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Artikel Tagged ‘Etymologie’

Wort der Woche – Lohn

8. November 2013

geldDie 1:12-Intiative, die Gleichheit zwischen Mann und Frau sowie das Tabuthema der Schweiz haben alle etwas gemeinsam: Lohn! Die einen verdienen zu viel, die anderen zu wenig, und trotzdem spricht niemand über seinen Lohn. Wir wollen diese Woche wissen, woher das Wort «Lohn» stammt.

Der Duden beschreibt den Begriff «Lohn» als Bezahlung für geleistete Arbeit bzw. als etwas, womit man für eine Leistung, Mühe o. Ä. entschädigt wird, eine sogenannte Belohnung. Das Wort «Lohn» geht auf das Altenglische «lean» und das Altfranzösische «lan» zurück. Zugrunde liegt der indogermanische Begriff «lup», was Beute oder Fang bedeutet. Darin spiegeln sich das lateinische Wort «lucrum» (Gewinn) und das griechische Wort «leía» (Jagdbeute) wieder. Diese Erklärung der Wortherkunft zeigt, aus welchem Zusammenhang das Wort «Lohn» vermutlich stammt.

Vom Salz zum Lohn

Gehalt, Entgelt, Vergütung, Verdienst, Salär oder Gage sind nur einige der Synonyme für das Wort «Lohn». Obwohl mindestens 20 Begriffe ungefähr dasselbe bedeuten, stammen sie von anderen Ausdrücken ab.

Interessant ist zum Beispiel die Herkunft des Synonyms «Salär». Etymologisch geht der Begriff auf das Lateinische «salarium» zurück und bedeutet Salzration. In der Antike hatte Salz einen sehr hohen Wert. Denn neben dem Einsatz als Speisewürze, diente Salz als Konservierungsmittel. Deshalb erhielten römische Legionäre einen Teil ihres Lohnes als Salzration ausbezahlt. Obwohl das Salär nicht mehr in Naturalien ausbezahlt wird, gibt es den Begriff heute trotzdem noch.

Ein anderes Wort gefällig?

Damit Sie bei Diskussionen über die Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau oder die Einstiegslöhne von Fachhochschulabgängern nicht immer nur von «Lohn» sprechen müssen, haben wir Ihnen eine Liste mit Synonymen zusammengestellt.

  1. Abgeltung
  2. Arbeitsentgelt
  3. Aufwandsent-schädigung
  4. Besoldung
  5. Bezahlung
  6. Einkommen
  7. Entgelt
  8. Entlohnung
  9. Gage
  10. Gehalt
  11. Honorar
  12. Kostenerstattung
  13. Lohntüte
  14. Salär
  15. Tantieme
  16. Vergütung
  17. Verdienst
  18. Belohnung
  19. Einkünfte
  20. Gratifikation

Wörter der Woche: Shampoo, Kajak und Co. – «Exotische» Lehnwörter im Deutschen

2. August 2013

Lehnwörter weltweitUnzählige Lehnwörter und Neologismen aus dem Englischen haben den Weg in die deutsche Sprache gefunden. Doch obwohl das Englische in Sachen Lehnwörter vor allem in Zeiten des Internets die Gebersprache Nummer 1 ist, stammen unzählige Wörter aus den verschiedensten Sprachen der Welt.

Diese Woche stellen wir gleich mehrere Wörter vor. Genauer gesagt, nehmen wir Wörter unter die Lupe, die eine sehr lange Reise hinter sich haben, bis sie es in unsere Wörterbücher geschafft haben. Oftmals kamen unsere Wörter der Woche auch auf Umwegen über verschiedene Sprachen in den deutschen Sprachgebrauch.

Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass…

Shampoo zwar eine direkte Entlehnung aus dem Englischen to shampoo («Haare waschen») ist, ursprünglich jedoch auf den Imperativ «chāmpnā» (Hindi) «drücken» (im Sinne von «die Kopfhaut massieren») zurückzuführen ist?

Tabu aus dem Französischen und Englischen tabou bzw. taboo entlehnt wurde, der Begriff selbst jedoch aus dem polynesischen Sprachraum stammt? Zunächst war «tapu» die Bezeichnung für geweihte, unberührbare Dinge, die einem weltlichen Zugriff verschlossen waren.

Safari im 20. Jahrhundert unter dem Einfluss des Englischen aus dem Suaheli entlehnt wurde, jedoch ursprünglich auf «safar» (das arabische Wort für Reise) zurückgeht?

Kajak aus der Sprache der Inuit (Eskimo) stammt? In ihrer Sprache bedeutet « qajaq» so viel wie «einsitziges Männerboot».

(Quellen: Kluge F. (2002): Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprachen; www.dwds.de)

Die Liste solcher Wörter liesse sich beliebig fortsetzen. Sie zeigt auch, wie sehr unsere Sprache von Begriffen aus anderen Sprachen geprägt wird – meistens ohne, dass dies uns als Sprecher dieser Sprache bewusst ist.

Wer neugierig geworden ist und die Herkunft unterschiedlicher Wörter nachschlagen möchte, kann dies auf der Online-Plattform www.dwds.de tun.

Wort der Woche: Alles OK?

26. Juli 2013

Okay Wort der WocheUnser aktuelles Wort der Woche gilt als die bekannteste Abkürzung der Welt. Kaum ein Wort ist so universell verständlich wie dieses Synonym für «alles in Ordnung».

Erstmals ist «okay» 1954 mit dem Vermerk «Herkunft ungeklärt» im Duden zu finden. Und auch in der neuesten Auflage des Dudens hat sich an der Angabe der Herkunft nichts geändert. Unzählige Theorien versuchen Licht in die Herkunft dieser Abkürzung zu bringen. Und auch bei der Schreibweise sind mehrere Varianten verbreitet: Alles O.K., o.k., OK oder doch okay?

Theorien weltweit
Den Ursprung des Wortes versuchten Linguisten in den unterschiedlichsten Sprachen zu finden. So soll beispielsweise das Wort «okeh» aus der Sprache der Choctaw-Indianer (wird als gesprochenes Ausrufezeichen an Hauptsätze gehängt) die Quelle unseres heutigen «Okay» sein. Auch im Griechischen versuchten die Forscher ihr Glück: Hier wurden sie in «ola kala» (alles gut) fündig. Nicht zuletzt sollen die Römer die Schöpfer des Wortes gewesen sein, denn das lateinische Kürzel für «omnia correcta» (alles korrekt) erscheint auf den ersten Blick plausibel.

«oll korrect»
Doch die am weitesten verbreitete These ist die folgende: Mitte des 19. Jahrhunderts war es in Boston, New York und auch New Orleans Mode, Abkürzungen für alltägliche Ausdrücke absichtlich falsch zu schreiben. Dazu gehörten beispielsweise KY «know yuse» (no use) oder KG «know go» (no go) − und eben auch OK «oll korrect» (all correct).
Die meisten dieser Trendwörter verschwanden im Laufe der Jahre, das «Okay» aber blieb. Der Grund dafür soll im Präsidentschaftswahlkampf von 1840 zu finden sein. Der amtierende amerikanische Präsident, Martin van Buren, dessen Spitzname Old Kinderhook (nach seinem Heimatort) war, kandidierte gerade für seine zweite Amtszeit. Mit der Gründung des OK Clubs durch van Burens Anhänger bekam die Abkürzung eine doppelte Bedeutung. Daraufhin verbreitete sich das OK in ganz Amerika und in weiterer Folge über die Grenzen hinaus.

Ungeachtet seiner Herkunft wird unser «Okay» auch in Zukunft in aller Munde sein. Ob am Ende einer Frage, um einen Nachdruck zu verleihen, oder am Satzanfang, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, oder als neutrale Bezeichnung für etwas, das wir weder besonders gut noch besonders schlecht finden – es ist eben okay!

Das Wort der Woche – passend zum Sommer: die Hängematte

19. Juli 2013

Jedes Wort hat eine Geschichte zu erzählen. Wenn man sich die Entstehung der Wörter (Etymologie) genauer ansieht, trifft man oftmals auf eine unerwartete Herkunft. Deshalb möchten wir mit dem «Wort der Woche» die Geschichten verschiedener Begriffe erzählen. Wir hoffen, damit bei den Leserinnen und Lesern einen AHA-Effekt auszulösen.

Überraschend finden wir die Herkunft unseres ersten Wortes, der «Hängematte». Die Bedeutung scheint auf den ersten Blick klar bzw. transparent zu sein — eine hängende Matte. Aber lassen Sie sich nicht täuschen.

Denn bei der Geschichte dieses Wortes in der deutschen Sprache handelt es sich um ein Paradebeispiel der Volksetymologie. Darunter versteht man in der Linguistik die Umdeutung eines (Fremd)-Wortes in Anlehnung an ein bekanntes, ähnlich klingendes Wort aus der eigenen Sprache. Soviel zur Theorie. Doch nun zurück zu unserer «Hängematte»:

Bereits Kolumbus lernte auf seinen Reisen die Schlafnetze der Taínos auf Haiti kennen, die sie hamáka nannten. Im Deutschen erscheint das Wort erstmals im 16. Jahrhundert als Hamaco oder Hamach. Da dieses Wort für die Deutschsprachigen zu «exotisch» und nur schwer auszusprechen war, wurde es im Laufe der Zeit zur «Hängematte» umgewandelt. So war es in der Aussprache dem Stammwort «Hamach» ähnlich. Doch nicht nur lautlich ähneln sich diese beiden Wörter. Auch von der Bedeutung her ist die Hängematte (hängende Schlafmatte) der Sache selbst sehr ähnlich.

Interessant ist auch, dass die englischen und französischen Begriffe noch deutlich näher am Ursprungswort sind: hammock (Englisch) und hamac (Französisch).

Wort der Woche von TRANSLATION-PROBST AG