit der Bologna-Reform sammeln wir fleissig «Credits», damit wir irgendwann mal zum «Chief Executive Officer» aufsteigen oder sonst irgendein «Manager of»-Amt bekleiden, bis wir im schnöden Beratersprech ganz ertrinken und nicht mehr wissen, wo unser «head» samt unseren «heels» ist. Und dennoch infiziert uns dieses Bullshit-Bingo von den überbezahlten Beratern und Experten immer mehr: Als ich in die Arbeitswelt des Marketings eintauchte, ballerte man mir ein «Kick-off-Meeting» in meinen Outlook-Kalender. «Schön», dachte ich, «gibt’s heute Tischfussball zum Start in den Tag?»

Leider nein.

Nur die erste Besprechung einer bevorstehenden Kampagne, bei der die Geduld meines Sitzfleisches aufs Äusserste geprüft wurde. «Kick-off-Meating» wäre da wohl die treffendere Bezeichnung gewesen …

Bevor Sie zum Wochenende Ihre «Out of Office»-Funktion auf «on» schalten, machen Sie selbst den Test, wie stark Ihr Alltag von «Buzzwords occupied» ist – im Beratersprech-Quiz des Spiegels. «Sharen» Sie anschliessend Ihr Resultat auf unserer Facebookpage. Wenn Sie mehr als sieben der zehn Fragen richtig haben, offerieren wir Ihnen gerne unsere Textdienstleistungen für frische Formulierungen jenseits von allen «Consulting Cracks»: 0840 123 456.

Ihr «Chief Writing Officer»

Predrag Jurisic