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Die Krim: Pro und Kontra zum Beitritt zu Russland

20. März 2014

Unsere Übersetzerin in Russland, die uns bereits einige Impressionen von den Olympischen Winterspielen in Sotschi zugesandt hat, macht sich Gedanken zu den Ereignissen in der Ukraine, insbesondere zur Krim. Sie berichtet über die Reaktion der Russinnen und Russen und fügt einige persönliche Überlegungen an.

Die Situation rund um die kleine Halbinsel Krim erhitzt sich. Am 16. März wurde das Referendum durchgeführt, bei dem sich 96 Prozent der Bevölkerung für einen Beitritt zu Russland ausgesprochen haben. Zwei Tage später unterzeichnete Präsident Putin im Kreml einen Vertrag über die Aufnahme der völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Krim.

In Russland selber gibt es keine Einstimmigkeit. Einerseits bedeutet der Beitritt der Halbinsel zu Russland für die meisten Russen einen logischen Schritt, der seit vielen Jahren immer wieder diskutiert wurde. Bekanntlich ist der grösste Teil der Bevölkerung der Krim russisch. Am Dienstagabend feierten über 600‘000 Menschen die „Heimkehr“ der Krim nach Russland. Andrerseits verstehen die Russen, dass die Weltgemeinschaft diesen Entscheid kaum akzeptieren wird. Niemand in Russland will eine Wiederholung der blutigen Geschichte zwischen dem Kosovo und Serbien. Warum Präsident Putin so rasant reagierte und bereits zwei Tage nach dem Referendum einen Vertrag unterschrieb, bleibt für die meisten Russen ein Rätsel.

Auf dem russischen Internet finden sich dazu viele witzige Vermutungen. Eine davon hat mit der russischen Sportlerin und Duma-Abgeordneten Alina Kabaewa zu tun. Viele Russen vermuten, dass sich Präsident Putin letztes Jahr wegen ihr scheiden liess und sie ihm bereits zwei Kinder geschenkt hat.

Der obere Text lautet: «Bei meiner Ehre! Ich habe ihn zum Frauentag am 8. März um eine Dose Creme gebeten!» (auf Russisch klingelt das Wort «Creme» sehr ähnlich wie das Wort «Krim»). Der Satz unter den Bildern lautet: «Ich brauche einen neuen Kinderwagen, habe aber Angst, ihn darum zu bitten.» (Kinderwagen heisst auf Russisch «Kolyaska», was sehr ähnlich wie «Alaska» tönt).

Auf dem Internet kann man sich auch mit der To-Do-Liste des russischen Präsidenten vertraut machen, die in die gleiche Richtung zielt:

Universiade
Olympiade
Paraolympiade
Krim
Alaska

Ich persönlich habe widersprüchliche Gefühle. Mit dem Krim-Beitritt hat Russland seine geopolitische Lage verbessert und das russische Volk auf der Halbinsel sozusagen verteidigt. Jede Medaille hat aber eine Kehrseite.

Was ich befürchtet, sind nicht die Sanktionen, mit denen die Weltgemeinschaft droht. Jeder weiss, dass der russische Staatshaushalt extrem von den Einnahmen aus Rohstoffexporten abhängig ist. Die EU wird sich aber nie auf einen Unterbruch der Öl- und Gasimporte aus Russland einigen können, weil man in diesem Fall den Ast absägt, auf dem man sitzt. Was ich befürchte, sind die Massen- und die Social Media, die zum Hass zwischen unseren Völkern aufstacheln.

Ich war mehrmals in der Ukraine, habe ein paar gute Freunde und Bekannte dort. Ausserdem kenne ich viele Ukrainer, die in Russland arbeiten. Das ist unser Brudervolk, wir haben eine Sprache, eine Mentalität, eine gemeinsame Kultur. Was die Massmedien jetzt machen, ist inakzeptabel. Wenn man russische, ukrainische, deutsche und amerikanische TV- und Radio-Sendungen und Artikel über die Krim vergleicht, findet man kaum etwas Gemeinsames. Die Fakten werden unterschiedlich interpretiert, manchmal sogar verdreht.

Ich habe gestern mit einem ukrainischen Freund telefoniert, der in Kiew lebt. Er ist wie viele andere Ukrainer der Meinung, Janukowitsch sei ein Protegé des Kremls. Gemäss seiner Information haben sich nur 42 Prozent der Krimbevölkerung für den Beitritt ausgesprochen. Putin sei Hitler #2, sagt er. Der kümmere sich nicht um den Wohlstand des russischen Volkes und spiele sein eigenes Spiel.

Ich bin Patriotin, ich kann aber die Eile des russischen Präsidenten auch nicht nachvollziehen. Warum wurden zum Beispiel die Russen nicht gefragt, ob sie diesen Beitritt wünschen? Entweder gibt es einen Grund, den ein einfacher Russe nicht kennt, oder aber das Problem liegt noch tiefer. Was will Putin als Nächstes? Wo ist die Garantie, dass Deutschland das Kaliningrader Gebiet (ehemaliges Königsberg) nicht zurückverlangt? Japan könnte die Kurilen zurückverlangen. Was passiert, wenn Russland Ansprüche auf Alaska erhebt? Es gibt mehr Fragen als Antworten.

Abenteuer Weltreise: Ich bin zurück und wieder ONLINE!

27. März 2013

Professor Tell auf dem Roten Platz

Professor Tell auf dem Roten Platz

Es kommt halt doch oft anders, als man denkt: Eigentlich wollte ich nur eine kleine Auszeit nehmen und in fremden Ländern verschiedene Sprachen und Kulturen kennenlernen. Doch schliesslich nahm ich für eine längere Zeit Abschied von WLAN, TV und Natel und reiste mehrere Monate offline durch China, Brasilien, USA und andere Länder.

Gerade erst bin ich wieder in die Schweizer Berge zurückgekehrt und lasse meine ganze Reise noch einmal Revue passieren. Noch sehr gut erinnere ich mich an meinen ersten Halt auf meiner Reise: Moskau. Obwohl die Flugzeit von Zürich nach Moskau nur knapp dreieinhalb Stunden beträgt, fühlte ich mich sofort in einer anderen Welt. Allein schon wegen der Plakate und Ladenschilder in kyrillischer Schrift. In meinem Reiseführer las ich, dass das kyrillische Alphabet aus 33 Buchstaben besteht, die zum grössten Teil aus dem griechischen Alphabet übernommen oder abgeleitet wurden.

Schöner Roter Platz
Besonders beeindruckend war für mich der Kreml (Кремль). Er liegt am Ufer der Moskwa (Москва), und seine gigantischen Mauern sind schon von weitem zu sehen. Von der Grösse her ebenso eindrucksvoll ist der Rote Platz (Красная Площадь). Wenn man sich in die Mitte dieser gigantischen Fläche stellt, hat man einen hervorragenden Ausblick auf den Kreml, das berühmte Einkaufszentrum GUM (ГУМ) sowie die Basilius-Kathedrale (Храм Василия Блаженного). Doch irgendwie ist der Rote Platz selbst alles andere als rot. Interessiert fragte ich einen Einheimischen, der mir verriet, dass die russischen Wörter für «schön» und «rot» ursprünglich dieselben waren, nämlich «krasny» (красный). Im Laufe der Zeit verlor dieses Adjektiv jedoch die Bedeutung «schön», weshalb viele die Farbe Rot mit dem Namen des Platzes verbinden. Dies führte dann auch zu den eigentlich nicht ganz richtigen Übersetzungen in andere Sprachen, etwa im Deutschen oder im Englischen (Red Square).

Altbekanntes trotz kyrillischer Schrift
Trotz der mir fremden Schrift kam mir in den Moskauer Einkaufsstrassen doch so einiges sehr bekannt vor. Denn dank der international bekannten Logos, Farben und Schriften erkennt man bestimmte Unternehmen auf den ersten Blick, auch ohne Transkription bzw. Übersetzung. Doch seht selbst:

McDonalds Russland

Professor Tell in Moskau

Neben den Monumenten rund um den Roten Platz hat die russische Hauptstadt auch noch andere Giganten zu bieten. Zum Beispiel die knapp 100 Meter hohe Statue des russischen Zaren Peter des Grossen, der auf einem genauso überdimensionalen Schiff steht. Diese Statue wurde anlässlich des 300-jährigen Bestehens der russischen Marine errichtet, die von Peter dem Grossen gegründet wurde.

Professor Tell in Moskau

Professor Tell und Peter der Grosse

Moskau ist wirklich eine spannende Stadt: eine schöne erste Destination auf meiner Weltreise. Von Russland ging es für mich dann weiter in die Ferne und Wärme. Doch mehr dazu in meinem nächsten Blogbeitrag.

So geht’s jetzt weiter
Nach dieser langen Reise werde ich mich jetzt erst einmal ein bisschen zu Hause erholen und meine Erlebnisse in einem Reisebericht auf Papier bringen bzw. in Form eines Online-Tagebuchs posten. Meine nächster Halt wird dann nicht mehr so weit weg sein: Am 10. und 11. April bin ich an der Swiss Online Marketing.

Ich freue mich schon jetzt auf Euren Besuch am Stand der TRANSLATION-PROBST AG, wo Ihr Eure Treffsicherheit unter Beweis stellen und attraktive Preise gewinnen könnt. Nicht verpassen! Ihr findet mich und das TRANSLATION-PROBST Team in der Halle 1, direkt neben dem Eingang.