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Artikel Tagged ‘Französisch’

Wort der Woche «Akzent»

30. November 2015

Er ist ein Verräter, der Akzent. Denn auch wenn Sie eine Fremdsprache noch so gut beherrschen, an Ihrem Akzent erkennt man sofort, dass es nicht Ihre Muttersprache ist. Wir servieren Ihnen einige spannende Fakten zu Akzenten, damit Sie Ihrem eigenen einen Feinschliff verpassen können.

Ein Akzent ist die Betonung einer Silbe, eines Wortes oder eines Satzes. Es ist die bestimmte Sprachmelodie, der Tonfall, den man einer Aussage verleiht. Daher rührt vermutlich auch die Redewendung «einen Akzent setzen», denn mit einem Akzent kann man eine Aussage stärker gewichten oder betonen. Und natürlich ist auch ein Zeichen über einem Buchstaben, das die Aussprache oder die Betonung angibt, wie es im Französischen häufig der Fall ist, ein Akzent. Doch jetzt widmen wir uns erst einmal der Aussprache.

Akzente setzen kann man nicht nur beim Schreiben, sondern auch in der Aussprache.

Akzente setzen kann man nicht nur beim Schreiben, sondern auch in der Aussprache.

Übung macht den Meister
Haben Sie gewusst, dass Sport und Sprache einiges gemeinsam haben? Es braucht viel Übung, Motivation und Durchhaltevermögen, um darin erfolgreich zu sein. Bis Denise Bielmann ihre berühmte Pirouette perfekt beherrschte, investierte sie bestimmt viele Jahre Fleiss und Schweiss. Und auch Lionel Messi dribbelt nicht einfach so wie ein Meister. Um ein richtiges Gefühl für eine Fremdsprache zu entwickeln, braucht es ungefähr 15 Jahre Übung. Und natürlich gehört wie im Sport auch eine gehörige Portion Talent dazu. Eine Studie besagt, dass Menschen, die gegenüber Neuem und Veränderungen aufgeschlossen sind, eher zu einem Sprachtalent neigen. Gründe dafür könnten sein, dass sie weniger Hemmungen haben und eine hohe Motivation mitbringen.

Der Muskelaufbau
Wie beim Sport müssen auch bei der Sprache Muskeln aufgebaut werden. Und damit wir auch noch ein Klischee bedienen können: In der Übersetzungsbranche gibt es viele Frauen. Möglicherweise weil sie gerne reden? Denn wer viel redet, baut automatisch die notwendigen Muskeln auf. Aber Achtung: Nicht für jede Sprache braucht es die gleichen Muskeln. Während die deutsche Sprache eher in der Mitte des Mundes artikuliert wird, sprechen Franzosen sehr weit vorne und Engländer sehr weit hinten. Dies verursacht einen unterschiedlichen Klang. Kinder entwickeln bereits beim Erlernen des Sprechens die richtigen Muskeln. Sie hören ihren Mitmenschen zu und üben die Aussprache, bis sie sie einwandfrei beherrschen. Weil nicht die richtigen Muskeln trainiert wurden, haben beispielsweise viele Deutschsprachige Mühe mit der Aussprache des englischen «th». Viele nehmen dann einen Umweg und machen aus dem th ein s oder ein f. Wer aber hemmungslos und mit viel Geduld übt, wird irgendwann die richtigen Muskeln aktivieren können, um das th korrekt auszusprechen. Also liebe Frauen. Jetzt kann niemand mehr sagen, Ihr würdet zu viel reden.

Doch vielleicht möchte man den eigenen Akzent gar nicht loswerden. Denn die Franzosen beispielsweise haben einen charmanten Akzent, der sehr sympathisch klingt. Warum also nicht behalten? Und wenn wir schon in Frankreich sind, kommen wir wieder auf unser Thema vom Anfang zurück: In der französischen Sprache gibt es auch in der Orthographie Akzente.

Der Accent grave ist gar nicht so schlimm
Nach vorne, nach hinten oder doch das Dächli? Viele tun sich mit den Accents in der französischen Sprache schwer, dabei ist es ganz einfach:

  • Der Accent aigu kommt nur über dem Buchstaben E vor und zeigt nach oben rechts. Der Buchstabe wird ausgesprochen wie ein E, wie bei uns im Wort Schneebesen.
  • Den Accent grave gibt es auf den Vokalen E, U und A. Steht er auf dem E, wird er eher wie ein Ä ausgesprochen. Wie beispielweise im deutschen Wort Fähre. Ansonsten wird er zur Unterscheidung gleichlautender Wörter (Homonyme) verwendet: ou/où, il y a/à l’heure.
  • Der Accent circonflexe sieht aus wie ein Dach, weshalb er von vielen «das Dächli» genannt wird. Er kann auf allen Vokalen vorkommen. Normalerweise zeigt der Accent circonflexe an, dass im Altfranzösischen das entsprechende Wort mit einem S geschrieben wurde (la fenêtre/fenestre). In seltenen Fällen unterscheidet er ebenfalls Homonyme: sur (auf)/sûr (sicher). Der Accent circonflexe hat nur Auswirkungen auf die Aussprache, wenn er auf einem E steht, denn dann wird dieses ebenfalls wie ein è ausgesprochen.

Übrigens: Seit Oktober 2015 haben die Regeln für die Akzentuierung bei Grossbuchstaben geändert. In der Westschweiz werden neu Akzente auch auf Grossbuchstaben am Wortanfang gesetzt. Haben Sie Fragen dazu oder sollen wir Ihre Broschüren, Ihre Website oder andere Dokumente auf den neuesten Stand bringen? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Professor Tell in Paris!

7. Mai 2013
Notre-Dame: Professor Tell in Paris

Majestätisch: Notre-Dame

Nach meinem Messeauftritt an der Swiss Online Marketing habe ich jetzt wieder Zeit, Euch von meiner Weltreise zu berichten. Nach meiner ersten Destination Moskau ging es für mich gleich weiter Richtung Paris.

Gestikulieren in Frankreich
Gleich nach meiner Ankunft drängte ich mich am Flughafen durch die Menschenmassen und nahm den Zug Richtung «Gare du Nord». Mitten in der Menschenmenge fiel mir gleich auf, dass die Franzosen sehr viel mit ihrer Körpersprache ausdrücken. Und so manche Geste konnte ich als Schweizer nicht ohne meinen Reiseführer verstehen: Dazu zählte das Herunterziehen eines Auges mit dem Zeigefinger. Dies bedeutet so viel wie «Ich habe dich durchschaut!». Und wenn Euch ein Franzose signalisieren möchte, dass etwas sehr verrückt ist, dreht er seine Handgelenke auf Schläfenhöhe.  Wie gut kennt Ihr Euch mit den Gesten der Franzosen aus? Hier könnt Ihr Euer Wissen unter Beweis stellen.

Sprachliche Fauxpas
Mein erster Spaziergang in Paris führte mich entlang der berühmten Sehenswürdigkeiten wie der Oper und dem Louvre sowie der majestätischen Kathedrale Notre-Dame. Während ich mich ein wenig ausruhte, kam ein Franzose namens Pierre auf mich zu und wir kamen ins Gespräch. Da merkte ich erst, dass meine Bemühungen um die französische Sprache in der Schulzeit doch schon sehr lange zurückliegen. Doch im Gegensatz zu meinem Russisch konnte ich mich auf Französisch wenigstens verständigen. Trotzdem wünschte ich mir manchmal einen Dolmetscher der TRANSLATION-PROBST AG an meiner Seite, mit dessen Hilfe ich so manches sprachliches Fettnäpfchen hätte vermeiden können. Nur drei Beispiele von sogenannten faux-amis (oder falschen Freunden), bei denen Deutschsprachige gut aufpassen sollten, damit sie in Frankreich nicht missverstanden werden.

Eiffelturm: Professor Tell in ParisÜbersetzungen Deutsch-Französisch, Französisch-Deutsch

Deutsch Französisch Ähnliches Wort im Französischen Deutsch
brav bien élevé brave tapfer, mutig
Regal l’étagère le régal das Festessen
das Blatt feuille blatte die Schabe

«Was ist das?» auf Französisch
Mein neuer Pariser Reiseführer Pierre lud mich auf eine spontane Stadttour ein, wobei natürlich der Eiffelturm nicht fehlen durfte. Auch wenn ich fit und 20 Jahre jünger wäre, hätte ich den Lift und nicht die 1665 Stufen auf den 324 Meter hohen Eiffelturm genommen! Pierre wusste auch sehr viele interessante Anekdoten über die französische Sprache zu erzählen. So erklärte er mir, dass sich das französische Wort für «Klappfenster» ursprünglich aus dem Deutschen entwickelt hat: Im 18. Jahrhundert sollen deutsche Besucher in Frankreich oftmals auf Klappfenster gezeigt und gefragt haben: «Was ist das?» Daraus hat sich dann vasistas entwickelt, was noch heute der französische Begriff für Klapp- oder Dachfenster ist. Ob das wirklich stimmt, weiss ich nicht. Aber eine sehr nette Geschichte, die man gerne weitererzählt.

Geheimtipps sind Gold wert!
Die Geschichten von Pierre waren wirklich faszinierend, doch schon nach kurzer Zeit verabschiedete sich mein spontaner Reiseleiter und ich war wieder auf mich allein gestellt. Hungrig vom vielen Sightseeing freute ich mich besonders auf die französische Küche, mit ihren vielen Köstlichkeiten. Noch ein Geheimtipp für Eure nächste Parisreise, der Gold wert ist: Das nette Bistro Le Richelieu im Viertel Louvre-Opéra. Hier kann man ein köstliches 3-Gänge-Menü bereits ab 25 Franken (20 Euro) geniessen, wobei natürlich ein Glas Rotwein nicht fehlen darf.

Insgesamt dauerte mein Paris-Aufenthalt eine Woche. Danach hatte ich aber immer noch nicht genug von Frankreich. So reiste ich weiter an die Côte d’Azur und schliesslich Richtung Norden in die Normandie. Dort verbrachte ich ein paar schöne Wochen, bevor ich meine nächste Destination anpeilte. Aber mehr davon gibt’s in meinem kommenden Blogbeitrag.

Professor Tell in Paris