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Artikel Tagged ‘Kultur’

Winterthur, mini Liebi

8. Juli 2014

An den Winterthurer Musikfestwochen schnellen alle Arme hoch.

«Winti macht glücklich und die Musikfestwochen erst recht!» Und wie glücklich war ich mit einem Klick.

Obwohl ich erst seit zwei Jahren in dieser äusserst charmanten, kulturell überschäumenden Stadt wohne – im Herzen weiss ich: Wenigstens mein rechter Fuss wurde als Winterthurer geboren. Zumindest dauert es nicht lange, bis er zu wippen beginnt, wann auch immer ich durch die Eulachstadt gehe oder in einer der unzähligen Café-Bars sitze. Denn eines ist in Winterthur gewiss: Irgendwo kommt Musik daher, springt einem ins Ohr und bleibt da sitzen. Und genau das ist es, was ich so mag. Während meiner Reisen durch England und Irland habe ich die Pubkultur kennen und lieben gelernt. Nein, nicht wegen des preiswerten Biers, wie man jetzt vermuten könnte; vor allem wegen der Livebands. Diese spielen echt, mit voller Hingabe und direkt ins Herz. Wenn ich so etwas in der Schweiz wiederfinde, dann hier in Winterthur. Und während der Winterthurer Musikfestwochen zwar nicht in einem schummrigen Pub, dafür aber unter freiem Himmel. Was gibt es Besseres. Trotzdem beneide ich jeweils während der zweiten Augusthälfte die Bewohnerinnen an der Steinberggasse sehr, die, gemütlich mit einem Gläschen Wein im Fensterbogen sitzend, dem Leadsänger zuprosten und dafür eine Liebeserklärung kassieren. Nicht fair!

Neben den Musikfestwochen hat Winterthur aber noch viel mehr an Kultur zu bieten: Jungkunst, Internationale Kurzfilmtage und Afropfingsten sind nur einige Stichworte. Und, eine grosse Sache, Winterthur feiert dieses Jahr noch mehr als sonst, wurde ihr doch vor 750 Jahren das Stadtrecht zugesprochen. So habe ich mich nicht schlecht gewundert, als ich im April beim Warten auf den Zug plötzlich Stimmen gehört habe. Zu meiner Beruhigung ging es nicht nur mir so – tatsächlich wurden über einen Lautsprecher Geschichten erzählt. Geschichten von herzzerreissenden Abschieden, einsamem Warten oder mirakulösen Begegnungen. Dazu sassen im Wartehäuschen auf Gleis 4/5 täuschend echte Puppen und haben für zusätzliche Irritation gesorgt.

Etwas, was auch den Videomachern der Musikfestwochen nicht entgangen ist, fehlt Winterthur tatsächlich: der See. Aber hey, wer braucht schon einen See? Sich erfrischen geht auch in der Töss, kein Problem. Ein besonders schönes Plätzchen ist gleich beim Wasserfall. Und nein, ich kann nicht beschreiben, wo das ist, so lange wohne ich jetzt auch noch nicht hier (siehe oben). Für mich ist Winterthur mit seinen vielen Stadtteilen − ehemals eigenständigen Gemeinden − immer noch sehr verwirrend. Ich bin froh, wenn ich den Weg nach Hause finde, wenn ich wieder mal aus Übermut einen anderen Weg gewählt habe. Bei diesem gibt es aber dank den wunderbar verschnörkelten alten Bauten mit den vielen Blumenranken immer etwas Neues zu entdecken.

Was dafür in Winterthur auf keinen Fall fehlen darf, ist ein mobiler Untersatz in Form eines klapprigen Drahtesels. Das Fahrrad sollte am besten secondhand, farbig und mit allen möglichen Sachen, die man gerade findet, verziert sein. Farbig vor allem deshalb, damit es auch im Nebel erkennbar ist – denn über dessen Fernbleiben kann sich Winterthur wirklich nicht beklagen. Immer, wenn ich mich mit jemandem ausserhalb der sechstgrössten Stadt der Schweiz treffe, rufe ich ihn deshalb sicherheitshalber vorher an und erfrage die aktuelle Wetterlage. Somit vermeide ich, zugepackt mit Mantel und Schal dazustehen, wenn das Wetter eigentlich nach Kleid und Flip Flops ruft.

Egal, wie es am 13. August um das Wetter steht, mein Fuss und ich werden da sein, wenn es heisst: Lasst die Winterthurer Musikfestwochen beginnen!

Raclette und Rösti in Mailand

2. Juli 2014
Zwei Besucher der «Giro del Gusto» - mit einem Schweizer Bier in der Hand.

Zwei Besucher der «Giro del Gusto» – mit einem Schweizer Bier in der Hand.

Vergangenen Mai konnte die Mailänder Bevölkerung auf der berühmten Piazza del Cannone vor dem Castello Sforzesco an der ersten Etappe des «Giro del Gusto» teilhaben. Der «Giro del Gusto» ist eine Initiative des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und soll als Roadshow anlässlich der Weltausstellung 2015 die Bevölkerung für das Thema Ernährung interessieren und sensibilisieren. Unsere Nachkorrektorin Marina, die an der Universität Mailand als Professorin unterrichtet, hat sich für uns am «Giro del Gusto» umgesehen.

Neben verschiedenen Attraktionen, Ruhezonen, Picknickplätzen und einem Container, der zu einer virtuellen Reise durch den neuen Gotthardtunnel einlud, stand das Herzstück: das Schweizer Haus. Dieser typisch schweizerische Holzbau war bereits an den Olympischen Winterspielen in Sotschi ein Erfolg. Über 60’000 Besucherinnen und Besucher probierten und kauften dort verschiedene Köstlichkeiten aus der Schweiz: Neben Panini mit Saucisson, Raclette, Rösti, Most und Wein gab es musikalische Unterhaltung verschiedenster Art  Folklore, Jazz und Klassik. Thematische Veranstaltungen zu Kunst, Design, Architektur, Tourismus und Gewerbe sowie Spiele und Wettbewerbe für Kinder rundeten das Programm ab.

Vorgeschmack auf NEAT und Expo 2015
Die Stadt Zürich und der Think Tank W.I.R.E. erinnerten daran, dass Mailand und Zürich in Bälde durch die Eröffnung des NEAT-Gotthardtunnels, der möglicherweise schon 2016 fertig sein wird, noch näher zusammenrücken werden.

Die Roadshow ist in Mailand (30.04.−11.05.) gestartet und zieht über Rom (22.−26.09.) nach Turin (23.−27.10.) weiter und gibt einen Vorgeschmack auf die Expo 2015. Die Weltausstellung mit dem Titel «Nutrire il pianeta, energia per vita» (Den Planeten ernähren, Energie für das Leben) findet im kommenden Jahr von Mai bis Oktober in Mailand statt. Jedes Land soll sich mit den verschiedenen Aspekten des Themas Ernährung befassen und innovative, nachhaltige Lösungen präsentieren, die unseren Planeten retten könnten.

144 Länder dabei
Bis heute haben 144 Länder ihre Teilnahme bestätigt; die Schweiz hat als erstes Land den Teilnahmevertrag unterzeichnet. Der Schweizer Pavillon präsentiert sich an der Expo 2015 auf einer Fläche von 4432 m2, auf der vier hohe Türme – gefüllt mit Lebensmitteln – stehen werden. Besucherinnen und Besucher dürfen sich frei dieser Lebensmittel bedienen, bis die Vorräte langsam schwinden. Die allmähliche Entleerung der Türme soll auf den masslosen Nahrungsmittelkonsum der westlichen Länder aufmerksam machen, zum Nachdenken über die eigenen Gewohnheiten anregen, das Bewusstsein schärfen und Nachhaltigkeit fördern.

Das Projekt des Architekturbüros Netwerch GmbH aus Brugg trägt den Namen «Confooderatio Helvetica».

Vielsprachigkeit: Eine Herausforderung, die wir gerne annehmen.

27. November 2012

TRANSLATION-PROBST AG Übersetzungen in über 30 Sprachen

Beim Übersetzen führt die simple Übertragung eines Textes von der Ausgangs- in die Zielsprache oftmals zu kulturellen Missverständnissen. Welche wesentliche Bedeutung interkulturellen Adaptionen in unserer globalisierten Welt zukommt, illustriert der NZZ-Artikel «Die Tücken der Vielsprachigkeit». Anhand von Beispielen aus den Bereichen Religion und Menschenrechte zeigt er, was passieren kann, wenn bei Übersetzungen keine Rücksicht auf kulturelle Unterschiede genommen wird. So entsteht aus einem angestrebten kulturellen Dialog schnell eine kulturelle Barriere.

Auch die TRANSLATION-PROBST AG legt sehr viel Wert auf die interkulturelle Adaption Ihrer Texte. Denn auch wir wissen um die Bedeutung von Übersetzungen, die genau an den Sprachgebrauch und die kulturellen Besonderheiten Ihrer Zielgruppe angepasst sind.