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Artikel Tagged ‘Technische Übersetzung’

Wort der Woche «Geocache»

9. November 2015

Was haben Sie das letzte Wochenende gemacht? Waren Sie spazieren, sind Sie auf Bäume geklettert, haben Sie eine Felswand bezwungen oder waren Sie gar unter Wasser? Bei diesen Aktivitäten war die Wahrscheinlichkeit jedenfalls gross, dass Sie auf einen Cache stiessen. Sie verstehen nur Bahnhof? Wir klären Sie auf.

Mit Sack und Pack auf der Suche nach dem Cache.

Mit Sack und Pack auf der Suche nach dem Cache.

Naturfreunde, Technik-Freaks und Liebhaber von Rechen- und Knobelaufgaben kommen beim Geocaching voll auf ihre Kosten. Geocache ist eine virtuelle Schnitzeljagd. Während früher Schnitzel dazu dienten, einen Hinweis auf das Geheimversteck zu geben, werden heute Behälter irgendwo in der Natur versteckt. Mit einer Geocache-App sowie anhand der Koordinaten und einem speziellen GPS-Gerät können die Verstecke aufgespürt werden. In fast jedem Staat der Erde gibt es mindestens einen versteckten Geocache. In der Schweiz gibt es über 24‘000 Caches, weltweit sind es 2,6 Millionen. Sogar auf der Internationalen Raumstation ist ein Behälter versteckt. Ziel ist es, den Cache so gut zu verstecken, dass er nicht durch Zufall gefunden werden kann.

Weltweites Versteckspiel
Doch wie kam es zu dieser verrückten Idee? Am 2. Mai 2000 schaltete die US-Regierung die künstliche Verschlechterung der Genauigkeit des GPS-Signals aus. Dadurch wurde die Genauigkeit für private Nutzer von ca. 100 Metern auf 10 Meter erhöht. Dies brachte Dave Ulmer auf die Idee, ein weltweites Versteckspiel zu starten. Am 3. Mai 2000 versteckte er in der Nähe von Portland einen schwarzen Plastikeimer, in dem er CDs, eine Videokassette, Geldscheine, ein Buch, eine Steinschleuder und eine Konservendose mit Bohnen hinterlegte. Als Regel formulierte er «Get some Stuff, Leave some Stuff» und das Führen eines Logbuchs, in dem sich die Finder eintragen und den Tausch von Gegenständen dokumentieren.

Für jeden Geschmack die passende Aufgabe
Heute können sich die Finder nicht nur im Logbuch eintragen, sondern ihren Fund zusätzlich in der App mit Fotos dokumentieren. Möglicherweise macht so mancher ein Selfie mit geschwellter Brust, denn es gibt verschiedene Arten von Caches. Den Traditional Cache findet man sowohl an abgelegenen Orten als auch im urbanen Gebiet. Das Auffinden erfordert manchmal durchaus sportliche Leistungen und Geschicklichkeit: Ob auf Bäumen, im Wasser oder auf einem Berg — der Cache kann überall versteckt sein.

Beim «Multi» müssen Sie verschiedene Stationen absolvieren. Die Koordinaten der Stationen sind teilweise komplett veröffentlicht, teilweise ergeben sie sich aus den vorgehenden Stationen.

Bevor Sie sich auf die Suche nach einem «Mystery» machen können, müssen Sie ein Rätsel lösen. Dabei handelt es sich um verschiedene Arten und Schwierigkeiten von einer Rechenaufgaben über trigonometrische und Literaturaufgaben bis hin zu Internet-Recherchen, Sudokus und Bilderrätseln. Es gibt sogar Caches, die nur in der Dunkelheit auffindbar sind, die sogenannten Night-Caches. Sie sehen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Bevor Sie selber einen Cache verstecken können, müssen Sie einige finden. Sollten Sie dieses Privileg eines Tages haben, müssen Sie einige Geocaching-Regeln beachten. Beispielsweise dürfen die Caches aus Rücksicht auf die Natur nicht vergraben werden.

Die Technik macht einiges möglich — sogar eine virtuelle Schnitzeljagd. Doch damit die Technik auf der ganzen Welt verstanden wird, braucht es Übersetzungen. Da dieses Fachgebiet sehr schnelllebig und komplex ist, verfügt die TRANSLATION-PROBST AG über Fachübersetzer, die sich damit sehr gut auskennen, und über einen Express-Service, der technische Fachübersetzungen in 3 Stunden ermöglicht. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Geocaching und freuen uns auf Ihre Erfahrungsberichte.

Wort der Woche «Blechhirn»

28. September 2015

Sie haben richtig gelesen. Unser Wort der Woche widmet sich dem «Blechhirn». Oder anders ausgedrückt: dem Computer. Einem Gerät, das uns täglich begleitet − ob in Form eines Smartphones, eines Tablets oder unserer PC-Station am Arbeitsplatz. Das Blechhirn oder auf Plattdeutsch «Bleckbrägen» (vgl. ideesamkeit.de) hat seinen Ursprung wie viele revolutionäre Dinge im Lateinischen: Das Wort Computer stammt vom Verb «computare» ab, was «berechnen» bedeutet, stellvertretend für die Funktion des Computers als «Rechner».

Längst dominiert der Computer verschiedene unserer Lebensbereiche: beim Handy, im Auto, beim E-Shopping, während der Arbeit, wenn wir die Waschmaschine einschalten oder auf die Anzeigetafel im Bahnhof blicken. Viele der alltäglichen Dinge sind computergesteuert. Und wir halten sie für selbstverständlich. Dass wir uns dabei enorm abhängig machen, ist uns nicht klar.

Was, wenn der Strom ausfällt?
Wir haben das alle schon erlebt: Wir sitzen an einer wichtigen Arbeit, und plötzlich bleibt der Computer hängen oder stürzt ab. Die Daten gehen verloren, wir können nicht weiter arbeiten und drehen Däumchen. Das sind noch die harmloseren Dinge, die uns mit Computern zustossen können.

Was aber, wenn der Strom mehrere Tage oder Wochen ausfällt?

Unser Leben hängt dann sprichwörtlich daran: Denn alle lebensnotwendigen Kanäle sind an Strom und damit an Computer und Internet geknüpft − seien es die Logistik und Warenversorgung der Detailhändler, die Stromzufuhr für Heizungen oder die Wasserzufuhr. Mit einem grösseren Blackout wären wir mit einem Mal um mehrere Jahrhunderte in unserer Zeitgeschichte zurückversetzt und komplett offline (Buchempfehlung: Thomas Grüter: Offline! Das unvermeidliche Ende des Internets und der Untergang der Informationsgesellschaft).

Ohne Strom läuft gar nichts mehr.

Ohne Strom läuft gar nichts mehr.

Mit einem Schlag müssten wir uns wieder analog verhalten und sprichwörtlich zurück zu den Wurzeln finden. Die Überschwemmung, welche 2011 Thailand heimsuchte, zeigte, wie verwundbar unsere ICT-Gesellschaft ist: Es kam zu einem weltweiten Engpass bei Festplatten. Mehrere solcher Ereignisse können unser komfortables und computergesteuertes Leben rasch aus den Bahnen werfen.

Blechhirn vs. menschliches Gehirn
Was Thomas Grüter in seinem Buch «Offline!» beschreibt, klingt wie die Situation nach der Apokalypse. Allerdings sind einige Passagen aus dem Buch durchaus realistisch und plausibel. Darum ist es notwendig, trotz unserer Blechhirne immer noch unser eigenes Gehirn zu benutzen. Denn es kann die Informationen wesentlich länger abspeichern als bestimmte digitale Speichermedien.

Wussten Sie, dass z. B. ein Buch ca. 100 Jahre lang hält? Im Vergleich dazu hat ein USB-Stick mit Flash-Speicher eine Lebensdauer von ca. zehn bis dreissig Jahren. CDs und DVDs halten im Schnitt zwanzig bis fünfzig Jahre, während Festplatten gerade mal auf maximal zehn Jahre kommen. Sie sehen schon: Unsere schöne Computerwelt ist zwar bequem, aber auch kurzlebig und anfällig. Grosse Internetkonzerne gehen sogar dazu über, wichtige Daten wieder in Printform zu sichern.

Computer früher und heute
Während in den Anfangsjahren des Computers die Rechner ganze Hallen füllten, schrumpften sie im Laufe der Zeit auf Armbanduhrgrösse. Der Computer hat sich seit seiner Erfindung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts massiv weiterentwickelt: Er fand den Weg von klobigen Geräten zu handlichen, ja fast schon menschenähnlichen Devices, die wir nun täglich benutzen und sehr nah am Körper tragen: Während wir in den 80er Jahren noch ein Monstrum als Computer auf dem Tisch hatten, nähert er sich heute gefährlich nahe unserem Gehirn. Zuerst als Laptop, dann als Smartphone und Tablet und schliesslich als Smartwatch und Google-Brille. Doch Google ging noch einen Schritt weiter und entwickelte intelligente Computerlinsen für Diabetiker, die bereits auf Tuchfühlung mit dem menschlichen Körper gehen.

Der Trend ist klar: Computer und Mensch wachsen immer mehr zusammen. Geht es nach Science-Fiction-Autoren, werden wir uns zum Cyborg weiterentwickeln − also halb Mensch, halb Maschine. Ob das positiv ist, wage ich zu bezweifeln. Doch es gibt auch positive Anwendungsbeispiele, z. B. die computergesteuerten Prothesen, die Behinderten wieder mehr Mobilität und Unabhängigkeit ermöglichen.

Bei all diesen Entwicklungen rund um den Computer wird es wichtig sein, dass sich der Mensch treu bleibt und seine Existenz nicht allzu arg auf die Maschinen abstützt. Denn sollten uns die Ressourcen mal ausgehen − und das werden sie − dann stehen wir da wie bestellt und nicht abgeholt.

Unser Wort der Woche. Wieder mal von unserem Gastautor, Texter und PR-Berater Predrag Jurisic. Wie ist Ihr Verhältnis zum Computer? Was löst die Vorstellung einer Cyborg-Gesellschaft bei Ihnen aus? Welche Aspekte − positiv oder negativ − sehen Sie in Computern? Wir wollen es wissen und darüber diskutieren. Darum sind wir über IHREN Kommentar froh. Bis nächste Woche.

Wort der Woche: «Software»

14. September 2015

Bei Übersetzungen von Softwares, ERP-Systemen oder anderen technischen Texten ist es wichtig, dass jedes Wort stimmt. Nur so werden fehlerhafte Bedienungen vermieden und Kunden begeistert. Unsere Mitarbeiterin Doris Martin, Stv. Leiterin Projektmanagement, hat selber 10 Jahre lang Softwares übersetzt und weiss genau, worauf es ankommt.

Doris Martin ist unsere Expertin wenn es um technische Übersetzungen geht.

Doris Martin ist unsere Expertin wenn es um technische Übersetzungen geht.

TRANSLATION-PROBST AG: Weshalb muss man eine Software übersetzen? Es können doch fast alle Englisch …
Doris Martin: Für die Lokalisierung von Softwareprogrammen und Websites waren anfangs Marketingstrategien ausschlaggebend. So wollte man Kunden mit bescheidenen oder keinen Englischkenntnissen erreichen. Denn es ist ein Mythos, dass alle Englisch können. Man muss die Sprache des Kunden sprechen. Im Sinne der Globalisierung kommt man heute nicht um eine professionelle Lokalisierung herum. Wer sich heutzutage weltweit «positionieren» und seinen Umsatz steigern möchte, passt seine Produkte auch sprachlich an. Mit der Zeit sind weitere Faktoren dazugekommen. Zum Beispiel verlangen Bestrebungen der EU oder von einzelnen Ländern eine sprachliche Anpassung der Produkte an den jeweiligen Wirtschaftsmarkt. Nehmen wir unsere frankophonen Nachbarn als Beispiel. In Frankreich wurden Sprachgesetze geschaffen, gemäss derer u.a. importierte Software für den französischen Markt vollumfänglich lokalisiert werden soll. Und Frankreich ist nicht das einzige Land mit einer «extremen» Sprachpolitik, die auch dem Schutz der eigenen Sprache dienen soll.

Was ist bei der Übersetzung einer Software wichtig?
Für eine erfolgreiche globale Produkteinführung ist eine frühzeitige Planung der Software wichtig. Eine Software oder App sollte von Anfang an «lokalisierungsfreundlich» entwickelt werden, d.h., es muss von Anfang an klar sein, welche Inhalte, Codes etc. wie exportiert werden, damit diese übersetzt werden. Die zu übersetzenden «Inhalte», auch Strings genannt, werden in einer String-Datei externalisiert und vom Übersetzer wenn immer möglich anhand eines CAT-Tools übersetzt. Wir sprechen hier nicht von maschineller Übersetzung. Diese CAT-Tools unterstützen den Übersetzer bei seiner Arbeit beispielsweise anhand von Translation-Memorys und Terminologie-Datenbanken, was die sprachliche und terminologische Konsistenz gewährleistet. Vom technischen Aspekt her gibt es bei der Entwicklung einer Software, die in der Zukunft übersetzt wird, Verschiedenes im Auge zu behalten. Nicht alle Sprachen lesen sich von links nach rechts und nicht alle Datums- und Zeitformate werden gleich geschrieben, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch die Zeichencodierung muss beachtet werden, wobei UTF-8 in 99 Prozent der Fälle die richtige Wahl ist. Empfehlenswert ist auch ein enger Austausch zwischen Entwicklern und Übersetzern. Dies ist vor allem in der Testphase der Software wichtig. Wie oft haben sich Benutzer einer lokalisierten Software aufgeregt oder das Programm amüsiert belächelt, weil der Text in einem Dialogfenster abgeschnitten erscheint oder überhaupt keinen Sinn macht. Bei der Lokalisierung sollte man nicht knausrig sein und ein nettes Budget einplanen.

Was unterscheidet die Übersetzung im Bereich Technik von anderen Übersetzungen?
Im Gegensatz zu allgemeinen Übersetzungen wird bei einer technischen Übersetzung (Maschinenbau, Medizin, Computer usw.) vom Übersetzer ein gewisses technisches Know-how vorausgesetzt. Der Übersetzer ist nicht nur ein Sprachvermittler, sondern auch ein «Kenner» der Materie, der die richtige Terminologie am richtigen Ort einsetzt und sich bei technischen Dokumentationen auch bei den erforderlichen ISO-Normen für die Übersetzung auskennt. Ungenaue oder unfachmännische Übersetzungen können zum Beispiel zu einer falschen Handhabung eines Produkts führen und schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Bei der Software-Lokalisierung kann die Übersetzung auch komplexe Aufgabengebiete umfassen, die weit über eine «herkömmliche» Übersetzung hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise die Bearbeitung von Grafiken und diversen Dateiformaten, das Testen der Software und das Desktop Publishing (DTP).

Warum sollte die Übersetzung von einem professionellen Übersetzer gemacht werden?
Würden Sie einem Schreiner eine Herztransplantation anvertrauen? Oder würden Sie Ihren Hausarzt zu Rate ziehen, wenn Ihre Waschmaschine den Geist aufgegeben hat? Für eine hochwertige Übersetzung genügt es nicht, dass man eine Fremdsprache beherrscht. Neben einer umfänglichen sprachlichen und fachlichen Ausbildung verfügt ein professioneller (Fach-) Übersetzer als Muttersprachler auch über das erforderliche Sprachgefühl, um einen Text so in der anderen Sprache wiederzugeben, dass er nicht nach «Übersetzung riecht». Ein Text wird vorab analysiert (Intention des Verfassers, Textsorte, Tonalität/Stil, sprachliche und kulturelle Aspekte des Zielpublikums etc.) und danach fachspezifisch übersetzt. Wenn vom Kunden keine Terminologie-Listen oder Referenztexte vorliegen, muss der Übersetzer selbstständig Recherchen anstellen, damit das Wording und die Corporate Language des Kunden in der Übersetzung reflektiert werden und diese nicht nur als eine «wörtliche Wiedergabe» des Ausgangstextes daherkommt.

Wie wichtig ist ein einheitliches Wording bei Übersetzungen?
Ein einheitliches Corporate Design prägt das Image einer Marke nach aussen. Aber auch Texte beeinflussen das Erscheinungsbild, und oft wird das Corporate Wording als Teil der Corporate Identity vernachlässigt. Ein einheitliches Wording erhöht den Wiedererkennungswert eines Unternehmens oder einer Marke und vermittelt Professionalität und ist daher unverzichtbar. Eine einheitliche, widerspruchsfreie und klare Sprache erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Produkt, eine Marke oder eine Dienstleistung gekauft wird. Und dies sollte sich wie ein roter Faden durch die gesamte Unternehmenskommunikation ziehen, von den E-Mails, Geschäftsbriefen, PR-Texten über Broschüren, technische Dokumentation bis hin zu den Texten für die Website und die Social Media. Für treffsichere Übersetzungen, die technische Fachausdrücke oder die Corporate Language einhalten, setzt dies eine methodische und regelmässige Terminologie-Arbeit und -pflege voraus. Heutzutage gibt es professionelle Terminologie-Management-Systeme, die mit Translation-Memory-Systemen zusammenarbeiten und so den Übersetzern bei ihrer täglichen Arbeit hilfreich zur Seite stehen.