Archiv

Artikel Tagged ‘Cognitive Computing’

Wort der Woche «Cognitive Computing»

2. August 2016

Braucht es bald keine Werber mehr? Oder Texter und Übersetzer? Wird uns die künstliche Intelligenz der selbstlernenden IT-Systeme bald in der Arbeitswelt ersetzen? Oder befreit uns «Cognitive Computing» von lästigen Aufgaben, damit wir unsere Intelligenz gezielter nutzen können? Unser Wort der Woche aus unserer Serie zu Trends.

Wort der Woche «Cognitive Computing»

Cognitive Computing – wenn Maschinen wie Menschen denken

Geht es nach Persado – einer kognitiven Content-Plattform aus den USA – soll die künstliche Intelligenz von Computern lediglich Marketingbotschaften und Nachrichten optimieren, jedoch nicht die Kreativen und die Redaktoren ersetzen. Mithilfe von Cognitive Computing lassen sich grosse Datenmengen analysieren, um daraus emotionalere und effektivere Werbebotschaften zu erzeugen. Anhand der Algorithmen erkennt Persado, auf welche Reizbegriffe, Sätze oder Bilder Konsumenten besonders stark reagieren. Die gewonnene Erkenntnis daraus bildet den Turbo für die Call-to-Action.

Mensch und Maschine lernen voneinander

Cognitive Computing verfolgt den Ansatz, Computertechnik wie ein menschliches Gehirn funktionieren zu lassen. Dabei geht es nicht um das Kopieren unseres Gehirns, sondern um die kognitiven Prozesse wie Wahrnehmen, Denken, Verstehen, Lernen und Sich-Erinnern. Die IT-Systeme sind somit nicht für alle Problemlösungen vorprogrammiert, sondern lernen einerseits aus der permanenten Sammlung, Auswertung und Interpretation von Daten dazu, andererseits aber auch durch den Austausch mit uns Menschen – wie bei Watson von IBM.

Dr. Watson bitte in den OP

Ein Assistenzarzt der besonderen Art ist das selbstlernende System Watson von IBM: Es wertet beispielsweise die gewaltigen Datenmengen aus den Akten von Krebspatienten aus und verknüpft diese mit Forschungsdatenbanken, um so eine individuelle Therapiegrundlage für Krebspatienten zu entwickeln. Die behandelnden Ärzte können Watson in der natürlichen Sprache Fragen stellen und so Behandlungsmöglichkeiten evaluieren. Watson zeigt dann auf, welche Methode zu wie viel Prozent zum Patienten passt – inklusive Argumentation und Quellenangabe.

Doch Watson kann noch mehr: Es analysiert beispielsweise auch Social-Media-Daten von Unternehmen und bietet so eine Entscheidungsgrundlage für künftige Kommunikationsstrategien. Lernende Computersysteme werden uns in Zukunft anhand der raschen Verarbeitung grosser Datenmengen helfen, treffendere Entscheidungen zu treffen – ob für medizinische Belange oder betriebswirtschaftliche Bedürfnisse.

«All you need is Übersetzungen»

«Big Data» lautet das Gebot der Stunde. Doch nur der Datensammelwahn allein macht noch keine klugen Handlungen. Die lernenden Roboter und Maschinen können zwar bereits aus der Auswertung von Daten und deren Zusammenhängen zuverlässige Prognosen abgeben – wie die deutsche Polizei-Software «precobs», die aufgrund der geografischen Fallanalysen von Kriminalfällen Muster erkennt, um daraus Ort und Zeitpunkt von künftigen Delikten vorauszusagen. Allerdings funktioniert das nicht immer – wie wir aus den Newslettern und Werbeangeboten von Online-Händlern wissen: Da werden mir Bowlingkugeln und Windeln schmackhaft gemacht, obwohl ich weder Kind noch Kegel zu Hause habe.

Ähnlich verhält es sich bei der Sloganmaker-Maschine, die zwar so ziemlich alle berühmt-berüchtigten Werbeslogans aus dem Netz zusammengetragen hat, dann aber willkürlich eigens eingegebene Begriffe in die bestehenden Slogans integriert. Ich habe einen Versuch mit dem Wort «Übersetzung» gewagt und dabei lustige Kreationen ausgespuckt bekommen:

  • «All you need is Übersetzungen»
  • «Aussen Übersetzung – innen Geschmack»
  • «If Jesus was here, he would go for Übersetzungen»
  • «Warnung: Übersetzung kann süchtig machen»
  • «There’s no life without Übersetzungen»

An dieser Stelle können Texter, Journalisten und Übersetzer durchatmen: Denn an einer Knacknuss werden die kognitiven Computersysteme noch lange zu knabbern haben – der Kreativität. Aber das freut uns – denn somit können wir Sie und Ihre Übersetzungsaufträge auch in Zukunft mit Herz und Hirn betreuen.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG

Wort der Woche «Trend(s)»

18. Juli 2016

Ob Mode, Werbung oder Digitalisierung – alles ist irgendwann irgendwelchen Trends unterworfen. Manche Menschen und Unternehmen setzen Trends, andere hecheln ihnen hinterher. Doch was hat es mit den Trends so auf sich? Und welche Trends erwarten uns künftig? Diesen und anderen Fragen gehen wir auf den Grund – in unserem Wort der Woche.

Über Trends und Sommerlöcher – unser Wort der Woche.

Über Trends und Sommerlöcher – unser Wort der Woche.

Das Wort «Trend» haben wir aus dem Englischen übernommen, nachdem es vom mittelhochdeutschen «trendeln» (= kreiseln, nach unten rollen) über den Ärmelkanal gekullert ist. Heute umschreiben wir mit Trends keine kreisförmigen Bewegungen mehr, sondern Entwicklungstendenzen – von Börsentrends über meteorologische Trends bis hin zu Zukunftstrends.

Schick bis in den Tod

Trends sind längst vorbei, sobald jeder im Bullshit-Bingo mitmacht: Da flattern einem gerne mal Begriffe wie trendig, brandaktuell oder hochmodern um die Ohren, nur um gezeigt zu bekommen, wie «up to date» etwas ist – natürlich in «Top-Qualität» und so schick, dass einen die Todessehnsucht ereilt, will man als todschick gelten. Allein schon, wenn ich das Adjektiv «brandaktuell» höre, überzieht eine Eiseskälte meine Hirnmasse, als hätte ich eine Glacé zu schnell verspachtelt: Kann denn etwas aktueller sein als die Gegenwart – also so aktuell, dass ein Inferno droht? Oder was bitteschön kann neuer sein als modern? Hochmodern? Vielmehr modert es bei manch einem hoch oben im grauen Stübchen, wenn er es nötig hat, die eigenen Lungen mit unnötigen «Buzzwords» aufzublähen. Richtige Trendsetter reden nämlich nicht darüber, sondern sie tun es und machen unsere Welt bequemer, schöner, interessanter. Aber bloss nicht todschick.

Ein paar Trends zum Sommerloch

Ein Trend, der jahrzehntelang anhält, ist das ominöse Sommerloch: In den Betrieben herrschen Betriebsferien, der Bademeister fällt fast von seinem Aufsichtsstuhl, und die Zeitungen haben keine Geschichten, die sie breittreten können, es sei denn irgendein «Grüsel» treibt sich wieder durch den Blick-Blätterwald. Darum haben wir uns nach ein paar Trends umgesehen, denen wir unsere nächsten Blogs widmen werden. Unter anderem tauchen wir ins Thema «Cognitive Computing» ein und schauen lernfähigen Computern in die Röhre. Dabei erörtern wir die Frage, ob sich dank künstlicher Intelligenz bald alle Texter und Übersetzer ins ewige Sommerloch verabschieden werden.

Ausserdem blicken wir den Konsumenten in den Kopf und finden heraus, was es mit dem Neuromarketing auf sich hat, wozu es taugt und ob wir dann endlich wissen, was Kunden wirklich wollen, oder ob wir die Werbung weiterhin durchs Dorf treiben. Zu guter Letzt machen wir einen Abstecher ins Reich des «Internets der Dinge», kurz «IoT» genannt. Und da treffen wir nicht nur auf einen intelligenten Kühlschrank, der die Glacé so herunterkühlt, dass Sie keinen Hirnfrost erleiden, sondern auch auf klitzekleine Computer, die uns vielleicht bald mitteilen können, wann wir präventiv eine Kopfschmerztablette einwerfen sollten.

Natürlich ist unsere Blogserie zu den Trends nicht abschliessend – so gross ist das Sommerloch nun auch wieder nicht. Und über Mode- und Lifestyle-Trends werden Sie ja kompetent von Frau Wintour und Herrn Lagerfeld informiert. Bei Börsentrends ist es ähnlich wie beim Wetter: Da können Sie sich gleich auf einen Ameisenhaufen setzen, um eine zuverlässige Prognose zu machen. Es kommt, wie es kommt. Und egal ob Sie Ihr Sommerloch nun in Haute Couture hüllen oder in Flipflops Ihre Aktienkurse studieren – wir wünschen Ihnen mit unserer Blogserie zu den Zukunftstrends ein erheiterndes Zwischenhoch. Denn laut Trendforschern soll in Kürze das Januarloch folgen … Und schon wieder dieser Hirnfrost.

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG