Archiv

Artikel Tagged ‘Geld’

Wort der Woche «Geld»

13. April 2015

Ohne Moos nix los? Von wegen! Rück schon raus mit dem Zaster. Wenn es um Geld geht, sprechen nicht alle die gleiche Sprache.

Zunder, Eier, Piepen, Schotter, Kies, Steine, Mammon, Pinkepinke, Zechinen – bei Ihnen ist der Groschen noch nicht gefallen? Nun, wie übrigens auch bei «Groschen» selbst handelt es sich bei all diesen Begriffen um umgangssprachliche Bezeichnungen für etwas, das Nationen spaltet und Gemüter erhitzt: Geld.

Die vielen verschiedenen Ausdrücke rühren wohl daher, dass man über Geld nicht spricht. Dabei haben die genannten Alternativbezeichnungen durchaus ihre Bedeutung. So stammt der abwertend gemeinte Begriff «Mammon» aus der Bibel, während «Zechinen» frühere venezianische Goldmünzen und «Groschen» sowie «Taler» alte deutsche Währungen bezeichnen. «Pinkepinke» kennen Karnevalsbegeisterte aus Jopp Schmitz‘ Lied «Wer soll das bezahlen?», das auf die durch die Währungsreform ausgelösten Preissteigerungen im Jahre 1948 anspielt. Das Wort leitet sich wohl vom Verb «pinken» ab, das aus dem Rotwelschen, der Gaunersprache, stammt. Vereinfacht gesagt ist es ein lautmalendes Wort für das Klimpern der Münzen.

Ein bunter Haufen: genau so vielfältig sind auch die Ausdrücke für «Geld».

Ein bunter Haufen: genau so vielfältig sind auch die Ausdrücke für «Geld».

Geld, Geld, Geld
«Money, money, money must be funny in the rich man’s world» sang schon die schwedische Popgruppe ABBA. Nun, ob mit oder ohne Geld – es existieren zahlreiche, meist umgangssprachliche Redensarten, in denen Geld vorkommt. «Am Geld kleben» und «auf dem Geld sitzen» bedeutet nichts anderes als geizig sein. «Im Geld schwimmen» ist keine exquisite Sportart, sondern meint wie «Geld wie Heu haben» zu den Reichen zu gehören. Wer «Geld auf den Kopf haut» oder «Geld aus dem Fenster wirft», führt einen sehr verschwenderischen Haushalt. Letztere Redewendung soll übrigens im Mittelalter in Regensburg entstanden sein: Der Kaiser zeigte sich am Fenster des alten Rathauses dem Volk, das ihm auf dem heutigen Rathausplatz huldigte. Von dort aus warf er Münzen zu den Armen im Volk. Da es sich dabei um die Steuergelder der Bürger handelte, sagten diese, der Kaiser werfe ihr Geld zum Fenster raus. Es gibt natürlich auch Sachen, die «mit Geld nicht zu bezahlen sind», oder andere, die «ins Geld laufen», das heisst, teurer werden als gedacht. Ungünstig, wenn jemandem genau dann «der Geldhahn zugedreht wird».

Die vielen Talente des Geldes
Als Oberbegriff vereint Geld Zahlungsmittel, die gegen Güter und Dienstleistungen getauscht werden – es findet also immer noch ein Tauschhandel in modernisierter Form statt. Ausser als Zahlungsmittel dient Geld auch als Wertaufbewahrungsmittel – heutzutage jedoch nur noch für die einzelnen Wirtschaftsteilnehmer und nicht für die gesamte Volkswirtschaft, da Geld hauptsächlich kreditär geschöpft wird. Will heissen, dass es immer eine Forderung auf der Seite der Gläubiger bzw. eine Verbindlichkeit auf der Seite der Schuldner gibt. Geld kann durchaus noch mehr: Als Wertmassstab bzw. Recheneinheit ist es aus unserem Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken. Lohn, Waren und Dienstleistungen können dank ihm im Wert verglichen und so entlöhnt oder erworben werden. Der deutsche Soziologe und Gesellschaftskritiker Niklas Luhmann schrieb Geld sogar eine soziale Funktion zu. Innerhalb des Wirtschaftssystems könne nur mittels Geld kommuniziert werden.

Nun, wenn Sie «Geld auf der hohen Kante haben» und das nächste Mal am Stammtisch «einen springen lassen», können Sie gleich eine Geschichte zu dieser Redensart zum Besten geben: Früher war es bei der Bezahlung einer Zeche oder Ware üblich, das Geldstück kräftig auf den Tisch zu werfen, um durch den Klang seine Echtheit zu beweisen.

Wort der Woche «Fünfräppler»

23. März 2015

Man könnte den Fünfräppler auch als Stehaufmännchen betiteln. Schon mehrmals wollte man ihn aus der Schweizer Währung verbannen, aber immer wieder hat er sich durchgesetzt. Wir erläutern Ihnen einige Fakten zu dieser kleinen, charismatischen Münze.

Die Sammler lieben ihn, die Automaten akzeptieren ihn nicht, und im Portemonnaie erscheint er uns auch eher lästig. Früher noch silbern, unterschied er sich auf den ersten Blick nur durch die Grösse von den anderen Schweizer Münzen. Heute glänzt er goldig im Portemonnaie und zieht so die ganze Aufmerksamkeit auf sich.

Sieht fast aus wie Gold, ist aber weniger Wert: Fünfräppler auf dem Bundesplatz.

Sieht fast aus wie Gold, ist aber weniger Wert: Fünfräppler auf dem Bundesplatz.

Wortherkunft
Für die Herkunft des Wortes Rappen gibt es verschiedene Versionen. Keine davon kann jedoch belegt werden. Die einen vermuten, dass die Bezeichnung Rappen auf einen Pfennig aus Freiburg im Breisgau zurückgeht. Im 13. Jahrhundert wurde dort eine Münze mit einem Adler geprägt. Man vermutet, dass dieser Adler als Rabe verspottet wurde. Im Laufe der Zeit wurde der Adler tatsächlich durch einen Raben ersetzt.

Eine andere Vermutung besteht darin, dass die Bezeichnung Rappen ursprünglich Schwarzpfennig bedeutete. Denn der Pfennig hatte nur einen geringen Silberanteil und wurde daher schneller schwarz.

Geschichte des Fünfräpplers
Der Fünfräppler wurde erstmals 1850 aus Billon, einer Legierung aus Kupfer und Silber, mit 5 Prozent Silberanteil geprägt. In diesem Jahr wurde übrigens das erste Geld der Schweizerischen Eidgenossenschaft geprägt. Der Fünfräppler war also von Anfang an mit dabei. Erst seit 1981 glänzt der Fünfräppler in einem gelb-goldenen Ton, was auf die Kupfer-Aluminium-Nickel-Legierung zurückzuführen ist. Für diesen Wechsel gibt es zwei Gründe: Einerseits wollte man ihn stärker von dem fast gleich grossen Fünfzigrappenstück unterscheiden, andererseits überstiegen die Produktionskosten den Nennwert des Fünfräpplers.

Im politischen Kreuzfeuer
Aus dem gleichen Grund haben Politiker schon mehrmals versucht, den Fünfräppler aus dem Zahlungsverkehr zu ziehen. Damals kostete der Zwerg unter den Münzen in der Herstellung ca. 6 Rappen, heute sind es noch deren 4. Der Bundesrat hat sich jedoch gegen diesen Schritt ausgesprochen, unter anderem weil der Fünfräppler neben dem Nennwert auch einen kulturellen Wert besitzt.

Vielleicht sehen Sie den Fünfräppler beim nächsten Blick in Ihr Portemonnaie ja auch mit anderen Augen. Und denken Sie immer daran: Wer den Rappen nicht ehrt, ist den Franken nicht wert.