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Artikel Tagged ‘Feiertag’

Wort der Woche «Pi-Tag»

9. März 2015

«Pi» ist ein Buchstabe und eine Zahl zugleich. Es braucht sie, um den Umfang eines Kreises zu berechnen, und am 14. März lassen wir ihn/sie am internationalen Jahrestag hochleben.

Unsere Kernkompetenzen sind zwar Texte und Übersetzungen und nicht Zahlen. Bei Pi machen wir aber eine Ausnahme, denn er/sie steht sogar im Duden.

Pi hat unendlich viele Kommastellen.

Pi hat unendlich viele Kommastellen.

Rückblick
Pi ist der 16. Buchstabe des griechischen Alphabets (π) und steht gleichzeitig für die Zahl, die das Verhältnis zwischen Kreisumfang und Kreisdurchmesser darstellt. Kluge Köpfe waren Pi schon lange auf den Fersen und wussten, dass die gesuchte Zahl eine Konstante, das heisst eine reelle, nicht-ganzzahlige Zahl ist. Doch weder die alten Ägypter noch die Babylonier kamen des Rätsels Lösung näher. Erst Archimedes berechnete Pi annähernd genau.

Wie feiert man den Pi-Tag?
Pi hat unendlich viele Kommastellen. Der Weltrekordhalter, ein Franzose, hat sie auf 12,1 Billionen Dezimalen genau berechnet und brauchte dafür nicht weniger als 82 Tage. Heute wird sie meistens auf zwei Stellen gerundet: 3,14. Es ist also kein Zufall, dass der Pi-Tag am 14.03. gefeiert wird. Besondere Bewunderer der Zahl feiern Pi gar um 1 Uhr 59 und 26 Sekunden, da sie so die Kreiszahl bis zur siebten Nachkommastelle erreichen (3,1415926). Jetzt ist auch klar, woher die Redewendung Pi mal Daumen rührt: Umgangssprachlich bedeutet sie «grob geschätzt», denn die Zahl Pi kann nicht genau bestimmt werden. Zudem wurde der Daumen der ausgestreckten Hand früher als Hilfsmittel zur ungefähren Entfernungsbestimmung genutzt.

Auch beim traditionellen Festmahl des Pi-Tages wird mit dem Wort Pi gespielt. Im Englischen wird der griechische Buchstabe π lautgleich wie das englische Wort «pie» (Kuchen) ausgesprochen. Am 14. März wird deshalb ein ansehnlicher, grosser Kuchen verschlungen. Dass er rund ist, erklärt sich von selbst.

Der Pi-Tag wurde übrigens vom US-Kongress zum offiziellen Nationaltag ernannt. Und schliesslich muss man die Feste feiern, wie sie fallen. Der Pi-Tag ist also die ideale Gelegenheit, eine kleine Feier mit Kuchen zu veranstalten. Wir wünschen Ihnen viel Spass und «e Guete»!

Wort der Woche – Samichlaus

6. Dezember 2013
heilige-Nikolaus-von-Myra

Nikolaus von Myra (russische Ikone von Aleksa Petrov, 1294)

Es ist der 6. Dezember: Samichlaustag. Als Kind stellte man am Vorabend traditionsgemäss einen Stiefel vor die Haustüre und fand diesen am nächsten Morgen mit Schokolade, Keksen und Mandarinen gefüllt. Doch was hat es mit dem Brauch des «Samichlaus», wie er in der Schweiz genannt wird, auf sich? Und wie nennt man ihn anderswo?

Samichlaus weltweit
Zum Anfang eine kleine Reise durch die verschiedenen Namensvarianten des Samichlaus. In Deutschland wird der Samichlaus Nikolaus, in Frankreich Saint Nicolas und in Österreich St. Niklas genannt. Die Holländer sprechen von Sinterklaas und die Belgier von Sint Niklaas. Auch die englischsprachigen Kinder kennen die Tradition des Samichlaus, indem sie sich auf Saint Nicholas (England und Irland) oder Santa Claus (Nordamerika) freuen.

Der bekannteste Brauch des heiligen Nikolaus
Der heilige Nikolaus von Myra ist einer der bekanntesten Heiligen der Ost- und lateinischen Kirchen. Er wirkte im 4. Jahrhundert als Bischof von Myra, das in der heutigen Türkei liegt. Sein Wirken führte zur Entstehung mehrerer Legenden, die im Laufe der Geschichte die Bedeutung von Nikolaus unterstrichen und ihn zu einem der wichtigsten Heiligen machten.

Der wohl bekannteste Brauch des Nikolaus ist der Einlegebrauch, bei dem die Schuhe mit Waren gefüllt werden. Dieser Brauch geht auf die Legende dreier Jungfrauen zurück, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Die Vorgänger der ausgelegten Schuhe oder Stiefel von heute waren im 15. Jahrhundert selbst gebastelte Nikolausschiffe aus Papier, in die der heilige Nikolaus seine Gaben legen sollte. Heute stellen Kinder Schuhe, Stiefel oder Teller vor die Haustüre oder hängen Strümpfe an den Kamin, damit der heilige Nikolaus sie auf seiner Reise durch die Nacht mit Schokolade, Nüssen, Mandarinen und Lebkuchen füllen kann. Dabei lobt er die braven Kinder und tadelt die unartigen und bestraft sie. Welche Kinder artig oder unartig waren, erfährt der heilige Nikolaus aus dem «goldenen Buch». Die strafende Figur nimmt «Knecht Ruprecht» ein. Er hat seinen Ursprung im spätmittelalterlichen Kinderschreck. Dabei nutzten Eltern Flugblätter mit Schreckfiguren als Erziehungsmethode für ihre Kinder. Der Kinderfresser war als Schreckfigur am weitesten verbreitet und drohte den ungehorsamen Kindern, sie mitzunehmen, auszupeitschen oder sogar aufzuessen. Heute stellt «Knecht Ruprecht» nicht mehr einen Kinderschreck, sondern den Korbträger des Nikolaus dar.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra

http://de.wikipedia.org/wiki/Knecht_Ruprecht