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Artikel Tagged ‘Jahresbericht’

Wort der Woche «Jahresbericht»

19. Januar 2015

Der Jahresbericht wird nicht nur für Aktionäre, Investoren und die Medien verfasst. Auch für die interne Kommunikation ist er ein wichtiges Instrument. Daniel L. Ambühl, der Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation (SVIK), erläutert im Interview, wozu der Jahresbericht in der internen Kommunikation dient.

Herr Ambühl, was unterscheidet Ihrer Meinung nach einen guten von einem schlechten Jahresbericht?
Der Unterschied besteht darin, dass der gute Jahresbericht rechtlich einwandfrei, kurz und sprachlich verständlich auf das Geschäftsjahr eingeht, die Finanzzahlen korrekt enthält und wesentliche Elemente mit Grafiken und Bildern sowie besonderen Textpassagen verdeutlicht. Schlechte Jahresberichte enthalten hingegen langfädige, verwässerte Aussagen sowie Fotos und Grafiken, die nichts zum Verständnis beitragen.

Warum ist der Jahresbericht so wichtig?
Er ist vor allem rechtlich wichtig für die Aufsichtsorgane, wie Bund, Kantone, Steuerbehörden, Kontrollstellen, sowie für den Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung und die Stakeholder. Die Aktionäre informiert er über die Strategie, Tätigkeit und den Erfolg des Unternehmens und dient Investoren so als Entscheidungsgrundlage. Vereinfacht gesagt ist der Jahresbericht die Visitenkarte des Unternehmens; er prägt das Image massgeblich mit und ist daher für ein Unternehmen essenziell.

Wer liest Jahresberichte?
Natürlich liest kaum jemand einen Jahresbericht von der ersten bis zur letzten Seite. Dennoch holen sich Zielgruppen wie Aktionäre, Analysten, Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter die für sie relevanten Informationen aus dem Jahresbericht. Daher ist es wichtig, dass der Aufbau ein selektives Lesen ermöglicht und eine gute Orientierung über die Themen bietet. Der Jahresbericht ist auch bei Auseinandersetzungen von Bedeutung, weil er den Geschäftsverlauf sowie die finanzielle Situation und rechtliche Angaben zum Unternehmen enthält.

Daniel L. Ambühl, Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation

Daniel L. Ambühl, Präsident des Schweizerischen Verbands für interne Kommunikation

Was hat der Jahresbericht mit der internen Kommunikation zu tun?
Der Jahresbericht spielt für die interne Kommunikation insofern eine Rolle, als dessen Aussagen sich mit den Handlungen im Geschäftsleben decken sollten. Ist dem nicht so, erscheint das Unternehmen gegenüber den Mitarbeitern unglaubwürdig. Zudem dient er den Mitarbeitern als Orientierung und den neuen Mitarbeitern als Informationsgrundlage über das Unternehmen.

Welches Fazit ziehen Sie für die Jahresberichte?
Der Jahresbericht ist rechtlich wichtig und dementsprechend für diese Funktionsträger relevant. Mit textuellem Firlefanz und fotografisch-farblichen Orgien wird nur vom Wesentlichen abgelenkt. Wer die Kosten für den Jahresbericht im Griff hat, greift auf einfache Lösungen zurück und schränkt den Seitenumfang entsprechend ein. Interessant: Sogar Grossfirmen bewegen sich seit einiger Zeit auf der Effizienzschiene, weil der zeitliche und finanzielle Aufwand über die Jahre stark zugenommen hat. Dennoch ist der Jahresbericht eines der wichtigsten Dokumente überhaupt.

Aus dem Interview mit Daniel L. Ambühl wird deutlich, dass der Jahresbericht bei den Mitarbeitenden für Orientierung sorgt und nach wie vor eines der wichtigsten Dokumente für Unternehmen ist. Auch die Übersetzung in andere Sprachen ist bei Jahresberichten ein grosses Thema. Die TRANSLATION-PROBST AG unterstützt Sie bei dieser Aufgabe gerne.

Das Einmaleins für treffsichere Geschäftsberichte

15. Dezember 2014

Erst noch haben wir das Jahr 2014 eingeläutet, nun neigt es sich schon wieder dem Ende zu. Der Jahreswechsel ist auch die Zeit des Rückblicks. Wie sehen die Zahlen aus? Gibt es eine fette Weihnachtsgans zum Weihnachtsessen oder nur ein kleines Poulet-Minifilet? Die Zahlen werden nach den Festtagen in einem Geschäftsbericht festgehalten und kommentiert. Christoph ist Vizepräsident für Nachhaltigkeit und Kommunikation bei einem internationalen Konzern. Zudem bearbeitet er für die TRANSLATION-PROBST AG regelmässig Geschäftsberichte. Deshalb weiss er, worauf die Leser Wert legen und was beim Verfassen und Übersetzen wichtig ist.

Du hast bestimmt schon Dutzende von Geschäftsberichten gelesen. Was macht für Dich ein guter Geschäftsbericht aus?
Ein Geschäftsbericht ist sehr wichtig, da er die Firma als Ganzes betrachtet. Daher erfordert er eine klare Struktur und eine einfache Sprache, die sich am Leser bzw. an der Leserin orientiert. Zudem ist bei einer klaren Darstellung nicht nur die Gesamtstruktur gut ersichtlich, sondern auch die detaillierten Mikrostrukturen des Textes sind klar erkennbar. Einen solchen Text zu übersetzen oder zu korrigieren wird dann zu einem richtigen Genuss.

Bei einem Geschäftsbericht kommt es auf jedes Wort an.

Bei einem Geschäftsbericht kommt es auf jedes Wort an.

Was ist beim Texten und Übersetzen von Geschäftsberichten wichtig?
Hier geht es um die Frage der Äquivalenz. Wollen wir eine pragmatische Äquivalenz erreichen, d.h. wollen wir versuchen, die dem Text zugrundeliegende kommunikative Wirkkraft in die Übersetzung zu transportieren? Oder geht es uns eher darum, dass die Übersetzung sich sehr nah am Ausgangstext orientiert oder diesen sogar wo immer möglich wörtlich wiedergibt? Gerade Letzteres ist oft bei jenen Geschäftsberichten der Fall, die sich starr an Paragraphen oder Vorschriften orientieren. Am wichtigsten ist es, den Kontext des Berichts zu spüren. Geht es nur um eine «Matter-of-Fact»-Kommunikation? Wird eine Vision bzw. ein neuer Motivationshorizont kommuniziert? Eine ganz wichtige Frage ist auch: Was sagt der Text nicht? Welche kommunikativen oder narrativen Aspekte werden unterdrückt oder in den Hintergrund gerückt?

Welche besonderen Herausforderungen stellen sich bei der Übersetzung eines Geschäftsberichts?
Zuweilen kann die richtige buchhalterische Terminologie zu einer grossen Herausforderung werden. Ferner sind über mehrere Zeilen verteilte, verschachtelte Sätze Schnee von gestern, und trotzdem tauchen sie immer wieder auf. Wenn ein Bericht keine gute Struktur oder eine schlecht organisierte Sprache aufweist, wird es schwierig. Als Übersetzer oder Übersetzerin hat man die Pflicht, präzise zu arbeiten. Es gibt zwar keinen hippokratischen Eid für Übersetzer, jedoch hat jeder gute Übersetzer und jede gute Übersetzerin ein Pflichtgefühl, auch einem wenig organisierten Text eine verständliche Struktur abzuringen. Ein Geschäftsbericht will ja von seinem Zweck her Klarheit vermitteln, um den weiteren Verlauf des Unternehmens in die Kommunikation mit verschiedenen Stakeholdern einzubetten. Wenn der Autor dieses Ziel selbst nicht erreicht hat, wird es für den Übersetzer oder die Übersetzerin mühsam. Am besten ist es dann, sich wenigstens im Kopf vorzustellen, wie die Struktur eigentlich hätte sein können. Dies bringt einem manchmal selbst Klarheit, auch wenn es dem Text an sich nur ansatzweise hilft. Beispielsweise kann man dann in der Übersetzung eine sprachliche Kohärenz sicherstellen, die der Ausgangstext vielleicht nur lückenhaft verwirklichen konnte.

Auf was für sprachliche Komponenten (Stil, Tonalität usw.) achtest Du beim Text eines Geschäftsberichts?
Wie bereits angedeutet, ist für mich die Einfachheit wichtig. Nicht nur Top-Experten sollen einen Geschäftsbericht verstehen können, sondern alle Beteiligten und Interessierten. Ein gutes Kriterium ist z. B. die Frage: Ist der Text klar und einfach genug, dass ein Student oder eine Studentin des jeweiligen Wirtschaftssektors diesen Text gut verstehen und dann das «Executive Summary» verfassen könnte? Wenn nicht, sollte er vereinfacht werden.

Neben der sachlichen Tonalität befürworte ich hin und wieder sprachliche Bilder, damit die Leser wach und munter bleiben. Das sogenannte «Sandwich-Prinzip» hilft dabei. Man kann auch eine trockene Materie in eine gut verdauliche Struktur mit verschiedenen Schichten (eben wie ein Sandwich) einbetten.

Welche technischen Mittel und Hilfestellungen bietet Dir die TRANSLATION-PROBST AG, um die Qualität der Übersetzung zu garantieren?
Die TRANSLATION-PROBST AG bietet dem Kunden eine ideale Kombination von ausgezeichneten, mit Trados und anderen Programmen gewappneten Übersetzer/innen und erfahrenen Korrektoren und Korrektorinnen. Mit vereinten Kräften knacken sie auch die schwierigsten Nüsse. Das qualitätsorientierte Terminologie-Management wiederum ermöglicht die sprachliche Kohärenz und trägt zum Aufbau einer kohärenten Corporate Identity bei.

Welches war für Dich das schwierigste Projekt bei Geschäftsberichten?

Kein Projekt bei der TRANSLATION PROBST AG, was auch etwas über die hohe Qualität ihrer Kunden aussagt. Ich erinnere mich jedoch gut an den Bericht eines multinationalen Mischkonzerns, der derart unorganisiert war, dass teilweise sogar Umsatz und Assets verschiedener Geschäftsjahre vermischt wurden. Dies war aber kein Projekt der TRANSLATION PROBST AG. Als Übersetzer bzw. Korrektor hat man die Pflicht, in solchen Fällen unbedingt mit der Auftraggeberin Rücksprache zu nehmen.

Korrektor Christoph

Geschäftsberichte werden von einem spezialisierten Fachübersetzer in seine Muttersprache übersetzt und von einem Dozenten mit der Expertise im Finanzwesen nachkorrigiert.

Christoph hat Unternehmenskommunikation studiert, das Lizenziat in Theologie abgelegt und seine anschliessenden Doktorats-Studien im Bereich Organisationspsychologie mit Schwerpunkt Kommunikation absolviert. Christoph ist auf den Bereich Finanzwesen spezialisiert Er arbeitet als Vizepräsident für Nachhaltigkeit und Kommunikation bei einem diversifizierten internationalen Konzern mit 75’000 Angestellten, die in elf verschiedenen Sektoren über 25 Mrd. $ Umsatz generieren. In dieser Rolle wie auch in seiner Rolle als Mitarbeiter der TRANSLATION-PROBST AG hat er dieses Jahr einige Geschäftsberichte bearbeitet. Eine weitere Rolle als Dozent für Wirtschaftsenglisch an einem Weiterbildungszentrum ermöglicht es ihm, ein wertvolles Verständnis der «Gaps» zwischen deutschsprachigen und englischsprachigen Geschäftsberichten zu erarbeiten.