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Wort der Woche «Interne Kommunikation»

7. November 2014

Jeder macht es täglich. Einige tun es sogar im Schlaf: Kommunikation ist für Menschen fast so wichtig geworden wie die Luft zum Atmen. Speziell für Unternehmen ist eine strategische Kommunikation existenziell. Nicht nur extern, sondern auch intern. Deshalb hat die TRANSLATION-PROBST AG im Jahr 2014 ihr internes Kommunikationskonzept überarbeitet; dieses neue Konzept wurde bei der Verleihung der Goldenen Feder mit dem Preis «drittbeste Arbeit» in der Kategorie Konzepte und Strategien belohnt. Peter Stücheli-Herlach, Professor und Leiter des Forschungsschwerpunkts für Organisationskommunikation und Öffentlichkeit an der ZHAW, hat für uns Fragen zur internen Kommunikation beantwortet, mit denen sich alle Unternehmen beschäftigen sollten.

TRANSLATION-PROBST AG: Was ist Kommunikation? Und warum ist die interne Kommunikation für Unternehmen so wichtig?

Peter Stücheli-Herlach: Kommunikation? So schnell gefragt, so schwer erklärt! Möglicherweise ist es das: Gemeinsames Handeln ohne Zwang, aber mit Impact. Aber das kennen wir auch aus dem Privaten, aus dem Alltag. Wir reden ja alle ständig miteinander, wir mailen, posten, lesen und werfen Papiere mit Texten auf den Stapel, täglich, stündlich, minütlich. Unternehmenskommunikation muss sich davon unterscheiden. Muss Unternehmensleistungen unausweichlich, Qualitätsmerkmale unverzichtbar werden lassen. Muss Anziehungskraft entwickeln. Muss Tempo haben und Präzision beweisen. Dabei gilt: Die alte Unterscheidung zwischen Innen und Aussen, also zwischen «interner» und «externer» Kommunikation ist überholt. In der Wissens-, Kommunikations- und Netzwerk-Gesellschaft ist sofort draussen, was drinnen abgeht. Und die Aussenwelt massiert konstant die internen Abläufe. Gut beraten deshalb, wer so radikal auf Kommunikation setzt, dass diese unverwechselbar wird, und wer sich dabei umfassend selber engagiert, innen und aussen.

Wie setzt man eine Strategie integrierter Kommunikation in einem Unternehmen um?

Da gibt es viele gangbare Wege. Bei aller Bemühung um die Gestaltung einzelner Beiträge, Medienkanäle und -produkte, bei allen Wünschen nach strategischer Steuerung mit Konzepten, Vorgaben, Standards – wichtig ist, eines nicht zu vergessen: Die Realität der Kommunikation bleibt immer hinter den Zielvorstellungen zurück. Das liegt in der Natur der Sache: Beim Kommunizieren kommen wir zusammen weiter. Gute Kommunikation lässt deshalb vieles hinter sich. Nicht die starre Norm, sondern die ständige Verbesserung der Situation ist deshalb das A und O integrierter Kommunikation. Deshalb gibt es keine Botschaft, bei der man nicht noch nachlegen müsste. Kein Mediendesign, das nicht optimierungsfähig wäre. Keine wichtige Beziehung, die man nicht vertiefen könnte. Kein Netzwerk, das schon perfekt ist. Starre Konzepte können wir vergessen. Konzeptuell denkende und handelnde Profis hingegen, das brauchen wir … nicht immer, aber immer öfter!

Warum wurde die TRANSLATION-PROBST AG Deiner Meinung nach in dieser Kategorie für die Goldene Feder (Preis für interne Kommunikation) nominiert?

Das entzieht sich meiner Kenntnis, ich war ja nicht in der Jury. Ins Auge sticht, dass wir es mit einem Unternehmen bzw. mit einem Unternehmer zu tun haben, der mit sich selber nie ganz zufrieden ist. Wer Marktpositionen erobern will, muss handeln. Wer handelt, macht immer auch Fehler. Erst jetzt kommen die Unterschiede. Denn erfolgreich wird, wer die Fehler erkennt. Wer sie hasst, aber auch vergeben kann. Wer sie überwinden will. Wer sie deshalb intern debattiert. Wer gemeinsam mit Mitarbeitenden, Kunden und Kollegen lernt. Und wer es immer besser machen will. Und: Wer es deshalb auch irgendwann besser macht. Und dadurch schliesslich besser ist.

Vielen Dank für das Interview, Peter Stücheli-Herlach. Wie die Antworten zeigen, ist eine strategische Kommunikation kein in sich abgeschlossener Prozess. Wer Erfolg haben will, muss seine Fehler analysieren und jedes Vorgehen immer wieder hinterfragen. Ansonsten entsteht eine starre Kommunikation, welche die Bedürfnisse der Mitarbeiter nicht befriedigt und somit eine schlechte Reputation nach sich ziehen kann.

Peter Stücheli-Herlach

Peter Stücheli-Herlach

Peter Stücheli-Herlach ist Forscher, Berater, Bildner für öffentliche Kommunikation; Leiter Forschungsschwerpunkt für Organisationskommunikation und Öffentlichkeit am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (www.stuecheli.com). Mit seinem Team untersuchte er in den Jahren 2013 bis 2014 die Telefonkommunikation der TRANSLATION-PROBST AG und entwickelte zusammen mit dem Unternehmen Optimierungsperspektiven.