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Treffsichere Texte dank rhetorischer Figuren

20. Oktober 2015

Finden Sie Ihre Texte manchmal trocken und langweilig? Dann mangelt es ihnen möglicherweise an rhetorischen Figuren. Denn diese helfen Reden, Marketingtexte und Titel lebendiger zu gestalten und erregen bei Ihren Lesern und Zuhörern Aufmerksamkeit. Im Folgenden erklären wir Ihnen die wichtigsten Stilfiguren.

Alliteration
Die Alliteration ist eine Wortfolge, bei der die wichtigen Wörter den gleichen Anfangsbuchstaben besitzen. Sie taucht häufig in Titeln oder Schlagzeilen auf.

Beispiele:

  • Milch macht müde Männer munter.
  • Veni, vidi, vici.
  • Der dicke Dachdecker deckt dir dein Dach, drum dank dem dicken Dachdecker, dass der dir dein Dach deckt.

Anapher
Die Anapher folgt einem sehr simplen Muster: Wörter oder Satzglieder werden am Anfang eines Satzes in aufeinanderfolgenden Sätzen wiederholt. Damit können Sie Ihre Aussage betonen. Das Gegenstück zur Anapher ist übrigens die Epipher. Bei ihr werden wichtige Wörter oder Wortgruppen am Satzende wiederholt.

Würzen Sie Ihre Texte mit rhetorischen Figuren.

Würzen Sie Ihre Texte mit rhetorischen Figuren.

Beispiele:

  • Treffsichere Texte wecken die Aufmerksamkeit der Kunden. Treffsichere Texte steigern den Umsatz. Treffsichere Texte sind für den Erfolg eines Unternehmens essenziell. (Anapher)
  • Er will alles, kann alles, tut alles. (Epipher)

Anspielung
Mit einer Anspielung wird ein Sachverhalt dargestellt, der jedoch nicht mit einer eindeutigen Wortwahl ausgedrückt wird. Meistens ist es eine indirekte Bezugnahme auf eine Person, die Bibel, ein geschichtliches Ereignis, die Mythologie, Literatur usw. Aber Achtung! Eine Anspielung kann auch als Seitenhieb oder Stichelei verstanden werden.

Beispiele:

  • Es wäre ja nicht das erste Mal.
  • Droht Amerika ein zweites Vietnam? (FAZ, 19.10.2001)

Ellipse
Bei der Ellipse werden einzelne Wörter oder Satzteile, die fürs Verständnis nicht notwendig sind, weggelassen. Der Satz ist also grammatikalisch nicht vollständig. Damit können Sie den Rhythmus Ihres Textes beschleunigen und das Gefühl eines Ausdrucks steigern.

Beispiele:

  • Erst (kommt) die Arbeit, dann (kommt) das Vergnügen.
  • Was (machen wir) nun?

Euphemismus
Ein Euphemismus ist eine Beschönigung einer unangenehmen Sache. Oftmals wird sie auch als Verschleierung benutzt.

Beispiele:

  • Gewinnwarnung → kündigt einen Verlust an
  • Windowdressing → die Bilanz in einem möglichst günstigen Licht präsentieren (Bilanzkosmetik)

Hypophora
Stellen Sie Ihren Zuhörern oder Lesern eine Frage, die Sie anschliessend selber beantworten, so bilden Sie eine Hypophora. Mit diesem Stilmittel können Sie die Neugier der Rezipienten wecken und gewinnen so ihre Aufmerksamkeit. Tipp: Benutzen Sie die Hypophora, um einen Richtungswechsel einzuleiten.

Mit der Hypophora verwandt ist übrigens die rhetorische Frage. In diesem Fall wird eine Frage gestellt, bei der die Antwort vorausgesetzt und nicht ausdrücklich genannt wird.

Beispiele:

  • Warum sind treffsichere Texte für Unternehmen wichtig? Weil sie die Zielgruppe überzeugen und zu Kunden machen. (Hypophora)
  • Sollte uns das nicht zu denken geben? (rhetorische Frage)

Ironie
Die Ironie findet sowohl umgangssprachlich als auch in Reden und in der Literatur Verwendung. Wenn Sie etwas ausdrücken, aber genau das Gegenteil davon meinen, sind Sie ironisch. Passen Sie aber auf, dass die Ironie aus dem Zusammenhang klar wird, sonst sind Missverständnisse vorprogrammiert.

Beispiele:

  • «Das hast Du ja wiedermal ganz toll hingekriegt!»
  • «Das ist ja eine schöne Bescherung!»

Metapher
Metaphern sind ein besonders beliebtes Stilmittel und oftmals im Sportbereich anzutreffen. Dabei wird ein Wort aus seinem Bedeutungszusammenhang gelöst und in einen anderen übertragen. Es ist jedoch kein Vergleich, der mit dem Wort «wie» daherkommt. Bei der Erfindung von Metaphern sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist jedoch, dass Sie darauf achten, dass sie einfach, verständlich und eindeutig sind.

Beispiele:

  • Aus einer Fliege einen Elefanten machen.
  • Im Fussball: Eine Granate schlägt im Winkel ein. (Hamburger Morgenpost, 27.06.2008)

Vergleich
Machen Sie einen Vergleich, indem Sie zwei Wörter oder Satzteile miteinander verbinden, um ein neues Bild zu erzeugen. So erhöhen Sie die Verständlichkeit eines Textes und steigern die Spannung.

Beispiel:

  • Einen Text ohne rhetorische Figuren zu lesen, ist so spannend, wie dem Gras beim Wachsen zuzusehen.

Haben Sie noch nicht genug davon? Dann finden Sie bei Wikipedia eine ganze Liste weiterer Stilfiguren. Denn ein Text zeichnet sich auch dadurch aus, dass er nicht nur die geläufigen, sondern auch die seltenen rhetorischen Figuren aufweist. Seien Sie mutig! Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Formulierung überraschender, ausgefallener und extravaganter Texte, die bei den Rezipienten einen Eindruck hinterlassen. Und wenn Sie mal unsicher sind, dann helfen Ihnen unsere Korrektoren gerne weiter.

Wort der Woche «Texten»

19. Oktober 2015

Texte sind im beruflichen Alltag ausschlaggebend, um in der Geschäftswelt erfolgreich zu sein. Geht Ihnen diese Arbeit nicht so leicht von der Hand? Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur, hat für Sie einige Tipps zum Texten.

Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur.

Prof. Dr. Daniel Perrin, der Leiter des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der ZHAW in Winterthur

TRANSLATION-PROBST AG: Weshalb sind treffsichere Texte im Berufsleben wichtig?
Prof. Dr. Daniel Perrin: Weil leichter ans Ziel kommen kann, wer ins Schwarze trifft. Das heisst, wenn Sie Ihre Zielgruppe erreichen und aus der Masse herausstechen wollen, müssen Sie deren Geschmack und Sprache genau treffen. Dies gelingt durch treffsichere Texte.

Im Alltag muss man oftmals unter Druck schreiben. Wie geht man am besten damit um?
Wichtig ist, dass man sich voll und ganz auf den Schreibauftrag konzentriert und nicht noch an fünf anderen Pendenzen rumstudiert. Das verursacht nur zusätzlichen Stress und hilft nicht weiter. Räumen Sie sich ein Zeitfenster ein, während dessen Sie ungestört schreiben können. Kurz gesagt: Die Zeit gut einteilen – und gelassen bleiben.

Wie weiss man, ob der eigene Text gut ist?
Gut ist ein Text, wenn er Testleser der Zielgruppe in die gewünschte Richtung bewegt. Dies können Sie ausprobieren, indem Sie den Text einer Person zu lesen geben, die die Zielgruppe vertritt oder ihr sehr nahe kommt. Ist dies nicht möglich, geben Sie ihn einer Person, die sich gut in die Zielgruppe hineinversetzen kann. Vier Augen sehen auf jeden Fall immer mehr als zwei.

Welche Tricks helfen beim Texten?
Wissen, was man will, und sich vor dem Schreiben mit einer kurzen Lektüre guter Sprache einstimmen. Das steckt an. Was gute Sprache ist? Für mich: mit gewöhnlichen Wörtern ungewöhnliche Dinge sagen.

Wie überwindet man eine Schreibblockade?
Bei Schreibblockaden lesen viele immer und immer wieder, was sie schon geschrieben haben. Das hilft nichts. Ein Tapetenwechsel hingegen kann sehr wirkungsvoll sein. Wie dieser genau aussieht, muss jeder für sich selber entscheiden. Meiner zum Beispiel: Apfel essen, dann zurück an den Computer gehen, abdecken, was ich schon geschrieben habe, und genau dort weiterschreiben, wo ich war.

Möchten Sie noch etwas ergänzen?
Etwas klar und einfach schreiben zu können, heisst, es verstanden zu haben. Schreiben ist also ein Werkzeug nicht nur des Mitteilens, sondern auch des Denkens. Das macht Schreibforschung und Schreibberatung so spannend für mich – und bedeutsam für alle, die gut und gern schreiben wollen.

Ein klarer Fokus und ein Apfel können beim Schreiben also wahre Wunder bewirken. Fühlen Sie sich doch noch nicht ganz sicher, erhalten Sie bei der Lektüre des Buches „Schreiben im Beruf“ von Prof. Dr. Daniel Perrin (www.danielperrin.net) viele weitere hilfreiche Tipps.

Wort der Woche: «Online-Text»

7. September 2015

Diese Woche berichten wir ausnahmsweise über zwei Wörter: «Online» und «Text». Otto Waalkes würde «Online» wohl mit «an der Leine» übersetzen. Ganz Unrecht hätte er dabei nicht. Schliesslich hängen wir an der Leine oder Linie, die uns mit dem weltweiten Internet verbindet. Beim Text ist es etwas einfacher: Das Wort stammt vom lateinischen «texere» ab, was «weben» bedeutet. Ein Text ist somit ein Geflecht aus Informationen − passend zum weltweiten Gewebe namens Internet. Doch worauf gilt es bei «Online-Texten» zu achten? Auf ein Wort.

Oder Keyword. Suchmaschinenoptimierte Texte sind heute in aller Munde. Es gilt, nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Suchmaschinen zu schreiben und dabei die richtigen Stichworte oder Keywords zu treffen. Doch ist ein «Online-Text» bzw. ein Text für die digitalen Medien etwas anderes als ein «Offline-Text»? Ja und nein. Zum einen ist das Leseverhalten an Bildschirmen anders als bei Printmedien; dieser Unterschied gilt es daher zu berücksichtigen. Zum anderen gelten dennoch dieselben Regeln wie im klassischen Journalismus.

Online bis zu 30 Prozent langsamer
Lesen wir Texte online, sind wir bis zu 30 Prozent langsamer, als wenn wir ein Buch aufschlagen. Für die Autoren bedeutet dies kurze und prägnante Texte. Für die Webdesigner ansprechende Webdesigns, die den Text auflockern und den Usern gut portioniert servieren. Neben einem guten Online-Text und nutzerfreundlichen Design helfen wie im klassischen Journalismus die folgenden Elemente:

  • Aussagekräftige Titel im Schlagzeilen-Stil
  • Prägnante Überschriften und fett markierte Schlagwörter
  • Das Relevante und Wichtige zuerst: W-Fragen wie «Wer bietet was, wann, für wie viel, wo, für wen und warum an?», Nutzen, Vorteil, News gleich zu Beginn
  • Geeignete Bilder, Infografiken oder Aufzählungen
  • Ein Gedanke pro Satz
  • Leserliche Schrift
Online-Texte entscheiden über Erfolg oder Niederlage.

Online-Texte entscheiden über Erfolg oder Niederlage.

Je übersichtlicher ein Online-Text ist und je mehr Ankerpunkte wie Überschriften, fett markierte Keywords oder Infografiken und Bilder er bietet, desto leichter besteht er den «Scan Blick» der Nutzer. Denn diese schauen zunächst nur oberflächlich die relevanten Informationen an, ehe sie sich entscheiden, sich zu vertiefen. Ausserdem nehmen Online-Nutzer nur 50 Prozent aller Informationen wahr.

Wie viele Keywords dürfen es denn sein?
Etwa 4 Prozent der Gesamtzahl der Wörter in einem Text. Sonst strafen einen die Suchmaschinen ab. Die relevanten Suchbegriffe sollten auf den folgenden Ebenen eingesetzt werden:

  • URL (wenn möglich) und Browsertitel
  • Suchmaschinen-Beschreibung (bekannt auch als Google Description)
  • Überschriften
  • Am Anfang und Ende eines Abschnitts
  • In Listen oder Beschriftungen für Bilder, Infografiken, Videos oder Links

Daneben ist es ratsam, eigene Online-Texte mit weiteren ähnlichen Artikeln oder Unterseiten zu verlinken. Auch Backlinks verbessern die Suchmaschinen-Performance, sollten aber vom Inhalt her demjenigen Ihrer Website entsprechen: Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie Schraubenschüssel verkaufen wollen und via Social Media Portale von irgendwelchen Bananenseiten empfohlen oder verlinkt werden. Alles muss also im Kontext stehen. Und bei den Keywords bedeutet dies auch, Synonyme und Umschreibungen zu verwenden, weil die Suchmaschinen kontextbezogen die Websites bewerten.

Unser SEO-Texter Pre textet Ihre Website so, dass Google und Ihre Kunden Sie gut finden.

Unser SEO-Texter Pre textet Ihre Website so, dass Google und Ihre Kunden Sie gut finden.

Relevanz entscheidet
Keywords hin oder her: Am Ende entscheidet die Relevanz Ihrer Online-Texte, ob Sie Aufträge gewinnen oder verlieren. Und Relevanz (= Bedeutung, Wichtigkeit, Gewicht) erreichen Sie nicht durch ein Sammelsurium an Keywords, sondern durch das Entdecken der Fragen, die Ihren Kunden unter den Fingernägeln brennen. Ihre Online-Texte müssen zeigen, dass Sie es sind, die die Probleme Ihrer Kunden kompetent lösen können. Sie müssen Bedürfnisse oder Sehnsüchte ansprechen. Das, was bewegt oder beunruhigt. Das Ganze unterstreichen Sie mit Belegen und Beispielen − ob mit Kundenaussagen, erfolgreichen Projekten oder Tests, z. B. vom Kassensturz oder TÜV.

Versetzen Sie sich dabei in Ihre Kunden und überlegen Sie, wie deren Tagesablauf sich gestaltet, welche Sorgen sie plagen, was sie zwischen acht und zwölf Uhr machen, welche Medien sie konsumieren oder was für Hobbys sie haben (könnten). Dann kommen Sie der Relevanz rasch näher und verstehen Ihre Kunden auch besser.

Am Ende entscheidet der Inhalt Ihres Online-Textes darüber, ob sich Ihre Kunden tatsächlich damit auseinandersetzen möchten. Wohlgemerkt freiwillig und gerne. Wenn Sie das geschafft haben, funktioniert Ihre Werbung.

Unser Wort der Woche: Dieses Mal von unserem Gastautor, Texter und PR-Berater, Predrag Jurisic. Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen im Bereich Online-Texte: Wie erleben Sie die Herausforderungen? Was können Sie unserer Community mitgeben? Was stört Sie am ganzen Suchmaschinen-Kram? Wir wollen es wissen und darüber berichten. Darum sind wir über IHREN Kommentar froh. Bis nächste Woche.

Wort der Woche «Geschäftsbrief»

15. Juni 2015
Gabriela Baumgartner

Gabriela Baumgartner

Bestimmt kennen Sie diese Situation: Sie sitzen vor dem Computer und der Cursor blinkt auf dem leeren, weissen Word-Dokument. Ein Geschäftsbrief soll her. Und zwar einer, der die eigene Firma professionell aussehen lässt. Doch wie geht das genau? Gabriela Baumgartner, Redaktorin der Sendungen «Kassensturz» und «Espresso» bei Schweizer Radio und Fernsehen und Leiterin von Schreibseminaren, gibt Ihnen Tipps, wie Sie mit Ihrem Geschäftsbrief punkten können.

TRANSLATION-PROBST AG: Wie sieht das Layout eines perfekten Geschäftsbriefes aus?
Gabriela Baumgartner: Ein perfekt gestalteter Brief ist optisch übersichtlich und entsprechend gestaltet. Das heisst: eine einfache, gut lesbare Schrift und genug Weissraum. Verschiedene Schriftarten und -grössen sind ebenso unvorteilhaft wie unterschiedliche Hervorhebungen. Weniger ist mehr, lautet das Motto bei der Gestaltung. 

Was wird in Geschäftsbriefen häufig falsch gemacht?
Sehr häufig sind die Briefe optisch überladen, viel zu lang und nicht leserfreundlich aufgebaut. In vielen Briefen erkennt man keine eigentliche Struktur. Doch gerade das wäre für die Verständlichkeit wichtig.

Welche Floskeln sind total veraltet?
Jede Aussage, die keinen Sinn oder keine eigenständige Information transportiert, ist eine Floskel und damit völlig unnötig. «Wir bitten Sie um Kenntnisnahme» gehört in diese Kategorie, ebenso «Wir sehen Ihrer Antwort mit Freude entgegen …» oder «… zu unserer Entlastung senden wir Ihnen …».

Welche Angaben sind in einem Geschäftsbrief Pflicht?
Neben den inhaltlich notwendigen Informationen sind Angaben über die Erreichbarkeit des Absenders wichtig, ebenso Angaben über das weitere Vorgehen.

Professioneller Auftritt dank treffsicheren Geschäftsbriefen.

Professioneller Auftritt dank treffsicheren Geschäftsbriefen.

Wie sollte ein Geschäftsbrief textlich aufgebaut sein?
An die erste Stelle gehört die Kernaussage des Briefes. Worum geht es? Was ist zu tun? Langfädige, floskelhafte Einleitungen sind ebenso unnötig wie Zusammenfassungen oder Wiederholungen.

Wie kann man den Empfänger eines Geschäftsbriefes begeistern?
Mit Kürze und sprachlicher Prägnanz. Das heisst: kurze, klare Sätze, klare Aussagen, keine Fremdwörter und kein Fachchinesisch.

Inwiefern unterscheidet sich ein Geschäftsbrief von einer Geschäfts-E-Mail?
Bei der E-Mail gibt es mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Oft lenkt dieser ganze Schnickschnack aber vom Lesen ab. Zudem ist ein Brief vom Umfang her sofort fassbar. Bei einer E-Mail ist das oft nicht der Fall, der Leser muss erst mal scrollen, um zu sehen, wieviel Text ihn erwartet.

Welche drei Tipps geben Sie unseren Lesern?

  1. Sich überlegen, wem man etwas schreibt? Welchen Wissenstand hat mein Empfänger? Welche Bedürfnisse? Wie steht er zu mir?
  2. Ein kurzes Konzept erstellen. Welches ist meine Hauptaussage? Was will ich dem Leser mitteilen? Was erwarte ich danach von ihm?
  3. Kurz und verständlich schreiben.

Ist es wichtig, dass ein Geschäftsbrief in der Muttersprache des Empfängers geschrieben ist?
Je nach Situation ist eine Übersetzung empfehlenswert. Vor allem wenn klar ist, dass der Empfänger die gängige Sprache nicht versteht und auch nicht über ein Umfeld verfügt, das ihm weiterhelfen kann. 

Dank den Expertentipps von Gabriela Baumgartner fällt Ihnen das Texten Ihres Geschäftsbriefes das nächste Mal bestimmt leichter. Möchten Sie sich gar nicht mehr mit dem Verfassen von Geschäftsbriefen herumschlagen? Dann geben Sie uns ein kurzes Briefing, und wir übernehmen das gerne für Sie – auf Wunsch mit der entsprechenden Übersetzung.

Literaturtipps zum Thema Geschäftsbrief schreiben

  • Besser schreiben im Business
    Aktuelle Tipps und Vorlagen für den Geschäftsalltag Die wichtigsten Informationen auf den Punkt bringen? Mit diesem Buch kein Problem mehr. Einfach und schnell lernen Sie den richtigen Stil für die geschäftliche Kommunikation.
  • Besser schreiben im Alltag
    Aktuelle Tipps und Vorlagen für die private Korrespondenz Ein Schnellkurs für die moderne Korrespondenz: Mit 200 Vorlagen für Verträge, Reklamationen, private Briefe oder Einsprachen an Behörden. So finden Sie schnell die richtigen Worte.

Vertiefen Sie Ihr Wissen! Kurse und Workshops des KV Winterthur und KV Ost: 

Workshop «Besser schreiben»
Sie schreiben eigentlich gerne, und doch sind Sie manchmal frustriert, wenn der Geschäftsbrief, der Bericht oder der Artikel fürs Vereinsheft nicht so recht gelingen will. Was ist überhaupt ein guter Text? Sie repetieren und vertiefen die Grundregeln und erfahren, worauf es beim Schreiben ankommt. Sie lernen, sich klar, einfach und verständlich auszudrücken, interessant und abwechslungsreich zu schreiben und die richtigen Stilmittel bewusst einzusetzen.

Ihr Nutzen
Sie erfahren, wodurch sich ein guter Text auszeichnet und wie Sie Leser erreichen: Sie lernen, einen Text leserfreundlich aufzubauen und Ihre Botschaft am richtigen Ort zu platzieren. In verschiedenen Übungen entwickeln Sie Ihre Schreibkompetenz auf spielerische Art weiter und entdecken Wege, die Sie von der täglichen Schreibroutine wegführen.

Weitere Informationen finden Sie beim Kaufmännischen Verband Ostschweiz und beim Schweizerischen Institut für Betriebsökonomie.

Gastbeitrag – Richtig bloggen

28. Oktober 2013

bloggen_schreibenBlogs sind aus der Unternehmenswelt nicht mehr wegzudenken. Wer heute seinen Kunden und Partnern mehr als 140 Zeichen schenken will (Twitter und SMS lassen grüssen), betreibt und betreut einen Blog. Doch ein Blog braucht drei Dinge: Zeit, die richtigen Inhalte und ein Konzept. Wer sich dessen bewusst ist, kann seinen Blog allerdings gezielt einsetzen, sei es als Neukunden- oder Kundenbindungsinstrument. Vorausgesetzt, die Inhalte stimmen und sind, gerade im internationalen Umfeld, korrekt übersetzt und interpretiert.

Was ein Blog braucht

Was braucht es, damit der Blog richtig erfolgreich wird? Ein Blog ist wie ein längeres Gespräch, genauer gesagt ein Dialog, nicht ein Monolog. Das heisst, die bloggende Person (es kann eine aus dem Unternehmen oder eine externe sein), sollte wissen, dass auch Antworten und Reaktionen auf Beiträge folgen können. Wichtig hierbei ist: Kommentarfunktion einschalten und auf Sozialen Medien verbreiten. Wie bei jeder Marketing-Aktion so gilt auch hier: regelmässig überwachen und wenn nötig, in der entsprechenden Sprache antworten. Schnell kann ein Blog mal auf Englisch kommentiert werden, hier empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem verlässlichen Partner. Die schreibende Person sollte kompetent und gut vernetzt sein. Ein Blog soll auch immer die Neugier wecken und spannend sein. Reine Neuheiten aus Unternehmens- oder Produktesicht langweilen schnell. Dabei kann und darf ein Blog auch überraschen. Mal mehr Text, mal mehr Bild oder Video oder ein kleines Ratespiel eingebaut, und die Leser werden aktiviert. Dabei muss man beachten: Nur wer regelmässig bloggt, kann auch regelmässig auf Feedback und Reaktionen hoffen. Wer aber von seiner Muse nicht auf Abruf geküsst wird, dem sei zeitversetztes Bloggen empfohlen. So kann man sich gewisse Artikel auf Vorrat anlegen.

Ein Blog hilft bei SEO

Ein Blog hilft bei der Suchmaschinenoptimierung einer Webseite bzw. bei deren Positionierung. So bietet ein guter Blog Inhalte und Relevanz, was Suchmaschinen mit entsprechenden Aufwertungen goutieren. Daneben können in Blogs auch Backlinks und weiterführende Links eingebaut werden, eine entsprechende Vernetzung hilft im Bereich SEO ebenso, überdies kann dies auch interessant für den Leser sein. Ein Blog kann also, richtig eingesetzt, einen Mehrwert für Kunden und Partner bieten und wird so rasch zur Akquisitionsmaschine oder zumindest zur Landingpage im WorldWideWeb.

Kein Blog ohne Konzept

Oft beginnen Blogger enthusiastisch mit der Arbeit und merken schnell einmal, dass die Zeit und die Themen fehlen. Ausserdem stellt sich der Erfolg und das Feedback nicht von heute auf morgen ein. Daher ist es wichtig, ein Konzept mit klaren Zielen, Verantwortlichkeiten und Inhalten zu definieren. Stellen Sie sicher, dass Sie Analytics implementiert oder Ihr Anbieter ein Statistiktool installiert hat. Denn auch hier gilt: regelmässig prüfen, was wie und wo ankommt und entsprechend das Konzept anpassen. Zu guter Letzt: Bloggen kann jeder − was es braucht, sind Inspiration und Zeit. Unterschätzen Sie das nicht, aber wenn Sie die genannten Punkte beachten, authentisch und witzig, neugierig und überraschend bleiben und regelmässig schreiben, wird Ihre Community stetig wachsen. Und wer weiss, vielleicht erhalten Sie plötzlich Einblicke und Feedback von neuen Kunden aus aller Welt.

rogerbaslerRoger Basler, Unternehmens-Architekt und Betriebsökonom FH berät KMU in den Bereichen Strategie, Kommunikation, e-Commerce und Marketing.